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Jüdische Volksstimme · 1904-11-01 · 21 (1.11.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
21 (1.11.1904)
Date
1904-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jabrgang. ^>rünn. am 1. 'STowemßer 1904. .21 .זזה¬ ' :\-,:e,-H'm׳c: Sür Cmtrrcüb «0111,.״ iialbjäsria K j-״ «on-iä-M k 1 x.-,M-»d«na:.tmn»1-nbEM's>>ii>, »«t 1•:•״ו״•, :״:.■:■;;., '■ -k״d, ״*<־«»■ (vraiifrcitb. Jlnlir». •rurt«!, *umänini. Serbien «Mq«r-cn"m>'o >יז "• Ncdakrion imh dldm:nj׳ncul>?n: B.rünn. ׳^׳>L 2'.. Tie ^)üdiiche BolkSnimmeenrvcim am 1. und 1-'. cMonates. Buchhändlcrn'Äe Benrctunq: Ctxo 'ilcmm, ן1*י1:־\״ל — Poü׳>׳o!k-r׳'׳^ .«:jmo'Kv.>:.::וי1ו.־. Vas -nationale Vrwuhtsein. e?,»e plbL-Iognche cknolele von (Smil Hob״. Mono: MorboLoi bückte sich eer Homon, ,den» e7 batte ihnen getagt, daß er ,in Jude lei * El,der IN. I. In cll-n Zeiten ist ,» Pstick, jede» Juten, st» v°1,ustksten. al» lei er selbst au» Mitte,oi ge,-gen. Tenn ,«beiß,: Lu sollst deinen! Sobne an kielen, Tage so enäblen: Teebalb ig die e« weil mir Sott s>n,e« gelan da, bei meinem Abzüge an« Mizreim. Nich, unsere Bor'abren allein ha, .der Heilige, gelob, lei er, erlöst, londein er bot auch un» mi,-ibnen eilöst, wie e« beiß,: Auch NN» b»I er een der, deran» i gelstbri, dam» er un» bringe in das l'ant. da» er unirren Bökern ,ugeschworen, und es uns gebe, P-ssoch-He,gebet,. Tic Grundlage allcr^Vorgängc des menschlichen Willens ist der Trieb »ach Einheit und Harmonie. Man irasie nicht, war wir unter Einheit und Harmon.e verstehen. Wir können es nicht sagen. Roch niemand hat dies Ziel erreicht, und niemand wird es erreichen. Es ist das große X unseres Lebens. T,e innen nennen es das kausale, andere metaphysisch ab'.-lutc. wieder andere das transzendentale Element im Menschen. Wir sagen Einheit oder Harmonie. Ter Grund wird bald klar sein. Warum wird die Harmonie niemals erreicht? Tie :rosten Negationen unseres Lebens sind die Antwort daraus. Wir sind in Raum und Zeit deschrankt. Wir leben in den engen Grenzen eines Organismus von gcniessenem Umsavge und sterben nach gezählten Tagen. Diese beiden Hauptnegaiionen uh-eies Daseins tauchen in ihren Millionen formen und Variationen an dem Spiegel unseres Bewußtsein? ,n ewigen, Wechsel aus und nieder. Daraus crg:b: sich jene stete Unrast in unsereni Geistesleben, K1;. :,nmerwährendc Wechselwirkung zwischen Wollen und Handeln, Streben und Erreichen, Wunsch und Er׳:׳llungs aus welcher der Fortschritt der Menschheit bernl׳! Ein Fortschritt, der nie enden wird. Tenn der Fortschritt der Menschheit, der sich in Entdeaangen ^nd Ersindungen aller Art kund tut, ist au.,! ein Fortschritt des Menschengcistcs. Mit jeder neu n Entdeckung erhält der Geist eine gesteigerte S- 'rast chls neue Horizonte, mit jeder neuen Erjindung nstrd der Sinn geschärft, dort neue Rätsel zu iinden, wo er sic srühcr nie geahnt. Wohin wird das rühren? Einer ist sicher: nicht zur Harmonie »i^l nicht zur Einheit. Aber der Drang nach Harmonie und Einheit >lt gewaltig. Nicht bloß das Unerreichte sucht er in dar Gebiet de» Erreichten zu bringen, und ist 10 der Hebel Zur alle menschlichen Willensänßeru ,gen, alle bewußten oder unbewußten Verrichtungen un eres Organismus, sondern auch das Unerreichda e soll in die .'!rei׳c unseres Willens gezogen weiden, sich meine das, was dem Mensche» uncrcichbar erscheint. Also ebensosehr das zeitlich Uncrr:,chbare. welches aus, einer momentanen, noch ni, st überwundenen, vielleicht aber noch überwindu lgsmvglichen Unfähigkeit des Menschen beruht wi das ewig und absolut Unerreichbare, das in-' jolze der natürlichen Grenzen unseres Organismus nie überwunden werden kann. Gleichviel, sür d,n Ei ihcilslried gibt es keine Grenzen: Es soll und miß überwunden werden. Aber-fpie das?'Wie das leuil'l'elon. Huf der Fic-cl. E> ung!,a. d. stindcrjahrcn von Schalem-Aleichem. > s - m -fidijchei! nschgedilbe, es» Zng. X, sieuwer». IV. Mit großer^Angst. mit klopsendem Herzen und?» roden Füßen überschritt ich die Schwelle dieses l / » Paradieses. Mein neuer Freund Pme stellte m;. ׳einem Pater vor: .Scholen, — Nochum Wcwik. der Sohn eines :ll,,,h n — ha! Lust spielen zu lernen." Nastali Bczborodke drehte seine Pajes, richtete d,a .