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Jüdische Volksstimme · 1904-11-01 · 21 (1.11.1904) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
21 (1.11.1904)
Date
1904-11-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Jüdische Volksstriiiinc Nr LI .andere.,ytntiu'tt Kl» aiuettat. oiijt ioUen nitli gibi'bcii, ionder, 11׳<rÖen. Da:11 dir .vun6frt<’d!a׳ . Jor!0 11116 nun?io iicli in . fu'fu a!|i 1, ft«׳ tdr.r .:.«■iut. 1''rJn ד1ן11;11..-,ות in ׳iiaiiftiiva׳ ibr4׳l tiein über das Vollbringen ioldjcr. ihren Schöpiungen &e* deines und Gemütes, mit ־ ' uanirqcniäv, j ibiit Witz'enichasi und ihrer Kunst. kurz, mit ihrer und Krartb-wus Arbeit, io ״imüit sein Einkeiistrieb IT an. Tie Grenzen iein.r Mach! lind!ganzen Kultur n'l meine Vergangenheit. Man inft neue Sf.cbezi.1! treten aus.: kann es vor allein sagen, wenn man das Bewusstnieftr dlvss Bau«!stamme aus-!iein haben kann, das! die eigenen Blutstraditioncn schon gröbere Baut״ ausgeiubrt I in- Die Bergangcnheit dieses Volkes zuuücksühren. enüg! »ich! Sie :jeh lerichast. »»ft j wie das ja wohl bei den meisten Menschen der wächst cnipä« y,1ft io g ln es sFäll ist. Was ist das'aber sür eine merkwürdige!iale .y!re!s v-rarötzer) sich j 2eeU־nfraft des Men'chen. die ihn zu einer solchen omini ein cni-cheidei des Moment 1 Ideniinzierung feine« Lebens mit der Geschichte iiUei w.uer ausft.liiiii de Iiiteresfen!seines ganzen Volkes fähig macht T Nu», cs ist - Erworben sie!!!:. cs loillfn ii'vhar.n. es Es iü k! ■ .»ft n!t! b. i:1 fl: O'.: bkv.muuu s diesmal ' de Baum■! :: das n.i»! ■' w :: e er ft.!,! Kr.i :. nun; der :u:i, ä.:a1 n .׳a:!1 das .-:;■:!im. ui: Eine jüdische Diplomatie ist rin Absurdum: Absurdum, nicht aber ein Paraftvron. Das Para^ doxon stellt sich den erbgejcssenc» Wahrheiten ein gegen—aber cs kann neue vorbereitcn; Kolumbus. Koperuikus brachten parodorc Idee», dir Idee einer lebendige» jüdischen Naliönalilät war ein Paraftvron Die Absurdität aber' widerläust dem menschliche» Iücengange überhaupt und nie wirft sie eine neue Wahrheit gebären; sic schafft nur eine Sklaverei des Verstandes und eine Irreführung der ■Kraft Für Herzl war das Absurdum einer jüdischen T: plomatie kein Hindernis im Wecken der Massen ״nc! de« einzelne» Individuums, aber es' erlaubte chm nicht den Massen einen Lebensinhalt, den einzeln-.!! Kämpfern eine Lebensarbeit zu geben: die ents.ntzu:! Kräfte verdorrten. Heizl. der ZEfwecker war k.:>, Diplomat: der Diplomat Herzl war nich: mehr ft r Besreicr. Die wunderbarste Begabung dieies grvii Menicheit war die, daß er jeder ihm in die Nau: gekommenen Phantasterei den .Schein eines Ta; sächlichen, ja einer Notwendigkeit geben konnte. Ter andere Inter.iieii'pharen gleicher s mied, r jener allgewaltige Eiiihcilslrieb, von dem sich ^ausbreitenden Entwicklung an wir ausgingen. der' nicht nur die Grenzen »nierer zen'.Hal: gebtcte». oder gar. wenn s räumlichen Kraft ins »ngeiitejiene zu deltnen wcisi. . sie »i!1 Verkletnerinia od.r voll-l sondern auf den Ftnickien des Geistes uns auch inguiig dedrode». ^»!:t .1;י: es." überfliegen latzl die uns gciepteu Schranken der Sah Erworbene zu '.alte:׳. das Gesähsdete zu tsir :seit. Des Menicheit Leben wahre! sechzig Jahre: i zun! Kamps Ziviichli: de» ebner Wie furchtbar sür ein Wesen, das nach Hn beginnt:, d:e bsiichschte. Z'.i'chräuktlieit dürstet! jWte wunderbar der Getil. das;!