Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 19 (1.10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Sr. >!> g49l, im Juli 7804. Zu welchem Ende diese stete änjommlunq an einem Orte führen soll, ist kaum JtouidH'n• •■ Da« Petersburger Komitee der Jka dal eben begonnen, Material zur Auswanderung«, stage zu sammeln, da« in russischer und jüdischer Lprache verÜsscntlicht werden soll. Vielleicht debmtil dies den ersten Schritt zu dem schnlichst ernarlrlen AuSwandcrungSburcau, HN5 PÄinina. Die Ernte von Heuer ist nicht am besten anegesallen. In mehreren Kolonien hat I»e Mäuscpl age, in Ekron. Rcchoboth. Pethach Tilirab. Gedcrah hahe'n Viehseuchen gewütet. Ein Admnnstraloi der Jca. Herr Kalvareiski, hat in tziatltäa unbearbeitete Ländereien an Arbeiter vcr ״achtet, jeder Arbeiter erhielt di« 200 Tunam Land aad einen Kbcdit von 2000 Franks. Die Zahl der Pächter beträgt schon vierzig, c« dürste sich aus ki Aniiedlugg eine neue Kolonie entwickeln Eine grase Anzahl'intelligenter Arbeiter ist au« Russland iagclamnien, begeisterte Zionisten, von denen einige schon Aetcrbauer gewesen sind. Die haben schon säst alle Arbeit bekommen, eiiüge in Juda, der größere Icil m Olaliläa. — Tie zionistische Bank in nun auch in Zion cingezogxn. Der Ervssnung der Filiale der .Anglo . Palästina Company" in Jerusalem mahnte kr ejiglische Konsul bei. Ein Bellraa zu unlerer Degeneration in Bolus der ״Hazesira" aus Gatizien berichtet. In Mlrer.1I Städten Galiziens haben die Chajjidim tu׳ tu• -Nachricht vom Tode unseres Führer« sireudengelage veranstaltet! In Tembiza hat der dort-.qe ,'!ladbi", ein bekannter Wucherer, seinen Anhängern einen Anteil an der zukünftigen Welt ae,•!׳rochen, wenn sic die Traueiplakate von den?!lauern reißen werden, ja er erlaubte die« selbst am Sadbath zu tun! In Bvberka risscy die C.hassünm > die?lachrichten herunter und klebten Zettel.aus miMi dem Ia;t: Freude und Jubel unter den Juden! sln Tarnopot kam cs zu Schlägereien mit den tsdasiidun. die auch ein gerichtliche« Nachspiel haben weiden. Leihst in Jerusalem konnte der Trauergol:.«dienst nicht in der großen Schule slallsindcn, weil die dortigen Finsterlinge die« mir Gewalt vcrdindern woll en. Tann kann c« UN« freilich nicht LunS-r nehiren, daß der ungarische Kahal in Jeruial.m gegen die Mijrachislenkonserenz in, Preßburg Jüdische Volksstimme. Seite 5 •4-a« Hauplverdienst an der Erbauung eine« würdigen tsoltcshausc«, dessen Erstehen gleichzeitig einen Neu- . “et schule ermöglichte, gebührt vorzüglich, vielleicht ausschließlich dem hiesigen Rabbiner Sr. Ehrwürden Tr. Leopold Goldschmied, der bei der Tempelweihc in gedankenreichen Worten den Empnudungen der wahrhaft Jüdischsühlcnden in formvollendeter Weise Ausdruck verlieh. Während der langjährige Lbcrlchrer Herr Bcrnh. Weiner bei dcp Lchulerössnnng in trcssenden Worten Bedeutnnig und Ausgabe der Schule beleuchtete. Tie Proßnitzer Juden könnten mithin momentan mit!ich ״nh ihren in so kurzer Zeit zustande gedrachlcii Wcykc zufrieden sein, wenn nicht das jüdischdeutiche Assiifiilanten- und Mauichelblättchcn unserer Stadt j!ich alle erdenkliche Mühe geben würde zwischeu Kultusvertretung und Wählern Mißstimmung zu crnxcken, hauptsächlich aber die Bestrebungen des Rabbiner« zu verdächtige» ׳und in Mißkredit zu bringen. Nach Mauschelart