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Jüdische Volksstimme · 1921-03-24 · 10 (24.3.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXII (1921)
Issue
10 (24.3.1921)
Date
1921-03-24
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. W. leé zu bil den, so zwar, dafl »e zu emeiri betr*chtlichen Prozentsatz aus gelen ton Landwirten bestehén und so extensiv 4'rétiten, daB sie nach Ausbildung ihrcr upgelerntcn Arbeifer, immer neue ung<- lerntc Arbeiter heranzuziChen imstande Sind, bis sie dur.cli hcstrndgliche Intensivierung der Bewirtxchaf-' Mimr zu ciner Vyrvielfachung der Anzalil der uj-- spriinglichen Gcnossenschjaffcr gelangen. GroBere Schwicrigkelten in Bezu; aM den Absatz. aber wesentlich (Teringere in Bczug auf Ae Griindung und Entfaltung, stellen sich der Schaiiung iPdischer nlchtlandwirlschaftllcher Produktlv-GenossenschaltM in den Weg. Die Auswahl. der Produk- (innszweige. Sitr die solchje Ocnossenscbaftcn gegrlindet werden sollen, muB dem rtocii weiter unten zu bcsprcchcnden „Institut flir iUdiscbe Wirtscliattsfoir-i schung" vorbehaltcn werden. Man kann aber aflclt hier schon sagen, daB vor atlem die Ticrcits gelcrptpn und produktiv-beruflich tåtigeu jiidischen Arbeiter (Handwerker) zu gen oasen schaltllchen GroBwerjka stiften, resp. zu jenem ncueii Typus „Fabrik" zusam* mcngeschlosscn werdert sollen, flir den der verslqrbene Kropotkin das Vorliild cntnarl. wonaetste, An diese Werstktten che in Vcrbindung mit LehrwcrkstStten entvvacl isenen, minmehr Arbeiter, werden wieder /.usammcngeiaBt, und so soll.-n Lehrwerksiiiten anccschlossen werden u. zw. einerseits snlclie fur ifi* gelemte Arbeiter, andert rseits solche ftir JugendØ- .elirlingshefmen. Die dpn gclernttn zu neuen Oenossenschaiten immer fort. Dadurch ist die y.furlichkelt ciner progressiven Ausbreitung der PijoiluktivieruUgsmafinalimen gewiihrlcistct. Ist du reb < fnrtlaufende Grflndtfng m(d Ausgcstaltung soleher stitutionen die Grundlage tiitigung herufsunigcschic muB man an die Propagierung der Bcrufsumschi tung unter den Jiutcn gelien. flir die wirtschaftliche iteter Juden gceeben. Elt: Rat Audi von einer andejren Problem der Beruisumstjl Ratlosigkeit iildischer rutswahl ihrer Kinder bcziehungsweise der lidier, die sich selber v ben. ist cine systematisk sctvaftlich fundiertc Die tflchtigste Berufsbe ■■ sierte Beriffsumschichtu i uotwcndigerweise erfolgli eben jene 'Institutionen wirtschaftliche Gefåhrdiin ilbe liphc Seite lier ’mull man d Itichtung nShcr treten: rn, die ja licute auf die dtscheidendcn EinfluB Josigkeit iildischer Jugefi die Berufswahl gestellt he, wohlausgebaute, wis: tang entgegenzusefcp atung und die bestori gs-Propaganda muB os bleiben. insoferne n geschaffen sind, die g des Beratenen oder Bertfsberai lch bin liefrgekommen, Arbeit wertie ich auch Du wirst sie nicti t bekommen 1 Hier senkte der Eii tm Korridor, an die Der icn. d SC' issnum zu arbeiten und in ebensinhalt finden. :en, Ier cht ne Øe g»ni abi Oli der t wanderer das Hanpt. -+ Wand