Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 19 (1.10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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•SfUt 4 ber,VT. Ste 11, ן?r ©,-in. Ir. Bimerkung «i6a«fl di: 1 t!41rt>crn 110: rocrtrn!1י 1(10.14 b;v la Ü1 ה»• c!!:1ui!J ' Ew ״::׳11 I nrri > cKt.ri'cit“ M ^vrrtuai I:••■ 'Molto; ׳.iimii-r drin ׳'i10»fi ,1:1 ui i..׳n'i;,'1t 5:v.;.■iu-nflli .■riBar d.m!::.:11 :;j4111 ״ diroift, .viatfdjer. die 2ifun$ mit der Betchlußtähigkeit der Anivestnheu vo» '2-' Borsiandsmit- :v.itdsjg u-.i, Hute kein Beschluß gesüßt mlgeachtet ivird aus Borr'itzlendea in die ledatle eingegangen. riitzenpe berichtet in cingehnder Weise sckuchte der Temvelsrage; er führt hreren Jahren im Schoße des ,ringe veiiiilier: und besprochen Aüdiiche »olksstimme Nr. Ig kaH Po Inf, Roscnthal, ■Roth,- stönigSgarten, :ond rling. Ir. i a l! >1 erosfnel daß d,1!tir ungs.1!: 1! üieie d < iiigeii el'.vrdcht 11( ׳׳_ djgk-.!!:der! Bchi ״^־־ is Stil. d.s 31at Pcrlhäster, Ir. Löwenthal, ■Jcitti, Ir. Löwenthal, Roth. Noretz. ÄöntgSgartcu, die Angelegenheit nochmals an den Vorstand zurück■ statscher, Bauer. Sonderling, Ir. Weis;. Vorsitzender Ir. Fialla. Herr Ir. Weis, stellt die Ansrage, ob der Vorstand über den Betrieb jn beide» Tempeln int Reinen ist. Ir W c i ß bezweiselt, das, die Belricbskostcn des neuen Tempels aus den Einnahme» gedeckt werden lvnneit 1er Vorsitzende erwidert, daß man über die Art und Weise des Betriebes, leinen dennuwcn Beschluß sagen könne, da die Höhe der Einnahmen noch nickit bekannt ist. Nach den Einnahmen werde auch der ltzottesdicnst sein. Ir. Feith weilt d-irauf hin, daß die Juden Brünns im-Verhältnis zu den Juden anderer Städte gar keine Steuer bkztihlen. und können die reichen Juden zu niindesl um :}U״,ööher bcsieucrl iverücii.?,ul. Ritter den v. Go m per; zahle 3001 11.. während sei» Bruder dis 31״! Stehplätze verloren. — in Wie» 30'"> fl. hezahke. Pros. Iberländer einen Tempel zu erbauen wurde ist im Prinzip dagegen, dgß man den Tempel versteckt nnd,d>r.Vorstand saßte den Bebaue»,will: wenn gebaut wird, so inüsse man den es Tempels oder BethauseS Tempel aus einem ansländigen Platz össentlich bauen, dieiem Bebiisc wurde das Hans i üiedner. bestreitet, daß der Vorstand in seiner jetzige» l l sür 220 000 stroneu kaui-si Zusammenstellung das :liecht habe über den Bau des!!::aiswidf.gen Zustände im Neu- 2"0. durch die Vorschristcn der ii» großen Tempel voriäuiig 1e Baukosten dursten sich nach Wckitt.lten Fletickier aus ■Wien aus ׳elauien Ter vordere Trakt des zuleiten. Dr. Fialla ergreift das Schlußwort. Ich muß gestehen, daß ich das Wort in einer ungemein deprimierten Stimmung ergreife. Ich bedauere sehr, daß wir bemüssigt sind den Tempel zu bauen, der eigentlich nur für 3 Feiertage berechnet ist, ich muß mich jedoch als Vorstand fragen, was die Gemeinde verlange. Laut 3 und $ 12 der Statuten ist die Ausgabe des Vorstandes für die religiösen Bedürsnisse der Bevölkerung zu sorgen und für ihre Interessen einzutreten.