Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 22 (15.11.1904)
- Date
- 1904-11-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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sreae 2 mir uni) meinem Stamme ncriohme. 2 ouSeimim oor?lfgcn habe, denke ick 11 meine Helotentragödie. Tie zionistischeii Hilden sind - keiüe Sie sind Swärtajnr. ״Mn dem Sckil )> ihm.“ Das 11t haute jicniftiich ,ndifch. : Die Jiidricchc Bolksstimmr Nr. 22 it ich dieses e wieder an Heloten, oder ans ein» »׳artani'ih war. : In den Zionisten ii t die stolze Erkenntnis lebendig: esin eine hohe!Ehre. Jude zu ׳ein. denn es schließt lwhe Pslichteii!in sich, das Mas! iiir den sutlichen Wert eines Mannes aber gibt die Psticht, die er aut sich zu ״ehm tSoetbe weiß für den Menschen vollere Grabichrtst als: ..Tenn er ist ein Mensch gewesen.^ Und da« heißt ein Kämpfer sein." n bereit ist. leine rühm- Wie müßte ׳!!׳eiten Inden p dovpelt und dr-ifäch e,i, ,r er» den modernsten eü.-ii'r Tenn Zionist tfauth'er lein. Tr i'|. ürärjicmrii unii ßrtnidituuarii 11׳. Blick in die thretz Stand zu ums wie voy selbst an zwar der 'Wenn -'-.׳ellschast wen Uild kulturelle» iaht das! . soziale»^ jeder Zeit Gedanl! zean der Menschheit ordiiiing ein, mit einen 211! einfachen Tagen bewegt siech dieses ganz anders und ich mvechte jagen bedeutend langsamer als an den Fest- und Feiertagen, wo »ns jo viel Einbriirfe beherrschen, das; wir nicht umhin können, um nicht mit Betrachtungen verschiedener Art und Weise erfüllt zu werden. Tenn diese Tage sind-ja die Stationen des Menjchxn. wo er ansrnhen und wo er Jbmbinationen' über verschiedene Tinge ansstellen kann. Ter Sinn wird geläut-rl, das?luge klarer und der l'Seiit schwebt in den unendlichen sphärischen Höhen der Gedanken- und Ideenwelt. Tbwohl alles dem Zahn der Zeit anheimsallen muß, obichou nichts imstande ist, einen Tamm den Berhällntssen zu legen, so kann man mit den! Philosophen kühn behaupten, das;, wenn auch?Illes i der 'Tleränderung unterliegen, doch beiweitem nicht lein, heißt j untergeben kann. Alles hat ein Neckst zu emittieren, j intimr und ewig, und die Materie hat dasselbe grosten Eindruck zu macken.! mich nach Macht »nd Können darüber Hinwegjetzen' den zioni Unruhe und Bewegung ,v'tört wird. dah nick! immer bemerken'können,?licht d p.si.m:st1sck-.׳ Ide n sich meiner bemä: und w-!I :ck es als etwas Schlechte! wurde.?lickt in! mindest ii Ich sage die'Evdliiiidir eil es!!den sieh befindenden ,\1.h;u!;׳e!ie11 und ins?luge näher zu I liehen s.»:::׳ahrenbe Ent viekelung, wenn aiieh Zreeg, Stille odet Bewegung, hat me atitgegeden und b ׳währt siech immer in i׳׳.tierati0i!,';eher!Zen und all' unsere Fafern und Fieb.rn fetzen ׳ich dadurch in Beweg t»g. Toch nickt immer gleich verhall sich das Ting p.׳echt es »lehr,!manchmal aiteck mind r, Z:t.??las; ni'dj Gekegeiihe» Tenn tt'tr verlangen, dgß das ewige E'iiierle Ute, um liniere Geduld können wir das??!ototoiie. Einfarbige und!e mioni^ige immer mit Liebe pflegen und vegildren r Benchiede» .ckiedeiie׳ L'-.ler. '?e'i.ckts I't beständiger ck'el, welcher!'Alles mit Neck nntreitzt -׳'׳etnze ve'u Griind aus' verändert und lliitivaitdliiiig der! Werte, die eil! modern?li.t'ckei so iehr a r?leiiiir ohne des M?le'eckt ZU leben, wie der Geist, obwohl der Letztere nnoeigkeiechliech höher steht als die Erste. Tenn immer sehen mir. wie