gelehnt, stchen wieder zwei, cin neuer und eii Slterer Einwanderer. — Wri arbeitest Dt, Jaakow? — Bfeim Kwisch (^haussée) - und grabep. — ynfl Deinc Sdis rester? — jn der Kliche. ‘ — Wip fiihlt Ihr Eich? — Scpr gut. Die Eefriedigung ist nicht kommen: es ist keine Feid- oder Oartenarbeit; trotzdem nicht schlecht. Uberliaupt, die Arbeit hat Sinn. — Geniigt Euch der Lohn auch zum Anschgffen von Kleidérn? I — Nicpt immer. Aber die Kleider des Arbetters in E. J. s)nd nicht ausj Seide; dalicr ist es moglich, Steinc klooien yolllen) dc dicsen solenen erschcii en von La id mal v.ijlil Dori. Die Neuerung ihrem Wésen, O (han die sofortige gewttr elsleh. || 3. Ote M Irale RegelaMg éee Dicj N tuschaifiing eines }ii> anch in di r Qalufh auf dem W< enen ut d oztalon Neubegrtlndiii ohne y :se Ulicho Verschiebungei gen SieJlungsverniltnissen deij Es ist ganz einfach volkswjrtsi die wirtsciaitliche und soziald judcniie t; u verneioen und die in unse en Lfiiidcrn z. B. bejalei Die V iramlerung der itidjsich in-SicdlunKSverhaitlnissc ist i brigens auch keinsj iscj gewaltsame Maflnalime, al< welchc sie im er^ten Augenblickc woll mag. Die Juden; w a tdern forlw4hr„-;i6: tu Land, vom StSdiwinjn zur Sudt, m.mel auch von Stadtc^en jzu Stadtchen oder einschn tid nidd i\t. die Ncueruhg wird, ist nur: die zentrafe Regef^Bg ond Or^aaisatkki der jildsclien Wanderung. Es rnuB, uiejer auf Orun^ vorhergeheni er grunde Fofschungen ermittelf liclicr werden (der la idvirtschaftficbcn ebenso o før die Griindung ejer Genossi msciiait! wie der ndustriefr teeigneteste Ort ist. so zwar, da? sich an 3r en spater jfidische SieJlunøcn er leben. An 'ten. die sowohl natiofialpolitisch tlguncjn ogiMdce| Isetten M aaderaag (sclien V »lkslebent der v rtschaftil kann unradglid in den gi genwBrtil enschab gelingcij. laittich mmoglicij. Iruktur d r Oalup. iedlungsvi Tkiltnlssp zu woileb also, die jalltjrdings. niulit zwpr dafiir aber ihrar Wirkung nach eine die bier gctorde f wirtscfi aft »politisch Aussichten! fur eine als auch judische Iniienkoloiiisation biylen, sind dalin jene Im titutioAcn zu griindcn, dorthin ist auch der jfidische Vandererstrom, hsbesondere die Abwandfruug des |i ngen Elementes aus den Landkehllot zu lénketi. Dadiirch wird, im Zushnimcnhaiig mit den Prot uktivierunt smafhiah men, eme iiVJischc Innenkolonisjition gesch silen, die hnstamle ist. trine einheitlich j geschlosstne oder mehreie ^inheitlich geschlossené jiidischc Siedlungtn rmaler wirtschaftlicher uid sozialer Struktur zu seb iffeln, Erst in solehen Siet lungen wirb es wieder eii f ci gelebles. voll geleMes Hl disc bles VoMcsi ben. diese Sfedlungen werden eine upgehenere beim Aufhau Palistinas sein. durchl sie (ihre erlcstitttn und Lehrgiltej) werden iie Chalunich Pal&stina <gehen. sie j werden wphl ai^ch PalSstina eine produktivjprte, gesun^e Jugend at i r | enn war aber auch annehmen miissetj. d^B éin tzu enterschitzender Proientsatz unsfrer Jjn tum gi StQtze Lebrw zim selbst schaffbi nicht zweit hnlb. ^enschaft von solehen