Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1931-12-17 · 48 (17.12.1931) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXXI (1931)
Issue
48 (17.12.1931)
Date
1931-12-17
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
73% known words query
IRI
…/2621806-6375661-6376043--4790-4861673
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Judische Volk- Nr. 4K. Seite 2 17. Dezentber 193J. Die ersten Besdiliisse des Islam-Kbngresses. Erriditung einer Moslem-Universkat in Jerusalem wurde besdilossen. - Spaltungstendenzen. - Wer lasst die Hetzbilaer zirkulieren? IX“r iii Jerusalem tigende Isiam-Ko 1greB hat uie Krricutung tiner Moslem-Uri- Versitat ni Jerusalem lieijchliissen. Ein So iderknr.e.de eiugejetzt, das Plan-ut it Pr<.u: .mil i ,-. Universitet ausarbeiten so I. F. u ii .u,n-in r Iwseiilossen. in alli 'ni'Nieinitischeu Låndejn Ycreinigungt rUi sleimiischei tunger Manner nach dej';. Miister der Ymca Ymhri i Palastina-Vcruii'ftnsi niés|eniiti«cher Hunger Manner» griimleti. : Naell ein. i-wen and.iiu i . eivi-.u-:, ier ii i He< Hclias-F - -ut v-.-r!a;is e'y binm -lille an ilt n Vii(kerlnmd appeltie liieii : -ue-er Ap;-.-ll erfolglos. s. die Riii.: '-i haute M.isie gabn ren. -.i we ideri. -s i ril die J jganzen Ta}; las sur,.-- hesci'.liisse ■ tie M; . t i - f ’l I m Si-nba-hn an dj. . Soilte die Riiclsecljs Mi.staten . erfi: ligkeit eles Bnraq (Klagemauer, so benannt nach M rhameds Schimmel, der hier angebunden w irdén sein soli), leisteten die Delegierten d-n .Schwiir. alle heiligen Stattesi iles islams mit ihrer ganzen Kraft zu eerti idijjen. Die Paiastina-Regierung hat eine griindliche L'sitersuchung zur Eruierung ler Verhreite dejgefålschten Photographien. arsf duien juden abgebildet sind, Engli ndejn in deitt-Umgang mit Well der Miislvius aufgefurdejt i. di. .lMev3ul -i'ivil : -i(!ran;-''Siscl!cp W. . .-•• U aiiiluTvi: ■ ■ : - ::-ih-.!1 1 t i! ■' >v rotticr^n K"Hiv I? O . i Ikv^chas ut’Al "K Ft-i.a: .-'in Irak h.’ .v,’ . cm Kt-nj- Juk-:; km/*- UHii illfll i : M!IV:i A i ' ' ri " •\ul ' il k- - 11;; . .ic:t-:. .ii i-Spnll- ’v i -."i i »ie a.v> oti il'iit Delegierti 1 -. ’^.-r .. - , ii. i l.-ligiertv in liv Kimgrclii- KiMftmi -11 *. - .- ■ eiit'-iudi r. Aus Krviser - r di-rr Mufti iialksteli ettiicif Kongrei’:- T'i:i'it..|iuii-r wire zugei: .-ben. -lal) -lej- Mim: nririit nu-h -lit L“ nterstiitzung. ‘del .igvptk-ilii; um! : i .. 1 l i-, ivoii i fen -ii.»: :r ■ i. .i: , i o-m-i Uk.i ’ Ali illit lll:. geor.i:,-1;,ii i.- . Anise-oi-ti. -intp Sch.mi.,: \.; . - i- - -'vi 'rgtii’i-.i, ' i - ui.d i1i . :-i' .i.li-i-. gei wali!: wir -i. .ii-.: : : :u .iiio- - - Kom* mis-ri" i Kewahlt und iiurt ane!: sonst kest-, se K-sOndere Ehrenstelluise inr Kongreli •ingerausnt wurde. Der bekannte mosli -iti-ciie Dii.hter-Philiisujlh Sir Iqbal Sit; nus l’uiljno in Indien, d.ir ai- Delegiert dnimmt. i Itekampttc sehr .' di Ærriditung einqf Maschinengewehren unterwiesen werden, eingeleitet. Exemplare dieser Falschung wurden nicht allein unter die KongreBdelegierten verteilt, sondern auch in die Wohnungen von Moslems geschickt. Die Fålschungen wurden in Haifa h^jgestelh, aber iiber Cairo nach Jerusalem jjjeschickt Die arabisclren Zeitungen Palåstina« ..i'Bern sich wenig opbmistisch iiber den Verlauf des Kongresses. „Felestin", das