die Natur stirbt und aufsteht, verblicht und Blüten wieder zu treiben ansängt. Bietet sich uns hier kein hochinteressantes Bild dar, rollt sich vor unseren?lugen keine merkwürdige Erinnerung an verschiedene Tinge und », nämlich.' Ideen, die durch zahlreiche Berknüpfuiige» und Berimmer von1 blndungeu eine herrliche Mosaik, tut volle» Sinne menschliche moralischen -betrachte» ־,»ährend zeigen n; 1° ’’epen'r Wie au Tenn, wen» er auch früher an sich denkt, bleibt es nicht ausgeschlossen, ob er an Andere nicht denke» mag. Er vergegenwärtigt sich umjomehr seine Lerhättnisje, um diese mit den Ander«: messen und vergleichen zu können, was sicher dann von, beste» Erfolg gekrönt sein muß. Wir sehe» also, wie die Extreme einander berühren; Egoirittur >״>d?lllruismus fast in einer Wiege liegen und nur von Kundigen erkannt werden können. Der Ego!- giuS, wenn er zur?lusopserüng für Andere sich hergibt, umso schöner ist er, da hier ein bedeutende« Ideal zu Tage treten muß, uht die starre Maschine der Selbstzucht auf andere Geleise zu jühren und um den Morast und die Pjütze der moralischen Fäulnis, die im Egoismus enthalten ist, in reinere Wasser zu tragen, statt Verjumpjuiiq Bewegung, an Stelle des KotheS reines Wasser, das trinkbar und nützlich wäre. Solche Gedanken mögen uns auch an anderen Tagen einsallen, verlieren aber doch die Wichtigkeit und den Wert im Bergleiche, wenn uns solche Gedanken an einem Feiertage in den Kops steigen und nach Antwort Hütchen Wie ich früher bemerkt habe, geht Alles aus bie Zeit, Umstände, Eindrücke auS, und dieje Bedmgungen sind es lediglich, die das ganze menjeckliehe Wesen ausmachen, Außer den Feiertagen gibt es noch andere Tage, die uns ergötzen und in Begeisierung versetzen, nämlich die Geburts- und?!amenstage. In den ersten fühlt sich der Menich glücklich, wohlwollend und ist imstande mit seiner Freude »nd seinem Ärbeitrsleiß alle Hindernisse zu bekämpfen, tagtäglich wachsen ihm die Kreiste und er bekommt auch solche Ideen, die sein ganzes Leben selig machen. Wie die Feiertage, so sind auch die Geburtstage eine wichtige Station aus des??ienschen Lebensbahn, er schaut sich um und hat sozusagen, mit sich selbst einen Kampf zu bestehen, der ziemlich Han ist, doch dank der Bor sehung. der Mensch immer davon als Sieger aus-! gehen kann. Auch in dieser. Freude vergißt der Mensch nicht seine Bergangenheit. Gefühle reihen sich an Gefühle und das menschliche Herz ist ein Spielball verschiedener Bewegung,?luswälzungen »nd innerer Kämpfe. ״Gedenke, daß du Sklave warst in Aegypten." hegen, die?«!bei in ihrer Kürze und präzi'em Stile ine | Diese Worte tönen uns gleich einer Trompete;feiten, ver- Gedächtnis ruf 1, brauchen wir zu beherzigen, um: immer und immer, wenn wir etwas Gutes haben, s d.r eine L-Hre aus Die Praxis zu ziehen und so wenig-,Wir brauchen auch zu gedenken, daß wir Indiv:- ׳lens eine Brücke von die'er bis zur Theorie zu Odilen einst Sklaven waren, nämlich, als wir noch schlagen und wie mit einem?letze zu umipannen.; sehr jung waren und nichts begreifen kounten. wir aber des Wortes, uns vor?lugen sühn'??ln den >s, als ob Wochentagen ist der Mensch vollaiij beschäftigt, itigt haben ' mit Arbeit uberhäut: »nd kan»!ich nickt »»t höheren ,betrachten Ideen und Idealen abgeben, da er die ganze Zeit s nur. um in Anspruch genommen ist.?In Festtagen überlegt er Alles, prüft und erwägt ei» ,edes!Ting nach seine»! Werte und verlangt zu allen?lätseln' einen Schliisset, ber imstande wäre, ihm die Frage» weiiigsieiis tetlw.ije zu beantworteu. 