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Jüdische Volksstimme · 1931-12-10 · 47 (10.12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXXI (1931)
Issue
47 (10.12.1931)
Date
1931-12-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Encheint jeden Donnerstaø ItdaMM «. Vtrlaf kmir|UH 20. TiLKJI. R*4»t1l0RM«fat«M ØUMUf Mtg|*fra* bAibuiwftc ** v (Millhril K« 7* lucratcaMtli Kl 2* pr« ■■ o«r Tni* »palt«. fo«écdl«ttds Pr»« AIR, WUa 73JBQ, B«rHa IMS, Wi BRUNN, 10. DKZBMBU 1«B1 (30. KM«w S«01). NR. 47. XXXI. JAHRGANG. DasTagjesgcspradi Brunns >bUdM lidte «lazlfl ttiftfhwl« Spezialitaten-frafik O. Svanda, BrQnn RcnntrgaiK Nr. M-S4 FUR DEN WINTER H»rr.M> Kinder« ■Intel in allen Preislagen Schlesinter & Polnauer Bitan, Mnarykttrau« 13 lifistiiir Qiiliiits-HIZEUAR Kristallglas geschfiffen, grariert, gemalt erstklaaaige AuifOhrung EINFtJHRDNGSPREISE! Josef Kliment. Brunn Johannesgasse 7 Passage .Mit diesem Kupon5°o Rabatt Neueg StaatsbfirgerschaftggeflFl^ Antrag Dr. larkovit, Dr. Winter, Em. Chobot; Dr. Angelo BoMstein, Dr. Julius Reisz und Genossen. Prag. Die Frage. eines einheitlichen von iler Willkiir iler Behbrilcn unabhångigen Durchfiihrung iler Staatsbiirgejsehaftsgesuche ist so ilringenil geworilen, ilall ilie beiilell jiiilischen Ahgeorilneten Dr. Angelo Golilstcin und Dr. Julius Reisz iin Verein mit den Ahgeorilneten iler Csl. Sozialileinokratie, Dr. MarkoviC, Dr. Winter, Km. Chobot und Genossen einen Gesetzesantrag einhiachten, iler eine einheitliche Losung der Fragc.iler Krieilupg iler Staatsbiirgerschaft lur die ganze Republik ilarstellt. Dieser Gesetzesantrag Iresteht aus 35- Paragraphetl und bertiht auf ilem Prinzip, daB nach einer gewissen Zeit, die iler Gesuchsteller auf ilem Boden iler Republik zu vcrhringen hat, ilun ilas Reéht auf ■ automatisclte Erwerhung iter Csl. Staatsbiirgerschaft gegeben wiril. Oberilies soli er, wenn er den im Gesetz angefflhrlet Beilingungen cntspriqhl, das Pecht ham-n Zeit t m Zuer ift sch. weilfc Eht iler innerhafb eiijer, wesen .-rjcilunlg iler lich kiirzeren staatsbi'rrgeraiizusuchen. Das Gese z befafit sich mif der Staalszugefidrigkeitj der ttin sowie mit der Krige derlWléingung der iverlorenet Staatjshiir gerschafti Der Gesetzesantrag wtrd in den nåchstcn [Tagen vom Kantmerprasidenten in Druck ^elegt und den zuståndigen Ausschiisscn Zugewiesen we/ilen. I’ r a,g. Da in iler fetzten Zeit bei verschiedencn Sfeueråmiern, insbcsonderc in Olmiitz, ihit gerailezu antisemitischer Tendenz vorgegangen veurile, fiat der jiidische. Abgeordiietc Dr; Angelo Goldstein eine ' ilieSbeziigliche Aitfrage an den Finanzininister gerichtet und verlangf, daB diesen Ohtlsiånflen ehestens nbgfholfen werile. Le diensdiåndung in dejr Berliner Anatomie. l!)io koimmmijtisclien Zijitimgcii lin brichten MitteilinJgen iiber^Kxzessi, die von nationalsozialfstischen Studéntiu und Studentinneii der ptedizin in den l.tjichenkejler si il len uv V. Landeskonferenz der Union der Z8o< nlsten-RevltfOfitoten In der €SR. Unter starker Beschickung aus allch Teilen iler CSR. tagte am 29. Noyember 1931 die V. ordentliche Landeskonferenz der Union der Zionisten-Revisionislen der CSR. in Bratislava. Hans Lfiw, Prag, erbffnet die Tagung. Nach Wahl eines Tagespråsiiliums und Anhorung diverser BegrQBungsansprachen halt Hans Liiw, Prag, ein Referat uher die Lage iles Revisionismus in der CSR., in welcl ein er iiber fdas rapide Anwachsen der revisionisjtistheti Beivegung in der CSR. Iierichtct| Es gclangen ca 20 Begru Bungs seltrelbeh Zur