Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- VI (1905)
- Issue
- 16 (15.8.1905)
- Date
- 1905-08-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Jüdische Volksstimme Du* Tragik -eines Lebens war. daß ersieh in »li»*M־r l h nndr* * hnnng irrte. Seine Eigenschatt*•״ wiederholten -ichl vielleicht virtuell hei allen oder vielen .hüten. ab*‘!־ sie blieben jedenfallv. 1h,>,>״-,׳. Da.- Herz krampft sieh mir 7u-.1!nmen. wenn ich ihm auf meinem nennjährigen Leidenswege folge. wie er sich in meinem -rhöneu Vertrauen zum Judentum wie 1,1 .in.-m Nehel U•fangen. dureli die, Dornen und Ne^-eln de! ,Wirklichkeit mit wunden Händen ta-t׳l,-. Er zweifelte nieht daran, daß die Ih-irla-u umi״ י ״•i>te*adlige11 seines Volkes iiie-ellie Eiitrü-hutg über die Lage des Juden- 1!וחו-. -ii׳-׳ I!»*׳ Sehnsucht nach neu*•!!. stolz׳ n L.--, hi* k*-n empfanden wie er seihst. Er sehrieb ׳ei11**!1 .Juden-taat•־. zeigte dann mit Scharf- >inn und w* >-1 ׳ Voran>si< ht. wie der Auszug d.-7 he-itZelidell Juden aus de|| I^ämtern der V. rl״lgn11g -i, h mit dem gelinget. 11 Setiaden fü! <>׳.- und die!,ander vollziehen : könne. Hell d.tfluch auf eifern- K*׳-t־n in mehr׳•!{׳• Sprachen flherst-t/en uud drucken. M'hickte es den aäig,-.i,*-n-ten Kahl »inenk <iemeimle\01־>t ehern. Kinaii/.inäniiern. und wartete. Jetzt multb* ja die groß*• /t-it der Hrlö-uiig und Wiedergeburt!׳*binnen! Einige Wochen hoher Hnftmmg und hang•■:־ Ahnung v׳׳rging«•!«. dann wnßjt«• er e*: «11•• meisten Empfänger deines Huches haPen * - nic ht ang*—huitten. einige es nach den ersten 1׳. n är׳׳׳«׳rlich in den Papierk«•!!► geworfen. n;aK« l1•• ai»*T. di••'cs dmvhtlngen liafteti. fielen it! Zeitung•-)!. Pro-rhnron und Kaiizeln-cien filier ihn h< 1. und nannte!! ihn einen neuen Sal»hatai Z* •vi, w*-nn -i!״ ihn nicht ׳׳infach *•inen feigen A 1-,׳iß*-r ׳<*!*״ gar ׳-in׳ n Anti-emiten s«-himpft«-n. .!«•der ander׳‘ hält*• an dt*׳—r ersten Erf.ini ung ^■!mj •:•■habt. Xiilit llerzl. Kr stutzte n n. -urnh'mlte?־!*•}! al״ r bald. Sein fruchtbares starb, hinterließ er t'a-t nichts als sei m Aktien der jüdischen Koh.nialbauk. Wenn ihm seine Nächsten wehren des Verhranches des Vermögens seiner Kinder Vorstellungen machten, beruhigte er sie lächelnd mit der Bemerkung: -Ich habe zu meinem Volke das Vertrauen, daß es meine Frau und Kinder nicht hungern lis?en wird.“ Audi dieses Vertrauen hat das jüdische \ olk nicht gerechtfertigt. Seit einem Jahre lemütigen wir un.- und das Andenken Herzls. das uns heilig ist. und sammeln für seine Familie, lud mit welchem Erfolg•׳ Es ist l>ei sei rem Tode viel geweint worden, man hat in Tri viele Worte gemacht, aber das jüd: hat bis beute der Familie Herzls ein Driltel des Barvermögens ersetzt, ihm geopfert hat. auUer neunjähriger über menschlicher Arbeit und außer seinfm Lehen. Als er seinen Weckruf an da- Volk ertönen׳ ließ, da sammelte sich!