'Mil großer Neugier und Begierde strebt er aus?Iller gute Antworten zu bekommen, die imstande wären, ihn zu beruhigen und tu d-r 'Welt auszukiäre». Tama-s wird und kann er verstehen, von welchen! Nux;e״ die Pflichte» sind, und zwar nicht solche׳, die als Strafe ausgenommen werden,׳ wohl aber solche, die als etwas Gutes, Empsäugliches, 'Würdiges und Heilendes betrachtet werden. ״Wähle das Lebe»!" Diese 'Worte, die uns ckiNgeS Tie z-nede oder das ihrige einer jede» manchmal e nach ute könne» sich sott in Prüsiiug Das T.uk.r Friedrich fehle ht auch in t!> illigiing. T-׳r die!leimten T>׳:> kan» Töck loegling eine glei?!ad mit. der'elh »:eckt :mmer gehausge»i!m, wie e tu׳.׳?! leckt immer bewegt lieh das Geläufigkeit, die Natur׳ Sckinellkgkeit. ünd n dessen Zähne tief in Bedingung. dets;!davon niemand Tu es mjr'.-" l . I’et'il holii-m! rsährt sagte er und zog!ntt'or und das weiten ii it. r deut'chet »»eist,. geticken Ein- Nicht für den Zweiten lebt der Mensch, nur für sich selbst, und wenn der solches tut, lebt er auch; damit nicht minder für seine Zeitgenosse» und??!it ategori'ecke׳ Imperativ iiird bis in 1»e1»'ehe11, die auch nicht weniger von seiner Hände S nur ietii.Fleiß, seines Kopses Talent und Genie' Nicht »linier ,»,wie ge'chzt. die Be! wirken. 'Wenn ein Dichter snr die leben ünd??lenichheit schreibt,, kann auch möglich sein, daß er seinen Zweck srühch im?luge »׳»hält und dann den der A n deren^^och^ck^verde^as^iicht^aüelii^ind 1 VIII T'chet'chek wohnte iveit.'wcit hinter l er Stadt in einem kleinen, weißen Häuschen, das kleine F.uster und farbige Läden hatte: Dazu gehörte!ein grüner ver'priehit - nahm mich sodann bei der Hand, sühne mich zu . dem schwarzen Hund und sagte, ich solle mich nicht die Brauen fürchten, der Hund werde mich nicht beißen. Zuletzt se'rderte mich T'cheti'che'I aus. den Hund zu str-.icheln, und ohne lange zu warten, nahm er selb» »:eine Hand,- führte sie über da; Fell des Hundes und jagte ,hm schließlich einige Kofenamcu sind freundliche Worte,??!ein schwarzer ׳״arten, aus ivelck.m mit großer Pracht eine Freund senkte den Schwanz, neigte de» Kopf, de??!-.׳,:ge hoher gecker Sonnenblume! reckst vorn. hm . leckte sich und war! mir Seitenblick.׳ zu. als ob er Sie neigten leicht Ihr Kopfehen;:ir l sagen wollte: Teil! Glück, daß me,» Herr hier r.׳:׳: :cf; ui:r zijri.fei׳.: s. hier warn:;.reu, ckrui aiishii-.!:::: ::e. wiegie :11 s . g-.bts G:e m >s sri'ck Und aus : Stauei ׳.׳״ckr-1 »: hi»,!vo >s "> ::׳:> ..s Iran» iß'.d ׳:׳rinnen, ׳ckr-ie ׳'״.»d׳:e ::!s die -":o.s tu:rii'u! i.:r Eu.b. lüSv: .׳< •■:׳!;::׳!:as, :.::Der Himmel -..kt f:!t E.ick Tort :11:0׳ ׳.<.:::) »u: rot. -i.is »:ick mit ׳,'lua't ׳a» d:r nie:» Daher, wenn wir jetzt etwas verstehe», sollen wir diese Worte immer beherzigen, nicht stolz sein, wenn wir etwas kombinieren und begreifen, denn dazu sind wir;a geschaffen, um die Wunder Gottes zu schaueu mit dem physischen, mehr, aber mit dem geistigen?luge. Ja, wird uns ein Jeder fragen, waren wir denn nicht in frühester Jugend freier als jetzt? Ja, im Physischen, Materiellen vielleicht, aber ׳:׳ und es schien mir. wie i ׳teilt. Tu würdest so»» ohne Hand von hier i -^e--׳ ׳.!onnii her zu uns Jungegeh-.