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Jüdische Volksstimme · 1931-12-10 · 47 (10.12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXXI (1931)
Issue
47 (10.12.1931)
Date
1931-12-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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ludis.l * V'iiks- Hille Nr) 47. Seite 2 Zur Fragc deri Leidienverbrennung \ bei Juden 10. Dezember 1931. ' «, ‘I*1 .:*• Ml l) \\->. ih r ■ U«hvy * -**tzt: ler tie: immen jvni THfc. Nu.nn^r, Ui- —>r blaser. i? BratiMavn ilu r; I. . Ur. kant auf sciiånilungl 3. Sie isi eine Zerstorong der S'.Ume, die an die Einbcttung des KOrpers i;: der Erde SchnB uiul an den Beginn i ner l :r eani:!ung gek.iiip’ft ist. 4. Sie ist ilt D...: ' istrnj/fn ge^i-it »len (ilaiiben an Tehias. ■ tfi.ssi n und tins gottl’chc Welt- éie--1 - \\ S r> ■ u ii. * F-.n 4:- Mie i<t. [) 'X u s. II. Il . i. Il Alé'i. ireren Beweis erbrachte Dr. 1 tlen Vortall, daB selhst am Leielie aus eiiiem lirennendeu ellen sei.'u as jedein ganz klar i.ieii ier leblose KOrper zu achr Midrasch bieret fiir alle Zeiilder. Firzåhlung ein schiines dr.-i . geraile aut uns lieute paBt: .las {iis.ii zuin erstenmafe tlureli tlen I ’r erhebten*die Bauine und be- \u iliren l'nlcrgang. Doch das i i :; -.p fiei Fiirclitet niclits und bleibet j staudlutt! Wenn ihr eucli selbst -'l’i'iizeiliiul nieiit das H>lz zur Am ilar itl ihr siciler und es hellen." Kami man tliese I.elire uns limit? lir AK \V -. iii/.s-i itiiu mim u«i> r .liften Wiidcl. tlnilil seid it.ii ii lit.Il nielils gesche -s tleutlitjlier sagen, uas liirnil j'4! i- IJ /ti> t| Wenn Sie einen besonders guten Tee [haben wollen: TEE ^iauft man bei MEINL Vers rchen Sie einmal die Mischuug Meinl- „India Special" oder „Three Stars“l Stil. Ile. Ii.i d -i i .. i 1 gi/toiltii 1. .'i!- di. 'ludeiitums 7nhlli»se Ju- . tu 1 ». ’u" .ia; ■ i* v. '4 '. a! .: g* Keiig '11. V ■ it eS men .1 di iriKr t Alt n .=■ ' i)-’1' .1 ii -i 1 : dir . ti i. lll ’ au: tie l(lil. Mach- AiJ-’ riuch der s..l!st tlu. t...-, t leh-ili' alt-.. '.iauch Maim■ mides -i 1 :V -' i \t|rklit11 selv .!i Air Beisplele Jzu bringen, i .ut da dattung bei 'tier. V.'.lkern fa deitlni'-cht Skte uar. die i. idi; . . . WeisL tidlegellheit ZU ed: ‘it lag. 11 b-.it. Der Leichen- - uiis. re.i Tageii is? ja 'i.-i Chriclj . in allgeiiiei'i-.r fyrauch Dr. at ia. i. si. daC als .mziger Fali :.u-■ tung ile' Ki'.nigl Saul tind - hiv zui Enirterungi ubrigbleibt, •ur di. Ki .mer .auch [schon langst T Schr gcschitzte gnådig« Frau! M«in Frlulein I I erOftnea lieute unieren , '• v eienischetter. Anfordej dm modernstea 'ungen vollend« Damen-Frhlcnolon »OTTI« mi der neuen Puuxt Typoe. welchem wir sowoJit einen audt Dåuerwell' mit neuesti t-jrtC'Sildn *n*e*ch!o*ten hj W>f laden Sie hdllfchat tur unt^ erbitfen un« ihr uns bii brachtea Vertrauen aach wie ru bewahren. Wir versichern denstellenden Bedienune Ham u. Otti [Rennerf. 