Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 18 (15.9.1904)
- Date
- 1904-09-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Sau ■t Jüdisch« SoltOftiwmt Nr. l> 1 und Hclbcnium gemordet worden sein!»11!;, wie Pid Mottbeit, die 111,111 aozubeten Höhnte, in itirer iirnerfton .'ö,'e beleidigt und geschändet wurde. ,*>111 .׳..linzetiinen Hadrhundert konnten noch die Schritt- 1j.־tU r. Pen iudlimen Gedanken. das; die Juden auch Menßlali, ׳seien, mit E'itdecker-Enthunasninr treu. t1,r;1g uern.-iucii. Wenn irgendwo im Weltraum ein st-.llbevt»i.l׳lend!s göttliche- We׳eu weilt, dabei inuß 11! .-׳ Himmel oon Hohugelachler erzittert sein. Und nun ,r.-titz. Polna. Malaien, siiichinew Wälirliasiig, zRat'cheii sind ׳'eige. ,!läge, stuiuvse, dumme!Sonst wäre in,!11 Empörung in der Welt. Ter Ulen iei schweigen Wie in 1:1111 daoiibeinum aus dieser 1tata- ׳i-.optie l1.rt׳»rgega!:g>n Und wie vertiä.l es sich! .k 111,11-!>:! ׳einer europ.nichen und dann zu seiner ,iltaii'cheu Pergangcnl1.il,'״nc bedeuiel schände, enP. tiliedrigkal. Fni't!r1ii-. dieie aber ׳))!acht, ».:lim und gros;e Tann T;e Z'lp'gade und. HP׳ des m.'dernen Hud>n b.'i-elit nu weienlrin. das; er in:: v!rge׳׳e, und dieie sich zu g e Er mus: du Wundmale nicht verleugnen. der walne Hude unendlich, so wie einer an einem Bruder leidet, der die vsscntlichc Verachtung heraussordert Lurch Handlungen, die er jür musterl!ast, durch ein Betragen, das er für bewundernswert hält, sie sind der Absall. Sie^sind die Verräter nn Geiste an der Hdee. Hhrc Seele in nicht gereinigt worden durch die Leiden der Ahnen, iondern beschmutzt. sie sind am weitesten von der Geschichte, den siainpien, den Zukuiiststipstniingeit des Judentums entsernt, und doch formuliert gerade aus idncn die Welt ihre Antipathie gegen dar Judentum: sie sieht, sie weis; nichts andere» vom audcniuin. Er ist unabänderlich, nicht io sehr das Purpurklcid. als der Schmiitzileck daraus zieht die Augen der Menge aus sich. Sich sremd unter Fremden im sremdep Land zu suhlen. Las hat der ausrichtigc und seiner selbst gewisse Jude natürlich nie verlernt, denn mit Liede ward ihm nichts gewährt. Einen Rechtstitel aus!einen Beiitz konnte er, durste er niemals überzeugend nachwei'eu. Hm so inniger, heimlicher, Land Und verhaltener in i'it sein Verhältnis zu mal untrennbar lind von ieiueui Namen,1 Landschast. Es da: Huden!gegeben, die aus schäm auch die ׳!tone nicht vergci'en. die einst; iiKt diese Liebe in einem Wahnsinn des Herzens :!:sin Hanvte l,uch:,te Hinvicwett ihm dies! zu Leugiicfn und Verrätern wurden, ach glaube. ou es 11::: n.iug: von zu Iiarinvniichem Menschen ׳einer Periviiliettkeit ab, von Willens zur Znkurs!. und Heinrich Heine Hai etwas davon. ׳ Es ivird den ,*luden von vielen seiten immer wieder zugcrusen: Vermischt Euch! Verichwindet als Huden! Verciuigt iigi.i.::׳ ׳*ein. Illolle nn Staat und IN der Euch mit Euren Wirtsvi'lkern l Aber wie!:eilen wäriig eine : H.j, UV.in, al'o. die!,׳genannte Huden ,sich diese Leute das vor? Wie Lenken sie sich den i.r den :1:.׳:;!;.:: ,luden nichts anderes alrjProzesi der Auiloiung? Es gcichiehi o!t genug, . nd es.!b't1.iv.:>-t׳ei«s ttnd der Er-! aber eigentlich werden nur die!chlechien Elemente :.