K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1906
- Article
- Ernst Hochschild: Gabriel Riesser
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Gabriel Riesser. 147 Dann schließt Rießer mit den begeisterten, feurigen Worten: „Nationen können für-ihre Freiheit mü dem Schwerte kämpfen, und Mitwelt und Nachwelt beweinen und beneiden die Gefallenen. Eine schwache, zerstreute Religionspartei, von der unendlich überlegenen Anzahl der eigenen Landsleute unterdrückt, ist auf andere Waffen angewiesen.- Es-ist-der Mut der Wahrheit, der auch dem Tod. zu trotzen, wenn auch nicht ihn zu bieten vermag, mit dem wir den Sieg der Überzeugung zu erringen haben. Es ist die Sprache Luthers und Ulrich Huttens, mit deren mächtigen Tönen wir deutsche Herzen für unsere gute Sache zu gewinnen streben müssen. War es doch seit Anbeginn das Los unserer Vorfahre®* mit geistigen Waffen zu kämpfen und zu siegen, oder, der rohen Gewalt zu unterliegen! Laßt uns nicht ermüden so lange wir Kraft haben! Der Glaube an die.Macht und den endlichen Sieg des Rechten und des Guten ist unser Messiasglaube, laßt uns fest an ihm halten.“ Diese Schrift nun, das erste Dokument Rießerscher Kampflust, schlug ein wie eine Bombe in die traumverlorene haltlose Judenheit. Wenn auch die Älteren zum Teil bedenklich mit dem Kopfe wackelten, so entflammte die Jugend an Rießers kühner Tat. Schrittweise und zaghaft hatte man bisjetzt um einige Begünstigungen zu flehen den Mut