Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 21 (1.11.1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Hz. 21 Jüdische Bolksttimme -eite 3 £Sh£S<brnaab«?cJftD״Rl,S^ir4nn^nI9.'.!*l?‘1'*' "2? vorbeischlüpsend zu «helfen. wurde r a l n^iiinhirt» I sU> x '׳-^ יי• •**'־’־־" ׳*«n*|*t11u, 1a1 1)1|uf1u^utufw mislji uuiV11|uy1u^>|11111 ju uiuiui. 3n ’ÜSflhrtycit r‘n «♦;?*! j,e^.ec. •^olomiation ist io: zuerst enrjucht e^dre andräncpnden Fragen aw die leyren >r. als ein .fremdes Territorium zur ' nativnebt'eine 1י1., ״ 111־ Mutter Erde erhsben wurde, eine Lunde!sie Reckte «nh ftnm ■״C ,11 tue i'braicoluaie bet ttorbmis ״״״ h״ Z '! imm5■ .erh-I unb bann jorbert Probleme zurückzusühren, wobei , t oft nur ben .. .,I r..» 'KhrniVnlnnif h,-r -ynrfmי ... ״,,< «.״ »״' I L” •-“״“ ״״ul״.. immer, erhält sie sie. ob auf Weg zu dielen Zielpunkten weist, vit aber qleich 11' nicht auslöschen werben unb deren ff A, ober senem Wege, ob diplomatisch ober nicht: rasche und knappe Antworten qibi, lphne uns seinen " bie Ävl° na.^ 7rü^nindre7 «׳»״■ manchmal nlXen.g An- Gebankenpsad zu verraten. Man i t immer w.eber n »rund 1»£re4ÄÄ«, der .,iräste not״,, aber sie erhä^ sie. ,«,erstaunt über die Schärfe fernes Blickes, der tn 'Dort in iraend einem Winkel n^ü-re! frf,at 61'י Autonomie unb wenn sie sie nick l erhält.! den Wirrnissen der Geqenwait Geschehnisse, unb ^1“"',i״,lrV"W^ Nimm, ne sie. weil sie zu einer Ma! st ward. Menschen scheibet und unt.rich.ibe:: und über di. ' ™ '״!'1®'1״לד* >",r oorrnftien. bah doch be-keffs bcr . Erhabünhe." seines ' J SiKi! r״n6'rI-! mj61“t|,n hinsichtlich der Erleichte. MV;,licht, bas! er '>>^,»-1re>b,-^ Sn^roi! mar diele« Ü1!eni!s *1^ i Wel*CItft> sogar Ermöglichung der Arbeit in ihrem verichlumzene» Ineinander jchichtel und sichlet - g»,ek» die nnrfi nnm ß(r״he ^Cn Palästina Niil der inrkii'chen Regierung eine Verein- und in ihren notwendigen Wirkung n aus die esu ",1’‘ ״»״״nhlieft mit ihren ״r״i,. uns baning unerlälilich >s,. Hier aber kommt die Tiplokunit ahnungsvoll vorh.rsieht. Wenn wir deute :),11״״ ״״״״ ... ,Un^ stnileren. malie »1 der vorangesiihrien Bedeutung gar nicht wieder in seinem Buche hlattern, so mochten uns zaubtihas . ״״ö ilal!: :111 ®ftra־b* die bandelt sich doch lediglich darum, seine Prophezeiungen. ericheinen. al i» seien sie nach rh ״ n Tift!r i! h?™?י‘,1'9־• ditt, ein reales Ä au i valent zck sinken und zu einem dem laiiächlichen späteren Einiresjen erst qewelß'agt d.,n oernordemn T.ktatvr narb auch das Lnper, men,.;?MmDalem für bieie «enimmumpn takn »ir q. " ' ־ ' U ' ־' ftatb auch!eues imvernunltige ,Vielleicht doch" ־- •׳ ־'—״״• -- - ■ - ■ ■ tandpunkter. der eS ihm erer die zeitlichen Vlrgänge mit all worden. Und doch waren es im Mai liltl2 berat.? - , . - ״,;• , . , •t .... , . b" nügendt .,!rast: nicht alio Diplomatie (weil von vierzig Jahre, daß wir uns des köstlichen Besitzes T r Zaubers,ab entstel der Hand, d,e,hn beherrichen!Macht'keine Rede sei» kann, sondern Realpolitik, erfreuen . -v v x״« X -, , . . . ־’־־'־־־..״».יז .