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Jüdische Volksstimme · 1904-10-01 · 19 (1.10.1904) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
19 (1.10.1904)
Date
1904-10-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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iKr. 19 ,־ein. Diese Fähigkeit sich wegen jeden Stäubchen?.! Jüdische Bolksstimme Leite 3 ,ס*,"( jeden'Blicke» den verhältmsmäß.g q^nen!, U"wersi,a.skoIIcg,en legen den Ges-ljrc» de» Studentfnduelles auszusetzcn, ersordertHde? tSharafri•«^'1»^11 H"?ub1ldung -in Ausgehen im ^chtj,ud״.u, dann e.ne m!ß-" ichm'N.cheu renk n ™״t, ״*?T' ordentliche. über bß« normale hinausgehende =tti-: «ui ״Meren Uninm־iM J5”?“L b'C d״״״l« des Ehrbegriffe? sowohl^ als de? Persönlichen^ eine sachliche Bildung' auf Äpe harmoNisch?״EnP T.e dazu nöt,ge Lege,non,chasst^w.ckl״ng der jugendlichen bichamenPeonlichket der st0 rp? gel st. Er wachst, wen« der Nationalwird Ici» Gewicht ae^a! h,™ ״״ ״ D» .^d-gkeit-. die Berei.nsilligke.t, ran.iert ist. b״ Ai® Z «orl'S b: Kl: •'t a:!i ziinälingc" geschildert. Aus der Ehrennotivchr ward die schlagende mit dem Pflanz, mit der Pt,rase, mit ötm Kommers, mit dem Säbelgerassel, mit dem Korpsgeist. Hoch! Hoch! Heddat! — 30 sinder man da Judentum? eyt einmal zu den inneren Folgen. Ter ge,st ist ein eigentümlicher Herr, er züchtet ünkel. Zwei Korporationen mit' ihrem separairpsgeist, mit ihrem separaten Tünkcl. haben!!äi jide ihr teutonisches ÜberlegenhcitSgesühl. haben beide die Herren, und Hegemoniebestrebungen jedes Händchens, müssen einander befehden. Eins ichliesit io das andere in sich, wie du? Fruchtfleisch den Ke!». Und da möge! ihr die Friedenspalme schwingen, wie c srig ihr wollt, eS Hilst nichlS, den Habitus, den Charakter muß man ändern, dann kann der Friede I kommen. Herzl konnte die brandenden Weg» des Kongresses wohl glätten, den lokalen 31rut der Wiener Studentenverbindungen zu schlichten. ist ihm nicht gelungen.-Was diese Verbindungen prednzieren in sozialer, nationaler» ethischer Hinsicht js, Fltchheit, Schaum, ,'äußere Form, die leider niimäls kritisch behandelt wurde, alles, berufen die G>1!nn!!siaslcn anzulvcken und die Zahl der »Füchse" zu erl öhen, ernstere Zwecke, völkische Arbeit jassen alnr niemals tiefere Wurzel. '! un aber die Richtschlagenden. Auch diese sic einst besähigt sind an der Spitze des!udiichcn Volke? z>: marschieren. DaS Fechten als Hauptaufgabe und mit Rücksicht aus bas Tuest betrieben, macht einzeilig, beschränkt, flach und zieht alle diese zerstörenden Wirkungen nach sich, die ich anzudeulen versuchte. Ta? Fechten^ a l s Sport betrieben birgt nicht die schädigenden Folgen in sich, macht aber elastisch, muskulös, stählt den Mut, schärst da? Auge, erhöht die Geistesgegenwart. Ein charaktervoller Mann, der auch fechten gelernt hat, wird im Augenblicke des Handelns wissen, was er Zu tun hat. Sportliche Ausbildung neben intensiver geistiger Bcläligung; diesen Grundsatz der englischen Hochschule» Ziehung sollten wir in unsere studentischen Korpo rationcn verpilanzen. In bornierter Selbstgenüasamkcit, in Gräetz und Palästinakunde da? Um Gund Auf des als ,Wissenswert von unseren Studenten empfohlenen. -Kein Wunder, daß einer dieser Spezialisten, ein sirainiüci Fuchs, der vor der Burschcnprüfung stand unlängst zu einem Freunde kam und um den Band Graetz bat, der über Ätschinew handle, man