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Jüdische Volksstimme · 1905-10-15 · 20 (15.10.1905) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
VI (1905)
Issue
20 (15.10.1905)
Date
1905-10-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Jüdische Volksstimme. Nr. 20 Natürlich mVlvten einige schwarzgelockten Jünglm;:•* *von «ha neu••?, akademischen \ ♦•reinigung. -«!wi•• vom deutschen Turnvereine ihn* Zugehörijk» it /.um .deutschen \ ulke* durch an dem F.ickelznge dokumentieren. 1>.1 י .Milglied. d.-- Grmei11deau-<chu־-ses. ..!><>141 1. ,1 < 1 i-4 .׳er von »t«*h Liberalen als .lu*l»־MV*־rtret׳-r .ing׳- ׳ heu wird. leistete am ll.— h-i׳a-l״»n11!״age Ordnerdieii-’to. Der Lohn Inr l*-«n Dcn-l wurd״• in barer Münze bezahlt. I.n-ti•; י rlu• H von den T-ehechen eine ihm u’fb1ii;r־-r:.!•׳. wohlverdiente l'ortion Prügel. , heim >!a^--nm׳ etir.g >m!uvitschen Haus׳- n >u׳!«- -i.t- V.! hrn׳l׳ r1n1/!-!'e-t zwischen Liheral׳ tu h! ׳iS. Iui.1'1 .!,.«>׳>. Schom riam-rn. Woltiam-ru. h״:.-• rv.iln •n mul «'.In i-tlich-ozialen gefrier!. Di- H11׳»n!;u־« n sich in den Armen mul lei- -!• •t.•n!1• 11 Trc’i-chwJir: Kin einig Volk von l'.c i.!.-:!! /.i s« in — ilie Judeiil'rage wurde bei- -i.-ilr. t n׳i noch imuler linden >irh Juden, .!1•!:!■׳1, וו nl-ch'-n Anti-emilen 1 hiudlniiger- .!!- u-J•■. 1׳ i-t׳*n. Die Kehillcgermanen. y f^N.ii uiul! konnten dir Pmlinitz• r K«-I1illen<:an«׳n . - -1׳ h nicl.t n׳hm«u la--׳n. mit ,1״. .B!׳*äan I. r Spitz״ •lern ilcntschen V׳-,rv-:a_׳/!-.׳! •׳ivvohnen. K.- waren >r;41* nette!:••n. .V.ch Wi-dmu 40:11«׳ niclit zurück- -1 . ...׳». I h iüt 1:ן;tי• r 4• III Taufbecken!-lebende \׳:v»k ä־ h:. l’-u\i1.mm mul zwei jüdi-rh•• 4.n 1«■1,1• ־••!ו! am d«ut-ci!״n V׳»lk-tag. In Pmünilz ,׳..I \\ ,-!■li.ia haben die T-ehech•*״' -ich bereit?־ 1. . .׳•.. h!• I '. in-htli -t".d"ll Jlldell 4ie Fenster- -. •,׳ •t:•• II ׳ ,:!-l'hln.'e,,. w, ׳ r 1.׳\-cl״n. d:1Ü : 1־1־ fi>m* rliii l’olt::k |e(1,italt iiiiii:•■־.' - . :: . ׳ 11fryje־»■ .lu4!* •I :• r nur di•• •A k׳׳Tanö• - im . 1 ü־r״\-1• Li.it'h i־••־ e|;l. Juden hrünns 0114 ich 4 •״er 4ent-« h- 1 1• ••*■״•n. i; Der ״Tagepböte“, |e:: hentschliberahm. Iwal’naiig,•nehmekündigung'-ri•. ח־י־יחוו•- \äriigen Teilebringt,!er h'-mou-tralioiien S<>p• um 4ie jfuli- •11 ו*י1זlicj 1 zur Sflum..v.u tragen, oir! >. 1 »kl׳׳bei• 4. .1. brachte N•׳’./. Uib 'Ue tschechischen - ״-.׳.-!! .I.J > ׳. am >״nnt 1^׳ u!;4 Mo!1ta_'e 4. i. .>׳־־!. uakkis'hiim «tem T״mp׳׳l eine!» besuch : ״!::.זל•» v\en1,|,. hi*- ׳־ Notiz vrnit-rächte ie!\.!Mamliii■h nicht I!• mhigu11.r. -,mdern nur 1:!'׳.• :.׳:. ln•! V״r-4an• 4er hnitu-imiminde;.•in־,nie «he •nötigen v.׳ran-/n—!!1-׳! war. ta.״ ohne .׳•-ring-!•- l'a»• •—I •♦ »t י * t.ö• wahrlich he->er. -vm ilunka - ז •hw. ig״n, betrelleml All-'e[. jellheiten /!, ill'üley. j »i•- N"liz! .e 1׳ l'nheh•iligteii den Fimir >׳ k .11v.olte man!•׳r \Ye|1 knmltun, uaü am •h!411 ׳ unü. 4,e Dank ihrer jiolitit im ganzen m.4 jroüen zum Lei•!- \!!:-■m1le|| \o|t •h-n KN‘־'־-ser». Ve!־- V.