׳!ragen, knöpste seinen Rock zu und begann ein lang s Gespräch mit mir über das Spielen im all stc»:.l1st» und über Geigcnspielcn iui besonderen. Er crkK.rle, daß die Fiedel das schönste und beste aller ,׳«׳irninentc sei, etwas älteres und wichtigeres als die Geige gäbe es nicht aus der Welt, ״Ter beste Be:ucrs ist cs, daß die Fiedel und nicht hie Trompete oder Flöte die anderen Instrumente leitet. Die Fiedel »t deshalb die Mutter aller Instrumente." So gab mir Nastali Bezborodkc in der Tat tlne ganze Musiklektion und erklärte dabei mit Hand >u!d Miene, Ich stand da, sah in seinen Mund.!?“! die schwarzen Zähne und verschlang förmlich K»;.׳ Worte, . ״Tie Fiedel, verstehe mich recht," sagte weiter -1,af:ali Bezborodkc und schien zusrieden mit der Ge ° klar, daß der Einbcststrieb sich äußert zunächst als der Trieb über die orgagstchc,: Grenzen hinaus und schließlich als der Trieb nach Unbeschränktheit überhaupt. — Er ergibt sich, 0 as folgt: Dieser Wilde kann diesen Baumstammlicht heben. Tie straft seiner Muskeln reich! nicht aus, die organische Begrenzung, tritt h:rvor. Sind aber noch neun andere Wilde dabei, so vermögen üc zehn vielleicht, was der eine nicht fertig gedrack t, und was den zehn'nicht gelang, gelingt den hui dcrt. Das ist sehr cinsackl, nicht wahr? — Nun aber kommt der wringende Pur kl: Obgleich die zehn den Banuislamm gehoben h!den, blerbt doch die .'!rast des einen genau so, wie sie vorher war. T-er Zweck in erreich:, aber das B.wußliein des eigenen Unvermögens, das dinch die vergeblichen Bemühungen und .׳!:asiau'wändi in dem einen drückend geworben war, m nicht rusgehoben. Ta schasst sich der eine und jeder t inzelnc von den zehn, sobald in ihm das Bewuß sein der eigenen Unmögliche möglich, das Unsaßbajft faßbar machen?! vereinzelten Ohnmacht, zugleich aber auch das B- Läßt die Natur sich zwingen, las^u sich die Grenzen' wußlsen, ihrer Ueberwinduugsmögl ichkeil durch dar des Organismus überspringe.»? Ta nun verrichtet! Zusammenwirken mit den neun anderen austauch!, der Einheitsineb ein Werk von großartigster Beule Supplcmentalidce, und zwgr in folgender Wciie dcgluug für die El::wiek!!1ng, des menschlichen Er sieht in den zehnen die Ein! eit und in -sich .sics, er schasst: — die Hypoz,he׳'e, das ist die * ' ־״ יי״"׳--־-1-“1"־‘״'"' — selb׳! ein notwendiges ®lieb; bic au: helfende, oder um i». Bilde der Einheit zu idcniisiziert sich geradezu mit der . *■. .... - - - - st, ־ ־־־ ־ ־ ־ er Einheit. Er . jehnerschast, und die zur Einheit ergänzende siipplementalcldas in solchem Maße, daß cr sickl nicht mehr als lir-scharst die iupplemcntale Idee nicht als!.der Eine" vorkommt, sondern nur noch als ״der ble den, die Id e. Er eine Hnvotheie im gewöhnlichen Sinne des Wortes, j Zehnerschastcr". nick!t als eine unter Borbehalt uin) bis aus weiteres, viduum, ausgestatrct msl der -körp : vor den Foricheru angenommene,Antwort aus ein.! kraft von zehne», da die ande, vorangcganges non liguet. sondern im Gegenteil:! zur Seite stehen, wenn cr ihrer benn-s.