«׳“«׳• luiuii, luuuiiu jiEuif'umu. ftfrcutn öürftjn. fonnti־. ^\c0tr, lhn au Tbeb.tn u>11 l. roirö; Uber dies alles noch ausführlicher an einem anderen. Troy'alledcm ist uns Moies Hep als Menich. leine o imon, ]onocrn Die Üar 11n111 r Crtc)?iese Polin?, das \n nichrr neues. Diese GUehner und Agualor ein noch recht Unbekannter einer al > >>> >ou , cha,,eu a.as miipen wir Politik bestand in den bescheidenen, unsichere» und geblieben. Leider! Denn er ist - ,»ic kaum einer oerlunderii. W>k^»111״en burch Worte die Diplomatie! Enttäuschung vollen Anfängen als Herzl »»..seiner der intensiven trjnwirkung seiner Zeit und seiner als das entl,ullen,.wets ,1e >,l: .lbturdität. W» müssen! herrlichen, blendenden D plomatie kam. Diese Politik Zeitibeen aus die Juden ein lypisch s Beispiel. Er dies tun noch bevor b>e,e, die ,ich als die Aach-. trat znrück, verlor sich irgendwo und verschwand.! brachte - einen Reichtum unverküm nerrer Raiienfolget grerzls bezeichnen, durch ihre Tätigkeit diese Wenn wir wollen, das, diese Politik ausersiebe, aber I anlagen nul und gesteigerte, em, iärignirsehäende Erkenntnis ichalsen werden. Vom Beherrscher unserer großer, stärker, leuchtend äurch Wissen und Zu-' -^mmisari Dabei die stete Unrait. seine Zeit .äerzai konnten wir vertragen bas selbslherrscherlum sainmenhalten. io müssen wir die Diplomatie de-l gai^ besitze» zu wollen; im böci sten Linne ein der iiplvmatie nnt all ihrer Schädlichkeit - ibuen molieren, vernichten das Absurdum, damit die Zeitgenosse zu sei». >. oder werben wir uns nicht unterorbne». Und so wie Wabrbeit entstehe der Zionismus. ״ Sein ganzer Leben war ei» .riamps um die wir »nt>r bei» Einbrueke des seelenerichiltternden All׳-den Ruinen unseres Lchweiesenr enlstan- -Wahrheit, ein trotziges Ringen d iine 2cheu vor Er,lgnisles unser Herz betäuben und vor ber Wabrheit den unsere Gedanken Es kommen'die Aniän'ge einer , irgendwelchen ,ionseguenzen. Do Hit er me ganz.- uns beugen mußten, die tfeber^in deren Dienst wahren Programmds. Das ,ist kein izraklionspro-! zu einer Partei gebort; ein Reslche!! Zweifel blieb stell nb, wie einst Baruch, der Lohn Reryjas im grammchen unb nicht ein Biegen bet Anträge zur ihm stets noch, an'dem er sich üdei seine,Genossen Dunge Jeremias, so ist es heute unsere Pflicht, belieben Vermerlunq für die liebe ״Mehrheit", die! und aus seinem Jbeenkreise hinausichwang. nur der Wahrheit gehorchenb, bas zu sagen, was sich sür den' Zionismus hält. Das ist das Pro-' Wie scharf er immer iah. sein Auge leuckue«. tat i>schlich ist. gramm der neuen «tzeneraiion. Nicht einer, nichts stets in idealer Verklärung. 30 tum es, d«1ß a Das was ist. Heute nur ein Wort: südliche;einige, nicht eine Minute, nicht einige Miikulen, oftmals irrte, schwer u»>b sundamemal — aber aus Diplomatie ist die Anthilese jübiseber P o.l i t i k. Wie, werben bieses Programm entstehen lassen. Wer es : Idealismus. das Recht ist die Politik der Ausdruck der beite-l schassen wirb: die zur Tat erwachte Jugend.! Ihn ganz zu begreifen ireilich wird erst mögbenden Machtordnung. Tie -geschickte Ausnützung^ -n!e.,t R«rm> «nder. .!ich lein, wenn wir sein vieliach dunkles Leben d,r Macht, diese .,iunsl ist die Diplomatie. Tiplo-, j und sei» reiches und vielverzweigites.^Lchriilium mau. ,st nur dort möglich, wo Macht vorhanden >il. «:• ..ir״״״״ (nff»u1>r Prii-f“ ausgektärt haben, das - zernrent >ena wegen Heßens ilei::. Tlplomatie, kan» eine sotck, seile Machtvor- *.IH Uli Ul Ul Uli ,,V/Urnkl 01111 Vorliebe für Pseudonyme nur mH! großen Muhen -oiea-.Innq vorsühreit, baß aus ihr ein neues polilin^., Mw(■«,. S.lj : , ,»׳ammenzusäsien in. Ernste ziräske sind jedoch an lches sjaklu», entstehe, deis ist: eine Änderung des. * *״l1־ •“1*ר ־ ־ . der Arbeit, Heß uns zu erorbern. Und ich hoise, tatiackilicheu Maeksiverhälmisjes: alio ist, eine von s »»-,»"li^'ii «es d.. r-e-:,7׳ ,-u°c,n, ,«ee:mi. die Muhe ihren Legen tragen vird.. k.1:>r Macht gehaltene Diplomatie eine AbsurditätZ -Mose» Heß ist in unserem Lager noch langes In erster Reihe aber wird ei: für uns Z>o Hing!gen kan» u»d^ muß irgend eine, wenn auch! nicht genügend gewürdigt. Gelobt wird er ,a: nisten von Wert sein, H.