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Jüdische Volksstimme · 1904-12-15 · 24 (15.12.1904) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
24 (15.12.1904)
Date
1904-12-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Aüdnche Bolksstimme Rr. 24 cs, alle Mittel . anz!wenden, um die uichtmagyart'flieu Kandidaten ’ zu stürzen was 'Zunder, wenn die nichlmagpc rischen Nationalitäten Ungarns K: eint 111 io erpotn rtcji Verhalle» der Inden zur :-!oleranz unler iircn .stonnationalen und zur wiiticha'lllchen Bekäupiunq der Juden aussorderten? So bildeten sichiz>׳ei streng isolierte Lager: aus einer Leite sianhen 1!!:t den ver'chiedcrte! klerikalen und anderen mal׳ konicnten und real:i> d.-.en -eite standen .!!־.׳ralen >i׳e׳.׳. T ne , t.-,b-r.:le1, Jude» ׳reui-.dckch die Jude!׳, welche S:.!!-.i::g 1» ׳!lege: wo,!,!ir ßher Lou: ili. Bet־'v־el r׳:a: -0 ־ r!1!,׳ '■־דיr:■:.ר ״! :!n-r r׳: in . -.!>a::׳.t .n S:a -k-.-.!b:t.!-.rk.:! mit S; .-.i.r!:::.; Za 2!• ■! in! V 0ד .־.־ da.,די '10:11 die Juden zur Zeit des liberalen Regime mit allen .'!!ästen in nichtdeutichen speziell tschechischen Gegenden sür die Verbreitung der natronal-deutschen StaatSidce eingesetzt, Sv wurden durch die jüdischen Be» sirebungen viele lschcchischeu Gegenden und Städte dem Deutschtum erhallen. Die Juden gaben in ihren politischen Iubcngemeindcn deutsche Verwaltungen eingesührt, in anderen tschechischen Städten deutsche Gemeindevertretungen und Stege von deutschen -Wahlkandidaten über tschechische ermöglicht. So lange die Deutschen annchmen zu können glaubte», das! das Raiionalbewußtscin der Rieht- Ungarns Hanen alle llrsache deutschen, speziell der Tschechen, noch zu gescsligt die Nationalitäten im Vereine näreu Parteien, aus der ־an die Juden und die leitenden sied auszugebe». Waren es doch 1» Magyarentum Eingang und erschauten, wo niemäls ein ׳Drachen wurde״ ivclchej durch und entsprechend gestärkt sei, um ihnen mit Erfolg entgegen zu treten, solange haben sie mit den Juden gemeinsame -ache gemacht und sic tatsächlich an der Herrschaii in den auronomen Korporationen :a:1 sn die Schulen, in׳ denen :׳. vargetragen wurde, in die chitlen schulten und blas! in!en, das! Sie 1:sifi1»,ggn.1r!׳'chen leilnehmen lassen, Als aber Öiy Zeit heranbrach. -- ". da selbst die Hilse -er Juden nicht vermochte, einen Sieg über das tschechisch nationale Bewußtsein zu erringen, da wurden die Juden zur Seite gei! iiovaki'cher oder rumänischer § schoben, und die Deutschen verbauden sich mit den and-.daien. mit maguarsschem י Tscheche», traten osi׳ sogar in andere nationale!ididat.il der Rationalitäieb! Lager über, um die Junen gänzlich zu verdrängen, :1 das. Begrabe!: der' Inden. 1 Ebenso durlte es in Ungarn kommen, denn wenn '!r.i:c!:'und mit der Staats-! auch die Regierung mit allen möglichen und unbilden, b.-greislich : ist, i'o ן möglichen Mitteln sich bemüht, die national-nichti.ioarn: werden, und jes 1!^ magyarische Bewegung zu unlerbrücten und ihr die ׳rre-iiereu, wenn die Juden! Juden auch weiter hilsreich zur Seite stehen, jo ist Ungarn, welches ihnen öie | boet) nicht zu erwarten, zumal sämtliche Rationen verlieb, IN dem Sintie ge Ungarns hinter den Grenzen national geschlossen ol.i׳.!.be;-, das! .sie die' nicht-j sind, und so ihre sernere nationale Existenz ver-!