Organ der arabischen Exekutive, meint. die jetzige Konferenz konne nur als eine Vorstufe zu einem groBeren und besser wsrbereiteten KongreB angesehen werden, der am besten in Aegypten stattfinden kbnnte. Auch das Mufti-Organ „£l Jamea il Arabia" auBert sich deprimiert iiber die Aussichten des Kongresses und jschlielJt seine Betrachtusigen mit der Bemerkusig. wenn der KongreB gelingen soilte. kbnnte er eine Zusammenarbeit der islnmischen Vblker ermiiglicheii. , Wir machen unsere gesch. Leser auf das unserer Briinncr Auflage beiliegende Flugblatt der Fa. Felix Synek „Durax", Fabrik moderner Bureauartikel, Filiale Brunn, Krbna 51, Tel. 34.311, aufmerksam, die wir fur die Anschaftung aller Bureauartikel besonders empfehlen. die von Y’erlaul der Konferenz der arabischen Opposition in Paliisiina. Die Konti-ren^ der arabischen Oppoitii>si Palastii as, j die im Prunksaal des Hutel- ..KuniJ Dajvid" tinter dem Vorsitz des Biirgermifisteis von Jerusalem. Ragireb .Nash.ishibi. getagt hat und der. neben mehrert si Hiinderten Notabv!n aus gan>z P ttastina auc i diei Biirgermeister von Jaf I m. Haita. (i.iza, Mamleh und Nablus beiwplmten. Ites IrluB, mit den inoslemitischen Kurperschaft' -n deir ganzen Welt in Verbindung zu t eten lind die Emberuiuhg eines allgemeit en Moslem-Kongresses, der auf dem Territorium eines inoslemitischen Kbnigreiches stattfinden soli, durchzusetzen. Die Kun erenri heschloB auch, die gegemvartig s attfii derule Moslem-Konferenz. die eine Ffarteiangelegenheit des Mufti ist. ni. M aiMuerkennen. Otnar Saleh .-rklarle: ,.w|r sin I nicht clie Opposition, s.inderst die Nation!" Die von der Konferenz getaBtFit Resolutionen begannen gemal.’. .mdi i lit den Worten: „Der KusigreB ilerj MoslemjNation Palåstinas schlieUt . . usi r. Fakhri Niashashibi und Moghanen Hfnunere dem-1 jetzt ah au-.. -Kodel Cfiriséhau/hsiandeA Werkaeugkasien. BRUNN FUIHEITSPIAIZ 20 fendi empfiisgen die Vcrtreter der Presse unter ihnen auch die Korrespondenten der Jiidischen Telegraphen-Agcntur, der Reuter-Agentur, der „Times" und des „Tt legraplt" und iibefgaben ihnen zeltn von der Konferenz der Opposition getadte Resolutionen. von denen eine die Absetzung des Mufti fordert. andere die Unahhångig keit Palastmas, den Schutz der Heiligen Statten des Islam, den Schutz des Arabertttms vor „zionistisclier Gefahr" usw. fortiern. Winsfon Churchill iiber Moslem* Kongress untj jud. Nafionalheim Der fuhrcnde etiglische konservative Pplitiker und Publizist Winstnn Churchill, des soeben in New-York zu einem Besuch der Vereinigten Staateit eingetroffen ist, gab dem Vertret.r iler |t"tdisclien Telegraphen-Agentur gegeniiber die folgetide Erklarung ab: Der gegeiHvartig. in Jerjss.alesn stattfinde.ule Islani-KongreB kanu keinerlei Wirkung auf die Entwicklung ttes-Jiidisclien National heints haben. England verursacht dieser KongreB keinerlei Kopfzerbrechen, und so besteht auch fur die Jaden Keln Oruml. sich Irgemlwelchen Sorgen hinzugebeu. Das Ungliick des Passtield-Weildbuches ist w ieiler glit gemacht vvorden. Heute besteht unter allen Fiihrern der englischen Regierung iiber die Pflich- Erstklanigc Herrcnschncidcrei Stefan Hannak Brunn, Krapfengatse Nr. 81 Telefon 11.150 Zur Bahn for die Stfldt and ” Qber die Grcnic, mitten Sie billigst elegante Autos bei AUTOTAXI FUKA. neua Telefonnummern 13.587, 13.588 Kanzlei: Grand Hotel Auch bei ésitzigen Wagen Klein, wagentaxe. Bei Fabrten zur Bahn <in der Nacht) lassen Sie sich telefonisch wecken Bis jetzt die Besten UNDERMOD-' Schreibmasehinsn, JERRV- BOramSbel, Vervielf3ltifuog8apparate, Reiiicnmatdii« nen und båmtlidie BQromdbcl liefert jK.