ß »nb besonders iem m uh'.lose Gruppe zur Lchassung einer Macht es genug. Ader er sollte — nach der Mahnung i Hauptwerks im Urteil stiuer Zeitgtnois!» zu er :ring:» und somit auch eine breitere polilisckeILessings an die ztlopp'iock Verehrer — weniger ge forschen 30 werden sich auch eme Hülle von Gesichtspunkten ergeben zur Beürt-ilung der^damgligen um die Herrschaft ringenbee südlichen Aonsessionen, bei resormerisehen und der neuorlhodo.!» Mit der Betonung des nationalen!Momentes im Allion ermöglichen, in deren .,!reis auch bie ן lobt aber mehr gelesen werden. 'Viele Gedanken diplomatische Tätigkeit gehört. Die jüdische Politik aus seinem klassischen Werke ״Rom und Jerusalem"!-> n und muß also es dahin brikigen, aus den 1 — das jetzt doch allen in einer wohlseilen Aus Ji1d!i, eine Macht zu schassen. Tie Mittel, die dazu, i»h7!n sind: Schassen eines Volksbewußtseins, Volks-!niwilAung, Ansiedlung und Arbeit in Palästina. Voiksdewußtiem und Entwicklung: die Massen als solche sind ein Gegenstand, bestenfalls ein Werkzeug -i,i physisch und moralisch entwickeltes Volk, gegäbe so leicht zugänglich geworben ist — sind in Judentum war gewißermaßen ein Prüsslei» geichasien, der das Unechte vom Echtsn unterscheiden den Allgemeinschatz unserer Bewegung ubergegangen Ein großer Teil unserer Panei'prachc — jede - - , . ... Parjei hat ja ihre Terminologie -- ist jenem' lehrte. Während sich die deid!» zzonsessidnen um Buche entstammt. Doch das genügt nicht. Das kleinliche Revrganisationeii herumbalbten, wie« Heß Werk ist überreich an entwicklungssäbigen und des, aus die prinzipielle GegeMätzlichkest Ibin. Und schon trag.n von einem nationalen und ökonomischen rechten Pflegers harrenden Jdeenkeimen. - Heßens l damals zeigte sich, daß es sich ch!1 rrthvdoii! und!lhstbewußtsein, ist eine individuelle Macht. An- Vortrag scheint oil nur tändelnd und die Tinge;Reform nur um ärß!rl!che Dmehenzen handelt. Nun so war es einst, als sie noch ein »lind war Jetzt aber war sie bereits ein erwachsenes Mädchen, konnte sich schon ihren roten Zopi siechten und kleidete sich wie eine Braut stets nach der .nenenen Mode" Meine Mutter hatte -eine gute Meinung von ihr und konnte sie, die ״sanft.- Taube" me genug loben. Esterl kam manchmal am Sabbat zu meiner Schwester und wenn, sie mich erblickte, wurde sie noch röter als sonst und senkte ihre Augen. Meine Schwester pflegte mich dann herbeizur!,i'en um mich etwas zu fragen und uns beiden tu bie^ Augen zu blicken. . 'Ich evinnere mich wie heute an folgenden e'oriaü. Eines Tages kommt in den Cheber herein mein Vater mit Herschel Baal-Taxe und hinter ihnen schleppt sich Reb Scholom Schachno der Schadchen, ein Mann mit sechs Fingern und krauseni -™ite, — ein Hungerleider. Wie Reb Sorach diese Gäste erblickt, fetzt er sich das Käppchen samt dem Hute auf, infolge der großen Eile verfängt sich die eine Locke hinter dem Lhre, der Hut wirb zerdrückt, >.! ,e halbe Sammlkappe sieht unter ihm hervor und eine Wange wirb rot. Man konnte erkennen, baß etwas nicht in Lrdnung