geschieht dir« natürlich nicht wssen und ehrlich, Aug' in Aug', sondern hinterrücks durch Andeutungen, Hinweisungen und Unterichiebungcn. Ta das Mauichelblättchen und sein Schreider nicht fähig sind neue Ideen der Menschheit i» l’idf aiiizunehincn, da sic Fortschritt nennen, in den gealterte» und durch ihr Greiienallcr entartete» Idee» der verewigten liberalen Partei der Pflanze gleich zu vegetiere», da sie nicht begreifend, daß diese Bewegungslosigkeit ärger als Rückschritt, daß sie MaraSmu« ist, müssen sie naturgemäß wahren Fortschritt als Rückschritt sehen und nationale T wenigen noch vorhandenen handschriftlichen Kopien ihren Eingang in die Handschristen-Pammlungen fanden. Erst Mitte der neunziger Jahrt wurden sie von hier aus der Allgemeinheit überleben, indem der so früh, Heimgegangene Professor Tr. David Kaufmann, Budapest, sie zur Druckleguisg bearbeitete und damit der Osfentlichkeil ein Werk zugänglich machte, welches Zeugnis ,ablegt von dem regen Geistesleben der deutschen Juden in einer Zeit, da da« deutsche Volk' noch geistig und physisch unter den Nachwirkungen des dreißigjährigen- Kriege« Im Geboren 1645 zu Hamburgals die Tochter eines der angeikhensien dortigen Judeji, Löb Pli, kerle«, nahm Gnickel schon in srühestär Jugend in dieser Metropole de« internaiionalen Verkehr« die verschiedenartigsten Eindrücke in sich jaus. Eigene Volksgeschichtc und Weltpolitik, jüdischjs Familienleben und Geschäslsverkchr alles präg!- sich ihrem scharf beobachtenden Auge ein. Kaum ' 3 Jahre>alr, sehen wir sie als Gattin'Chajim Harieln« 1» das Haus einer der ersten jüdischen Fami ien Tcutich-!an iss in Hameln einziehen. E« wirde zu weil jührsn, wollten wir hier ihren ganze 1 Lebensweg genau zeichnen. Nur erwähnen wölb n'mir noch, daß wir sic einige Jahre später wieder in Hamburg finden, wo sie bald, noch eine Frau 1 n den beiten Jahren, den heißgeliebten Gatten in ein bfsteres Leben cingehen sehen .mußte und mit zmölj unerwachsencn Kindern verlassen dastand. Aber die Willenskraft stählte die b hwache Frau und gab ihr Kraft und Ausdauer, ihre Fan ilie durch alle Fährnis hindurchzusühren und Lurch die Heiraten ihrer Kinder in Verbindung mit den besten jüdüchen mokratie sür Reaktion halten. Dabei könncn sie cs nicht verwinden, daß der Familien zu treten, hiesige Rabbiner aus einer höheren Warte steht, l Wie sic schon bei Lebzelten ihre« Manne« ihm er jüdüch-national cmpsindct. und daß die!auch in gejchästlicher Hinsicht uncrmüd ich al« treue denkende jüdische Jugend, denen das Raufen und l Ratgeberin zur Seite gestanden, so!eben wir sie Sanfeu nicht das Um und Aus.aller menichlichen jetzt selbständig ihr umsangicichcs Gescl äst betreiben Genüsse ist, jenen ebenso nationale» als freiheitlichen! und die größte» umständlichsten Reisen unt-rnedmen Idealen lebt, die er ihr aurichiet. ׳ Und pnjer Herz schlägt wärmer, wnn wir aus Ta« ist nun freilich sür׳ Mauichel und ihren Schilderungen die altjüdischc Ge slsreundschast sein Blättchen sehr beschämend. Darum müssen! und da« jüdische SolidaritätSgesühl entnehmen, dem ideale Bestrebungen begeifert werden und da es \ sic überall begegnet. .Aber trotz die׳ m Umstande nicht ängeht und vielleicht auch gegen das Geschäft«-; bot das Reisen in jener Zeit recht groge Schwierig inter ne des Blättchens gehandelt