werde ihn wahrscheinlich darüber prüfen. Wenn unsere Studeuten die Scheukliippcn sich Won ihren Augen!reißen werden, dann werden sie auch außer dem Tuellkoder noch das jüdische Volk bemerken. Eine Vertiefung in die nationalen Zeiistroleiden!unter denselben Qualen. Sie sind verurteilt inungen und in die internationalen, Besitz, rgreisen ui.idei wertiges Mitgliedermaterial zu erhallen. Tie ' ~ ־ ... Wgibercn auch haben doch mit 18 Jahren nicht jene Urteilsfähigkeit, die ich auch bei anderen vzx- ״»sie die ,Schlagenden" aus ihren wahren Wert einnt'äiikn zu können. Aber jeder frische Jüngling da: dgbegreifliche Bedürsnis seine Ellenbogen zu be nützen. Tic Richtjchlagcnden, das sind mehr weniger die Veischlajenen oder die, denen bereit? in der Miiielschulc der Kampf ums Tascin die Lebensenergie geraubt. Und weil die nichtschlagendcn Verbindnnten diese Konkurrenzunsähigkcit gegenüber den, den I ingling anlockenden Schlagenden egipsinden, ist es 1ur natürlich, daß sie sich ausbtälsen, wie die!:!!:bühner, um konkurrenzsähig, um imposant z» crich.inrn. Tarob aber vergesse» auch sie ihre na- Iwgalei Pflichten. So durchseucht das ,Schlagen" unur•: ganze Jugend. Mit einer unbegreiflichen Scheu sicht man diei.in Getue, zu als ob man Ewigkeitswerte vor sich bät e. die man zu beurteilen zu kurzlebig wäre. Ales steht geschult und gewappnet,mit der unnbers chbaren Zahl der Mittel moderner Wirtschau 1 nd Kulturentwicklung, die lebenssriiche, begad:e, lational-jüdische Jugend schließt sich aber den ,chlagcnden jüdischen Verbindungen an, charakiensie t sich dann in ihrem Turchschnitt durch inlell.ktuelc und moralische Ebbe, protzt, schlägt blinden! Lärm, überhebt sich in einer würdelosen, sür diel heilige Zeit nationaler Arbeit im Ticnste der höchsten Güter des Volke? tempelschänderischen W..׳e bartloser Alleswisser. Tas Schlimmste wird sich aber erst später zeigen, wenn, wir da? Gebälke unseres Baues aus diese .Intelligenz" werden stützen wollen. Alle begabteren Elemente unter ihnen, deren Charakter nicht bereits g-ge» «erdcrblichc Einflüsse g e st ä h l t ist, müssen uniergeqen oder verflachen oder hinauSgeekelt werden, sobald sie auch, fasziniert durch den romantische» Rantch!funkelnden Studentenwichjes, sich im ersten Augenblick auch angezogen fühlen mochten. Tiefe Art der! studentischen Erziehung aber ist heute eine ipezistich österreichijche Methode: Tie Erziehung von Fachsimpeln. Eine «us ein paar geistige Handgriffe eingcichulte Beamtenschaft ist die Konsequenz, der gcniütlich-weanerischcn Verwaltung mit ihrer Fortwursilcrfi ohne tiefere Erfassung staatlicher Pflichten. Aber auch hier bricht sich bereits eine audere Uberzeugiing ן Bahn: Unsere naiven Alleswisser lachen dazu oder sind empört, wenn man ihnen derlei vvhält und ich hofse, daß diese Empörung sich bald an mir Lust machen wird. Ich wer-e mich aber damit tiösten, daß sic mit ihrem schneidigen Benehmen!und ihrem unfähigen Urteil, dem Fühlen des Volkes ebenso fern stehen, wie dem Gedankenkreist der Gebildeten ioou erprobten Kulturwerten, Ernst, das muß gesucht werden: sportliche Ausbildung, wobei das Fechten eine Hauptrolle spielen soll, dann werden sich innige Freundschaften, Charaktere, Periöniichkciten entsvickeln können, bann wird der nationale Lpiermut rjn ges^igerlcr sein und nicht wie dassBarloppfeuer, mit der Fuchseneouleur verschwinden.