22*24. hrtntftitaals Apparaten und iben. ieaicbticunc ein er entcecence* or frdl. weitcr ie einer tuirie Hochachtend Fiidtbadi geschltissen ist! Umso traujnger alsoist es, wennksicji Stimmen lineten, die eine Flandlung [gegen die Religion mit diesem einen Falle zu decken versuchen und in der c.ffentlichen Tagespresde den richtigen Ort sehen, eine so geujichtige Frage bis zur Låcherlichkeit preistugeben. Dr. Lieben zitiert Lerner, der die eindeutige Meinung unserer Weisen in diese vier Grunde als Beweis fur die Erdbestattung judischer Leichen zusammetifaBt; I. Die Verbrennung ist ein VersfoB gegen das gbttliche Gebot. 2. Sie ist (eine Leichen- Ks st sellisteerstaiidlich. dal.’, Jer Retlner tjie Ansicht vertrat. dali ein letzter Wllle vt le; ■It Verhlichenen fiir die Hinterhlie- Bezugt aut eine anderi Art der Be'tartilig als Jurch-das ilt-jiitlische ErdliLgral-.njs nicht niaBgehend sein .keinne tin.; anen aut die katholische Weise dér Beerdigi Jl hiiiueism komite. Davon uar in tliesLin Blatte schon die Retle. Doch sei hier ul.rtlich angefuhri, uas er fiber unsen V'.jnahren sagte: „Denketi Sie zuriick an Iltre Verwandten, die vor einem halben [jahrhundert gestorben sitid, Sie Mertleu I niemanden'finden, der sich v'erbremiei liefi. Doch wie es stets unter Uns l.eule g ih. die den Sabbat entweihten, die Speiseg;setze nicht hielten, so kiinnen sich auch h. ute juden finden, die die Gebote nicht h ilten, die Verhote nicht achten. Aber-g; nz undenkbar ist es, daB Rabbiner einfach erklaren, daB das judische Gesetz tlie Lei rhenverbrennung nicht verbiete. Selbst wenn ein einzelner Rabbiner auf Grund rriger Auslegungen zu dem Schlusse kam •. die Verbrennung sei erlaubt, auch dann nuBte'er sich dem Grundsalze beugen: Jochid werabim halocho kerabim”. Das G setz wird durch die fiberwåltigende Melirheit festgelegt. Oft und oft haben groBe Rabbinerversammlungen das Erdbegrabais fiir geboten, die Feuerbestattung fur veraoten erklårt und so dfirfte.es nicht geschehen, daB einzelne Rabbiner sich gegen die Beschlusse wenden!" D e Generalversammlung des orth. deutscien Rabbinerverbandes hat im Jahre 1904, folgende Thesen veroffentlicht, und 1912, wieder bestatigt: l] Die Erdbestattung ist eine biblische Vorsckrift und nicht bloB eine uralte Sitte! 2| Die Leichen verbrennung ist religioosgesetzKch uinzulAssig: ap weii durch sie das Gebot des Erdbegråpnisses unerffillt bleibt, b) weii sie nach Anschauung der Propheten eine Barbaret und c | nach Meinung des Talmuds und der Dezisiren eine EntwfirdigiJng des Toten ist. . Die letztwillige Verfugung eines irbenen verbrannt zu werden, ver- Verst Adit Juden in der Reidiswehr. Der Vi rsitzende des Reichsbundes jiidischer Fr intsoldaten Fiauptmann a. D. Dr. Leo Tbi.enstein hat vor eiaiger Zeit in einem in der „C. V.