K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1906
- Article
- Ernst Hochschild: Gabriel Riesser
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gabriel Riesser. 141 Dort „im Paradies der Pfalz, das aus seinen freundlichen Bergen den andrängenden, studierenden Jünglingen so bezaubend entgegenlächelt, umstrahlt von dem zwiefachen Glanz seiner Jugend und seines Frühlings“ verlebte er seine schönste Jugendzeit, fand alles was das Herz des jungen Studenten begehrte, die tüchtigsten Lehrer, die innigste Freftndschaft mit trefflichen Männern und Frauen, und so oft er später Reisen machte, zog es ihn immer wie- —der am Platze seiher holdseligsten Erinnerungen Halt zu machen. Trotzdem er alle Freuden des Studentendaseins genoß, auch öfters auf der Mensur seinen Mann stand, hielt er doch die Augen unverrückt auf seine juristischen Ziele. In sehr frühem Alter, noch keine 21 Jahre alt promovierte er zum „Doctorutriusque iuris“ mit dem Prädikate „summa cum laude“. Eine treffliche Abhandlung über die „Resolutivbedingungen“, die in der angesehenen Zeitschrift für „Civilrecht und Prozeß“, Band II zum Abdruck kam, bewies der rechtsgelehrten Welt, daß er sein Diplom verdiente. Bevor er mm die Praxis des Advokaten, wohin ihn Temperament und Neigung zog, erstrebte, hatte er den harmlosen Wunsch, seine Wissenschaft vom Katheder der Hochschule zu lehren und sich einige Zeit als Privva t d o z e n t zu versuchen, ein Recht, das nach der altherkömmlichen freien Sitte einem jeden Doktor zustand. An diesem Wunsch aber knüpft sich die erste bittere Enttäuschung seines Lebens, die