Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 20 (15.10.1904)
- Date
- 1904-10-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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-eite 2 Akdische Volksstimme Nr. 20 - Es hat nuht Öen Wille» zum Untcio,artet, aus hier freilich öem allein da! Leben blüht Rein, geehrter Herr »nö Glaubensgenosse. nein, mir gehen nicht unter. mir haben uns! das abgewohnt. inhinew habe ich gaaei: von .! ,111 öen traurigen in einem, Wiener 'V:au die geschmackvolle Wendung gesunden: ״Das blutige, aber ntaihemati'ch richtige Erempel von!!stchtnew " ras scheint ihm im 311111;» liegen, wenn auch׳ crtea» idealer geiaht,!äs stellt wörtlich zu,!>>en: ״Zlhe an stch I:ä.ttge,td, wie.es Ibas einnm! sich 'einst gegen den Hemd int eigenen Mellt: es sich li.-ttte noch lß-gen - die t'di! allen 3ei:en umdrangen. 3eine o.-rbohrt.-'i.n 'Anhänger. die nicht n web:: ,vem-'e. die es g.:!>׳. s!e n und Merlen.' das: .:iri'ilichugg d natnrlichen-P!!and heimzrik, eiu'iehi. ,aus u Wolle!1 ist w.d will, geht haue vir :tu: entpiehle . :baooreu-eli.i Nr.,Ziliii 1e wahrhaiie. d h. innerliche Rer- 'Weil k-.ranna-ht. li.tben de» widerei» ausgeheckt. in das alle Stamm- 1 " Tas gell:, wie »,Liiniglich 1: s. die Zivntsteit. Das: wir heim rn.iinrlich Wenn Herr Mefi.r esse» malirichemlich in eine' Tttckilerwerk was 'Wagner iiber Bortt.i ׳chreib: l:u, nachzuiescn. was Borne I:l>.r de» hr׳a?!chr.-.vl t.U 1■ 'dir £11r1trrf1t]ütt“ in ilirnn Urrliältiiie rin» Zionismns. ■ז.-י .? "■ג VI V.::...:- .!rongr.ß baden die jü-!:;.׳:<׳.־:■ et::.- w.-b:gelu״aenc Prob.- ihres '4 1י n z׳ n « ilt' z.-!.g:. ab.-, gl.t.chzettig auch durch X.r.f-.n;. :; ße tbreut kort tns peben jp-ruienen :כ;:; _ .::.r Turnv.r.-tne. der .Jüdischen L.u:..r׳'ch.rי1 י:׳ -aeö.tt hat.», :br g:t:::tSiich.-r Wollen .'Kiir 1. :d ein! e:,t:g st-rtcl't d.r Leckporagrapb ::ג!; •: C -Verbaiidsstaluts es aus, daß die die V'lege hes Turnens ״als Mitte! v.::;.':r.r.u!■!; i Hebung des judtich.-a Stammes int : n 1; t> ־. r : i I I!-!1 a l: II d I s ch e u Id e c" be?׳!-o.ii: jgT Verba:.: i:.i> aubewußt italio-' ,-,-'!»!!! bat 1ti:e Tat. die bet den;,:.י::; n. >1:5!..'.::;rt: etiteit wahre» Entrüitungs r::i>!: ivol.te er ,zum Ausdruck Haben , sich die Berhäitnisse sehr wesentlich bei der Gründung des Verbandes verschoben? Der Zionismus war stärker, er war stark, achtunggebietend geworden. Nur selten und dann doch schon in heiserer Tonart erhob sich hinter, der Schar seiner Anhänger das Geschrei der Gassen buben. Fielen auch damit jene bei der Gründung der Einzclvereine erwähnten taktischen!gründe weg, so tauchten doch neue dasür aus. Man mußte damit rechnen, daß nur ein verschwindender Bruchteil der Vereine dem streng zionistischen Banner solgen würde. Mtt den zahlreichen, nicht cinm.tl bewußt nationalen Vereinen konnte eine Verstand,, gung eher erzielt werden., wen» der Verband ׳'ich ,nur" als nationaler austat, ohne im zionistiseb-n Fahrwasser zu segeln. Die-p r inz ip je l len Gründe, die sür die Ablehnung der zionistischen Tgndcnz btt den Gründungen der Vereine maßgeblich waren, bestanden noch sort und werden -so lange forlb. stehen, bis der Zionismus zum Gcinclngut all.r oder doch der meisten Juden geworden ist. Sein nationales Gepräge aber hat der sunt,- Verband nie verleugnet, cs vielmehr stets bla..! erhalten. Mit