-Ich werde keinem der Herren einen Vorwurf machen, wenn sie meinem Anträge nicht bei pstichlcn; doch ist das Vorgehen, wie es bedauerlicher Weise in dieser Sache platzgegrisfen hat, mir gegknüber nicht zu rechtfertigen. Nicht zu rechtfertigen gegenüber Glaubensgenossen und den Andersgläubigen, und werde ich mich veranlaßt sähen, gegebenen Falles die entsprechenden stonsequenzen zu ziehen Ich gehöre zu jenen Persönlichkeiten, die der alte» Zeit anqehören und etwas ideale! Anschauungen haben, ich war derjenige, der betont hat, die Gemcinde Brünn solle ein Gemeindehaus haben, um ihren osstziellen Bestand in der Großgemcinde zu dokumentieren. Woher ist cs nun möglich, daß au׳ ■",.'Ci י1 1:י ::ständig »nberuhn bleiben nnd ::■1ck;v-:i11 da- :־ל1\ einen Werl von IOO.U״׳! stroneu . rt!fs: : D;r T-enive! 3-i 'ck'O'i stroneu kosten- T::!>.! dt: z Tfntii r.g des Snotteiilen von 40 auf zzrk.z >- .1 :or.1v -owie durch die ans dem Verk,r!!st■. d.r v lUUV’i sttze ׳icki ergebenden Einnahme», it רי-י. meinde hieraus erstehenden stosten .- d.ck: ■.:■.■rd n Hieraus wurde die leb,me er- ׳:;r ::egmund. Schwarz meint, daß ■■.: vi :: k.iüs r.* Haust; die Mitglieder des Vor Nick■ m;: Herz ■und itzesuhl gestimmt ljälten. v-:r Ankan׳ d.-> Ha.i'es nabe man nur an ttnen Erstir, des u־n!0: :emvels mit zirka Zitzen gevack: Lau Ub«. :schlag zweür Baumeister würde d e Erbau!: ח*•» {■>' es berattigen BetliitU'es ■-0.000 strvver. b.:1 Wettet; bebt der Redner her- :■:r. das: v, Ers ז. auung eines Tempel.; vor Ankaus e.s Ha::׳er f :ג;. .:ne Rede war: erst ein Mckglted .' ■:■ Voriiai i ave lünt.r dem :lincken desselben Beb rrc l as Ansuchen -gestellt, den strömtmv.l e׳.n,r kl:t.r׳::chiU1g wegen Feuersgesahr ::»terzielien Iteies Vorgehen, sowie die folgende "-.rung von 'k Frauensitzen und Stehplätzen die Frage ttr Enlickieidiing gebracht und rs der Be׳ck> uß!teiaßt. an l Brunner Bauli.ranzntreten. Pläne anszuarbeilen; 3 der en kamen die er Aniiorderung nach. In einer eu. Sitzune wurde beschlogen. diese Pläne einem Sach.:erst,tndigen »berptitien zu lassen, bis!etzl nick l geschah. Herr Schwarz erwähnt daß -durch gen Bau des Tempels die jährliche "00 stroneu envachje»! würde. In Ive ide! er sich dagegen, einen leuipel hlewe. was n.-ch, M,:;rbelast::ng 2 \1\’.r׳,r Weist- -. :i-.em 0׳ Haines - :v 0׳ Teu-vel trei '1, f.ti'vels wäre. \.c״°: In-!׳rtlib :י::י1 :׳.׳׳ ein 11; . z!st:vi::s las mar. mehr Ter Vor tu baneik.;׳ Wenn und Tempels zu eiilicheidcii u»b stellt den Antrag, man i »ivge die Herren des verstärkten Ausschusses »ach ■einmal die Sliminuiig im Vorstands umgeschlagen, Huriiie schicken und die Neil wählen ausschreiben. er!cs wird behauptet, die Bevölkerung sei surchldar behauptet ferner, daß die Verteilung der Steuer sebr■ ausgcregl, cs wüide ein Slurn, der Enlrüslung über ungcrechl und unregelmäßig ist. Im stresse der uns Hereinbrechen, weil» wir dieses Bauiverl er Stcuerzählenden her!׳,he hierüber eine Mißstimmung.! richten lassen. Ich habe von dieser Erregung ״ichis ler Redner■ stellt den Aiiirag, man möge Wähler-! vernommen, denn ln der Bevölkerung herrscht IN,, vcrsäniiiiiiingcn cinberuieit, lim die Stimmung und '׳ Gcgenleile ziemliche Indolenz. Wehn Sie Heine Meinung, der Bevölkerung kennen zu lernen. Iber I meinen Antrag »blehnen, so wird dir Vorstand in gnanzrat st o ritz ö.Häuptel, daß die Anschauung größte Verlegenheit kommen. Sie werden heule. die jien Betrag in Len Hot -eines das von Privalparlcicn bewohnt schon gebaut werde, müßte der hjen. Mi! der Erbauung dieses Tempelirage noch imiiier nicht o:e Bevvlkirillig werde nach wie!11 Gottesdienste eiil'pr.chendes t Herr Schwarz h-.l't hervor,! 11 wirtstckiastlichcr Beziehung lristcn itzende unlerbrichi Herrn Schwarz ׳ liiei: AiiS'ü ׳rilligen »I:t der Benlerkuna, er es nickit zu!eben, daß man eine Lbitrukttons- >!