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Jüdische Volksstimme · 1934-05-10 · 15 (10.5.1934) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXXIV (1934)
Issue
15 (10.5.1934)
Date
1934-05-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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2 10. Mai 1934. Siunmu In Kline Auf Grund $ 1 der Veruninun* zon1. Sehutz von Volkj urtd Ståut vom Februar J*.‘33 wurde «*>r. tjund der judisohen Arbeitnehmer mit -i ML'nt*'rurfii Neben-Or^famsa* tiopen fur d«*p B^refch <f<*> lande* Baden aufe. >r*»lo.-:‘uiui \|emidjn‘n :>* -ohlajrnahmt. Abg. Dr. Julius Reisz in der Handelsu. Industriekommission des Abgeordnetenhauses * >.:\er>ita*-;>f-'f' d«s*ntM>m<*r f^ir bi**t<* ■ *-: junion^n <»!*U*rre;vh hat dem •«>r Dr. Tmark ■ 'irt. d;i \.l -t.-tr. -; .1; *t. .4- David M»*rzojr. Lanin (»rat/, der .-u.!: v•’iiiftlu'hom Gé- G-d*ieru Kh:v:i/.ei- V\ O-sterv.-.-!. V.rV wo!i pol- Partt*: vor »in.^er •%..idem-vhe Krei>i ./. il-- Partel . dl*v :-il - i-' rrojrramm i irii. o mi ,i>v. d - Nat. -!ia- :r Cpposi- Urjfr- «. Sie .• ’.’r der ,-f I'.:;! '» Dor.nerstag. den 2. April verhandclt .lit- Handels- und Industriekommission des Abgcordnctcnliauses den Gesetzartikcl tiihi die Kunstlette, in welchvm auelt eine Veflugung enthalten ist. I.iut welchcr die Kur.sttettetaliriken verptliclitet sind. bei der fabrikation der Kunstlette aueh einen eeveissen Prozetttsalz Schweinetette zu ver« enden, damil aut dieSe Weise aut Wutisclt der Agrarici die Schweinezucht in der Cechoslow akei unterstiitzt werde. \hgcordncler Dr. Reis/ stelltc bei dér W-rFandlung dieser Angclegcnheir in der K smni.NS on einen Antrag. .lal,', es dem ge- Set’zestreueti Jlldentum crmbglichl werden S..il. Kunstlette gcbraucl'ctl zu kdiinct. J.iker auelt Kunstlette Oline Kinnicngi’ilg '.<n Scltuemeiette crzeugt werde;: inul.'>. da s 1 st v rcltsriosett Reeltte des Judentums •. ,’let/t werder nu diten und dies melit di. ■ I■ ,;i ,K‘- t iesetzes seitt Scaitn. De i! vr Handels-'und InJii'iricmnissj..!! nilwesenden Vertreter des lli.l delsiirnisteriuins erklarti n aut die Argumente des Abgcordneten Dr. Reisz. daB ,aul die rituelle Wiinsche des Judentums Riick'sicht genommen werdeit wird, nacltdem die Kunstlettefabriken niclit verpllichtet sein werden. die ihnen zur Einmischuni> zugewiesenen Schweinetette in alle Erzcttgnissc zu mengen, sondern die Fabriken werden berechtigt sein, die zugewie- Senen Schweinetette aucl: sozuverwenden. daf., eiuzelne Erzeugnisse vollkommeti illinezSchweinefet’t hvrgestellt werden tonnen. so dal.’ die religidsen Anspriiclle des Judentums diesbcziiglich absolute niclit Verlctzt werden. I >icsc Frklårung wurde nuclt protokotlier; und erfolgte der He-sehlttl.’i de;' K'-etmi.-ssiit;n »liesem Siiine. Aogcordneter Dr. Re s/ wird siclt mit de'/r I i age auelt weiter betassen. damit jedes MiBvvrstandnis oder Komplikation v. .likommen ausgeschlossen bleibe und wird Abgeoidneter Dr. Reisz in dieser Brage iioclt ganz klare schnttliche Erlediguug vom Hatulelsminisierium besorgvn. PrciMUudircibcn. Das Sporthaus Bailoav«Baumana. BrGon. Krapfeofaste-Rosenfasse ver* aastaltet in Monate April eis jrre Ses Prrisautschrtibcn mit ca 200Vcrtvolko Preisen irn Gesantwertc von Kf 20.000. Die oåheren Bedingen finden Sie in einer der oachsten Nummem unseres Blattes. . i-ijr A « ■.vr v> :r-T ■! idl'; - hr : Jh ..‘f -T. -.r- •i-::. i ...1 ’ *r (H-r*/- jr- «iur< ’ •s jr.:> Ho -tny Aj*.