Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXXI (1931)
- Issue
- 48 (17.12.1931)
- Date
- 1931-12-17
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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X Enckdit jedea 1 Dowicrstag i. Vrlif BiIbi, Bl—ff—i JO. TvI.KJM. B*4*ktl»oMaM«a» NmIbi Ikfil. Bnapprdi: MMBkHf Kd W , |MiiUH| Ké 7B-. U»WHt|Mth KØ 2*- gr# mm ««r Tni- •fil«. Prag ØBJV2, Wiaa TMBO. BarUa 122411. WarMkta ~ar«0 «o.t«. Atts dem inhalt: Ergebntese der V^tadMuag te PaUtettes. — Die ersten BeåcMfisse de« istem Kongressus-JtehJ Csermety: Bar Kappara tmd der Romer, -i Inland. — Weltspiegel. — Brunner NachricMen. ju«n* VolkMHmmt feXXXI. JAHRGANG. BRUUN, 17. DEZENBER 1931(7. Tcbath 5691). :: n NR. 48. FUR DEN WINTER Herren in allen Preislagei Mlntel IlllStllll Slllltitl-PIIZELIAI Kristallglas geschliffen, graviert, gemalt erstklassige Ausfflhrung ■, EINFtJHrtDNGSPREISE! Josef Klimenl. Brunn Johannesgasse 7 Passage Mit diesem Kupon 5°;o Rabatt Die offiziellen Erøcbnbse der Volkszåhling in Palastina. den die folgemlen nisse iler vor kurz]e fiitirten Volkszåhlu Reben: tlicviiikerung Palåstinas besteht .his 1,0115.154 Seelen, ilavoi sind 759.952 Moslens, 175.006 judeii, 110.607 589 Angchorige a: Soeben wu sorischen Erget Palstina ilurctig fiziell liekanntgi Die (iesan Christen und 9. Konfessionen, u tter ilinen ctwa rum Drusen und eiw als '.'.Agnostikc Die Ziffer låstinas, il., mi sten-Revisionisi nicht beteiligten Die neue spanisdie Verfass tderer 8000 n 1 (X)0 Perkonen, dije sich diebezeidtnen. Untesen rOOO „Agnojitikern” sind etwa 0X) Julien. 175.(xiii ist iiiclit di saintzilUF der j idiSiMien Bivilkerun bekanntlich die iler Volkszill und auch andere jiidisclte Bevolkerungskriise davon abhielten, sich in die Volkszåi lungslisten einlragsn zu ung dio JucL Mia j In der jiidischen Cjenteinde zu Madrid 1 herrscht tienugtuung uber die Annahme der Vcrfassung der spanischen Republik durch die Nationalversammlung, da diesc Verfassung religiose Fréiheit IQr alle garantiert. Es herrscht jedoch Enttåuschiing i iiber die Bestiminung in der Vcrfassung, die es dem Stqate verhietet, dut; Konfessionen finanzielle Unlerstiitzung zu i gewåhren. Die junge jiidische Gcnieimle, die finanziell sehr zu kåmpfcn hat, wird nun die ihr bisher geleistcte Subsiilie zur Erhaltung der vor kurzcui erbauten Synagoge nicht tnehr bekomnien. Die in tier Verfassung e'nthaljjcncn Bcstimcungeii, daB die Friedhiife in Zukunft der zivilen Jurisdiktion unterworieri sind, und daB keiner Religion gestattét ist, gesonderte Friedhiife zu unteriialteu, wird zur Folge haben, daB der nocli unter J Dr. Reuben Bierer, ein Patriardi des Zionismus, gestorben. In diesen Tagen verstarb in Lemberg im Alter von 98 Jahren Dr. Reuben Bierer, Pionier und Patriarch der zionistischert Bewegung und Vorkåmpfer des Hebraismus. Lange vor Begriindung der modernen zionistischen Bewegung durch Theodor Herzl grundete er in Wien gemeinsam mit Rabb. Dr. Spitzcr die erste Palåstina- Kolonisations-Gesellschaft „Admath Jeschurun”. Mit Perez Smolenskin grundete errdie erste zionistisch-akademische Verbindung „Kadimah”. Splter schloB er sich Theodor Herzl an. Mehrere Jahre seines Lebens verbrachte er in Belgrad, wo er Leibarzt des Kdnigs war, dann in Bulgarien und zuletzt in