-Zcitung" erschieneneit Artik;l dar^ut hingewie-.en. daB in der Reichiwehr sich nur acht judische Soldaten hel tiden, „obschon unserem Anteil an der d< utschen BevMkerung 34 Offiziere und 8<i4 Mann entsprechen wfirden" und ferner I inzugefugt: ..DaB wir nicht énstande viren, dii^e in tadellosem Format zu stel en, wird niemand annehnitn nach der let'ten Kricgs’eitung des deutscheii Juden tuns, das mit 340.000 Set-len hunderttausuul Mann zum Heeresdienst stellfei von tenen 12.000 geblieben sind, und .von dcn.n an der Front 2000 zu Offizieren befonlert wurtlen.' Dr. Lot eitstein wurde wegeil dieser Ausfiihrungin von tler „Sozialistischen Wochenzeitt ng", dem Organ der von der SPI) abgesf litterten iit-ueii Partei, scharf angegriffen; es wurde ihnt unterstellt, er wunsche die Jutlen als deuischen Stamm anerkamit zi sehen, wie etwa die Bayern, tlie Messen ind die Schwahen, tint so ein eigenes Ko itingent zur Reiehswehr zu stellen. 1 In eHtet tung" nenn liung seiiier Zuschrifl an die „C. V.-Zeil)r. Lowc-nstein tlie Darstellung tler ,.S\/Z" eine vofkommene Verdre- Ansfiihrungen. er håbe lediglich dargelei't. daB dig geringe Zahl der juden in det Reiehswehr ihre.ii Anteil am délilsclteii V >lke nicht entspricht. Er håbe tlies nicht n it den antisemitischen Stroimmgen in t er Reiehswehr, son.lern vielmeltr mit tlei Glierschatzung tlieser auf jfidischec Seite begriindet. F.rst vor kttrzem erzahlte ihm tler Kommandeur einer Artillerieabteilurt; von einem jiidiscllen Rekruten. mit ileir er sehr zufrieden war. Als er ihn eimnnl Ir.agte. oh er als Juiie irgendwelclte ScItv lérigkeiten in und auBerhaih des Dieitstes Ivabe, wurde dies entschieden verneint. r sowenig dart in solehen Fallen Rabbiner irgendwelche Trau-;e halten werden. Leichenreste sollen auf dem neben dem Krematorium und judischen Friedhofe begrad< m pllichtet uiul herechligt die Hinterbliebenen keineskvegs, sich gehorsam zu erweisen. I 4. An lleicher, die cingeaschert werden sollen, liaben die Mitglieder der heiligen Beercligungsbruderschaft von der Vornahme 1 er Taharn Abstaml zu nehinell. 5. Ebei seitens der erfeier abgi 6. Die Totenacker nicht auf ben werden Hatte )r. Lieben in den Ausfiihrungen bisher die jfidische Wissenschaft zu Worte kom nen lassen, so konnte er weiter vom Staadpunkte des Arztes wertvolle Argumente gegen die Kremation erbringen. Er sag te. zuerst, daB es niemals gefordert worlen sei, daB ein Verstorbener, der einer at steckenden Krankheit unterlegen war, de ihålb verbrannt werden mfisse, weii sein L lichnam in der Erde zu einem Seuchenherl werden konnte. Nach genauen Versuch -n gehen die Bakterien in kfirzester Zeit in der Erde zu Grunde und konnen nic it einmal eine Erdschicht von 5 cm durch Iringen. So wurden auch keine Bazillen in den Leichengewåndern oder in Sårgen gef inden. Nur das Beisetien in Grutten od :r Mausoleen ist als schådlich anzusehen ind ist eigentlich kein Erdbegråbnis urn als unhygienisch zu verbieten. In Bezug at it die Hygjene hat die Verbrennung vor c er Beerdigung gar nichts voraus. Dies: hat im Gegenteile geradezu Vorteile. Ai ich vom Standpunkte der sogenannten A< sthetik ist alles nur leeres Gerede, da w r ja Millionen von Bazillen an und in uns irem Kbrper haben. Was den Scheintod >etrifft, so ist wohl ein