wäre, seiner Ehr-' leiten, die Parnoßo war auch damals etwa«, was würde!, offen de» Krieg zu erklären, wird gegen große Anstrengung und regste Tätig! •il verlangte vreilstiert hat — — — Mann muß abef immerhin s ihn gehetzt und ohne seinen Namen zu nennen gegen Wir möchten unsere modcrnen Siipcrk ugen hieraus Jilennciii, iaß diese GeschLftsfrominen gut missen, ihn in versteckten Andeutungen geschrieben.!gerade Hinweisen, die da wähnen, in unserer Zeit her es lae t!! . Nur UNI unseren geschätzte» Leser auch mit! sei der Geschäftsbetrieb schwieriger a!s jemals de- Eine Filiale des ״Schlcmlel“ In Ungarn.]dieser Spezies des Geschlechtes ,der Mauichel" de-!sonder« für gesttzcstreue Juden, r׳..- Ungarin heil ,Gcisicshelden". welche sich den-kamst zu »lachen, haben wir uns heute mit ihr be- Jedoch, aus der Schilderung Glükets erkennen Pretest gegen die zionistische Bewegung geleistet I schäjti st.' Gebärdet sich ja diese Spezies so vorwir cs unzwciselhast, litt män damall - viel,wenigen Hab», geben ein Blatt »Tel talpijotti• heraus,' dringt ch, paß die sremden Nationen nur ,Mauschcl" j darunter wie heute und au« leicht^ erk ärbaren Umw-Ich.s oiseubar den brennenden Problemen des modernen JhdentuiilS gewidmet, kürzlich.folgende Fragen auswarft 1. Nachdem die moderne Wissen- >cha׳l »nziveiifelhast dargetan hat, daß die Erde null»!!, eine! Mugel ist, andrerseits aber' ein Kohen dclaiiiiilich Nicht über eine» Grund gehen stars, '«»:!r dem sein Toter liegt, ist die Frage — bitie .zu •singe» — wie ein Kohen überhaupt ui!׳ dir Erhe herumgchc» darf, vielleicht befindet »ä, unter!seinen Füße», bei den Antipoden, - ein Grab?!! 2, War c« der Frau des Propheten ertaubt, nochmals zu heiraten, nachdem ihr Gatte im Feiierwnncn zum Himmel gestiegen mar, ohne daß die zwef Zeugen dabei, geivesen wären, welche das' H!1scheiden des Gatten bezeugen müssen?; tu, dieje Fragen ant,»orteten mehr als zwanzig!?•״ ״Jüdische Bolkskaleuder" ist sehen und fetzt mehr denn je in ihm den Repräscn-i ständen. Währind bei uns der Materialismus jede tauten de« Judentum« erblicken, während er doch' geistige Regung zu überwuchern droht, war damals höchstens ei» Abizcß desselben' ist. -chiojme.! der Gcschästrdetricd. wie sehr er auch in Anspruch!nahm, doch.nicht Selbstzweck. Ter jeeie Blick sür j die jüdische Lebensaufgabe blieb stet« gewahrt, wie! wir rs in allen Lebenslagen bei »iscrer Heldin!sehen. _j Elf Jahre Halle sie so ihrer F amilie vorge- -1 ständen und während dieser Zeit fast! zrc sämtlichen z Kinder verheiratet, als sie sich auf deren Drängen Der ״Jüdische Polkskalcnver" ist der einzige! entschloß, ihren Plan sich im heiligen Kande nieder- ,״»derne jüdische Kalender in denncher Sprache, jzulap-n. aurzugcben undd,e Gatt,^, des reichen Der ״Jüdische Vo kskalenderenchüll zirka :!,» °ngc,ehencn Metzer Bankier« und Gemeindevorstehers literarische »nd wissenschaftliche Beitrüge und zirka G'N .(H׳rz> ^.evys zu werden. Doch diew neue 20 Illustrationen,! ycirat^brachte^ihr^nichl das gcwunichth Gluck, ihres . pudert! orget i«r Sie weiteste Berdreirung des ״ZSMchkn votkskalcndrrs" siir das Jahr Rabbiner Glückliches Volk, dessen Lehrer über solche Dinge nachzuhenkeii die.Muße haben! ündlkche!luden. Im letzten Blaubuch der kngil'chen Regierung finden sich Angaben über die» Jod׳״ in Indien. Nach der Volkszählung von löt'I leben dort 18.228 Juden, davon 15 843 >» irogliich-Jndicn. 