K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1906
- Article
- Ernst Hochschild: Gabriel Riesser
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 7)
- Language
- German
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142 Ernst Huchschild. - seinem Lebensgang die innere .Richtung geben sollte] Er fand keinen Zutritt. Unter dem albernen Vorwand, man dürfe den älteren Profegsoren keine Konkurrenz bereiten, in Wirklichkeit aus antisemitischen Gründen wies ihn das badische Ministerium zurück. Auch in Jena, wo er nun anklopfte, erfuhr ihm, dem das Leben bisher nur Auszeichnungen brachte, die Schmach der Zurückweisung. Nun als man die Hallen der Hörsäle vor ihm verschloß, ging er gleich auf das erstrebte Ziel seiner Mannes- ~ tatigkeit zu und bewarb sich in Hamburg um die Advokatur. In einer Supplik an den Senat setzte er auseinander, daß die Bedingung des Bürgerrechts bei Juden keine Geltung haben könne, sondern hier als Analogon die Mitgliedschaft an der israelitischen Gemeinde Voraussetzung sein müsse. Der Senat „dekretierte aber am 23. Oktober 1829, daß dem supplikantischen Gesuche bei den bestehenden Gesetzen nicht zu deferieren sei“. So wurde denn seine schönste Hoffnung zu nichte. Er saß da mit dem ganzen Beichtuni der erworbenen Kenntnisse und dem brennenden Wunsche sich zu betätigen. Aber wo er auch versuchte, sich eine Stellung zu erringen, hatte man ihn zurückgestoßen, nicht etwa mit dem Vorwurfe mangelnder Vorkenntnisse, nicht wegen eines sittlichen Mankos, nein, aus dem grausamen Motiv, daß ihm ein Geburtsmakel anhäfte, daß er Jude sei. Empört zog sich Kießer für die nächste Zeit vom öffentlichen Le-