-, unter denen und von bürgt ist, das! sie von der herrschenden Ration Teil, leb.!!, in ihrem!.nativ- Ungarns ״nterdiucki würden, es'wird im Gegen- :-.!!!erdrü len und ihnen die! teil sich das Prinzip der Auerkcnuuiig der, nativ־ und Lü.ratur zu erlpiweren ualen Rechte auch sür diese Vvlksilämme ergeben;י t >:.:ch i::r die Iqdcn in!müssen und es wird sehr zu besuichien sei»,'da sie ", ־.!! der sie' nich^ gleich-i an d!» Juden, welche den RauAien als Träger lt l׳a: doch der gegen die' des magnarlichei! S bei de .־!.־■״’■־*■ 2 :׳.4.::ז-.n! eebackiv-.e die maqvar:ichc» 't f.T. iv: c.:: ::ו11.'(1ג3'5 ת\י:.ס Aul;..׳! 1;:׳evon Stimmen zu erlangen. 1Tnvi׳r: 1!־:s bevbacklle! wird, wi? die' 11!!.!nori'eU־'-;!׳.!.l :ck.iflen in iolcken Crh->-, wo! ו;1!י .-!׳ fU:\:!׳!׳■י; a ".:hleii,!'ich von Len, Juden, r. :׳ ,ו־!•!די..!-. iKruppe» - bilden. u'i.m.i:.■ 1!. , i::i! Il-rer .;reße» Aiizahl. in 1־.׳1! >-,!a 1n-!r> ck. '. .K>!!'i1!onur wie »n!'>h-־tlv ׳ :.׳.׳:!.׳.n.in.'.r v:\U!!en, d.r kann die BeiiirckNiing י .״ 1.. das; die Riagparen. nachdem ׳’:!. :׳.־Di-.' ה: ־.־en Iabr-. -.inte D:־en!le j',1-len'ttt i'hn!.- weicke ..•:.!־ ■; nni!:!־.!ls e-.nen solchen »atio- :::.י., E1f.!a :!.. i; a;1zn-.:׳e-1: können, nach ent- -.: -chendnr w:r:׳ck!!׳:',;.t>.-r und iia-.-.ou.iler Kräi- - '־:" r "!;de;; zur Tag.s.rdnnnq über . n uns!1. b.--.1'e;.- ׳chieben werden.' Ta:;!! 0i->-־.:׳.:> r Zeit h.-^anbrechen, die in Cenerb,-.'!i:-tc1rge:r! teil ist, de;:!, auch hier haben sich - ' -en י.!.-..', das ־.אי in.! l1e>onder.-r Absicht u»d -־ ״ r:!;ach!!vorder,!'ei,!0 koun:e!1 sie ׳. . .rielbei: ii.ckii b diei-.e-.e, de-:!!! ivlche- AuSiveiie!:-n-.n m.l r schaden, als nützen ״Haln'1 J »1־:r>׳ ,׳!;r etwas leichte- '-" bade» 1.; ׳::!׳;; .:־ r;rü. :,ei! gegeben! 1״'owohl wir als M ::זה:::׳: Seit? al-'cheulichen Geruch des, ri.’-tu י:-.י:..־:':.!: :-!!.:»»n.n, wenn man es anr. .׳: :.i..t::.;r'׳■ ־;. :ei: 11er. nKlie, da׳'! sie absichtlich it-Ldden lni) ' ־.:!.־! «Uns! u i'.rsiand er. alleknnsilerisch zu ־!::.-.!:.,:eren! er id >ui sich!'!eldvclräge iur lausendc r -.!de ur d allerhand Stv!!':-, unzählige -aer und Anzii ie, die er nie in ׳einem Leben : 1'iNlt. rccli eie!V.!.!׳ammen.und fügte sic :!: e.r- Warenbnch b־e!teh!11!g-wei׳e- ־,:, das .Kassaei,־. Fcriker de'ukl er!ich Geschöpfe aus. die 1 י.". ... oren worden sind, blä'i ihnen n- -.1 le.1. ledigenden! ein, legt lbnen eine'» Vortu:!: ,\ami-Iu' :!i-.eiiiiei! b.i und nimmt sie ins .׳zn?-.»« an:!.?! rodann schreib: 'erihnen Mahnbrif'e und drel:: 1 inen, sie dem Gerichte zuüber- /.-..b.n, in! Fall.- sie!:ick׳: die r.-gelniäßigen.Zahluizqen ..::!nicken ׳ollten ״Bis seyl." oben ihn, ersi gestern seine Herren ,״haben S:e Ihre Sache gut .-,.:!:mhl: alles;ft korrekl und der Wahrheit voll l. .u:ne!. eul-vreche id.f;tufv.T Der iin:rag-.!:1g der. erionncilen Ge- >.!..!-<Streu!:ä11 ״!!>e verichiedeuilen Handelrbücher der Korreipi »deuz »nt denselben, müßte er 1! ::.li 1:1 den Akz pten maitnigsache. Untcrichristen;!.