1280 Juden in der Umgebung von Bombay sollen hebräische Umgangssprache bab.n Sie behaupten, im 8. und >5. Jahrhundert enigeivanderc zu sein. Die Juden von Kälaba!Provinz Bombay) nennen sich Bne Israel und teilen sich jם1 ״ ״eif5e", die ihre Verbindung mit tbr.i, Brüdern in Vordcrasicn gewahrt haben, und »'chwarzc" Bne Israel, welche mit indischen Franeit Miichehe» cjngchen. Zwischen dcn^beiden Gruppeij brstiln ein scharfer Antagonismus. ' ein echt neuen Gatten Geschäft brach zusammcij irnd riß sie. prohnitzer Vriet. A»1 Donnerstag vor Rosch-Haschana wurde r>!>r der neuerbaute Tempel seitlich eingcweiht und °>" -ouisrag vor Jom-Kipur folgte die Einweihung neuen Schulgebäudes der hiesigen Israelitengi Mein de. Beide Feierlichkeiten verliefe» Programmmäti.'g unter lebhafter Beteiligung der Bevölkerung und jj, Anwesenheit der Spitzen aller hicrortigcn staatliche», kouinlunalcn und militärischen Behörden. jüdische« Bolksb,ich »»d bietet reicht» Inhalt z״r' die. gtho,ft batte, nunmehr aller mmeiiicllen -org-n Belehrung ״nd IIn,erhal״.״g. ledig zu ie.n, m.t .n ü,e Not. z,ch Hau,c ihrer er ״Jüdische Voltskalender" fehle in keiner «׳ndrr ,eben wir ^e .4 Jahralt bren Lebens- " - -- abend beichlietzen.! Es-war kurz nach dem Tode des heißgelicin?» Manne« Chajim Hameln, da in ichlasloien, schmerzjüdischen Familie. Der ״Jüdische Voltokaleiider" lostet 70 Heller, VerlMer^Srganisülwne» erhalten bei Adnadme de«!bewegten Nächten sie zar Bewältigunä ihrer ״,ela״- Jüdischen Volkskalenders". Hoden Rabatt.!choU'chen «l'mmunq zum ersten Mlzur Mder "XJ ' . yrlss. um jur ihre .Binder lhre LebcnMe^chlchle und die »Miiircn Ser <M*,I «n Samtln,: SÄSSKpI“:; ein« «d״!!,!» om HeinriU, Heine. Die •Bedeutung dieser Frau beruht am allerwenigsten aus dem Ilinstande, daß sie die evtammmutter berühmter Tichlcr ist. joüaß man mit diesen Reklame sür sic mache» müßte — sic selbst bietet uns genug des Rühmenswerte». Und »och mehr, eine Frau, .der sic die 7 Bücher ihrer Mcmoirhn fortsühren und beendigen ließ. ' Wenn wir einer großen jüdischen Frau de» Ehrenamcn , Um bojisroel• beilegen, so ist Glück»! von Hameln nicht die letzte, der er cebührl. Zeigt sie sich un« doch in ihren Auszeichni ngen als aus n,j, Michl von Hameln es gewesen, hat uns ln' Len höchsten Zinnen südlicher Lei cnsauftassiing ihren Denkwürdigkeiten mehr ' geboten, wie cincn! sichend! beseelt vom Vertrauen aus den Höchsten 7an,Ap f oder Geschäftsbericht mit bilderreichen! sehen wir sic. die die Licht- und Sch- Iteniciicn des ParaKW durchwcbt, i Lebens durchgekosict, stets geraden Sinnes ihren haue sie die einfache, bescheidene Frau! Lebenspsad wandeln. Getreu der Aus ,abe jüdiicher niemals daran gedacht, der Allgemeinheit ihre Aus--Frauen findet sie ihr höchste«, ihr -inziger Glück «en ru hinterlasjen. nur dem engen Kreise in ihrem Familienleben, als Wächteriü des Hau׳es, - u,.־.:—. link als Gattin- und Mutier!! All dies trübte aber ihren Blick! nicht für die Vorgänge der Außenwelt, überall setzte ihr scharf zeichnungen tu . ihrer Famili? sollten ne bestimmt lein. Und lange inögen sie in deren Schoße geborgen ein Buch der und Erbauung gebildet haben, bis die gen Bclehriiiig Verbreitet den ״Jüdischeil Volkskalender“. /