großer' Verve hat er die national jüdische Idee verteidigt, als er, kurz nach seiner Entstchnng. von den politischen Zestungen Deutichlands wegen dieses Prinzips angcgrissen wurde. Er hat in seiner damalige» Abwehr aber gleichzeitig auch dem Zionismus große Dienste geleistet, tnu>. sern er den von weiten Schichten der Fernersteyenden sür philanthropisch oder gar religiös gehaltene» .!lern der zionistischen Idee in seinem wahre« nationalen Wesen auszudccken geholfen hat. :U(ir üif lilciiiltÜLitifdiru Juden in j Polen leben. j I. Von V. Wmoliiiski. prakt.- Arzt. | A» Wochentag!» leben die Juden im Vei > hältnis zu ihren christlichen Nachbarn elend. U»!; 10 Uhr Vormittags einen stacht» Brotkuchen 1 (placek) mit Butter, zu Mittag > 4 Pfund Brot > mit Häring, Rettich oder Zwiebel, um 0 Uhr j Abends — Suppe, */! Pfund ,Lämmernes mit! ,!tartviteln oder Gerstel. Nur wen» sie mehr ver ן dienen, leben, sie auch besser. Aber der Arbeitslohn sinkt mit׳ jedem Jahr, selbst die Arbcttsgclcgenh.t:! wird seltener und daher muß sich auch die Nahrung lder arbeitenden jüdiichcn Bevölkerung der all; gemeinen Stagnation anpasseii Tic Arbeiter nehmen 1 gewöhnlich nur zweimal im Tage Warmes zu sich, um 11 Mir Vormittags und um 4 Uhr Nach :mittags. Diese׳ Nahrung besteht aus itartoitelii. Hafergraupen, Reis, Hirse u. s. w. Fleischspeisen k essen sie jelten Am Sonnabend und an Feiertagen verzehren die Juden, gewöhnlich Fische und ein. halbes Pfund Fleisch, außerdem auch Tee. ziaiiee. : .Hügel und weißen ,iiuchen. Sic jagen dann, das: ' sie sich sür die ganze Woche sattgcgessen haben! Ein tägliches Nahrungsmittel der Juden bildet | Die .sitere kasze־ t Gerstels, aus der sie eine i Luppe bereiten. Aber bei der Zubereitung der i iclbe» gehen sie mit der seltensten Sparsamkeit vor!Ich habe-selbst int Jahre 1*92 ein Mitiagmahl | iT . .! Das Verlangen aus der Fiedel zu spielen Muchs Schließlich besaß ich alles was notig war und mit mir: je älter ich wurde, desto größer mubde es es blieb mir nur eine Arbeit übrig das ,Tannen i Wie zum Trotzt mußte ich täglich zilesiitit Holz" von dem hanapec abzulöscn. Ich wählte hören, denn gerade mitten am Wege zwischen unseren: etne.günstige Zeit: während die Mutter im j Haufe und dem Ehcder stand eine kleine, mit Erde Geichäste war und der Vater sein Mittagschläfchcn, gedeckte Hütte, aus der Töne und hlängc verichtehielt, verstechte ich mich mit einem Nagel bewaisnct j dcncr Instrumente zu hören waren; hauptsächlich in einen Winkel und machte mich ernst an die > vernahm man aber eine Fiedel. Arbeit. Als fitf Vater aus dem Schlasc etwas j In dieser Hütte wohntt ein Klesmer namens knittern hörte, glaubte er es wären Mäuse und ries: Nastali Bczborodke, ein Mann mit verkürztem .!!tttcki! .!laich! -- Ich blieb starr. Der Vater drehte! Rocke, herabhängenden Pajos und einem stei'.n _ — . , - - ־:׳.- aus die andere r-ettc und als ich sein Schnarchen 1 .!tragen. Er halte eine schöne Nase, die so ausjah, i a IC; midi r.irti: aut ׳Wunder verlieh. beiap., wieder vernahm. setzte ich die Arbeit sort. I als." ob sic angeklebt wäre, ferner besaß er dicke aaä> Km den Bogen zu ichtuteren: ich: Plötzlich blicke ich aus: der Vater steht vor-Lippen, schwarze Zähne, ein mit Sommersprossen!1. . 1-,- von .-.!atckvipp!, ein!»