-: Sacke zu einer persönlichen den Saal. •— Vizepräsident uh:! d.n Versttz. konstatiert, daß vbj-kuver ruhiger Weste die Sach bedauert, daß derselbe grundlos ';;t kt.ut. Aussuhrungeit unteri. - - Herr. Pcrlheitler erklärt, den:»■״ privatim ersucht, die Mitkte» A:1-schn׳׳es etnzubcrusen und Vorarbeiieir auf er Vorschlag hä:!-: leine Berück- I!. auch er erklärt, daß Herr hNk-tz ׳aehlicher Weile iich iciiier h:b-. Herr Schwarz stellt den d:e Sache an den. engeren Bor- I:eier solle nocki einmal die H-.rr Ir. Fiallji, der währendden noch die nnd des Pros. Lbcrländcr unrichtig ist. Ter verstärkte Ausschuß wurde scincrzeii cinbcrujen um sowohl die Rabbinersrage als auch die Tempelbaufrage zu lösen. Ir. .Weiß psttckuet den Ausfubrungen des Pros. Lberlaüücr bet. Tr. Fctlh sprichi sich gegen d:e Etnbeeusung einer Wählerversaiiii״- kunq aus mil. dem Bemerken, die Vorstaiidsi»»- glieder würde» sich ein Armulszcugiiis gebe»,. Iveiiii sie die Meinung diw- Wähler erforschen wollten. Ir. Schreier sührt folgendes aus: Tie M11glieder des verstärkte» Ausschusses haben sich soviel als möglich üder die Sachlage informiert und er wisse nichl. wie die ienierzeilige 2lbst,111mung über den Ankaus de; Hauses ausgeiallen wäre, wenn ma» vor.A'ikaus des Hames den 'Milgliedern die Mitteilung gemacht bälte. daß man in einem Hose eines Hauses einen Tcmvel um 32' > 000 K erbauen wolle. Sämtliche Mnglieoer des verstärkte» Plusschütte« waren der Me1::l)1ig. daß cs sich um den Bau eines Bcthauies Hand!,׳. Ir. Schreier habe die Überzeugung, daß dir lironatempel nicht genüge. Mit dem Bau des neuen Icmpels sei aber■ die Tempelsrage nicht gelöst; mail werde erst dann, durch die Verhältnisse gezwungen, an den Ban eines großen Timpels der jüdischen Bevölkerung Brünns schreiten inusien. Irr Redner steht aus dem Stand- Punkt, daß wir an ׳Stelle ׳des Nculortempels ein Bclhaus sür 400 bis OOP' Personell benötigen, hicniit sei jedoch die Tempelfrage keincssalls gelöst. Es wäre traunetz wenn di- Beschlußfassung über den Bau eines Gottesbause^ unter solchen Auspizien zustande kam.׳. ke!n recke ■■Halle n.ack.x■ und verlchst ^B a r. er üben::! Herr Sckiwarz I lig. erörtene >:>:! vo-m Pzastdenien '.■r.'ck'en worden >, .: fave d.n Präs ז des!■erstes :t־V.lvs 'ober bst י;: .-.b.i'.ten Tie _■ -..:11:;.׳: i gestivd IN vollil A:!'.;abe enileigl A:::r.1>1. min mo.i na. > znruck.e!:.-,: :tz ->!■. 11,Igel l: An de I>n׳.Ei-r 1?.1r tr. ,v.aua, der ival : ivar, iiöerniukuttä.wieder lebalie beteiligrt, .,ncki 110■ Ir S.kireier, Ir. Weiß H:.:a::i ujiltd- Ln Sitzung ,!.schloss:». in21!!!׳ L>p::!!:b r 1004. Fialla. Steu:. ilarpeles, Ir. le.ik, Lö.■.!ander, Schwarz, Ir. Sitzung am 22. September. ,-י Anwesend: Herr Ir. Feiib. Pollak, .lioretz, Perlbäitcr, Tr. Ehrensteln, Schreier, stönigsgarlen, Sonderling. Oberländer. Llein. Bauer, Üarpeles, Tandler, Schwarz. Tr. Weiß, Ir. Lowcnlhal, Kalscher, ,stöhn, Seidl, Tr. Pollak. Ir. Fialla ergreiii zur Aniklärung einiger vorgcbrachlcr Äußerungen in den vorhergehenden Sitzungen das Won. Seiner Ansicht nach' sei die Einberufung einer Wählerversaiiimliiiig nicht notwendig. Es liege bereits dein Borstande eine Resolution ciner von den zionistischen Organisationen Brünns einberusenen Volksversammlung vor, in der dem Verlangen nach Erbauung eines Bethauses von dem Lausenden tz—906 Personen Ausdruck gegedc!! wird. Tr. Fialla stellt das Ersnchen dem Sekretär der .stultitsgcntciitde