Verlesung, in.welchen die nicht vertrefenen iltre Stellungnahine 2u den Problemen der Tagung bekanntgeben. Wahreml der Generaldebatte er icheint Herr.lug. Robert Stricker, Wien mit einer ganzen Reihc fiihrender revisionistischer GJ». aus Wien, welche von iler Konferenz stflrmisch begruBt wurden. Ing. i tricker halt ein groli angelcgtes politische i Referat und befaBt sich im Speziellen mit der Krage des Verhaitnisses der Revisi misten zur Zion. Wellorganisation. In der Nachinittagssitzung berichten die Kom uissionen. Wåhrend der Abstimmungen kommt es zu einer leidenschaltli :hen Debatte um die Vorschlage von Cal tis, und Wird in einer Kampfabstimmung iler BeschluB ge- (aBt, die Vorschlage van C ala is zu genehmigen. BezQglich dér Stellungnahme zur zion. Landesorganisation wird nachstehender BeschluB gefjiBt: Die V. Landeskonferenz der Z.-R.i in der CSR beschlieBt, den letzten Versuch zu unternehmen, um die Einigkeit im Zion. Landesverbande der CSR zu wahren. Zu diesem Zwecke wird Herr Fritz Sborowitz beauftragt, innerhalb von 14 Tagen mit dem G. A. itv Ostrau beziiglich einer Piattform fiir die Beteiligung der Revisionisten am Zionistentage zu verhaudeln und dem Parteipråsidium innerhalb von 3 Wochert hieriiber zu Berichten. Es wird weiter in einer Resolution konstatiert, daB trotz der gegpn tjen Revisionismus gefiituten Einheitsfronf es gelungen ist, bei den Wåhlen zuin KongreB 2056 Stimmen in 97 Orteti der CSR. zu erhalten und beschlosseit, allen Mitarbeitern flir' ihre unerniiidliche Tatigkeit Dank auszuspreehen. Vom organisatorischen Standpunkt aus lietrachtet, hat die Konferenz Betrachtliches.geleistet. Es wurden Kreissekretariate errichtet* und zwar fiir Biihmen in Trautenau, fiir Mahren in Proflnitz, fiir die West- und Siiilslowakei in Bratislava. Die Sekretariate in iler Ostslowakei und KarpathoruBland werden nach der Reise iles Herrn Dr. Bukspan, Vizepiasidtfnt iler iisferreichischen Organisation vom Prasiiliunt Ijestiinmt. Es wird weiters beschlosseit itvn rit g niisel' nomn siden mir J trauei Di« jiidisdien Studei testieren gegen schen Terror. Es vergeht kein Tag, ohne daB an dejr Wiener Universitai und auch an den andeireln Wiener Hochschulen Terrorakte gegen die jiidische Studentenschaft begangen werden. Der Gesamtvorstand der jiidischen Hochschiiler Dsterreichs lud zu einer Protestversammlung ein, um gegen diesen Terror und gegen die Entrechtung der judischen Studentenschaft Stellung zu nehmen. Die Versammlung war auflerordentlich zahlreich besucht. Ansprachen hielten Dr. Oskar Griinbaum im Namen des Zionistischen Lahdeskomitees und der Allgfcmeinen Zionisten, Dr. Israel Waldmann im Namen der radikalen Zionisten, Oberbaurat Robert Skricker im Namen der Ziujnisten-Revisionisten sowie Vertrcler der Studentenschaft. Såmtliche Redner gaben der Empdrung ilpr jiidischen Offentlichjkeit iiber die Duldung einer Herrschaft der Hakenkreuzlcr an der Universitai sejfens der Behdrilen Ausdruck und wiesefl darauf hin, dafi der akademische Senat und die Regierung iliese Hakenkreuzhernt der Anauinie veriib Ks wurde jbeltauptet ,Hcr-|tinncn und Studenten sart långerer Zeit wordi n sein daB J tudentte mitglieilern lilie Dinariahlungj sowie vt Fdrderungkler Tel Ct ajfond P licht auferlqgt. Ins Piåsidiur gewåhlt*. Hsti« Liiw, Prjtg, Dr. ht ter, T rautinau, Fritz Sbijrowitz roB titz, Pali Wetzler, Bratislava Gg. ius P. K. Hf., wclchcr an dei kpnfirenz dicses, Kreises gowåh r\uBe|rdem w:urilq ein 12gliedriger wåhlt. ScftlieBlich wurde n- •n Ovationbn eine