MaØnahmen nicht$ wird wdsen wollen, daB ehi groBer Teil die Assimilation oder das Weiter-so-Bleiben als begllickendes Zicl anstreben wird, kann man doch' sagen, daB selbst der dann noch iibrigbleibende Teil der Jndenschait auf dem angezeiglen Wege nicht In seiner Oinze wird produktiviert und zu neuem VoHtsleben erweckt werden konneu. — Es wird also oeben der Innenkolooisatioh auch eine Emigration notwendig’ sein. Hier ist auch ein orgnnlsatorischer Berhhrutuspunkt zwischen Zionismus und Oalutarbeit. Viclleicht ist es in diesem Zusammcnbange angcbracht, einiges zur Frage nach dem Verhiltnis: Galutarbeit— Zionismus zu sagen: Pal&stipu. das noch Idngere Zeii von der Galut- ' udensehaft abhångig bleiben wird, braucht heute qualiiiziertc Einwanderer, u. zw. solche. die sowohl in Bczug auf ihre Leistung (wie man so sagt: als aufbauende Mitglieder der Qesellscliait) als auch in Bezug auf ihr cinfaches Styn lunter anderem in der Fkhigkeit zum Opier) bestquabfrziert sind. Es ist andcrerseits Einwandercrn anderer Art (abgesehen’ von cir.er notwendig geringen Anzahl Viertel- und Dreivicrtclschieber) hente gar nicht moglich nach Palæstina auszuwahdern, denn .statt Australiens Goldfeldern winkt dort die .iKwisch"! Die Chaluzim sind spirlich gesiit (sie sind bei uns fast durchwegs Veteranen ciner leider vergangeHen Jugendbewegung: so viel< an Dr. Herrmann!) und wenn man Richard Karpeles' Alternative: „Assimilation oder Palastina" zu lesen bekommt.*) wird man das schwere Bedenken nicht los. daB die Assimilation, wie gesagt, nicht moglich st, l’alaslina aber — und das ist hier wesentlich — ohne die Galut nicht entsfehen wird. Die Krise im Oalutdasein der Juden war wihrend des Krieges am akutesten (die Frucht der elementar empfundenen Krise war eben die palastinaentschlossene Jugendbewegung). der Hohcpunkt dieser Krise ist aber noch nicht ilberschritten und soli dessen Uebersqhreiten nicht den vollstandigen Niedergang des Qaluthtdentums be.dcuten, dann ist cs eben notwendig. jene eiuschneidenden Entscheidungen und VerShderungen herbeizulahren, die hier verlangt werden. Sons! wird t die Quelle, aus der die Chaluzim flieBen. ihrerseits hald versiegen. Es gibt aber. wie gesagt. auch organisatorlsch« Zusammeithinge zwischen ztonistischer Avfbavtitie- Di^ Frau 44. Die ajtesfe Toditer | 15, die 12. die dritte 8. die yierle 5. die ffinfjte einclnitwas Oeld beisejte zn manchmal1 auch flir legen. I — .Werde ich Arbleit bekomme« konnen? ' — Morke Dir cin jpr allemal: Der Arbeiter der arbclten will, findet immer Arbeit! Der Einwanderer arjickt seinem Freunde die Hånd. In dem Agieit- und Jitde tritt herein. Ei»w und Antyorten: - Wie heiBt Du? -N. — Woher?! — Ais K. I — Wte alt? _ 4* — Verheiratet? — Jaw'ohl, Frau -Ater? I Einwandererburo. Ein ilterer anderer, die ublichen Fragen tind 5 Midel, Bkscfiiftigung? j lch war Kauimann i|i n einem Stidtch Was gedenkst Du hi^r i u tun? 1 g - fch bin nach E. J.jeel ommen, um aui dém Fclde zu arbeiten: ich willi man soli mir eine „l^olonie1 gi