! Ule,n!r ,vreunde J-mtr und macht verwunderte Augen: er versteht 1 bedecktes Gesicht und hatte nicht den geringsten -.:eg.'it ein v-tuckchen Ltah! eitigetauicht, der einer anfangs nicht, was ich mache. Als er aber das ab-! Bartwuchs: deshalb nannte man ihn ,Bezborodle" .iirtt-o.iite ut.'inck Mutter enfianimte, einer ,Erinoltiie, - geschälte Ranapcc erblickte, zog er mich am Lhre Er hatte ein Weib eine Maschine: man hieß sie lahre.at!,!, aut dem Boden ttmhcrwälzte. heraus und schlug mich so, daß man Mich mit! ,Mutter Eva"; .!linder gab es bei ihnen wenigstens kaltem Wasser zum Bewußtjem bringe» mußte.;ein und einhalb Dutzend, wenn nicht mehr. Sie tvas lu׳t du mit dem! gingen alle zersetzt, halbnackt und barfuß, doch i konnten sic alle — vom größten bis zum kleinsten spielen-, der eine aus der Geige, der zweite ani der Alt, dem Baß, der Trompete, der Flöte, dem Fagott, der Harfe, den Zimbeln, der Balaiiajka, der Trommel oder den Tichinellcn. Es waren unter ihnen auch solche, die die längsten Melodien mit׳ den Lippen pfeifen oder auf den Zähnen. Gläser», ,, _ י,,!. ,, ,u : , — ,־.. ..1-;!!!-!! "״״-״ Töpfen, auf Stückchen.Holz oder den Backen spielen _jnrtdK-n itahl. __!konnten. Wahre Hexenmeister! Verlanget überall die ״REVUE“, Organ der Kultusgemeinden! u.b d i!i!ד itit! als etil G!t eiligen B!str.:uttgeti ittl.It d A:!sstt>>-.:!:g Itb.k den Zustand der Iudenliett .i:.n, die I::h!ns:ag> -ins dem W.ge der S!ldstio-eu ivolst - Abat-. ä::i de:- q..:che:i itationalon Basis d.r ,I:o»,stn:ts, tat öl! ״Iüdtßhe T-urnerschatt", e.-.-.-.r S..lchtd!icr׳ranl>tng »r sich versagt.. die ::׳.Veit!>.׳:-.«:.:ucuzcn d.s Zionismus auch sür zu zieh.« Vt.le c-bltck»« tu bt!ier Zuruckoaltung r V at-.s.P. alb W.isl! sie sollen darin wette! 1:־.:: als utangelndiS Rückgrat vor den Amtzivnieine bem::le:dei:i ד: II. 1 L. : d.r V.i ),,nd dtist Vor- M.'.r. u kJwUÜIU. ::lemals gerecht .׳duuu.:. י: ־.ו be.:n::v.-: WtN!! man das Leben t :eb o: i ׳. »::.:Mille betrachtet, wenn man das b.-hei ,!ianapee , i:te n»r einen ז; und d:eie״ war leih ׳.,r. Hau׳rj!uu^; וויזה ׳tch .tun: ilkaraut »:edergeiez!, io war war! 5 :tat׳«!! att'zuiiehet ־. . w.i! 4-5 4 IN wenig bergt:l> o. k'MV-A i.btet war und -tu d.r Mitte ctne D -.'S lrarvN' auch d:e Gründe, iv.-falb ז ui) r::utarf f .mnn \’.i\ -» wollte und Met!, cs in : Wtnl : tn ..gänzl-.che- : Ruhestand" gestellt haue A:!s die .!!attetpeg war׳ ich nt in 'Auge, Einen .׳ ד, ha :1 ich mir ich,׳» früher hergertchtet: l.iU .!ch U! N'.-N nd namen- Schwelg Indl, nur kurze Werden derartiger Entichlüsie und Handlungen unberücksichtigt läßt. Man vergegenwärtige sich doch einmal die Gründungsgeichtchte der jüdischen Turnvereine, aus denen heraus . erst der Verband entstehen konnte! Auch hier finde» wir, wie bei dem Verbände, daß der Zionismus der Spiritus reclus gewesen ist. Zionisten sind unstreitig die Väter der meisten jüdiichen Turnvereine gewesen und dennoch haben sie, bei fast allen Vereinen, von vornherein darauf verzichtet, ihrem ,!linde ein zionistisches Gewand umzuhängcn. Gar nicht zu reden von denjenigen Vereinen, die trotz regelmäßiger Alimentierung nicht einmal das nahe Verwandichastsverhältnis zu ihrem Erzeugcr ahnen. Warum habe» die zivüistiichen Gründer dieier südlichen Turnvereine sich mit der Geltung dts ,bloßnationaljudtichen Prinzips begnügt? Die «!