^C-lieh 1 .Ta^e-1)ul♦♦־. in 4׳-r a־ ht -o l»e-or.׳t -ein! lll-l l.lt-P -,׳em. VV! \1־-r-*»h1 unj >.׳. h Ein seltsam er Angriff. ־ Ib n/m.־|‘־״! 1׳4 in 4r - Fu her \\. üz e; i.' - IJ* I'l .1 I hiilmaii! i!י a c *Jr! -׳11■׳ .I kI.! ׳_ ח •!׳־ / i ,׳- I 11'״. I-Uiu er , .j. für diese Frklürunp. Die Juden Mährens konnten von Herrn lloilmann lernen und überall die Individuen, die fälschlich von der arischen Uevülkenni^ aldie Führer der Juden anjreselu‘11 werden, von den KockschöUen ahschntteln. — Dem .Tau'e-hote* empfehlen wir. sich ob der Tat des Herrn HotVmaim zu beruhigen, die Zeit ist nicht mehr ferne, wo die Juden Mahren!- cs satt!»,-kommen, für die Deutschen die Kastanien ans «lern Feuei zu holen. Die ״Lidove Nowiny“. Der deutsche Volkstau' ^!ht diesem lilatt׳. desM-n Ib rau-u'eher d**r getaufte Jude Doktor Slransky ist. lte|.׳u׳enh«-it K‘'p<>״ Heuts, h»׳ de» Kampf zu führe». Wir wurden uns in de» Streit, den die Deutschen und Tschech!*» aus fechten, nicht mengen, wenn daslilatt des •:!-!auft׳n Juden Stranskv den Kumpf nicht mir :••:!11־ Deutsche, sondern in erster Linie «.׳e^-en |lic Juden als 1h-amtl1eit führen würde. Wer die letzten Nummer» dieses Blattes och sen, ,lern konnte es nicht entgehen. duÜ der getaufte Jude Stranskv m l», n dem Worte .Deutsche“ auch das Wort -Jude* liinzufiurte. Die Ahsi«־ht lit-el klar, auf der Hand. Ks handelt sich diesem -.׳,׳lausten Juden nicht nur ,len Deutschen Hiebe .zu versetzen, nein, in böswilliger Absicht wird der Kampf auch k'e^'eii die jüdischen Volks׳־er10ss!.|| geführt. Wir erklären e>. dal} die Juden hiezu diesmal keine i»eh Neuheit k׳«׳^ehen haben. Die jüdische Bevölkerung Mährens hielt sich, ausoeuomnien einiger S11l»jekte. von <h-n D mon-trationcii lerne. \\ u konnleti diesmal von der tschechischen l*ies,-e erwarten, daü sie di Tatsache in objektiver Weise iliren Lesern zur Kenntnis bringen werde. Wir empfehlen den - Lidove Noviny* ihren Kampf, «h u sie ^.׳e^en Deul-elie führen, nicht auch auf ditv Juden zu liherlraL'e». Wo bleibt die Union? Die österr. i-1:1,-1. l'1-ion läLjf ■ alljährlich die mährisch•*» Br«»vinz^em,׳imlen ■!)♦Reisen, um für ihr B׳ cht-sejmt/hmean MitL'lieder zu werben. Wir sind, die letzten, die *die Notwendigkeit des tb-cht-s, hnt/hmeails für die jüdische Bevölkernn^ in Abrede sl.-ih-n wüi'N-n. Die t'nion. di«- mit dem iMit-chcn Volk-blat} -ich in Auseinander!-,-tZungen einläUI. die unserer Meinun^ nach wertHis -ind. täte l»e--ei־. in einer so kritischen Zeit, wie es di«- jetzig in Mähren ist.' bei den Behörden die m',1i.׳en Schritte ein/uleiten und dieselben zu veranlas-en j:e״en den wirt-.haftlicben Boykott, das,»^׳,nannte -Svuj k svemir. fijr dain. \>r>ainmhm^en. i:! der l*res-»•. von 4׳-! Kanzel eimretreteii wir«l. Slellnu»׳ zu »clnnen. Ks i.-t nn^lanbli׳ h wie von alh-n Seiten darauf 14-״1י0:-.^-״<-| wird, di•• Fxi-b nz unserer Jnth-n. die ohm-hiu keim- Im- ן m iden-werte Ist. zu nnleiyraben. ' _ Aufgabe der ׳-b-rr. t'nion i-t diesem 1 be'-lande wenigstens teilweise ab/ohelfen. Ki-t am h höchst,- Zeit .dal» die Juden Mährens sich eu^׳ zusamnienschlieLten. nm den Kampf, der -e^,-n sie •׳etülirt wird, ent-dnedenst ah/.uwelireu. 