*1stimmt, erwarteten Millionen, nur ein kleines Häutlein um ihn: dieses Häutlein ist ihm bis zu seinem letzten Atemzuge treu ge )lieben, es hat sich im Laufe der Jahre auch sh ttlidi vermehrt, aber selbst jetzt, nach nein Jahren erst Jmleniieit Vrbeit und Nr. lfi iruerreden sdre Volk i^ocli nicht das Herz! jüdische statt der leidenschaftlicher Propaganda. mad i e etwa ein Sechzigstel der gesamten 4m aus. Ein Sechzigstel! Fnd mit der d»*n Opfern die-es armen winzigen Sechzigstels sollte da- Lanze, *las reiche, große, teilnahmslos bei Seite -k׳-hende Lanze befreit werden. Herz! wollt*• das Mißverhältnis zw sehen der Er wollte dauernde Lleichgiltigkei: d׳-s jüdiipläuen uud ־anze jüdiie Ursache Kraft und der Aufgabe nicht sehen, nicht an di seliei: Volkes glauben. ln seinen Berechnmjgeu <etzt<׳ er immer da -eh♦* Volk als Haben an. Das war c d**s Fdil-ddagens seiner Unternehm! nigen das war seine Sehwärhe. sagen seine 1 alt herzigen da? Ihn: trid» *•in*־u neuen Flau hm־or. Mit d*־r Fsoan/imieht. dm g׳ is!ig* n Kräften, dem | Kritiker: dawar seine ׳׳(amu^fabi^ u Einfluß d*r ח-ון| »-.ז01"ון l »>er.-rhi»־ht j Lröße. sagen wir. die *•eint•• -••Ihsl •־in mittelmäßige- Organi-ations-1 Nichtkonnte seinen Llauben an!ai.-iit du- /׳ioni-li-«•!!׳• Hef1־*־iung>w*־:k ohne Im— i niehtkonnte sein Vertrauen zu s« Stärk׳ ihn 1! t. noaiik!״. it erschüttern. Er verschloß zuletzt al»? Augen vor der Wirklichkeit und sa!! immer nur » in ideal*•- Volk von llerzl vor -ich. da?־ ihn zu -*•inem berufen hatte. Wenn .׳ •;׳ r!-.«-'-•n׳-n Haupte größten I lei r>eh1׳׳'u der Erde staue mit ihnen -prnch,?׳־» war dies w«! keil noch Mangel an Wr-tändiiifür sondern di*• Wirkung der ihn bdi׳ Vur-tejbmg, daß zwölf Million* 1 neu •n *n Ad* 1s hinter ihn! standen, anvertrauten und für di*• ihm ihr• «oder*־ >• h\\i*1־i^k*-it1-u Verwirklichen. Da dies*- i!״ id auf Herze״ Anrut taub blieb, da si׳- 1,1 i;.r L׳ i׳I vor*-n|i1ielt. ibr*-n Leist gelnanctit*.־ ־ i!:1! zu v.!11׳.,<-׳. n. ilip-u Eintluß!»* nutzt«.׳ ־׳ ״0- 1׳.»D zu I1* n1n1ei1 und -*•’«!*•!,.••mütumgen \• :o!1,11**- . .־׳ 1;!•־• *i*•:־ bitrlkäinp.'o Mittel- .11hl!ii-i *ii•• 3m> 1 ti-i* 1 <11*i*- Ma--• die Mittel •a i! j׳--• •i 1i«־M li* b*־n U: t* rnebmeu lief. I n. 1;■;,..י!t d*־m Entwurf «b*r jü*l si-beu' Kol*»- :׳•rvur und pau/'-rt■• seine Em|»liu*l- ׳»•-. hermeli: uvinen י i*»M\erä*־blergittiu'-n Verleumd*^ «ti• c ii 1:1 *•inen •hatten und unt*T-tellhu. er‘ habe :1 /j«n1i-munur in- \\*־rk g«-etzl. 1 dm ft*•. Wi,1,1 ־ dieser Stolz fürs* 1 * in. r Jii't.׳ nbauk zu b* r׳ i, bei n. Er \׳*m |üdi-cl1e:1 \ oik♦• ■*»יי len kl*i־!-l־׳n H'lrag. mit!inan/i'-iie \ .-! n.imlliuigen .ki ii •inifte. (> u׳.d» iltin 1 ׳,-.!׳ Sniiiic•1*111׳ ׳ *laltei ist ena11׳!1 bi- /Ulli lleutigeu Tage gebh' t״ u. :;Je «■in ander*- Werkzeug der Er- -rhlniedeli. ein Welt >cliwäche|*es. . efe die Schädling »les | M;'1« l1fig-leii der /eit über;M h 1.( h h 1 Hi ui 1׳ I 1 ־״trag* 11׳ i Volk?*, üb. -r die Le-rbieko von N In fünf Jaiii'-u i-l noch nieht die Hälfte ‘ Ländern ansg* tau>*-ht hatte, v 1 *■migt w 1 ן•»1» וי י. Di*• ein*•!! wollten nicht, *li** | Ei>t anscheinend da- Los mc auderii konnten ui* 111. ־kmz. * > kam b־׳i übersdaß seine Spinozaimmer Hnlienglä: r:!*•n-«'l׳ii»'11*־f1 Ati-frengrmgm blutwenig heraus, i H.-iue Liueinuafus immer den*" die er sich nid ts vergehen ne Auftrag- ׳•her mit per-önlirhe|• He-dieideii mit zu-amein ז:די\. i- J.. Milliul»ru4-״M־hgehe|l könnt*-, buwejkt dieU»*•!•*•*! I*־m man :daß er von *•in♦•!• hoel1j»oliti-* Inn I *nterrednng init d־׳r, ||1it einem Hupst. Kai-**r oder Kr mg -chli* ht m־Ii 11i<־ldijn -**ine Wiener Keduktinnsstuh׳ und pllichttreu sein*• jonrnalisti-clu Tatsache ^urn* kk.