׳!: r Tiad-.t-.oi-.e -ausgenommen. Ein iogenannter Glaubeuswechiel da-.׳ billig daran zw.t'.ln. das-, es noch ist doch unvermeidlich, sonn würde es ja nichts : . ־>i,: 1 gibt Wo gäbe >s überhaupt Helsen, und soll die neue Zukunst gleich mit Lüge die NIE: nn si-.-.;-.us ernoren wäre, und Heuchelei - beginne»? soll der edle Hube : .-.;.-.igend. *- Tie We.!. ein Uuiversuni. zuerst eine unerhörte Temutigung erleiden, UNI t'd-ltch.s entzieht sich als Bau und äußern sr»i zu werden und gesellschaftlich makellos l e .i-.1L »1,br leder 1n.en׳chlich>n Vorzu* scheinen? Ter geschundene E׳cl wird Nicht gee:. יr;»11.;*׳;1 .י,"׳ IN keinerlei Genall > heilt, indem man ihm Shren und schwänz aus T a'ur eroveri der* Men'ch die schon-l Papiermache ankestei. er wird nur nvch lächerlich ׳'ich.-das M-enichentuin!clbst gewinnt ah ^dazu. — .'tr.i’t und!!.׳'!. wir erkennen La-js lind al>o ledl der Hude in eigentümlicher Per- :.:י Bl,!;!che,: ' ■ '! j einzeln»«!. Nicht so sehr ein Eniiamer in er. als!n.Li'ch-.r ..Nationalitätwill ich Nicht ein.Einzelner. Ter siosmvpolni-iiius des modernen -*: ein T;׳:s.:edan.ke; wird doch' Juden ist ein Neiuitat dieser Vereinzelung,!eine B.;::׳׳ d-.i Na!׳, allmählich ein konvenj leidenichattliche Htngcbung an die Familie cm . e."d gr>n->e1-.lo!-.r, Selintznnilel dagegen. Er ineln Hali und Haliung ,den ludi'ch.n. Mepichen als Svenalnäi,: in allen Bezirken d.s geistigen Lebens und der :-. da-.;! d-iii El'ri'tentitm, dank o-.r Mtrdjo;j .itunit. F nsternii Wie selliam i!i die Nolle, die viele sunge Entanzipation iielle eine Huden von heute dem Ehrnteniuni gegenüber ipielcn. .׳.l-.-n.d..-.>-.dnch> u'-.r an. di> ׳:,: die Armen,!ur dar südliche Pro- Haben!ich die Seelen verliest? Aus der oberiläch lul.-.er allem P-.oletar-.ai das clendite und glichen Fretgasterei von ein!! 11t ein brünstiger My- ^-.-wurStg'ie, ivar!11■ dock' nur ein Wort'chaU.,!tizismus geworden. Toch den wunderlichen Eharakier aa!!z l׳e!>»nm!en und nacht immer. der getsiig Vogelsreien, Lvsg-.Iosten, Hrrwiichhaiien -.; T.ip'.ts des Hn.d-en er!cha׳!en. Pinn will"! baden viele Bewegungen 11trf.1t verloien. Es lieg! e.i.iiii-.t.ii.les Geweie״,- avichutieln undstdncn ein verhängnisvoller Mangelan, ProdiEti- >׳״.,!.niv.iri!ulken Tie Folge üt Rausch.-s vüät zu Grunde. Es isi keine höhere Uebereinkuiisl Z>:n״.nbe;t Es!a-.-.chen bhndenüe , der Geister. kein Wille zur plastischen Gestaliung aber iie ׳cheinen zugleuch gefblendel. ivo '*vreche-it n.iii.ilicher wäre Man an, .!!eil. ich llberever lanig. Tie St-egcrsretüie läßt daß ipan noli der errungenen Nechtc nur* :d-.t Zmrd. Tain zu wenig, Huden; Tic ein mmur.g zu geistige:» Lebe״ iäuichr darüber aß de: .lioiver-n.och niel't genug sonnen- Seele noch Nicht genug Ruhegehabt hat. eer'chcvten ׳*ich Tie ZN ׳"Äincll eruiachte :in:.-., tverz.hrt ׳'ich ,11. ׳'chuell. Uiidl dü -e>r-.!1ia׳'׳'e. ^>n d.r Tai einen Teil Vehetr'chi noch Ser ־׳-'an des entlauiencn Man mochte ׳age-n i die Fenelzcichen nchtt-ar. ok-e׳.! ne!nhlen sich innerlich :ndmarkt. eini Ta,non '!cheini ihr Wesen und v.