Lemberg. Oberall betåtigte er sich intensiv fflr den Zionismus. Sein Sohn, Dr. Joseph Bierer, lebt in Czernowitz und ist ein FOhrer der zionistischen und hebraistischen Bewegung in der Bukowina. j der Regierung des Konigs AlfontJiV mit groBen Kosren angelegte jiidische hof wird aufgel issen werden iniiss^n. Gc- Pa- $ionihlung -ried- I assen gende funkti )ie Revisionisten und iltnen anhån- Creise lieBcn die VolkszShlungslåre nicht in ihre Hauscr ein. Die Vo Ikszahlung i. J. 1922 ergab eine palasti lensisiche OesajnitbevoJkerung von 757.182 Seelen, davon jwaren 590.890 Moslems, 8 $.794 Juden, 7S.024 Christen und 7.028 I rusen. Die Zahi der Juden hat sich also uu mehrals 91.000, die der Moslems um iiber 169.000, die der Christen um iiber 27tOOO erhoht. fflhrer Judenordnung des Dritlen Reidies. Dir Sozialdeinokraiisciic Pressedienst veriirefltet eine Zuschrift eines Standartender Berliner SA. Darin IteiBt es: ,; >ic Parteileitung der NSDAP hat fiir dt i Fali ihrer Machtiihernahme, mit der ih kurzer Zeit gereclmet wird, besondere Ifichtlinien zur „Låsung der Judenfrage” ausgeirbeilet, die streng vertraulich behandelt werden. Aus taktischen Grunden hat «Hkn augenblicklich auch jede ftffent Hauptpimkte dieies Progrimms sind folgende:! Sflmtlidhe in Deutschlaod lebenden juden haben kein Staatsburgerrecht. Die Fåhigkeit, Sffentliche Amter zu verwalten, besitzt kern Jude. Såmtliche Beamten, wie Lebrer, Richter, Regienmgsangestellte usw. .werden sbfort entlassen. Ein Jude kam vor einem deutschen Gericht kein Zeugnis ablegen oder Schftffe sein. Såmtliche in Deutsdiland lebenden Juden werden unter ein besonderes .Rectit' gest el tt. Sie haben eine besondere Stener zu bezahlen und unterstehen besonderen, a^i^iAckuuig (tpr |n,bnjragp ihgihia- I drtHch zu regdnden^ polizeilichen Vorian fiirchtet auBenpolitische Wirkunge i besondere in London und Paris. Praxis aber liegt bereits ein ge- Plan fOr såmtliche Bezirke vor. Die Fur il nauer in Jude unter Mordanklage. 'sclutHen, dte n.’tCHber fce Aufuitlndtserlaubnis za entscheiden haben. Kein Jade dart Anwalt sein. Die Ausfibimg der årztlichen Praxis durch Juden an Christen ist 'nicht gesfattet. Das Schåchten wird verboten. Sdmtliche staattichen Unterstutzungen sowie die staatliche Anerkermung der „jiidischen Kultusgemeinsdhaft” fallen fort. Såmtliche seit 1914 in Dentschland natu- D.j mm m m. I * ■■ .. . ralisierten Juden verlieren das deutsche le Umkehlling ces Falles Horak. Staatsburgerrecht ond werden als Iflstige w . -. Auslånder abgeschoben. Ein besonderer geherricht hat, und haben Anzeige gegen UntcrsuctumgsausschuR wird såmtliche Weiss lerger, dem damals Von dem die jiidischen Geschåftsuntemehmen, insbe- Trupp; konunandierenden lOffizier1 die sondere Warenhauser, Banken, Grbft- Exeku ive iibertragen wurde, erstattet. Die bandel sowie gdwerbliche Dnternehmun- Orislu vdlkerung selbst hat in der Sathe fi®" auf das »charfste kontroflieren und bei keiner ei Schritte unternommen, weil, sie cventueller „Volksgefåhrlichkeit” enteig- In Michalo ice bei Knschau verh »ftete die Gendarmer c den Eisenhåndler Sam. Weissberger, il.