Rekolutio i en, mit wefeher'die li K. de i en iler Revl Wcitorgaikisatiot botinsky iljr nnerschiitterlicl aussprichj. Nach einer Ansprachc des Herrn Richtt r aus Wien, wctcher'der K( nferenz die G iiBe der ofterreichischen O;;. iihernvittel , schlieBt jig. Hans Liiw ui ter Ab singung der Halikwalt „mi dan ad Ber Scheha" die Landeskonferenz.. :r Aktion i ivur- Martin and ein Kreist wird. Parfeiit stiirangem Prå- Vladis Vert schaf des dente len klfiens broen antisemitidirekt imterstiitzen. In der Fkage uen Studentenrfechts, weli hes Stu- -Nationeo nach Volkszugthdrigkeit t — die Regierung hat den Entwurf I dieses Gesetzes bereiLs de n Parlament! vorgelegtf — nahmen die zionistischei Fiihrer einen abweichendi n Standpunkt ein. Wlhrend Dr. ftrunhaum, auf die Resolution , des zionistischer Land skomtees gegprt eine aufge: i.wungene Volkizugehdrigkeit seifens der Intisentiten tinwies, und bemerkte, daB tach dem Geiske Ues neui n Studentenrechts auch getaufte und kot fessionslose Juile i der juilischen Studen en-Nation zugere :hnet sein wurden, meintq Robert Stricker. die Juden mDBten bei Anpahme dieses Studenten rechts bloB da auf achten, ob w rklich die jiidische biirge lidte und nationh e Gleichfrerechtigung Inrin gewahrt i>t, wenn itichf, iniiBtei die Juden diese Gleichberechtigung erk impfen. Dr. Walt mann berief sich auf tjie bekannte Reso utioit iler Railikalen. [ am Morgen" und „Wcft am Alienil" I darauf attsgehen, eingelielerte Leichen jit 1 discher Penwnen systémjitisch zu schånilen. Mit Hilte von Seziermessern werden Hakenkieuze und Runen fin die fiir Stuilienzwe.ke Ixstinimfen, Leichen geschnitten. Die komiministischeti Zeitungen Ix- Itaupten^ sie hatten sich von iler Richtigkeit dieher Mitieilungen ^berzeugt. wenn auch iliq amtlichen Stcllen der Universitåt sich schweigsain verhalten. Die Taten iler angehemlen Medjziner des Dritten Reiches håtten * bereits zu wiederholten ZusammejistbBen mit anders gesinnten Stuiliereinlen gefiihrt. j Wie die Jiidische Te|eg raphen-Agentur erfåhrt, treffen diesp Darstelluitgeit zwår jiiicht im vollen Uibfange zu, ‘das eine ajber ist bereits festgesteUt-Worilen. ilaB in! iler vergangenen Woche im Saal iler Studcntinnén in einen zu sezierenden Oberscpenkel einer judischen Leiche ein Hakenkreuz hiixnngeschnijten worilen ist. Die Tåt wurde aber von den beteiligten Studentinnen, anscheinend nach einer getroffem n Vereinbarung, vertuscht. Der Preuss. Kultusminister hat eine Untersu-- chung zur FeststeHung deir Tåterin angeonlnet. Die Universitåtsbehiirdcn versuchen, iliirch Vernehmen såtntlicher an ilept fraglichen Tag in dem Saiaf beschåftigteii Studentinnen zu ermitteln, wer an ilieser Tat beteiligt war, fiir welche die Verweisung voii iler 'Anatomie,1 aiisgesprocbpit werden kann. Ein judisdier Senator gegen judisdie mmonvofsponvn«. in der letzfen Sitzung des rumånischcn Senats gab der der Regierungspartei angeforemte jdische Senator Jancu Finktlstein eine Erklårung ab; in der er es pis unatmreisbare Notwenitigteit Ix'zeichnete, daB 'tie rumånischen Juicen, die gemeinsam i nit den ubrigen Rumjinen fiir die Errichting des heutigen Sb ates gekåmpft .haben, nicht als fritte Minierheit im Lande lietrachtet werden. Die runtånischen Jnden, erkiafte Senator Finkelstein. „hiljlen einen integriercnilen Bestaniltail Lier ruihanischen Gesamtnation; sie sind Remanen mosaisejten Glaubens, nicht aix*r eine jiidische Minotitat, als 'Welche manche sié i]ualitiziereit wolle”.

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