^. So wie der lick in die Tiefe wächst, wächst er in die Ferne, ildet uniere^Jmscnd ibren' Körper im heiteren pielc^swklmckell sie harnioniich die edelsten Geiste?- >cn, dann wird sie keinem Tritten etwas beweisen, lvenigcr imponierend austretcn, aber mehr imponieren und unserem Volke den Weg bahnen aus dem aniendc nachdrängen werden. Tieie Tatsache wird aber alle? beweisen »nd noch etwas mehr bedeuten. Lbwohl wir mit dem ganzen Inhalte nicht übereinsliminen. glauben wir doch unserem Mirarbeiter die Spalten unseres Blattes sür dieses wirklich wichtige Tbema zur Veriügung stellen zu müssen. Tic Red. ^NS der vriiilllrr üultusgcmrindc. Tempi passali. Verflossene Zeiten, Mit der idhl- >ischeu Ruhe und Gemütlichkeit hat es in der-Brünncr Kultusgemeinde ein Ende. Tie Zeiten, wo unsere Brünner Stadtväter in Friede und Eintracht, wir möchten de» Ausdruck gebrauchen, mit Gemütlichkeit die Agende» unserer Kultusgemeinde besorgten, sind vorüber. Vier Jadre unermüdlicher Arbeit hat es gekostet, bevor es uns gelungen ist, den Herren im Kultusvorstande z»m Bewußtsein zu bringcn, daß sie der' Sisentlichkcit sür ihr Schalten und Walten, sjir ihr Tun und Lassen ucrantwortlich sind: nur ,inserem Kamp je ist es zuzuichreibcn. daß die Sitzungen sür össenllich erklärt wurden. Tie össcm- Ischen Litzungen haben unter unserer Kontrolle zur Gesundung der Zustände bcigetragen, e? wird zwar ipch immer, was die Qffcntlichkest betrifft ein Unstg betrieben. Angelegenheiten, die vor die Qffcntlichkcit gehören, werden noch immer in Konveytikeln uftb geheimen Sitzungen erledigt. Tie innere Tätigkeit der Kultusgemeinde blieb uns zumeist ein unergründetes Geheimnis. Ängstlich wurde allesvernsiedcn, damit die geheiligte Tätigkeit unserer Repfäsentantcn durch die Blicke der Entrechteten nicht geschändet werde. Unsere Repräsentanten janden cs nicht der Mühe wert, den Wählern Bericht zu erstatten und die Wünsche und Beschwerden der jüdischeu Bevölkerung kennen zu lernen. AIS in der Kultusversammlung vom IO. Rovember 1900 Gg. Hsickl das Wort zur Kritik über den vom seinerzeitigen Präsidenten erstattete» Bericht verlangte, gißg ein Sturm der Entrüstung ob dieser Kühnheit durch die Reihen unserer Großj iben. Mit Mühe konnte Gg. Hickl sich Gehör!!erschaffen, um die Tätigkeit unserer Kultusgemeinde b itisiercn zu können. Tie Postulate: Erweiterung des D-ahlrcchtes, Cifentlichkeit aller Sitzungen, Gründung von Spar- und Vorschußkasscn, Regelung des : Irmenwcscns. Er richrung einer ArbeitSvermitllune u. s. w.,' wurden in dieser Versammlung ausgestellt und sogar Vorstandsmitglieder wiesen aus die Notwendigkeit dieser Forderungen hin. Trei Jahre laboriert bereits unsere Kultusgemeinde an der Rabbi» rsrage, aber diese Frage ist noch immer nicht gelös. Abermals wird, an den Schlußseicrtagcn ein Pro! ekandibak die Eh haben, sich vor der Brünner jüd jchcn-Bcvölkening zu produzieren. Es wird ein sörirliches Komödienspiel mit dieser Frage betrieben. S!rauchen wir einen Rabbiner, so mag man endlich die Frage lösen, da ja doch auch für Brünn ein entsp echcndcr Rabbiner zu finden fein wird. ׳ Ist das Bedürsnis nach einem Rabbiner nicht vorhanden, dann halte man die Bevölkerung nicht zum Narren, vergeude nicht die Steucrgclder. und streiche den Konkurs. — Im S impfe gegen.. uns gaben sich die heterogensten E emcnte gesunden. Man mußte glauben, daß die H rrcn im Kultus- Vorstände das Band