■un. da .114 Zwei Krct'c; der es vermag, für diese Disharmonie, die lösenden!:.!re:»ft iij.:i.'s>i>:d gegenubeisie ur. die L»p-zAkkorde Zit finden! - Ja, die Worte der .Haezetadahl eui-.nd verstärkt wirb Jetzt gellt, l ltung ds eigenen, idi d.i Macht je sich ■vieg lnden KraubewuszsietnS. selb׳! aus Mizra.:» gezogen. Denn es heißt: Duidaraus eine Wunderillusivn. So stand cs niit der bedrobt 1it nicht durch tut Wchc! sollst deinent Dovne an di-.ieut Tage io erzählen: ,praktischen" Seite des Herzlsichcn Programms, nune. yn'tnt durch Nensch.ii. die! Teslialo in Di.ilS. weil mir isivtt Gutes getan5 mit der jüdischen Diplomatie. Herzl starb. Aus der K Iuter.'ie baden.!Verliert mau : bei! be: m.tnem VI 1:4 vage aus Mizra tut Nicht Hund des Meisters siel der ^auberstab. Tie Illusion ■u> isi Nicht bloß die k.'nkreie Miniere V.'r'akren allein bat der Heilige, gelobt sei zerfloß nnd die Absurdität kam zum Voricheit:!:■v-.1n.1rich.aft gebrhch-ei׳. ■'vndern' er. erlon. iond.r!! .r bat auch uns mit tbueu er- Manche unter utts cr'pähten sie schon vor Iiliren. 11>;:inen 1it ze s lost. w!e >r b.:sz:. Auch uns bar er' von dort aber wir wollten nicht zuwiderhandcln. 'W:r >«■;>■ d!eu■ ,Ni-.d.klage' berausg.iüürt. Damit -r uns ■bringe in das Land,. »lerten bei allen Punkten, nur nicht b.i dem! Gewinnt inan, .das er nniereit Vat.rn zugeichworen. und er uns i den Herzl als den Kern seiner Macht erachtete ׳!railbeu'us:: ein eine» mächtigen gebe■ ' - ' Wir fühlten noch nich» in uns die Fähigkeit ein li.ii d:-e siegende tZZ.iü-einfchait zur Dar isi d:. piii.Iiologiich-e Erklärung des wahres Programm zu bringen. Und dann hatte»' Hr:.-.->!i.idung vT. den ander-.n noch eine» Nameti -nationalen V.witiiti.tus. Tan d:.s alles »I» de», Mvir die Empsindung. das! wir durch unser :jutun ,lebe» etitei, gewaltigen Geiit: ״In allen ,■j-eiwsi iit!Nimbus seiner bezaubernde» Persönlichkeit bestrahlte ies Pflicht jedes Juden, sich vorzustelleu. als sei er im solchen Fällen dieie Phantasterei nnd machte :׳.ivunti.:!' des einzelne durch :s v.rlor.n Hab. 1 - :: w:t siMt-rtch:; sich.rl: :: Mi■ e.ni w.;!; wo W!r -׳,r.-ten!n.iif.l'iiche ovl.::!.: :a.id Mit der ie'.UUil■ ZU!de,:! dusi man :!i :: wuid. ::::ft Iu! .! 11!:: :-Nies, di vichich:. Begriff ״Nation" nichts örioui' - -. ■o fteii. w.NN di : do.s Lager dringt dt. Liourbildet, aus jegli.be feiner durch d:. '-.hr.eie» . ״Wir ״', wohl klar. Ebenso klar!ich si. doch g-ti nicht Mit auch, dal! dte>e ganze Entwtck!:!::.: Des nationalen;ich:!ange ipük .s dauern, j»p!.rba«d mün-D.: und «»!»de» mutz: cEt!:D1 :׳ im LeiiZSe ein Lied politismus :lief!.!:!!: was : Bewutztseins ,1״ K.'smo- .nee Liour in ieiwer. dann: siigeu will.;Z:r baiien geieh-.g!. wie :UI. Ile 1:s Irieb iiii Lb.iiseijener für Die w-:■.- de« Ausdruck ..H׳D.n-- isi.■.!»!:!'