--:! de 1! verickiied nsieu Terminen fälschen. Diese Ver anget überall c dass sie nicht imstande sind, die Forderungen zn crsüllen, die man an eine Aenderung des Statute« derzeit stellen musi. Das neue Statut muß derartig beschaffen sein, daß er wenigstens teilweise die ^vielfachen ,Strafte Dr. HcrzlS ersetzt und, um einen Ausdruck deS politischen Lebens anzuwenden, die Beibehaltung deS bisherigen Systems garantiert, natürlich solange es das des Kongresses ist. Ich glaube, daß dies nur dann möglich ist, wenn einer Anzahl von bedeutenden Männern der Partei, denen Dr. Herzls Absichten nnd Pläne bekannt sind, die das Vestraucn der Mehrheit genieße», vom Kongresse mit genügenden Vollmachten ausgerüstet, die ־'oberste Leitung übertragen wird Es 'muß ein V d l k s r a t geschaffen werden, der in allen programmalischen Fragen, in politischen An gclcgenhciten, sowie überhaupt in allen prinzipiellen- Fragen, seinen Beschluß zu saiien hätte. Da aber - die einzelnen Mitglieder dieses Volksrat e s in ganz Europa, wenn nicht in aller Welt ,zcrslrcul wären, müßte zur Besorgung der lausenden, abini nisirativen und der Fliianzangelegen heilen, die ja keinen Ausschub dulden, das Aktionskomitee 1uaur bestehen wie bisher, 1l»d gerade diese Zweiteilung scheint mir geeignet zu sein, de» Verlust derKräfte unseres verstorbenen Führers c!» wenig paralysieren zu können. Die vrganisatori'che Tätigkeit Dr. Herzls würde von seinen bisherigen Wiener Mitarbeitern gewiß wie' bisher weiter geführt werden. Wenn wir uns klar werde», daß uns ganz besonders die Autorität Dr Herzls sehlt, und daß eine Autorität im Interesse der Einigkeit und Festigkeit der Lrganiialion und der Bewegung notwendig ist, müssen wir m-.t allen Mitteln trachte», »ns eine solche zu schassen Daß das große Aktion-- liioniilce nicht imstande!!>. iius eine solche »1 prinzipiellen Fragen z» sein, »l dem klar, der da weiß, daß bei seiner Zusammenictzung mit unter ganz andere Rücksichten genommen wtrdcn. als die aus Fähigkeit und a l l 1 e 1 l i g c s Veztrauen; sind doch viele Aktions Komitee-Mitglieder selbst guten Kennern zionistischen Lebens, ja dem Kongresse kaum dem Ramcn nach bekannt! Während alio bas Aktionskomitee die administrative Tätigfeit!das Bureaus z» leiten hätte, wären dem Volksraie Fragen prinzipieller Ralur Vorbehalten, er wäre die Vertretung der zionistischen Partei nach außen und würde dann auch nach lilncn, vom Kongresse mit gebührendem Ansehen ausgeslallei, eine Autorität und damit der Führer der Partei sein. Es ist die alte atheniiche Erzählupg 1 ,Ta niemand würdig war. nach KodrnS die Königskann die Beiiirchlnng י die Utberzeugung, daß leine Ration sich von ׳hncnj kröne zu tragen, wählte das Volk Archonten" Aus den Ausgaben, die dem Volksrate zu gewiesen sind, ergibt sich seine Zusaininensetzung. Vor allem müßte der Aussichtsral der Bank, die Lestung des Rationalsonües und das Kongreß Präsidium darin Play sjndcn, scrncr eventuell vom Kongreß gewählte Mitglieder. Tie Gesamtzahl der Mitglieder sollte 23 nicht überschreiten. Ter Präsidcnt des Aujsichlsratcs wäre der Vorsitzende des Volksrates. Es wäre Vorsorge zu treffen, daß die