der Solid rrität umschlinge. Einen schlagenden Beweis des G genteiles lieferten die letzten Sitzungen in unserer Kultusgemeinde. Wie bekannt faßte der Vorstend der Brünner Kultusgemeinde. in seiner Sitzung vom 10. Februar den Beschluß, den Ankauf eine? Hause?, behufs Erbauung eines Bethauies, In!er Versammlung vom 151. Februar, in der Gg. Hickl das Referat erstattete, wies er auf die Nolwci digkcit de? Baue? eines Bethauses sür die minder bmittelte Bcvölkerung hin. Ter Referent macht! bereits seinerzeit daraus aufmerksam, daß die Mitg jeder des engeren und verstärkten Ausschusses vor S »kauf des Hauses Thcresienglacis Nr. II sich!arüber klar sein müssen, ob ein Bcthaus oder!in großer Tempel erbaut werden fülle. Bei der ' Ibstimmung über den Ankauf waren die Mitgliede! nicht im Reinen mit sich, um was es sich handle. Aus den Debatten der Sitzungen am 20., 21. und 22. September haben die -meisten Redner herv! rgehobcn, daß sic gegen ihre Überzeugung sür den ilnkaus de? Hauses stimmten. In der Sitzung von 7. September wurde mit st gegen 4 Stimmen im -engeren Voritandc der Beschluß gefaßt, vom verstärkten Ausschusse die Bewilligung eines Kredites:von 320 000 Kronen!für den Tempelbau zu verlangen. Bezeichnend ist es, daß von den ■! Mitgliedern, die sür den Tempelbau,stimmten, zw:i Mitglieder sofort ihr Mandat nizderlegten. ' $ 0 Sitzungen vom 20, 21. und 22. September nah »en oft einest beivegten Verlaus, und man mu;te glauben, daß diese? Kartenhaus jeden Momeit ip Trümmer gehen werde. Wie dem folgende! Berichte zu entnehme» ist, wurde - der Antrag des engeren Borstände? mit 12 gegen 9 Stimmer abgeleh^z. Tie Folge^hievön war, daß der Präsilent Tr. Aialla, die Mitglieder de? Vorstandes Tr. Fcirh. Tr. Ehrn st ein, Jonas Kurve l cs und vom engeren Ausschüsse Qberfinanzrat Kore!- ihre Mandate nicdcrlegtcn. Es in bezeichilend un) wir müssen das Vorgehen unserer Vertreter ans-drs Schärfste und Entschiedenste' verurteilen, daß ic cs nicht der Mühe wert iüiden, ihre -von den Wählern cmpsangcnen Mandate in die Hände dcc Wähler zurückzulcgen, und den Wählern Reckenschast über ihr Vorgehen zu erstatten. Mit esc Ablehnung des Antrages darf jedoch die Lache nicht im Lande verlaufen. Tas Hau? Theresktne laeis 11 ist einmal angekauit, did Notwendigkeit eines Gemeinde- Hauses ergibt sich immer mehr un) mestr. Unserer Meinung nach ist es beschämend, wenn eine Ostoßgemeinde wie Brünn über kein Gemeindehaus verfügt! Tic erste Bedingung ist, daß unsere Gemeinde- Väter den kteinkrämcrischen Ständpilnkt vertanen, -das Hau? Thcresirnglaeis Nr. 11 in ein jüdiiches Gemeindehaus umwaudeln, und un rückwärtigen Trakte -ein Bethaus erbauen. T amit wäre aber die Tempelsrggc noch nicht gelö r. Ausgabe des neuen Vorstandes würde es ,sein, an die Stadtgemeinde Brünn heranzurreren, und rinen entsprechenden Platz gegen Entgelt zu verlangen. "Die Neuwahlen des Kultu -Vorstandes' sind bereit? sür den 20. November ai «geschrieben, und zwar gelangen 3 pfandate zur Besetzung. Wir werden Gelegenheit nehmen, in öffentlichen Versammlungen unseren Standpunkt z t präzisieren und die Wählerschaft zu informieren. Sitzungsbericht vom 20. Septfmber 190-1. Anwesend waren die Herren: Tr. Fiala, Bauer, Korctz. Tandler, Pollak, Kohn, ^tarpeles, Wein- Verlanget 1n Gastmul Kaffeehsiusern die ״Jüdische Volksstimme“.

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