war, zumul Red Scholom-Schachno der --chadchen in letzter Zeit häufig hereinzukommen Ptlegie. Er rief stets den Rebbe heraus, stand mit .ihm dort einige Minuten, beriet, flüsterte,-machte Handbewegungen, zuckle mit den Schultern und lazlc l-ufzend: »Na — entweder ober, wenn es bestimmt ist, 1° w1ri)!6 sicher geschehen, kann man es wissen?" .Beim Hereinkvmmen der Gäste "wußte der Schachno. — Ter Rebbe winkte mich ich ging zum Lehrrr Reb Sorach nicht was -zu tun, wo sie hin-! Tische, begann mich hin und herzuchiegen und mit zuietzen, er packte die .,küchenbank. auf der die Reb j lauter Stimme und schönem ״Niggens 2, begann ich: bezin das Fleisch aussalzte, drehte sich mit der! ״Schir Haschirim, ein Gesang übfr alle Gelänge: Bank einigemal herum, her und naihdem er , lies durchs Zimmer hin und!-alle Gesänge hat gesungen ern Prophet und dies hat., sie niedergesteljt hatte, setzte gesungen ein Prophet. Sohn eines Propheten. Alle er sich ganz allein daraus. Bald sprang er aber auf iilesänae Kat aeinnaen ein Weiser unb dies dal aewie verbrüht und griff nach der hintersten Rocktaiche, wie wenn er die Börse verloren hätte. ״Hier ist eine Bank, setzt-euch." sagte er zu den Gasten , ״Laßt nur." antwortete ihm mein Vater, ״wir sind chur aus. einige Minuten hieher gekommen, sie wollen 'nur meinen Sohn ״Tenaeh" >l prüfen," dabei wiesl.der Vater aus Herichel Baal-Tare hin. ״Warum denn nicht," sagte der Lehrer Reb Sorach, nahm ein Buckilein und gab es Herichel Baal-Tare mit einem Blicke wie wenn er sagen wollie: Da hast und mach was du willst! Herschel Baal-Tare nahm sachkundig das Buch in die .Hand,- beugte den .stopf über eine Seile, schloß ein Auge, blämne hin und her und legte mir schließlich den erste» Abschnitt von Schir Haschirim -» vor.!״Zchir Haichiriip gar?" sagte der Rebbe lächelnd, wie wenn er 'iahen wollte: konntet >hr nichts schwreriqere's finden? ״ . Zchjch Haschichim," antwortete ihm Herichel Baak-Taxe ',er konnte das-.r" nicht ausiprechenl, ״Schich Haschickum ist nicht so leicht wie ihr meint. Schich Ha> chichim muß man vechftehu." ״Sehr richtig!" ries lächelnd Reb a, «bei. ') Hobelied. öcholom- Gesänge hat gesungen ein Weiser un> dies hat gejungen ein Weiser, Sohn eines'Westen. Alle Gesänge hat gesungen ein stvnig, die! hat gesungen ein stönig. Sah» eines Honigs!“ Während ■ des Vortrages betrad itete ich meine Zuhörer und bemerkte bei jedem ein! n anderen Gesichtsaurdruck. Im Antlitze meines? aters spiegelte sich Stolz und Freude, aus des Lehrirs Gesicht war Furcht und Angst verzeichnet, er^schtr! _iu befürchten, daß ich verwirrt werde. Seine Lippen zeigten, daß er in Stille, jedes Wort milsprach — Herschel Baal-Taxe süß da, den Kops zur Seite geneigt, den Bart im Munde, ein Auge geichloriei, dar andere sah herauf auf meinen Platz und e! hörte zu rote ein großer Sachverständiger. Red Sch! lom-Schachno dagegen, ließ während der ganzen;!eil' kein Auge von ihm und saß da mit halb gemigtem storper. Anfangs hals er mir beim Hinufid He!wiegen, daun unterbrach er mich beständig mit!einem Ausrui. einem Gelächter, durch fortwährendes Husten oder gab mir in einemsort Zeichen mit des, Zeigefinger: ״Wenn man sagt, daß er kann, Hann kann er!" Nach einigen Tagen brach man den Teller und ich wurde glücklich der Bräutigam Herschel Baal- Taxen» einziger Tochter Plefterl. I »! Ling'ong.! Verlanget in tiast- und KatTeehäusern die ״.Jüdische Volksstinmie“. 1