e'Hai! auch 1 niagnarlichen Siaalsbeiviißl-eli-.s erscheinen, ihren empieblen. sich national zu mäßigen, in ihrem Die Juden haben heute ihre Rechte, aber die' Die Jude» selb׳'! dürien, da Zur (1)rpnifatio!1׳ifragr. l ie bisher vcrossentlichren . Vorschläge zur so leicht .an," ries eine li, als er einiam an dem; -timme in :chreibtiiche Wenn die Sache doch an; Tageslicht kommen sollte r -- Wenn man dennoch erkennen würde, daß alles erlogen und ־erdichtet sei? . Welcher Harle» Strafe würdest Dü da Nicht gcwärligt sein y ^,Aber was," kam cs ,hm alelch daraus in de» -inn, ״cs sind ja dies dieselben alliäglichen und immer wieüerkehrenden Geschichten und alles schlichtet-sich ja ganz rein ab. Man gleicht sich /ja ans und das Rad dreht sich ja aus die alte Weise wieder,!wie seine Herren Eheis cs gestern gescherzt haben." .— ״Cbm: weiters kann doch di- , Sache unmöglich enden." dachte er nach kurzer ';}eit wieder nach ״Ein schwarzer Fleck bleibt doch immer in meiner Seele -zurück.. . Welcher Teusel bat iiiich denn dazu bewogen, eine solche schändliche Laß aus mich zu laden 'S' — Ich bin ja nicht nur zu einem Verbrechen behilslich, sondern übe das Gräßlichste mit eigenen Händen aus! Ich schreibe, nnlerzeichne, sälschc und betrüge! Pis ewig wird ' diese schändliche Tat nicht von meincm Herzen - wegge,vaschen werden, bis zu den lebten Stunden! »teiues Lebens werden mir diese Iniriguen in die j Augen stechen, mir »!eine Schritte hemmen, niemals mehr kann ich meinem Herzen!'Hauben schenken." Es gab eine Zeit, in der et Unterricht in der ".. " " . ~ ' whr er seines t-. Der freien Tage der Sommermonate, in denen er von den Angehörigen seiner Schüler drei Monate lang 1» Rot und Elend zurückgelassen wurde, während jene aus Sommersrijchc oder ins Bad fuhren, um die heißen Tage angenehm zu verleben, — dies alles Hane wie ein Wurm an seinen Knochen gezehrt — Er erinnerte sich noch des blöden, vorwurssvollen Blicke» mancher gnädigen Herrin, als er den Unterricht mit deren Kindern beendet und sich angeschickt hatte, das Haus zu verlassen. Damals war cs ihm klar, daß die Gnädige Zweifel hegte, ob er eine volle Stunde unterrichtet habe und ob er seine Sache gewissenhaft ausübc, trotzdem daß er bei jedem Schüler um zehn Minuten länger blieb und.sich große Mühe gab, alle« genau und deutlich zu crklaxen. Allein wieschön war doch diese Zeit, wie ruhig und angenehm floß sein Leven dahin! Seine Seele, wie war diese damals rein von jedem Betrug und jedem Schwindel! Wie süß ist doch die Beschäftigung mit den einfachen Buchstaben, die geheimnisvoll und leicht sich vom Mund zu Munde ergießen! — Solche Arbeit gefährdet nicht das Leben anderer Menschen, beraubt nicht den Taglöhner seines Lohnes, leiht nicht die Hand zu Jntriguen und zum Betrug, sie verabscheut niemals dar Dasein und gibt nimmer Anlaß zur Klage gegen sich selbst und gegen den Schöpfer. — Aber die gegenwärtige Beschäftigung, wie verhaßt, wie schimpflich ist sie doch: Ihretwillen verlaust er seinen Glauben, seine Rechtschaffenheit! Für einen schnöden Geldbetrag veräußert er seine Seele! Schloß lolp.

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