Herrn Tr. Lppcnyctm das 'Won zur Aufklärung erteilen zu dinsen. Nach Tr. Oppenheims Aus sührungcit ist die ■ Erbauung eines Tempels ein Bcdürsnir. I,׳r Präst-s Tr. Fialla übergibt dem Vizepräsidenten Herrn Bauer den Vorsitz. Herr .star pel es beantragt die östeutliche״ Sitzung zu unterbrechen und dieselbe venrcknlich wetierzustthreu. Tieser Alltrag Ivurd: augenvmiiten. Nach Mehr als einer halben Stunde wurde die Sitzung sür össentlich erklär,. Tr, Löwciithnl bemängelt, daß Herr Tr. Fialla aus die in der gestrigen Sitzung von Herrn Tr. 'Weiß an'geworsene Frage betreffs des Betriebes d,t beiden Tempel keine genaue Ausklärung geben könne. Tr: Lö1vcnlh,il beantrag,. dar ist die höchstze Wayrscheinlichkctt. gegen den Tempelbau stimmen: ich halte es Für eine B.r ptlichtung gegen mich, daß ich dann!mein Amt als Vorsttujd der Gemeinde in die Hände meiner Wähtzer zurücklege. Hieraus stellt Tr. Fialla solgeude» Antrag: ״Es werden die vorgclcgtcn!Baupläne des BauraltS Fleischer gcnehnttgt, der!Vorstand wird ermächligt, aus Grund dieser Plätte, den Bau vornehmen zu lassen, und es ävird zu diesen! Behuie dem Vontand ein ,strcdit bis zur Martmalhohe von 300.000 strone» cingcräuiiit." Tr. Fialla übernimmt den Vorsitz und cs wird zur Äbstiinmung geschritten. : Für den Bandes Tcinpels stimmten: Tr. Feith. Pollak. .storetz, Tr. Ehrctrstetn. starp.les, Tandler, Tr, Löwenthal, Seidl, Tr. Polkak. Gegen den Bau des Tempels stimm len: Pcrlhäflcr. Tr. Schreier, .stöniäsgarlcii. Sanderling. Pros. Lberländer. Stein, Bgtlcr, Schwarz/ Tr. Weiß, Roth, .statscher, ,stöhn.! Ter Antrag wurde demnach »nt 12 gegen 9 Stimmen abgclehnt. Tr. Fialla legt hieraus sein Mandat nieder. Von den Vorsiandsmilgliederu haben folgende ihre Mandate nstdcrgelegl: Tr. Feith. Tr, Ehren stein. Ad. Vcinherger, Jonas starpeles. Vom verslärklen Ausschüsse: Sberfinanzrat storetz. Nach seiner jetzigen Zusammensetzung ist der Vorstand der stullnsgcmeinde nicht berechtigt Beschlüge zu sasßsy! Tic Leitung der Geschäfte ha: Viz,■Präsident Bauer übernommen. Die Neuwahlen wurden sür den!20. November ausgeschrieben. j u nnd schau. GedWibet des jüdischen Nationalfondes! Die iidKche Not In Rußland ivächsi von Tag zu;Tag. Arbeitslosigkeit,'Not, Glend, Hunger, Auswanderung, dar ist jetzt in den russisch-jüdischen Zeitungen das ständige Lied. Ter Verein »Achicserin Warschau hat jetzt eine wanderude stüche ins Leben gerufen, welche ivarine Suppe unter die armen Indem verteilt. Bei der Verabreichung spielen sich herzzerreißende stämpse ab. Hunderte Menschen drängen sich um den Wagen, daß!sie ja nichl zu spät kommen... Tic Auswanderung mmmt wieder einmal erschreckende Dimensionen an, ganze jüdische Städtchen sind verlassen. Natürlich blüht das Geschäft der AuSwanücrttngSagentcn. Bet seiner Scheu vor jedem Verkehr mit den Beamten läßt sich der jüdische Auswanderer auch dann einen Paß nicht aussolgen, wenn er das lltccht dazu hat. Selbst metblschc Attsmgndercr lagen sich von den Agenten heimlich über die Grenze geleiten und nalürlich kommen nnanshörlich Nachrichten über Verhaslitngei, »nd Rücklranrporle.:, Ter Hauplslrom der Wanderung geht wieder itach Nordamerika. Roch nie hat die Emigration eine solche Höhe erreicht. In New 2)ork allein sind 11.970 Juden (im Vorjahre 70071 augckontme», davon 933S aus Rußland, im Juli. 11..‘109, davon 9480 aus Rußland. Ttc meigen verbleiben leider in dem AitkunstSort, im Juni