^CUJTier Brflnn 6eskå 16 Oiapeaux Monsieur Zdenyo PItho, BrOnn Johanneigaitc 16, I. Etage la TeezebAek aas rtinsr Tesbatter oowie aadsre Ueblekspezialitåtea tatar p«rs^nlieber Aafsiebt rrzso^aaad gttnitiKOt liefert ANT. MLEJNEK ■Hin«, t«, Ml«r Crstngnng Wldifcli* ff Beitetlunffeo werden im Oeeebift *aeb telefoaiseb aberaommen a. aehneiletens freo Bats saffastellt Prnffné« ten Englands hinsichtlich der Errichtung des Jiidischen Nationalheims keinerlei Meinungsverschiedenheil; sie alle begflnigeu das Nationalheim. <£>ar!Kappbra j und der ÉRomeil Von Jiilm - .bin/ig autjris:. ’ -ltne:i::.,c!'.i 1 . Dtai.ji. i hi r; -tzung au- M> oeti i »;rds M e Z e i i lit - ‘ .-ituil » Welt II: Mlegei: I Sll- ' rip i Zo.'1 .! grade U .Ikeiiungu: Iriitkiv.' je.te eii»- Me'alldacllér -ier rif -rSilireckti T:efh im: ri.;:' elm,' ' ble .Wuikc, w!’ * mittcheii Ke'rkei - i'-etr. digte-n iicli le- /•Hioriz' i’■die V'gi ackteii -ich i i ilireii Ni tern. >r. i.igtui iiicitr ctn;ual.zj zwifschei .i. ur-.i auch dii wilder) Tiei, heulten r.:c:it :n iitrer Air. <i: die Kriechtiere IlUtclltetl tutter r.r'.ie. utld di.- .Biatter der Biiseiie ir.:- : H; ur e erziilerte f neti.'is auf ih ren schlaukln Stiele-n. al« h.'ittin sie gleich-.i1; geliili’i was ihrer eiw artete. Und .-im. sctiiej unertraglichp - tlrirckende Sc.im.ile iegle sj-n aut die Gej- , gi id. auf Me i-iii unu Tiert Bar Kappart, , der ausgi-zi-ichni i-, iielehrle. nielt es il «eii- - Ziitlii er. In blolf eine sclimal; Tiir und ein einziges kleinL-- r nstercbei . hatte, nicht liingCr au-. Seite .unge dutstete .taeii frischer Luft. -ein Kdpf schnterzte, und die Augen bra.mten ihm; nach kurren Zdgertt roilte er das vor ihrt liegende Pergament zusuammtr., gab e> in die I ad, ,eiit-.s Tisches and rhob sicf, utrrhinaus ins Freie zu gehptt „Wohiu gel)st duV i i'i< -tin Joche- I bed, .-.ejn trejte- '- ..(L'itimt ti Har Kapp >chen den vi ■ ansj Meeresufer", erwiederara. ,;lch halte es hier zivir enij;ii W'anden nicht tnehr „Bei dit se ihn die Frau da sein. Der «er ZkitV! Ge „Da}; L nwet: .Ile nicht!" bat tter wird gleich >turni|wird den Ufcrsand aufuirl>eln-tind jlu kbiittest vom heiBen Sand. noch pliml werden." ort dilr liesorgten (iattin: ist dachte Bar Kappara irri -tzte qr sich dunn auf Seinen und tt igte den Kopf auf sei- Tisclt gelegten Artn, sein G'itt heitiite, „Das U Gottes Wor Stilleii. S Platz zuruck flen auf dei treues Weih fachelte iltre lher sn ehte sich hinter ihn und n Gemahl Kiihle zu. Bar Ka ipara JUK at^-'f pllitzlic mit gleichsa u Hdhe. Er stiirzte sich seinen Burnus bei der Tiir. ,.AIso d|.nnocl Frau. „Ja. Tei tmeken. „li „Aber Mann? Bei auch schon und wie sich Erde ducketV „Ich m Kappara mi mich schon nicht meine ere , i gehe .veshalb liesem viitet schlummerte still em. scfjrak er aut und sprang :ndlicher Kraft iq die um Kleiderhaken, hing am und war auch schon rtzueilen.?" fragte besorgt die ntgegnete Bar Kappara denn ich muB gehen." denn, itiein