- Fr T;t4*Ir^" m-lirvre Jn'. Brillen Yasicek Brunn - IT Nathan Birnbaum 70 Jahre Amsterdam. — Der jetzt in Scltweveningen lehende bekannte Eiihrer des tltoratreitei) Judentumes wolletnlete am 23. April sein 70 l.ebensjahr. Birnbaum, Ber siclt erst wahrtnd des Krieges der Ortltodoxie in der Cherzeugung anscItloL, ilal.i der Bestand der jiidisclten Nation nur ilurch strenge Beobaclttung der traditiopellen (ilaubenssatzungeit gewalirleistet jwerden kbniie. war in den aditziger Jaltre.i Ides vorigett Jahrltutiilerts einer der Yovkarnpler des nationalen jiidisclten (ieda:.- A'ens und hat naclt der Begriindung de s modemen politiscllen Zionismus kurze Ze t eine bemerkenswerte Rolle in der Orgat'.iattoit gespielt. Naclt dem zweiten Zior.,- '•eit-Kongrel.'i im Jahre ISti.S schied er w egeii de; galulhvemeinenden Haltur g des Kongresses alts und entiaitete in den tolgemlen Ja liren eine lehhatte Tatigket im Siitne einer nationalen Kulturautonom e in den Laderti der Zerstreuung. Nathan Birnbaum. der unier den Pseudonym Matthias Adler auelt auf dem Gebiei der schbne I.iteratur lu-rvorgetreti"t;sr. w-irkte viele Jahre in Wien. wo er 1882 zusammen mit Moritz Sch. Bierer und J. Sotok den altesten jiidisehen Studenteiiverein (isterreichs, „Kadinta" grundere. Seine Siiline sind der bekannte F >'- scher tiir jiidische Sprachw isseitscltatt D . phil. Saloino Birnbaum. fruher Dozent a t iler .Universitet Hamburg, und der hervo - ragertde Dichter tind Maler Uriel Bimliaum. Nathan Birnbaum muBte nach dem Durchhruch des Hitlerismus in Deutsc!;- land seinen letzten Wirkungskreis in Deutschland verlassen und nach Holland iibersiedeln Gbersiedlungs-Anzeige! Die Dcutsch« åjror« und Industricbanli Zwcigonstolt Brfitiii <bisher Krautmarkr, Ecke Rathausgasse) befiadet sich ab 2. Mai 1934 Brunn, Rennergasse Nr. 2 Kassenråume ebenerdig. Direktion u. Buros l St. PfRIVIST Palå5tinensiscbe Mutter mit Kind. „Hebråisch - leicht gemocht** (Transkription) Anerkannt aU einfachste (psychotechniåche) Methode, hebråisch .»prechen zu lernen! Preu: >. 6.— yier Gegenwert (kartoniert), nur ge?en l Vorauszahlung. ..PAG*, rey. Gen. m. b. H., Wien VI., CapUtran- Jfasse. 2. ile- Tc: *. ictTV: p:: f ild-• ..jhu-itv Ahk, j:> ^cu«>h : Der hohe Besudl J : D: M.;t 8o '■Jr ..chieH-e riteg *;er stet- •it«. -tateln. die ler Dachhr)s t der kliiiiiei' inåhrischen w., krbnten. Il: f Kopt v jeldt tnit tfim zu Risa : T■ mpel so er Chai r>! einein linere;' -ener tug Rar w les' ins'li;; hm vor a: enten hev lasselt. s*' nehmeii,. i(v;.i i.’ miand .'.onderlurli rStoiz auf rhn Uml es trug inerkw Jtatte. eil! etwfrs lleiellt eiile'i exdem l(ekannt<rt lerleiteii _ komuiii. ist rtichts AuBers lkteristisches aiitganzen BaustieJ otrnamentik. was diattung irgendwtie konote rcltt zts bei viul bur Hi ei. felbst hatte einråuingn arjch niclitWuiujer der i jemeiiil'e war. irdigerweise auch vrholmrt. des Besitzersuilals Broif, den lenicritk rk'n' ijleligionslehrer tler ihre lebendige orde". da 11 uer t’iemeitj'le ' und zugleich Chrl ti',., fteso e-fellt Lempe! gi,måli der obi rhalb seines Ein- Jind fast verwittgrdas traglos ehrm zwvilt undert Jahren hin- Mauchei i geht eben jeder es ja auch Mengargdore^j befindlichen ten Inschrftt m-u-its au wiirdii'e Aber weisen ki;• . histori.-che Sir Jurch Salomon schen ->hfé Oeruchsirn -Jer musikalische- Geftihl gibt i Aber emes1 Tages riickte der Tempel un i alles, was mit ihm irgetulwie zusatn-; x.enhing. in den V irdergrun.l des alige-: n:einett luteresstes. L’nvermuie: tauchte da namlich das zu immer grblicrcr (iewiliheit sich verdichtenjde Gerjicht aui. dali der Herr Pråsident. aur der diesmaligen Reise nach -einent Sommcrsitze auch den Ort beriihrjn uml nebeo der Inaugenscheinnahnte aller sonstigen iitfentlichen Institutionen auch den Tempel mit seinem Hoben Besudle bcehren werde. Fiir alle Falle w ar es sicherlich nur ein Geltot vorschauer.Jef Klugheit. sidt von den Tatsachen niclit iiberraschen zu lassen. sondern rechtzcitig alle l’orkehrungen zu tretten, dali jeoi Statte. wo das groBe Ereignis vor sielt gehen w iirde. in einer. eines solglt hoben und seltenen Oastes wNrdigut Weise sich prasentiere. Doch, als ob der Tempel tiir alle bisher erfahrene: Nichtb.