. :1" prägte!!. Sie Lchi.IN en Traf: zu nberipr^iigen ivns::e. -:::!t.::s!r:f: -efubl unter den >ie ' UStliploiiialir uni! Zionismus. :sur Lage. 11' 1:1::!!eil 1111& liech riu-' die sNcinhcil dieies Erperiments nicht nörcn esiiiilioiiei! zu pasi'eu. ■ dürsen. diejes ErperiiiienlS von dem wir wutzieu. . Satz, es nicht gelingen kann, well cs auf einer Ab ' siirditäl beruht, nnd doch iahen wir IN Ehrsurch! : »»d »in Aiiilrengung uuferes Geisies im Ltillen diesir Arbeit zu, wir jähen dartn ein unerhört jndivt ,*Duelle« ttiift durch die!nächtige Individualität ■eines . L.chvpiers geheiligtes Werk. Mit Untcrdi ückung leNiercs , isieiites Wir iahen wie die hnpnotiiierten Maiieu 1 stau sich für die ,׳seit grvtzer Dpter vorzubcreiten. ,!'tau die Seele für denkwürdige Talen z» stärken, in krankhafter Eraltatton lebten, gehetzt durch Ge ne gegenwärtige Lage. Ivelch-e iv viele rdtlvie! rächte von Audienzen und ״Verträgen". Wir iahen, eoffene und gekeunee :sw-eiiel und mft.ei.ke-nloic Hills I wie Manche statt sich der Arbeit bei nniereni Volke,!achte, ich»s eine ,trotze Frage, der man bi«! bei liniere,u Lande hinzugeben, Ihre Kräfte in er-;!:. »,.! mriechiedeniten mittel bin!1 «1 ■jjttnij.i'ritng jetzt auszuwetchen beitveb: war und doch mul: man : bönger ,■jtssernpropaganda tut Dienste der Tivlomeiite Mit ׳einem iijr früher oder ipäter und ze früher desto besser!vergeudeten: andere wieder zogen sich zurück, .ge Zleren. brauch! nicht nur zu beins Auge blicken: ich N1.:»e die Frage Uber das l zwungcn durch den Mangel des Raume» und der ich mir de.r u,»gebenden gemein ■Wesen und Den Wen^-st^r ,üftsichen Tivlvmalie. i Änlehnung. Zu all dem schwiegen wir. Wir sähe» uud hinein Bon dee Autweri die'die deiikeudei!. Iiviitileu auf: mehr. Wir sahen, wie die gewählten ׳Vertreter der da ist, IN diese Frage geben werden, hangt die kiiüffige Nich- Nation vor Herrschern sich, vielleicht ZN niedrig. hineingeboren iu nun ,ininat ',׳ ein« fühlt, ׳'onbein man kann ihrer Arb.lt und -omi: die Zukunft d.s heften uls in:! einem l istori'ch Ge Deiles unserer Bewegung ab. Äe wird entickieiden, : linem Produkt von re:!, man ■ lann ißgen Volkes Lebe» isi 111 >:: all ibrein Handel« nnd Leiden positiv-. 11 A:o! bnckten: wir iahen, wie das nationale Lrgan .de», Herrschern schmeichelte und dies vielleicht zu im'«■ ' Dm! _.1al)rob die Pbei e. :!! dt. :vii »IIS begebe!:. ,IN ,■jeichen l Nieiiüch: wir iahen die traurigen Erscheinungen des gen: L.te!es-fte:r v'itzteüe» zjiiief und Phraie it-.hei! wird oder Lpportuinsmus gegenüber dem Mächtigen, begründet teilt Leben, unter der Filme der n'eillvnal,״ Enlivecklung und i nur durch den Mangel eigener Macht, ein all dem ung und' nur durch den Mangel eigener Macht. Zu u w:r Venreter der wahre» i.htvicgen wir. Und wir schwiegen sogar noch dann n.ip.- Gock'iWo^Tie^WugamiMchen^iint^all Ihre werde» oder Lllaven etncr Ahiurdttät bleiben^ als am Nationalgeiste, am Blute der Helden der ^yl>:g r>:,;:-׳ Die ״zsinit:--^ Eva herbei, ich ,lickn.^nnrmeine Lchwcil-er P-.ssil saglc, dah TareH interessieren sollte und warum ich ihm aut- Worten muffe — ״Fieber'. Nach einigen Wochen wurde mir die Sache klar. zum E»eis ui D.iüiub.: >l!M ..Ta Mm ft», keiiise jch im Fieber ungereiiiitss ״■seng, bann iremdc Tie ,,Muiur Evg" iialmt von Namen wie: Komvostlion.rPaganin, gesprochen habe. . :d.!: Ha!:den ijHD nut allen. erzählte mir auch, Satz ,» der Ze». während in >1 von all.-!, 2-il b sie!.iiiien ׳oll.. und iragie!velcher ick> dewutztlos, ivar ciuigema! eii, blotzfüßiger Junge von Nastal! B.zdbrodke zu uns nachiragen ״Was Du 1:1:iiu." a,:17.vilele e-r (an, ״.Kanie kam. was ich «lach.: mau sagte ihn fort lind verbot zwei :■Der dr-.i .׳?erjnge, lrockene-' idni ferner tierzukoninieii. W:.r.t,,a«ch eu-e isMebeU Eff-i',..«auv°l und »er-: .Was wollte von dir des Kies,«.;- Iungei-" 1!J■:: V1•!; chuav-.