teurer Stumt! Siehe, wie er wie die Båume åchzen die Bijsche in ihrer Angst zur tB gehen", wiederholte Bar; Oberizeugung. „Nun treibt nicht (nerir die Hitze, auch Schlaffheit, oder sonst etwas; irgendein Instinkt ribtigt mich, zum Ufer hinunterzugt hen, dbnn ich werde dort etwas zu tun habeni Håbe ich getraurnt. meine Teuere, oder war es eine Erscheinung; irgenil eine fremiie Stimine hat mir ins Ohr gefliistert. daB ich. unserem Volke einen groBcn Dienst erweise, wenn ich jetzt zum Meer gehe und tlort Unischau halte." Damit war Bar Kappara auch schon drauBen und er stiirnite hinunter ans Meer, das bereits heftig w-ogte. Er kam gerade zur rechten Zeit am Ufer an. Die wiitenden Wellen trieben einen umgestiirzten Kahn vor sich her, und der Mann, der in dem Kahn gesessen hatte, kåmpfte verzweifelt gegeu die Gefahr des Untersinkc-ns an. Bar Kappara erkannte ihn. Es war Terentius Flavus. ein riimischer Beamter bdheren Ranges, der griminigste Feind 'und Peiniger der unferdruckten Juden. Aber Bar Kappara dachte nicht einen Augenblick daran. diesen Menschen seinemi SchicksaJ, seinem wohlverdienten Schicksal zu iiberlassen. Israels Moral befiehlt etwas ailderes. Der Jude ist verpflichtet, sogar dem Vieh des Feindes. wenn es sich in Gefahr befindet, beizustehen, wie erst dem Menschen selbst! Er uberlegte und zogerte nicht; er riB seinen Burnus hinab, drehte ihn zu einem Strick zusammen und bis zu den Achselhbhlen im Wasser watend, warf er ihn dem fast schon untersinkenden Mann zu. So zog er Terentius Flavus, der die Seele eines Hamans besaB, aus dem Wasser heraus, und Bar Kappara ware dabei wahrlich beinahe auch selbst in den Wellen umgekommen. Er fuhrte den Mann in sein Haus, gab ihm trockene Kleider, bewirtete ihn, damit er zu neuen Kratten komme, und lieB iiin dann unter Segeifcwiinschen seines Weges ziehcn. » „So hast du also unserem Volke einen Dienst erwiesen?1' fragte die Frau enttauscht. „DaB du jenem Romer das Leben gerettet hast? Er hat hundertfach den Tod verdient, so viele Judentr3nen sind schon wegen dieses Henkers geflossen." „Ich sehe schon, meine Teure", erwiderte ihr sanft Bar Kappara, „daB ihr Frauen sowohl lieben, wie auch hassen ki’mnet, als das Gesetz achtcn. Du håttest ihn zugrunde gehen lassen, ich aber håbe ihn gerettet, weil es mir die Religion befjehlt ... Du hast mich aber gefragt, ob 3:h denn so unserem Volke einen Dienst rwiesep håbe? Nun, ich will dir auf deine Firage rinlworten; Jochebed. Auch der Lj5- \ye ist ein blutdiirstiges Tier; erinnere dich riber an das ergreifende Marchen, daB der Udwe, der deht Daniel nichts zuleide getjtn hat, als diesen der Tyrann in die Lowengruhe stieB, eben ilerselbe Lbwe war, ejen Noah zu sich in die Arche genommen Hatte. Es ist mbglich, daB ich unserem Volke wirklich einen guten Dienst erwiesen håbe, und wenn auch nicht jetzt, dann vjelleicht in der Zukunft . . .” I ... Mehrere Jahre waren seitdem vkrgangen. Bar Kappara lei\te und lehrte, uhd sowohl er, wie auch Seine Frau verghBen mit der Zeit das Ereignis. Nichts h ttte sich geandert, grau drehte sich weit( r das groBe Weltall. Grau und traurig, o tne jede Hoffnung auf eine Besserung. Eines Tages suchten mehrere Glaubfcnsgenossen Bar Kappara in seiner Woh- 2781

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.