soleher Fall heute telten genug, die Leiche bleibt ja die ges itzliche Frist vor der Beerdigung liege 1 und wenn dies auch nicht der Fad wåre, so kann der Schmerz bei der Verbrennung doch nicht geringer sein als beim Ersticken. Die Aesthetik kann nur bei der wirklichen Beerdigung gefuhlt werden, doch kann nie und nimmer von der Kremation behauptet werden, daB sie al- Zur Bahn for die Stadt und iMand, fiber die Grenze, mieten Sie billigst elegante Autos bei AUTOTAXI FUKA, nmi« TaMfonnummari« 13,587, 13.588 Kanilei: Grand Hotel Auch bei 6sitzigen Wagen Klein« wagentaxe. Bei Fabrten zur Bahn (in der Nacht) lassen Sie sich telefonisch wecken Bis jetzt die Besten UHDERWOOD- Schreibmischintn, JERR9* BUromttbel, Vervielfåltifunfsapparal«, Redænmasdii« nen uod tåmtlidte BOromobd iiefert JK.lagner Briinn 6eski 16 Chapeaux Monsieur Zdenyo Plthu, Briinn iohannesgasse 16, I. Etage »•»»•iHilAf n kMItalaé« la T«ftrebvk aoi reiner Teebolter aowie ander« 4i«b9ekapeziaMtlten noter perabnlieher Asfaiebt erzadgt ond fttnhUi;at Iiefert ANT. MLEJNEK ■Hint, Mé4*otai t«, wltr d«a Hatal Nda««< IniafMi VMaAtké «l * T«t«fa« N447 ReaUlInniren verden im Gecehlft auch telefoniaeb fibernommen o. achneltatena freo Han* socettellt^ Erstklaisige Herrentdineiderei Stefan Hannak Briinn, Krapfengasse Nr. ti Telefon 11.150 tein ilas åsthetischc Moment berficksichtige. Nach iler Verbrennung werden Glas- und Metallstficke des Sarges herausgestiibert, der Leichnain aber bietet mit seiner blauschwarzen Verfårbung und den reckenden Bewegungen einen Anblick voll Grauen und Herzlosigkeit. Und das soli åsthetisch sein? Von keinem Menschen, sei er Anhånger welcher Religion immer, wird wohl geglaubt werden, daB, wenn er nur richtig informiert wird, die Verbrennung im Sinne iler schiinen Empfindung sei. Dagegen ist die Beerdigung wirklich åsthetisch und ethisch. Denn der Tote bleibt in unserer Erinnerung verklårt und unserem Gedåchtnisse erhalten und unsere erhabene Religion hat ja das långst schon erkannt, indem sie das herrliche . Kaddisch- und Maskirgebet einffihrte. Zum Schlusse seiner also in doppelter Beziehung fachmånnischen Ausftihrungen befaBte sich der Redner mit dem Gutachten des Brfinjier Rabbinates und sieht ilarin eine zu wenig konsequente Stellungnahme zur Frage der Kremation. Dr. Lieben war auch der Ansicht, daB ein alter Brauch, eine alte Sitte, oft hfiher stehe als das Gesetz. — Der ungemein interessante Vortrag schloB mit den Worten: „Laaaeti Sie sich nicht durch die in die Menge gewortenen Schlagworte verfflhren und beirren, beståtigen Sie ihren Fortschritt, Ihre Humanitåt, Due Tolenutz den Lebenden gegenfiber — Idder haben dieae es in ’unserer Zeit dringend nfitig — die Toten aber lassen Sie ruhen: unverstfimmett und unverbrannt In der Erde. So torden! es jfidisches Gesetz ond Jahrtausendc alte Sitte, ao tordern Hygiene und Aesthetik uod unsere Pflicht gegen uns selbst und die komawnden Geschlechter.”

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