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Jüdische Volksstimme · 1930-03-06 · 10 (6.3.1930) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXX (1930)
Issue
10 (6.3.1930)
Date
1930-03-06
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 10 ZlM 10. i llasaryk im L/rteil det G eist igen:t \7 canr dan Mari Qe ist SU i: Stat j Emil Ludwig; ..... Es ist der Schlt(l te, wie ein Bauernenkel wie. der Sohn eines kaiser|i zum Feinde des Kaiserrei ein von Volksgefuhl und fiilHes Temperament sich neuen Stdat zu tråumen, fen, dartn zu grunden, Es ist dås Oleichnis des r sich Philosoph und Herr: und der die Macht dem pen entsclilossep. war. Es is lange;fern von den lntr durch dn> moralische Herzen den Mitburgern wagte, seine ethischen Mai l'tische Realitåt zu fibertragi es cHaubte. Es ist das Gleich Europa, n dem der Soziap der Rhilosoph den Soziah am Ende als neues Sinnb: kriiftigen Volkes. so besche ein Manr .vor uns steht, d Denken \ érbindet. Pr of. Albert Einstein Prcfrssor At asa ryk ist res iBeisp el datur, daB Voltej mil wellburgerlic DenJcweisp sehr wohl in E cwe gen sind. Lie 5 Jakob Wassermann: ■ I Brflnn, Donnerstag „JODISCHE V(j)LKSSTIMME“ 6. Mttrz t 930 Setie 3 les Frasidemei i. g.1 " B der Geschichum Geiste kam, ichen Kutschers <[hes wurde, wie issen gleich ererkiihnte, einen n zu erkampin zu regieren. c Aurel, in dem $cher vereinten ist unterzuordein Mann, der, p der Politiker, t in Kcpf und auffiel uhd es. imen in die poen, so weit sie nis eines neuen ist den Kaiser, dten besiegt und!d eines alten den als wurdig,;r Handéln ur.d ein wunderbae zum eigenen Gesinnung und Jnklang zu brin- Ieh Verehre in Profess ryk einen Mann von euroaåischer Gesinn-ung, auperordentlichem \/issen, vorbildlicher sitdicher Haltung und mor discher Kraft. Personlichkeiten, wie die seine, werden leider zu stiten, als dafi man versåumen dfirfte, sie auf das Postament zu stellen, das ihnen gebiihrt. Stefan Zweig: In allen Oewissehsfraglcn, in den berfihmdie Wahriieit ube. natiker der absol.uten Prozessen hat Masaryk den Vorteil gestellt, ein Ft tep Gbrechtigkeit und jedeit:eit bereit, ihr Martyrer zu werefen: so begléitete ihn, schon als cr iiufierlich nur ein unscbfinbarer war, unsere leidenschaftljche Sein Volk vermochte sich np als daB es ihn, den reihsteri beugsamen sittlichen Prinzjps, an dié hochste der Wcltgeschichte lich einmal die redie aberste Mach! irhaft vom wahrhaft gewohnlich, bfoB altet werde, in Fuvorbildlich erfiillt. rserér pclitischen, ipe geistige Woh'.tai Stclltt und vor das Forui berief: so konnten wir enj publrkanische Uridee, daBi innerhalb der Volksgemeiiri Wiirdigsten und nicht, wi|( ven eirem Parteimann ven ropa erfiillt sehen, und ziwt Masaryks Frscheinung in allzu politischen Welt, ist fiir alle, die an die end.guljige Ueberlegenheit CGed3nkens fiber die Ueschicklichkeit, der Kedlichkeit fiber die Winkeldige gjauben: moge stine. hohe Gestalt noch lange aufrech't vor der ir T. G. \\asa- Professor Horhachtung. :ht besser zu ehren, Ausdruck eines ununermeBlichen Aufgabe d Einigungj^uropas stehen! rr Befriedigung und Aus den borten Masaryks: lifarx und der wntsmusJ „Maifx will in der jfidisiq nationale/ die Rassenseite besteht piese; die Juden si wenn .sie auch ihre Umgar; ben haben. Die Sprache allejii einzige (and wichtigste Metf' tat.“. (l\us „Die philosopl ajischen Grundlaget hen Frage nicht die ehen — und doch ein eigenes Volk, gssprache aufgegen ist eben nicht das kmal der Nationhliischen und soziolodes Mirxisimus“ ' f Staat, „Fiir die Gesellschaft, genauer fiir den ist sicherlich ekie Idéqn-Grundlage iiotwendig. Diese Idee ist vor allem politisch: die Idee, wie sidt Institutionen und Gesetze bliden. Ich gebe zimnd håbe es immer behaupt^t, dafi der Staat und seine Organisation einer: sittli- '•Fen G*-un-d!are bediirfen. ich akztptiére erbrr als Grundlage t'-es Staates nicht diej theologische und kirchlic'te Idee. lind das nicht nur aus theon tisehen, soidern auCli aus praktischen iGrfinden.. Fine religi ise Grunjdlage des Staates ab es nn Mittelalrer eine Zcitilang. aber es gibt eine in der Neuzeii. Die Bisis der Id£e des odernen Staates ist die Sittlrchkeit... j .... I" :ese moderne Denkweise jfit) nicht so ptheis-| srh, wie Sie sie srhildern. Fs-waren und sind Bdieistische Stromungen da, aber in ihremj Kern rst die moderne Wisænschaft j und Philo^ophie nicht atheistisch. Nicht *wischen Philosophie; und Religion ist der Zwiespalt. sonderni zwi-, schen Philosophie und Theologie. Diktaturen und Rcvo’utionen (politis'-hé) igibt es fast aus-?"