1 I k״ brind 4• 1 «Taj■•‘-- Krokodilstränen v,-r- *:■•«,in'i! 4!!״lfm.um. Vor-Iaiid Kuli u* r'e11,.■ind•* \\ i-chau. an -Li•:.־׳, e N«־\iM־ ei| Kin.'esendet richtete.;'1-1111111111111־ wird. daÜ de.il-ciie,, Volk'ta^'e der Wi-di.mer Juden -T l.'e-bop “ bemülit -ich . }ז!!•.;־• I W i-•• 11• itii IJoiVmaun ab - D1- .!/ ־1• ־.!-'׳׳•־• inpein und ist aniler Fa.-snn/. 111!׳ I!1!1!!.,11!.־׳ di•- l-irklänm.׳ in den .Li.!׳ 111־1:•), ־ \ ״• ׳ii» 1־l< . D׳:•׳ Schieil»er ־ der V־l1/ '! -Ta.׳• --bol■ ־ ־joilt׳ doch dawi-sen. in rsfer Linie darum hi-׳-h.-n < ►*־tb־nllicl1keif laLl D:. Buxbanm. der 11 Wi-, liaiK angesehen u ־11• ) .1׳ - . t.1l-.1<־i:[icl1 nicht bl. weiter-, d di ■ 111• j׳'»•!:-■ i!e tb-völkeru 1-־ Wi-di.uimit dein 11•׳:; \ olk-lau׳«• ui •hts /» tun 11.dl׳• und •lieidzu h;u habe׳, w« Ute. Herr S. lloilmann i-d ai- \ 1״ -tarnt ••«!•♦1 -ן-raelitbcben Bemeiiide mii I'llrdd 11ml ׳ auken wir namens der ju.U-di׳ n l*••\ «ilk׳T11!1^ Alälijens Herrn 11׳dhnanu Der getaufte Jude, Gerichts- Sekretär Dr. Eisler• Kin altes Sprichwort besagt, die Ih lauft.!,, sind in der!!• .׳.! die .׳röUten Änti-emiten. Die Tatsache lehrt, dali de״! in Wirkli<־hkeit so ist. Di«•-•• Individuen, die aus Fddieit und des sdinö- : den M.immoiis weu־••״» -ich wäs-ern lieiimf. glauben der arbhen t )«•tTeiillidikeit iiium-r in die Ohren rufe״ /u müssen, dali sie ihr Judentum ah-de-t ■haben und d mhem-trem- Katholiken i geworden sind. Die Leute, die von anständigen Afiern jfenau -O verachtet Wei den, wie von den.Imh-ii. hemuhi-n sich kramplliatt alles, was aus Judentum erinrnrl ahzustreifeii. Die Herren spielen ein«' Vo׳״ebtra11Upolitik. AuläUlid! des Neujahrsfestes sollt•• eine Verhandlung stattlimlen. I>er jüdische V. rlret.-r machte den getauften (Jelichtssekretär aufmerk-am. d.aLl er ab Jude, des Nenjatirsfestes w11»׳<׳ niclit vor (»ericht verhamldn wolle. Herr Di. Ki-ler. der getaufte Jude, wollte von einem jüdischen Neujahrsfeste nichts wissen. Krst auf energisches Verlangen des Vertreters wurde di,* Tagfahrt verschoben. Wir .-ind begierig zu erfahren, oh Herr Dr. Kister in Wirklichkeit da- Besetz so schlecht kennt, oder ob es -ich diesem Getauften darum handelte die anwesenden Katholikem darauf aufmerksam zu machen, dali er vom Judentum nichts wisse. Wir werden nicht ermangeln. Herrn Dr. Kisler des öfter״ zu erinnern. daU er trotz der Taufe jüdischer Abstammung ist und in den Augen jedes anständigen Menschen immer der getaufte und nichts anderes als der getaufte Jude ist ■סי Paria. G. L. zu eigen! Vorbei die schöne Pracht der sonnigen Fee. Vorbei der Schimmer Irischer Sommerprangen. In deinem Inge, lieg! das alle Weh, Ein dunkler Schallen hall es gramumlangen. Das siegreich Licht dring! selbst in Tolenhallen Und will dir dennoch deine Hymnen singen. Kein brünstig Lied von [lammenwilder Lust: Hur schlichle Weisen, die