-rgiiiet zu haben; Lerselde-Tamon zu :!tu. was >*1e nichi!ollien; sie wollen .lif-.i-.ei1. was sie ui echt!nid, und was zu ich gar!:ich! be-muhen, nämlich freie \t׳:״| Tadurch wirken iie teils lächerlich, teils sie sind euiwcdev anmaßend und über I-end edfr demüng und zur seldngcißelung gebeides Alle Vve-.iige des Juden sind -,-.1 La׳!.:« geworden, und,dieie Laiter ,hu! ,:war!elt-am vendant,--; 1 der echte Jude m!-,!!-ß;-..tg und znritelhaliend. sie sind srech und a..-e.,!-.g!ul>. der ,chte Hude >!i stolz und!chamhasl, ׳'ind lltechiistch lind!chaiulos. Hu ihnen *ward sei.a-!!i,1y zbr .׳Ilugelei. Urteil zu Reipekilosigkeir, Schwächlinge, die!ich stark stellen, EL dt.!.Ingen Huden, die'vor jedem Bild eines nermanpint atige-nverdrebcndcr Hochachiung des Ledens; allem sein. Tun und Wollen sedki das mutige Ha, und wenn sie sich noch io glühend an Chriilus klammern, sic gewinnen Ehristur nichi, sie oerlieren nur sich selbst, sie ,nißversteheii sich. Ter Trang nach trrlbsung und Erloicnwolle» liegi > mit Beichämung hinnchmen ihnen sreitich »n Blute Ter Hude bedarf stetsi der Erlösung: vom Leide, vom Geiste, von , der dann mit einem Mal zu zügellos und stürmisch sich cntsaltcn durste. Tic im engen Raum cingepaßien Woualttii haben die psychische Disziplin ,iach mtb nach erstickt und die geistige Lrdnung zerstört, so daß oft die Besten heute nur,Stimmungsiiienschensind, das heißt Menschen, deren Seele nicht zu leuchten, sondern nur zu phosphoreszieren vermag Wenn in den scchzigerjahren Philipp Mainländer, der eine Philosophie der Erlösung schrieb, und nciierdingS Otto Wcininger sich selbst den Tod gaben, so ist trotz der anscheinenden Konseguenz aus der Lehre augenscheinlich, in welche jammervolle Rcgativilät der Hude stürzt, welche grenzcnlosc Ver zwciflung ihn crgreist, wenn er aus der Hülle d!r höchsten Erkenittnir dem Abgrund seines etge-iien* Weieus veesällt. Sie begnügen sich ״ich, mit de», Gedanken um seiner selbst willen, mit dem Traum als Traum, sondern sie snchen ihm eine Realuä! in der Außenwelr zu schaisen. Je großer die Hbee. nn, so tiefer dann der Slurzt unbegreiflicher Pi>1 ierial>s»1»s innerhalb des Bereiches Philoiophiich.r Hdcaliläii da« ganze Wibcrspicl der erkrankten jutUichen Raiur. Ter wurde irren, der deshalb die Lebenssä׳!. des" ,!udenlums für versiegt Hallen wollte W. ichopsen aus tiefen Brunnen und wenn auch Pt. .sielten verrostet, die Eimer durchlöchert sind, da:- läßt sich wieder gut machen. Es gibt z. B. gegenwärtig eine Sorte jüdischer Frauen und Mädchen besonders in Rußland, denen die ganze übrige W..1 nichls Ähnliches an Feinheit, Tüchtigkeit, erniiei Ledenssnhrunq und wadryast goktersülltcm Wc׳"en gegcnüberzustcUcn hat. Sic tragen das Bcwußt'eiu der großen Vergaiigenhett in ihrem Auge und vor dem Adel, der aus ihrer Stirn geschrieben steht, müßte der Stolz der ältesten Geschlechter Europas verblassen. Vielleicht bat Nietzsche auch an sie ge Lacht, als er seine »iisterblichcn Worte über das moderne Hudentum niederschrieb. - Sonst ist cs nicht üblich, die sirast eines Volk!» an se-incii Schwächlingen zu izicsscn, die Moral an seinen Verbrechen, die llkeligipn an seinen Adtrintnigen, die sinnst a» seine» Philistern, den Huden gegenüber war diese Methode stets verbreitet und beliebt. Wenn der Ehrisl ungeschickt oder talcnttos ivar, wurde das Eieschick und bas Talent des Huden mit bewundernswerter Skrupellosigkeit als ein Verächtlichcs gedranbmarkt Wenn einmal den Huden ei» streitbarerer Anwalt verficht, als ich es bin. darüber wird sein Material unerschöpllich!.