׳,,. - Nachdem meine Furcht vor dem Hunde iil Freiheן.1:1 .״ III 2 cht, g-.wickeu nur und leck mit d.iii .l'.eii 1‘u.ku'viiik* uni) »hem! - ל - ins Zimmer kam, kvurde ich vou neuem tu Furcht??!vdergeructi, jn!er H tze, l und Selirecken versetzt. — Alle Wände Ware»' vo» Statt, aus jener Euga jenem l oben bis Rute» mit Flinten behängen und , d^s-E Uders, zieht es Tiech da-! dem Fußboden lag das Fell eines Löwen Freiheit. Lus: ,,,id Liecht gibt.! Leoparden — 11t:: surckibar seckarsem Gebiß schon t׳t. — Tn »iii'ßt laufen, | Hinsichrlich des Löwen hätte ich mich und »!׳gen oder dich in'!! d.mlruhgi — aber die Büchsen, die Büechse»yV schnieelie',, mir weder - tue stochen Pflaume», Die schönen?lepsel aus eigenem Garten, welche mir der Hausherr verehrte,??!eine?lugen, schweisten vo» einer Wand' zur anderen. Toch als T'ch.tschek später aus de», roten Kasten eine kjeine Fi-.ül mit sehöii gwölbte׳», Bauche jiahm, iit'tr sie seinen mächtige,i Ba-.I »nd feine große, starke Hand ausbreitete, als er Mit dem Bogen hin- und herstrich und die'ersten ie'inzeliten Klänge ertönten, da vergas; ich augenblicklich an den' schwarze» Hund, an den schreckliche,! Löwen und an die geladenen bloß.׳ Erde, in das grüne duste»d> Toeki o weh! Tiefs :» nichts ׳<׳ K»:e.er! Weibe Sonnenblume», '.:'ck? Lu», reine Erd-1 ,׳:n lench- — zürnt nur nickt — sie sind zesckaj'e»! — »g Milli ein schwärzer. lraushaatig:r i. s.urigen?lugen Er stürzte sich ׳,׳Über F-.indsickat':. daß mir vor Atem steet!-.׳. l'Äuetiichärweise war aux oder be- Es noch e׳.b:r an!י.»ent Stucke augebunden. Gei'chrei killt Ticheisch:! 1111-;1.111־ ^ylinteit. — Ich sah vor mir T'chetscheks großen An׳ ..rannt ■ ohne Uniform — und!schlug de» § aurgebreiteten Barl, seine dichten hererbgelassenen worauf, 'tch diestr beruhigte, j Tseheischek' Brauen: ich sah nur eine bauchige Fiedel und Finger, die über die Saiten mit solchem G.'schüke tanzten, daß ich nicht fassen vermochte, woher er so viele Finger dazu nahm. Später verschwand auch Tfchetschek mit seinem ausgebreiteten Ban, seinen dichten Brauen und den wundersamen Fiugern und ich sah nichts mehr vor mir. — Ich vernahm nur ein Singen,?lechzen, Weinen. Seuiz:» und ־Summen; ich hörte sanfte, sanfte.Stimme:!, wie ich sie in meinem Leben nie.gehört: — 5:»«־ men, süß wie Honig, glatt wie Sek gossen, gossen sich ins H-׳rz hinein — unaufhörlich. Und meine ee!e floh weit fort von dannen in eine auhete Well, in ein Paradies von Stimmen von goldene» Geiäugel,. —- .llarhate clizcseli'r־') ries mir Tscket'ck׳! zu, legte die Fiedel weg und gab mir einen Schlag auf die Schulter. Es kam mir vor, als'würde ich aus dem siebenten Himmel aus die Erde herabgestoßen. ' Seit dieser Zeit ging ich jeden Sabbath zu Tjchetschek, »in ihn spielen zn hören. Ich sürcktet:' mich nicht mehr »nd mit dem schivarzen Hunde wurde ich so bekannt, daß er, wenn er mich erblickte, mit dem Schweise wedelte, mir entgegen rennen wollte, um meine Hand zu lecken, was ich aber nicht zuließ: es ist besser aus der Ferne ׳gut- Freund zu sein! Zu Hause wußte keine Seele, wo ich den Sabbath verbrachte — ich war noch immer Bräutigam — und man hätte bis heute nicht« Davon erfahren, wenn mir nicht ein neue«, großes llnglück zugestoßen wäre. Ich will Euch gleich davon erzählen. >) Liills, Tn Tee - V6v!3n§6r üb6ral1 die ״REVUE“, Organ der Kultusgemeinden!