gedämpft erklingen Ein scheues Tönen sterbensmüder Brust... ¬י Ein Flitterschein nur. ein giückseelig Wähnen. Und all sein Leid und alle seine Tränen.. . Heb' gold'ite Jugend hoch den Kelch zur Sonne! Und was er birgt sei dein, ein Leben lang. Bekränz' mit Rosen ihn der Purpurwonne. Dann dring! zu dir auch!roher Harienklang. Aus billerm Wasser wandte edle Weine Und Lebensfreude künde stets dein Mund. Hach heller Sterne silberreinstem Scheine Streck* kühn die Hand in benedeiler Stund! Dann ist worüber auch bei dir das Klagen Dein freudig Herz iiilll totes Wort mit Leben Dann ist auch irohgr Frühling dir gegeben. Und lernst dann dulden. I Die Folgen des deutschen Volkstages für die jüdische Bevölkerung Mährens. Di•• sogenannten Deutschen isracliti.-cher Ko!1fe--iut1 wie Dr. Fischt. Dr. KHvacek, Ln-tig, Dr. Friedmann und Konsorten, die den Deutschen . 1 lundetreue bewahren, und denen es sich in allererster!leihe um das eigene ,Ich“ handelt, haben es auf dem (»••wissen, wenn sie filierhnnpl ein solches haben, ,lall hunderte jüdischer Kxi-Icnz••״ durch das ״Sviij k svemu“ iliren Krwerhs/.weig verlieren. Di•- Tscheche», erbittert über den deutsche» Volkslag. lassen ihre Macht den Juden fühlen. Aus allen Orten Mährens kommen uns Berichte zu, in welchen darüber Klage geführt wird, dali der wirtschaftliche Kampf Dimensionen aniiimint. wie nie zuvor. Ks werden überall Komitees ins Lehen gerufen, deren Aufgabe es ist. die jüdischen Geschäfte zu bewachen, und die Leute, die hei •luden kauten, an den I'langer zu .stellen. (Uirisllidie Kaufleute. die Jahrzehnte mit Juden in Geschäft-- Verbindung gestanden, lösen die Verbindung auf. Jüdische Heisende. Vertreter, Agenten, bekommen überall die Worte zu hören: jM Zida a od Nenne nie nekoiipime“. Wir tragen diese jüdischen Heilobrüder. oh sie für ihre strätliclre Handlung die Verantwortung übernehmen können. Ist es niclit ein Verbrechen, in einer solchen Zeit von geschützter .Stelle deuls,!,nationale l'olitik zu betreiben? ln Brünn wurden in der Synagoge einige Scheiben ze.rtrümmert. Die Pro Ü ni tzer jüdische Bevölkerung mullle es hüllen, dal} einige Keliillejungeln mit .UieU* a*n der Spitze den, \ olkstage beiwohnten. Auch hier wurden ׳׳!׳!, Juden die Scheiben zertrümmert. Militär mullle ausrücken, um die Ordnung herzustellen. In l ng. liradisch fanden Demonstratiousversainmhingen stall. In Wischuu wurden den Juden die Fenster eingeschlagen. In Gr. Biltesch und JeduwuitZ wurden Flugzettel in tausenden hxemplarcn verteilt, um die Juden von der Beteiligung der Jahrmärkte fernzuhalten. In den meisten Proyin/.städten Mährens wird an den \\ ochenmärkten gegen die Juden agitiert, ln Gr. Irhau wurde der jüdische Kaufmann direkt tutlich bedroht. Die Parole lautet: ,Kampf gegen die Juden!*■ ״WirUehaftlicher Boykott!“ ״Svüj k svemu!“ \ iele Juden, deren Ureltem in Dörfern wohnten, sind gezwungen ihre Häuser. Geschäfte Gedenket des jüdischen Nationalfondes!

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