׳runde sur dieie Zurückhaltung sind freilich »ur selten psientltch genannt worden, aber sic liegen so klar zu Tage, daß ihre Feststellung auch Kme besolideres Eing.itändnts getrosten werden kann. Taktische Gründe waren für viele, sür die große Maste Ausschlag gebend. Es war noch eine : verhältnismäßig kleine Schar, die die phanlaststch scheinende Zioniitentracht umgehängt und die deswegen genng unter dem ohrenbetäubenden Geschrei der .!lreti und P.eti zu leiden hatte, 'Was 'Wunder, wenn man dem zarten, von vielen überhaupt nicht für leb.-nssähig gehaltenen Turnvereinskiiibc dieie» leicht an die Lebensnerven gehenden Lärm ersparen wollte, zumal in so manchem die Hostnung wurzelte, der stark gewordene Jüngling werde schon von selber nach dem väterlichen Gewände greifen! Dazu kamen dann gewichtige p r i-n zi pi el I c Gründe. Noch ttmichlang der :stonismus nur einen kleinen Teil der Iudenheit, noch war er. wenn auch uneingestandenermaßen, Partei. Der Zionisilius will das Volk, sur das er arbeitet, umiasien. Er nmiaßt es heute! noch nicht, wenn er cs auch von Tag zu Tag meln tut. Er war und ist noch immer, so bitter cs auch uns Zionisten klingen mag, Partei. 'Wäre es angebracht oder auch nur tu größerem Umfange e bei den ,״p^j,ch geweitn, eine so gemcinnütztge Volkrsache, .." wie es die jüdische Turnerci sein sollte, auß die usdruck! Parieigenosien .zu beschränken, sie »ur, ihnen zu Glied in den.!lettr 1 Ante kommen zu lasten? Hieß es nicht intolerant >:e, von eitler gleich-, hfl0״eln, titr den aus irgendwelchen Gründen dem Zionirmu» abholden Nattonaljuden Tafeln mit Eintrtitsverbotcu autznitellen? Dann schien >s ebenso berechtigt, die schlt.-ßltch ,::ich auf nationale!: Unterbau stehenden Totznbcehallen alle» denen zu verichlicßen, der,» Gesinnung ntcht vorichrtitsmäßig war! Eine junge Partei, die Freiheit verlangt, darf nicht selbst at-Inren Unsretheit auserlegcn. Und io haben denn auch von solchen, vit nicht einmal klar ins Bewußtsein!getretenen Vorstellungen aus, die zivnistiichcn törünöer der jüdiichen Turnvereine sich :v.rt. Schwäche, eine!mit der breiten nationalen Basis begnügt und gleichzeitig , den neugegrundeten Vereine» dadurch die Möglichkeit zur jclchitändige», von allem Parteiwest'N unabhängigen Entfaltung ihrer,!iräite gewährt. Die Ge'chichte der größeren jüdischen TurnvcreifteFvor allem die des Var .!lochda-Berliv, hat ihnen recht gegeben. nicht davon soviel aus unserem Boden, daß es für unsere iernsten Nachkontmen ausretchcn wird?" :o!m eines Fuhrntannes, weicher mir einige aus dem ScDwetse ihres Pieröes versprochen Ans diesem Stückchen, Stahl ver׳er:igte sich Meir Livve ein Messerchen Vas auf beiden Seiten geschärft nt»:" Ich hatte Lust den Tätlich r«ckgä«»ig zu :na-ch.n, :.doch Ipollte >r sich nicht dazu v.rstcheii -.::.d r:I ,Ein g.'ch.ilir Junge! was >ag: ihr dazu, ich!׳lag.- m:ch drei Nächte hindurch, ichari' und schärf, : tick-netde oahei alle mein.- Finger und nun komm! >r und will!s z-ttrv.eloaher!" ״Schau dir >.s rah.r an," iagle ich. ״ist was :er,::-, oah 'ne S-.ltenhet:. e>n ..Um Goiteswillen. .!linde!" ries die Müller weinend. ,Tein .!!addiich wird mich ״och vorzeitig ins istrah dringen," antwortete der Vater bleich wie die 'Wand, griss sich ans Herz und wurde, cinigz- Minuten hindurch von Husten gepackt. ״Dar, man sich io das Herz abkräizkbn?" iagle die Malier, ״du b'ist schon ohnehin krank: st׳- h. wie du ausschallst. — Meine» Feinden solche 1»