׳ e . ׳ fragte meine Lchwesrcrund nuältc mich, bannt ich Al-.- all di. ׳>■ Lackien au, :.2 ,«׳,'che vanden, cf 11)r j<,ge: doch ich bcwahne mein Geheimnis. ״.:::z!e,1 »ch d!e,Leute, daran! unil lolch.»! Appetit. -!׳.׳.!-. wen» -sic gef.1 siel haue«. Mich cranff ein solch 1'\ .::׳n'. da» un. als man mich crinchte au, Mate!.;::Uiiebnien. es Nick» ausichlage» kann!!■. Ich kann ■m:ch nicht ,ru:mrn. das: ich ue fovipl Vergnügen am, Esisiii ,Zefuudcn hätte wie'ctn dieser Mahlzeit. Nach dem Etzen winkte Bezborodke teil,er Kazu, an die Instrumente zu treten nnd man D.mich mit .1:1er ״eigene« Komposin»»-. Diese ..K.111׳po!1!ion' ipielien sie nut solch linem Feuer, das: es mir ln den Lyren Ivirbelte »nd mein Kops gan: wirr wurde Ich cntiernle »lick von dort völlig :■e:!::ken von Naitall Bezl'vrodkes ״■Koiiipvsiiioii". Im El'cder!drehte. sich vor meinen Augen der >l-lide.. die Lckiü'.er und die Bücher: den ganzen ' Tag'klang mir ln den Llireu die Koniposilivn. In der. Nach! iah sch IM Traume Peiganini aut dem Aichmöd.tj rritcü und erhielt von ihm mit dem Bogen einen Dchlag »der den Kopf. Ich erwachte mit einem Autichret ״nd aus mir ׳'prudelten die W.'rte wie aus. einer Quelle. Was ich redete meist ״Ich weis: es nich!. jo wahr ich lebe; ich weis! cs nicht: «׳ober soll ich es wissen b" ״Wie sieht cs ausu sagte die Mutter, ״du bin ichou' ein erwachsener Junge - Gon behüte;jöirf) — nur» trägt dtr schon -Partien an und du gibst dich noch mit solch schönen Frcunvcn — diesen blotziütztgen .Klesmern ab! Wieso bist du mit diesen Klcsniern bekannte Was hat bei drr Nastalzi, der Junge des Klssmers zu tun b" ״Welcher Nastalzt?" sragte ich und stellte mich verwundert, ״was. für Kb-smer r" ״orcht euch den Lchlaukvps an." mischte sich mein Vater drein -Hcrichel-Baal-Taze tt» nannte man ihn. weil er nnd sein Großvater seit jeher die Tare gepachtet hatte», es war bei ihnen schon erblich) war ein sunger Mann, hatte einen kugelrunden Bauch, roten Bart., tränende Augen und eine breite, wettze ■Stirn, die ihn als Denker kennzcichncte. Er war im Slädt chen bekannt als gebildeter Mann von gutem Hausi. galt als Talent, großer Schristgelehrtcr und guter Dchreiber. das heißt er hatte eine schöne Schritz Nkan erzählte, daß man einst seine Schrisl weit und breit wie ein Wunder herumgezeigt hatte. alldem besaß er Geld und ein einzig Töchlerchen, ein Mädchen mit rotem Haar und tränenden Auge», die zweie» Wassertzopsen glichen, sic hieß Ester und man nannte sie kosend Plcsterl. Plesierl war surchtsam, eitel und fürchtete uns Ehederjungen wie den Tod. Wir verfolgten sie. : neckten sic und sangen ihr Lieder nach: I ״(sftcrL bleuer( schuld,״1 " ' י״,?«- -״c^t־■ '*.™c. “n־ j Warum hast kein Schwesterl läng» Bräuttgeim nnd du spielst dich noch mit1 - >bzwar in dte,en Worten kein «tnn lag. v.r- Freunden! Ziehe dich an und gehe ins Edcdir' _!t0.Pt״: Ester,. wenn sie dies vernahm ihre ühren Wenn du Hcrschl Baal-Tare begegnest und er'dich ״"""Ä i־"0״״. erschloß sich J« .0°»,- und fragt was dir si-hlte. so sage 1- Fieber. Tu vc> > "4 durch einig־ Tage nicht au, der Gank stehst doch war ich sage? Fieber!" s blicken. _3<f| verstand Nicht weshalb es Herichl-Baalr°nnc.nn.dmer. Verlanget überall die ״REVUE“, Organ der Kultusgemeinden!

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