-ichtung sich ha*tc rachen wollen, kehrte er jetzt wie a’osichts lich und zum Trotz den ihn einer eingehenden Cberpriitung linterziehcnden seine gråmlichste Schauseite hervor. Ja, sie Soten einen gar kfaglichcn Anhlick diese AuBermauern, die an manchen Stellen das Bestreben zeigten. sich von der sie ungebenden Mdrtelhulle vfillig zu befreien, und gar an den Innenwanden hatte nicht so leicht jemand durch die Jahrelang angesetzte. schmutziggraue Staub- und Kerzeiirufischichtv hmduiciv die ursprimgli- ^ierde an der rechten AuBenseite des die Farlte threr Maierei zu erraten ver-j Tempels in Jer Gestalt vines'* kleinen rnocht. Nur eine griindliche und vollstan-' dige Renovierung hatte hier Ahhilfe schaffen kbnnen. Allein wie ware eine solche bei der Kiirze der zur Verfiigung stehenden Zeit auch durchfiihrbar gewesen. ganz zu schweigen von dem ungeheuerlichen Kostenpunkt, der sich gewissen rechnenden Kdpfen hier sogleich in seiner ganzen erschreckendeo Deutlichkeit auttat. Wer also das Peinliche einer Situation, vor eine groBe Aufgabe gestellt zu sein und andererseits durch eine heimtiikkisclte l'erzwickung der Umstånde an iht’er Ausiiihrung gehindert zu werden, auch nur cinigermaBen nachzufiihlen vermag, der wird es verstehen, wie sehr man es allseits gleich einer Befreiung von schwerem Alpdruck empfinden muBte, als Salomon Brdsl, gleichsam als berufener Tempelanwalt, es hier jetzt zu bedenken gab. daB stiner Ansicht nach jede Art von Renovierung des Gotteshauses im gegenwårtigen Zeitpunkt ein unverzeihlicher MiBgriff ware: indem fiir den hohen Gast gerade nur das Altertumliche daran von Interesse sei, und darum hier eine verbessernde Hane) anzulegen von ebenso straflichem Unverstand zeugen wiirde, wie etwa alte wiirdige Antiquitåten eines Museums auf frisch lackierten Glanz herzurichten. Blieb demnach nur die. gleichialls fragwiirdige Wassertrumpels. des beliebtesten Spiel - platzes Jer jugend. der trotz seines ehrwurdigen Alters heim besten Willen sicit nicht zu einer Sehenswiirdigkeit umdeuten lieB, trotzdem gerade hier die sagenhatte Oberlieferung beziiglich seines Ursprunges etwas wie einen romantischen Schimpter um ihn gebreitet hatte. Fand sich da namlich vor langer Zeit, so wuBte die Sage gleichialls aus Brdsls Mund zu berichten, eines Friihmorgens im Gotteshause ein steinalter Mann mit tiel zur Brust herabwallendem. weiBem Barte ein. Aber nachdem , er vergebens darauf gewartet hqtte, sein Gebet mit dem hiezu notigen Minjan verrichten zu konnen, verlieB jener ehrwiirdige Greis — es soli nach der ganzen sonstigen Beschreibung der Prophet Elia gewesen sein — voll Ingrimnte den Tempel, um dann auBerhalb desselben seiner Empdrung iiber so:-h un-, erhdrte, religtdse Pflichtvergess.enheit durch ein derart kraftiges Ausspiicken Luft zu machen, daB hievon jener Wassctiinpel entstanJen sei, der seit dieser Zeit nie :..rtr ganz austrocknen håbe wollen. Eit; rechtes l’crstapdnis fiir diese, geschichtlich nicht so ginz verbiirgte Oberlieferung, von der ubrigens einige kritische Zungeit behaupteten, sie ware von Brosler selbst mit beziehungsvoller Absichtlichkeit erfun-

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