!i!ieBIich nur in kathotischeii Staaten. Ueber d:e Maupl’grundgesftze der S’tjtlichkeit herrscht TJcbercinstimmung bei alleh Nationen. In der rol’fis'-hen Praxis geht es tjar^im, die sittlichen Griiudsatzc praktisch zu veiwirkHchen. Deshalb arheiten zum Beispie! be: uns) die^ anstiindigen Menschen narh dem Umstufzei gegen die;Korrupt ion: Diskussionen und Auseinandersetzungen um die Religion haben schon kerne po'itische Bedeutung mehr, sind eine Kulturartgelegenheit IJnd weil ies hente uberall viele Kirchen und Religionen gibt, fordern wir. von jallen, Toleranz!" ■ ‘ ' HO^Q. p Rec Fs’ gibt kein naturliches ii-ber ein an deres Volk, es gibt Recht, einem Volke nicht die geben, daB es sich auf seine len der Humanitat enhvickle. (Die cecltische Frage.) Wf i t'Aus xte.m Atelier des akad. Mjalers Fr. Htjvica.) (Hioto K. Stoklas, iBrilnn.) Die Demokratie ist die politische Form der .Menschlichkeit. j (Die 'Weltrevolution.) Staat, Religion, Atheismus. Judentum und Zionismus. ... Zionismus. Ich meine darunter nicht die Auswanderung nach Palastina — die . uden konnen ruhig dort bleibqn, wo sie sind, sie mussen aberbegreifen, daB ihr moralischer Charafrter, (hre ganze Weltanschauung reformbedurftig ist. Auf die Christen sich fuszureden, geht nicht an —; das ist zum groBten Teil nur leere Ausflficht. Den heutigen Juden mangelt es an der »e'bstkritik der Prcpheten; es halt sie jener gcniumliche Objektivismus gef3ngt:i, der auch Marxens nationale Mitgift war. Aus “iircht ver der Majoritåt wagen die Judeij ’icht, in ihr eigenes Gewissen zu schauen : i is ist'wahr. Die Chrisiten sind hier.mithuldig, aber doch nur mits^huldig. Die [uden sind; das ist heute ihr grjofier Fehlcr, nit sich sejbsf viel zu viel zufrieden. Das-" eibe gilt q.llerd:rgs auch vbni antisemititichen Christentum.“ (Aus ..Die philosophischen u^d soziologischen Grundlagen des Mår-— xismus“, 18QQ.) „Ich drficke dem Zicnisnius und der' iidlschnationalen Bewegung' wegen des ihnen innewohnenden groikn m.oralischen IX'ertes meine Sympathien iaus. Meine Kenmtnys der judischnationalen Bewegung n Europa und Amerika uberzeugte mich, daB os sjeh nicht um eine chauvinistische sondem'geistige Bewegung handle, welche irne Renaissance des judischen Volkes an- ■itTebt." (1918.) Kindlidier Abergtavbr. i te, Hb ai ’blkei, l,iches kéin natiirliii Moglichkeit zu se zu den Ideagla desh als Kind^: ’ deuts ich d war ijt w:r Afs jemhei: \r schwand Ich at: hinter dem betete lude går n te t w an da l j muh te j Juden I ich hi anti Gott. dem V im Gin : ( isein He Gltficlii le. mo'i Wir v Eine Begab licbke: in der und der 'Jycr gel weltanb der w kundet der Rel Rr G- Die Juden, die håbe ich gefiirchtet. Ich •, daB sie christliches Blut brauchen, und ging ich lieber ein paar Gassen weiter, ihren Hausem vorube^ zu gehen; jhre r wollten mit mir spielen, 'weil ich etiwas h konnte, aber kh: Nein. Erst spater håbe ich mit den Juden so so versåhnt. Das der Realschule in Auapitz. Einmal hatten ner Srhnlausflug in die Polauer Berge. :r nach dem Mittagessen im Gasthlaus spr3itgen und Dummbe’ten trieben, verein Mitschuler, ein Jude, atuf den Hof. s Neugierde hinter ihm her, er stellte Sich den geoffneten Torflugel .und dort, mii (jesicht zur \Vand, verneigto er sich und Da war ich irgendwie beschiimt, dafi der bete. wiihrend wir spielen./lis ging mir cht in den Kopf, daB ér ebén&o innig bec wir und dafi er nicht einipal im Spiel; Gebet vergifit. nd sehen Sie: meip ganzes I.cben lang ich.mich, athtzugeben, damit ich zu den nicht ungerecht sei; deshalb sagte man, :1te es mit ihnen. Wann Ich diesen Volksitismusl in mir fiberwunden håbe? Mein geiiifflsmaBig vielleieht niemals, nuT Tfet erst ard; hat doch die eigené Mutter mich iiben an das Bluimårchen gehalten.“ Aus Capek's „Gesprachen mit: .Masar\k.“) x ( '! mokratie kennt nicht nur1 politische eit, sondern auch wirtschaftliche, sozia- ■alische, religiose und geistige uberhaupt. olien soweit als moglich gleich-setn. gewisse Ungleichheit Jst naturlich. dufeh mg, Stelluog usw. Wir wollen Brfiierhabennicht ngr im Brot, sondern auch Rechten. der Wissenschaft, der Moral ligion. Es. soli keinen Aristokratismus istlichen, Oelehrteri, Kapitalisten,- Politii'pen^ ktirz Demokratismus ist eine Gesamtjdtauung, die die Grundsatze nicht nur rtschaftlichen und politischen Gleichh|eit sondern auch des Geistes, der iMoral,- ligion. (1907.) 562934 ^229

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