*׳ Ti« Supplkmentalidec isi die universale Negierung j- Ties sind die Anfänge des nationalen Bedes non lignet. sic isi ohne allen Borbehalt dem, wußtseins. Wohlgcmerkt: die Ausl nge! Nationales allezeit unter dem Hochdruck des Einhcilslriebcs Bewußtsein isi dies noch nicht. Ich möchte es i» ,stehenden Menschen die Wahrheit schlechthin, lzialcs Bewußtsein nennen und dan i Tie Geschichte der Supplementalideä' isi die!haben, daß das nationale Bewußtsein im sozialen Geschichte des mcnichlicheli Geisies, sic ist die Ge-! seine Quellen hat, _ ' schichte der Sprache, der Religion, der Philosophie,! Doch die Entwicklung geht w iter. der Eibil, der stunst usw. Sie isi auch die Ge den Menschen nichts Außerordentliches mehr darin. Zchuerichajter bin Jndi- und Geistesneun ihm siets schichte des nationalen Bewußtseins, und als diese die Ricscnsiämme des Urwaldes soll, sie uns hier beschäftigen.! und schwindet oder sinkt' insolgede!sen sein Stolz- *) Ta׳) tif Zebne'.'lt׳.ivfbl n:׳'rr! der Familie ist und die £m!rr.:niu׳! mr ittglii idemi'ä׳ mu Vj . , , . f •, , ן , - ״ ״ ■ ״ uu m uiiv vn ^umi.111,1« : um tCIH Olli dei Sa) 'prilch ת0פ Der «öt'IC^riinuDfU Vk-A menich»1milie emne^<nrcn Lkamme, d Ik obigen (^edünktN׳ licheu Organisunls in Raum und Zeit, isi cs; gong nickn im mintenen. gegebenen Unteriveisung-.Tie Fiedel^ — jbloncn angcichwollenän Füßen. G melc spiclte,auf du uiich — ist ein Instrume»!, das älter ist als-eiuem elgenartigen Instrumente; alles anderen Instrumente. Ter erste Fiedler auf Sack, der au-geblascn einen Ton..ei Erdbn war Tubolkain in Meichtiiclach: — ich weiß - Ouitjchcn erzeugte, wics eine .'!Ps; es'nicht mehr genau, dir muick es besser wissen;'»,au ihr aus den Schmack; tritt. Iern'1 du cs nicht eben jcht in, Cheder? mit dem bloßen Fuße den Takt da. Ein zweiter Fiedler war stönig David; noch!Zeit hindurch'.blickte cr mich mr! ein anderer, ein dritter hieß Paganini — auch ein i Diebsaugen an und winkte mir äi wie einer der Jude! Tie besten Fiedler der Well waren Juden sagen wollte: nicht wahr ich bla!e gui? — Mehr wie zu», Beispiel Slempeni,, Fdohznr. Von nur j als alle arbeitete aber Naslali: ball! wlu׳ er, bald rede ick, nicht, obzwar man' sagt, daß ich nicht, dirigierte er. Er arbeitete m,: Hänlj schlevhi spiele: aber wie kann ich mich mit. Paganini s mit der Naie und dem ganzen vergleichen? Man sagt, daß Paganini fürs Geigen s jemand einen Fehler, so knirschte cr seine Seele dzm Aschmodaj verlaus: habe. Paganini:und schrie zornig: verschmähte es vor den Großen, den stönigen und!^ ״Forte, Lausbub!" - Forte. Päiß׳ zu spielen, obzwar mau ihn mit Gold:Takt Mamjcr! — Takl! Euis, zwe b.Ie! ..:'er liebte cs viclmehr in den Schenken, inj transportieren; c - war, eine Art ,)eigentümlicher P aurslößt, wenn Geniele schlug ,u und die ganze seinen kleinen c;:, mit ,vüs:cn, störver. Machte mit den Zähnen — Fortissimo! , dreiezbl rodle abgemacht ich dreimal zu nterrichtcri, trug zu sein, denn den i Dörfern zu fiedeln ober gar im 'Walde Den [ Jifttn und Vögeln vorzugeigen. Was; sür ein i Nachdem ich mit Nastali Be? Paganini war 1.. jv! Genosse» an die balle mich für drei Rudel mon ' .sttnmente'!" ° che l-., Stunden ״, der W. ' So ries Bczborodke seiner Horde stindcrn zu ich ibm nochmal» aus v.i d-jedes ׳teilte sich zu seinem Iniirumente. Rassonsi wäre ich verloren. ״״i iftlu'b sich, klopfte mit dem Boge» an den Tisch, ״Wir sind .Leu:e," ia warj crsi einen Blick aus jeden einzelnen, daun aus richte,-- dabei seinen stragen, ״bei l alle ,zugleich' und es wurde ein ,׳!onzert aus allerlei Geld, aber daiür mehr crbrlichkeii Iiisiruuicnten mit solchem F-mr -gespielt, daß ich bas!igke>t vorhandew,1׳ als beim g d;״ ,H.iirhu -vielleicht einige Groschen d nich- Ich g'-p׳ in die Ta'che und und :llnbel. Nanali, »ahm mir ihn ab wse ein Proscsior, agte er snit Stolz lind encn zwar kein und Gewissenestlößlen Fürsten. s'asl Uen wäre: ein jeder bestrebte sich de»'Ha׳>du-vielleicht einige Groschen dji dir?" andet-n zu überldnen. Am »leiste״!betäubte mich- Ich g:r״ in die Ta'che und ^gab ihm einen tÄcn^eie-, ein ktciner Junge mit feuchter Nase und VerbreiteT^teiT^P -»chen Volkskalender“. ^44642

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