hen. - - Fast Du denn zu Hapse vernommen.,daB titan luer Kolonien vertellt? i [ ■ Jiwohl. In unsereni frioi. Verein hat man kesagt, d iB leder, der pac! i E. J. einwand irt. eine .Koftonic", ein Haus, Kficje usw„ erhilt. Erei Mona te vor meiner Abrelsc bat|e ich ein wenig La idw:irts:hait gelcrnt. daB ich keitl „Orilner" auf die:em Gebi( t sai. , -- Es ist mir sebr unangen^ ihm. daB mir die R rBe zufillt. uich auf Deinen Irrturt aufmerksam zu eben. Der Tatbestand Ist nicht so. „Kolonfen" |erteilt nan nicht, speziell nicht i n solche, dief erst das Schif vorlassen haben. Wenn femand mehrere Jihre gearl eitet hat, darf er hoffen i sich in seiner E cke niede rlassen zu konnen, ob aitf einem Landsi ilek einer Aktiengesellschaft, oder in einer , Arbi its kolorie, oder In einer Kwuzah.j Nach demj letzjgen Stand dtfr Dinge ist hueb das iitir eine Hofffmg. -- Wenn dem?o ist waphm håbet Ibjr in Zeltypgtn deschrieben?! Warum t abet Ihr in allen Ver samn ilupgen mitgetdilt. dafi man ieder Famjllie Kolonien zatfeilt?! I -- Ich welB nicht. wer nrtd was man Euch wtitgetei t hit. Wir haben fflr keiien Fall so etwas (verlautbirt.. . - Wozu .ist dann dieses erflil t es£ - Es reiht die Eipwander - Auch mich werdet Ihr -- GtWiB, wir werden uns \ Biiro. welchc Auffeabe or zur Arbeit eini i rfnreihen? bemiihen, aicb Dich *) Richard Karpeles: „Oalutarbeit — und kein Ende" in Nr. 11 der „Setbstwehr". einzureihen; aber Dir, als Vater einer zahlrekhcn Familie; tut Anstrengung nicht pnmer gut. — Viclleicht wirst Du mit Deinem Waad doch uher meine Einreihung in eine „Kolonie" sprecher. wcun es auch keine groBc Ist. nur, dafl mir allein eine „Kolonie" gehiire. SchauT' wieviel Oeld ich zugunsien des [Zionismus ausgegeben habel (Und der Jude zieht dabei einen ganzen StoB von verschiedenen. N.-F.-Quittungen hervor, von Schkallm von 5. 6 Jahren.l cin Empfehlungsschreiben von seinem Verein.) Nittmt das mit und zeig’ das dem Waad. Ich bin sichtjr, wenn Ihr alle meine Dokumente geprflft habén werdet,“ werdet Ihr mir eine „Kolonle" einrichten. — Aber Freund, so versteh’ doch, daB wir auch beim besten j Willen nichts in dieser Richtunc tun konnen. — Nun tut; wie lange muB ich arbeiten, bis ich eine „Kolonie" bekomme? — Lassejn wir diese Frage (Ur nachstens, Wenn Du zu arbei(en heginnen wirst. wirst Du das Leben, kennen lernen, das Leben von E. J„ das Leben der Arbeit:'danrj wirst Du auch alles selbst wissen ond versteben. , * _ Nun gnt, so lassén wir's. Wann kann ich zur Arbeit gehen? — Hm ... Du vcrstehst, die Sache ist noch nicht eeregelt ... es ist eine Schwierigkeit . . . eine groBc Familie. Frage einer passende« Arbeit. Lohnfrage, Wohnunesfrage . . . Komm* nach 2, 3 Tagen zu uns, inzwiscben werdep wir nachdenken, wie wir Dich zu etablirreb haben. — Out. Ich komme. Aber bitte teilf mich >n *in* Kolonie ei". ‘»ur Feldarbeit. Sollen sich meine T8chter zum Dortleben gewohnen, Schalom. — Schalom. * ' (Aus deir Hebraischen von Abraham Friscber.)

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