-m vorgeworfen wirt, am 10. Novtmbt,!I18. alk er nocli Geidarmerit-Assistem war, die Bauern Nikvlaus Kucik und Jail Jurea aus Zbinek, Krei> Michalovcc, ersch issen zu hallen. Lier allgemeine Eindrue'k ist der, daB man he: Irebt sen, ein Pendau zum Fail Horak zu seliaffeii und dureii Kunstruierung der Atordselndd eines Ju len de’r. iililen Eimliu :k zu verwischen. di n die Freispre-chung ade-s siebenfaclien Uauhmdrders Karl Morak in der ganzen \$'edi gemacht hat. Obir die dem Verhaftctui zur Last gclegtc T;t erfåhrl der ITA-/ertreter: Am 10. November 1918 kan naeh Michalovce eir mit Soldaten beset ties Auto. Ein Offizie der Fliegerabteilun; hatle das Koinm; ndo. Auf Vcrlangen des Offiziers wurde der Truppe der Assistent Samuel Weissberger zugeteilt. Die r bteilung fuhr nach Kr; snovec, wo, da m; n Angriffe seitefls der Einwo'lmerschaft, inter (ler sich mehrere Deserteure befamlen, befiirchtete, Schreckschiisse aus den mitgefiihrten Maschinengewehr abgegchen wurden. Der Gruppenkommandant bngah sich mit seiner Tr ippe und dem Gend irmerie-Assistenten W;issbfrger nach d< m Dorte Zbinek, wel :hes umzingelt und nach Deserteuren abgesjcht wurde. Es kant zu nnncherlei Zusamrfenstftflen, und dal Standrecht geherrscht hat, wurden die Bnuern Kucik und Jurea, die auf der Liste der tu ermittelnden Deserleure standen, ten die BehOrd erschossen. Heufe bes reitn, daB damals Standr cht annah n, daB es sich um eine standrechtliche Lxekutive gehandelt hat. KDnlg Carol fordert Eintradit ni isdian der Bevdlkerungsmehrheit u. den Minderheiten. i Parlament vturde eim Botschaft die Kiinig! Carol anlåBlich der Beant vortung der TlironreJe durch ijlas Parlai lent eriassen hat. Die Botschaft enthålt u a. lolgenden Passus: Diejenigen, die a ideren Glauhenhtkcnntnisses oder ander r Abstammung sind als die Mehrheit d :r Bcvolkerimg des Landes, miissen mit d vser eng verbunden bleiben. Nur durch das Zusammenvvirken aller kann jene n oralische Kraft entfajtet werden, die atlein ans eine ruhige und gedeihliche Zukunft lichert. Elnladnng an die Jewiih Agency nadi Boston. 1 ie soeben in Boston stattgefundene Konfe enz der amerikanisch-jildischen Arbeiter rerbånde fiir Palåstina nahm eimnutig eii en BeschluB as, die Jewish Agency einzul iden, ihre Konferenz im Jahre 1032 in Bo jton abzuhaltcn. neti und in den „Besitz des deutschen Volkes” iiberfijhren. Ein besonderes Gesetz gilt der Bekdmpfung der „jiidischen Kul turbeschmutzung”. Jiidischen Theaterinhabem wir d die Konzession entzogen. An teitender Sklte von Zeittmgen durfen keine Juden stehen. Alle Pressecrzeugnisse, die in jiidischen Hånden sind, mussen dieses an ihrern Kopf verzeichnen. Ein besonderes Gesetz wird alle iudischen Schriftsteller und Journalisten zur Rechenschaft ziehen, die sich „unberechtigter? weise in deutsche Verhåltnisse" eiinmischen. Die .Deutsche Votksgemeinschaft” behålt sich ausdrucklich das Recht vor, alle miBliebigen „judischen Schutzburger” zu intemieren oder auszuweisen, die gegen die ^Interessen des deutschen Volkes” verstossen. Mischehen zwischen Juden und Christen werden fiir unguttig erklflrt Die Genehmigung zur standesamtlichen EheschlieBtmg wird grand så tzlich versagt. Jiidische Kinder durfen keine deutschen Schulen und Dniversitfiten besuchen. Zur endgfiltigen Lftsung der Judenfrage wird vorgeschtagen, die Juden zum Arbeitsdienst und zur Urbarmachtmg in den deutschen Moorgebieten zu verwenden, wobei besonders die SS die Aufsicht fuhren werden.”