-hrtl rag**sarb«־it.!manchmal *•ine recht unt*-rgeonlntte!;online- •v■■ ■ ii 11־ni^.■1:--י־ ׳!!<ד!.\U;111.;11111-il. vcnirlilclc. wiilimiil!111(11' <li.־ Win tc!!:!i'liklan^i'ii. < li« W .i inimci c! mit ',!!!!׳<׳ Ia|(fcn11׳ K;ni~t ziilaLUi׳,,1! ׳ ,׳,. itl *׳1־ i 11 ר I.׳ ׳ I (- *V(( i!1l!.11(׳<׳» 1׳ (i(■״ I uli ן W (1)in l!(,i'/l .־'icli imti'i'liii» t/.|c:1 udltc. da 1וו11;־\\ו| )ך ihm di r 11׳(den ״lachen | Zn wollen, so war c«. 1 IlillM l.-r Suhle, ta lianle auf a(■׳.' einen I riellind '׳■in Volk H11.''a11d. Ich 1111111. -o 'i hwer e.- mir wird, auch -einer hdzh n K״llän'.rhn11'n׳ i׳edenken. die vor 1(: 1 e ~( liichie unsere Schande Illeihen wird. I'iir die Sache, die er zu sl’inein l,ehensinhall aeinaeht halle, nah JJerzl olme zu Zidhlen. vej>ichl1de in den wirtsehjifUich er>.׳iehi1;slen l,ehenUahren i'a-1 ^׳,iiiz an! Krwerh. um sich dein Zionismus vollsländie widmen zn können: er hr.uhle mit der ihm eiienlnmlichen (irol!- arlintieil vom ersten hizu|11 letzten Tage die .-(hwer-teii Opfer für sein Ideal: er bestritt :111' der eigenen Tasche die ersten Erfordernisse dm OrpMiiisutiini. die Anfanp׳s״eh;üte der Beamten, di!• Kosten der früheren Iieisen für den Zionismus: er schuf und iinterhielt jahrelang mit seinem lielde das als notwendig erkannte n. lind niclit einmal den eine neu. Beschichte — . eil er über- .in \ olk wie ן/.engt wdr. dali zwölf Millionen Jlemi'hen. s'ei ne rwies sieli als zu'olf .*liiiionen einer nnvergleicl1iie!1(«n An-icsc. das Beeid und die .*lacht hatten Beschichte zn machen. Diese I ’eberzengung hielt ihn in allen \\ iderwürtigkeiten aufrecht, mit ilir ist gestorben — und wir hallen sie von ihm Er geerbt. Herzt war ein Willensgenie: stiin Wille war nahe reicher Mann. Als 1 rj neun Jahre später das Brüllte in seiner grollen N'itnr: nichts konnte diesen diamantenen Willrji nichts seine unwiderstehliche Spitze Dieser Wille, von einem erhabenlen Hlauberi, einer unerschütterlichen, fast mystischen Ziel- Sicherheit geleistet, hätte Berge versetzt, wenn ihm dazu Zeit gelassen worden wäre. Der Tod hat ihn zu früh gebrochen und dadurch das jüdische Volk eine.' unersetzliche n Baugeräts . .. tQr seine Wiederaufrichtung betäubt. Sein llauptorgan der Bewegung. s\ls er den Juden- Blaube. seine Zielsicherheit, sein Wille gaben ■taat־ schrieb, war er ein wohlhabender, bei-1 ihm immer neue Kombinationen ein. Schlug eine leid, nicht durch ihre Mangelhaftigkeit oder seine Schuld, immer nur durch Mauzet an Unterstützung, so ersetzte er sie sofort durch eine andere, und die folgende war jedesmal überraschender, kühner, geistreicher als die vorherige. Was er in den neun Jahren seiner Volksfühning an Staatsgedanken und diploniatischen Plänen liervorbrachte, das würde ge-!lügen, um zehn Minister eingerichteter Xormalstaaten die Unsterblichkeit zu sichern. Xi,n ja. er war eben ein fruchtbarer Märchendichter, spotten die Gegner. Ich aber wiederhole mit ihm: ,Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen.“ Unser Volk hat einen Herzl gehabt, aller unser Herzl kein Volk gehallt. -Das verkleinert niclit ihn. nur 1111s. Das allein ist daran schuld, dali die ungeheure Anstrengung, die ihm das Beben kostete, verhältnismäliig geringe sadi■ liehe Ergebnisse schuf. Umso reichec aber sind ihre moralischen Ergebnisse. Herzl war ein Vorhild und ein Erzieher. Er hat ein gebrochenes Volk gerade gerichtet. Er hat ihm Hoffnung geschenkt und Wege gezeigt. Er hat mit groll-' artig weitem Schwünge gesät und die Saat wird aufgelien und sein Volk wird ernten. Ich aller glaube nicht )lassender schließen zu können als mit diesen Strophen einer Trauerkanhite, die ich für einen Tondichter verfaßt habe: .Ewig in des Volks Gedächtnis Bellt dein Werk und lebt dein Bild. Sich! Wir hüten dein Vermächtnis Treu, den stolzen Davidsschild. In der Zionsfahne Fällten Wird dereinst dein Sarg gehüllt. Was du schworst, wir werden’s halten. Und dein Seimen wird erfüllt . . Die Bede Nordaus wurde in atemloser Stille angehürl. Unmittelbar nach du־ Bede wurde die Sitzung von N'ordau zun! Zeichen der Trauer für geschlossen erklärt. Meinem Volke. .... Jahrtausende des unverdrossenen Strebens, Hast du gekämpft in froher Jugendkraft, Und siegreich schreitend durch den Kampf des Zu neuen Siegen stets dich aufgerafft. (Lebens Und ob auch wilde Wetter gräßlich driu’n Und deines Lebens Wogen wild sich türmen Und nichts als Dornen auf den Pfad dir streu’n, Die Schicksalsmächte noch so arg dir zürnen: Steh fest und treu zu deines Volkes Fahne. Heb' sie empor, fern sei ein felg’ Bedenken! Dem stolzen Dampfroß, wie dem schwachen Kahne Ward eine Hand bcschiedcn sie zu lenken. So mag denn Judas Fahne leuchten und erglänzen In ferne Zeit; so lang der Sonne Clut währt Im Gedächtnis. Wenn um Felsenspitzen Am Himmelsrand grellrote Flammen blitzen .... W*en. Max Macher. ->־ Die jüdischen Propheten.*) Von Dr. Alfred Nossig. Man hat «lie jfulD<־h(.‘11 Propheten mit «h n römischen Tribun*•!! verglichen. Sie waren viel mehr als »liese. Die Tribunen waren beruh u. ׳tie Hechte״ »h*r Plebejer vor den Uebergrilh-n der Patrizier zu schützen und erscheinen so als politische Advokaten des Volkes, deren Motive nicht immer rein waren. Die Propheten waren die verkörperte L׳- schichte, welche über die Legenwart zu Gericht saß: sie waren das Le wissen des Staates und zugleich die Schwingen des Volksgeistes, welcher sich mit ihrer Hilf« hoch über das.Niveau der Tagespolitik bis an die Schwelle einer echt kosmischen Ethik emporhob. \on ihnen verlangte das Gesetz in noch viel höherem Maße als von den Männern des almutzen,?roßen Sanhedrin jene außerordentlichen geistigen abstumpfen. und moralischen Eigenschaften, welche das Wesen des Philosophen ausmachen. Ihr auszeichnendes Merkmal aber war die weihevolle Begeisterung, der heroische Schwung, der unerschrockene Mut. die nimmermüde, von der Stimme der inneren Berufung stets wieder angestachelte Tatkraft. Es waren Philosophen, welche nicht zu kontemplativer, WissenschaftllAriA(. ' 1'?.ll^i.^11 U __C . __ * _ . L__ .11A war seine verstau len haben. sein Volk, 1n-m Volke htlich di*■ im Leist!• lt? .Millionen Sachwalter \«»ו d!*n und ruhig -1 Prei־dig- Proportion. rrs* heud׳-u Menschen V11 ׳ ehm-j Heiller Seele mit den die Zukunft -*•in♦•- dionen und ׳.Te- Volkes. r schleifen, fing führen lieber Tätigkeit berufen waren, wie etwa die Verbreitet die ״Jüddschej Volksstimme“. *) Aus eiaem größeren Werke über die altjüdische Verfassung.