->:: Aber wozu Anwaltichast? Rur vom Hüben selbst hängt cs ab, ob er i» siämpsen, die sruchilos sind, weil sic der lebendigen Wirkung ermangeln״ nicht seine inneren .Strafte vergeuden ivtll. Er vet gcst'c cs, daß ihn das Vaterland" nicht aller Amts ehren und Funktionen ivürdigt. die cs zu vergeben hat, und wenn er nicht Russe, «der Deutscher intvollen Sinne werden kann, so werde er desto mehr Mensch. Für dieses Ziel kann cf gar nicht genug leiden Einstmals ersteht vielleichj ein Genius aus jüdischciu Blute, ein Mann der tiefften Ladens!:- sahrungcn und.des stolzesten Adüsbewußtieinst er wird die beste Rache der Huden sein, denn die ganze Menschheit wird seiner bedürfen und seine Gab..- I Unter ihnen trist: man die ünverivhp- 'J.n'i-.T des Hudcntunts. denn ihr Ehrgeiz |!1 eine Richtung, bei der ihnen die Ab ->!nn .Hindernis wird. Tnrch sie leidet Erde, von der Wirklietit-.it, von den Träninci!. Er kennt das Ansichsclbstlcidcn besser als andere, die intensivsten Äußerungen seiner Straft cnlipringcn de», stampf mit der eigenen Natur. Er ist ein Gesäß der Widersprüche, unvermögend, die Gegenwar! sreudig zu criasien, die vvUkomincnc Tunketheil sürchlend, das vollkommene Licht scheuend, ein Tämmerungswesen aus dem Tännnerungsland, da» zwischen Morgenland und Abendland liegt. Er ist wie gcmachi, um am äußersten Ende eines Zeilalicrs zu stehen, aus der Schwelle zweier Wellen, aus der einen hinaurgestoßen, und noch nichi sähig in die andere zu gelangen. Er ist der geborene Psadsuchcr. In jedem steckt etwas von Hohanncs und etwas von Judas. Heber wartci in seiner Art zu jeder Slundc aus den Messias, aber er würde habe» bei ihn verraten, wenn er käme, weil er schließlich selbst der Messias zu sein glaubt, weil er sich stets mit dem höchste» -iventisiziert. Er liebt lcideuschastlich das Lebe», von dem er jeden Tag als volles Znliickr maß fordert, und doch vermag' er das Glück »ur hvpochondrisch bangend zu genieße». Sei» aus alle Wandlungen vorbereiteter Geist sieht beständig aus allen Seiten alle Möglichkeiten des B-rdcrbens. Man hat oft gesagt, das Gcheimnis und die sirast der jüdischen IVätur besiehe nt ihrer Gärung»- und Anpassungsfähigkcil. Hch kann weder ein Geheimnis noch cme sirast darin erblicken. Es ist nichts als unterbundene Stultnr, erstickte Entwicklung, die Gedenk«^ des jüdischen Nationalfon des! Ans Drr Uriiimrr Lultisgrnlrindc. Sitzung vom 7. September. Anwesend: >Tr Fiatla, L. Bauer. Tr. Ehrenstein, Tr. Feith, H siarpeles, PH Roth, S. Schwarz. A. Stein, Ad Weinbcrger. Al. Witrossky Ter Vorsitzende Tr. Fialla berichtet, Architel! Fleischer habe die Tempcldaupläne persönlich hiehergebracht und den zur .sionkurtenz eingcladene» vier Bau,Heistern siohn, Zeiscl, Nebchostcny, Weiß die criordcrlichen Erläuterungen, nebst den Devise:, zur Bcrsassnng der siosrenanschläge gegeben. Tr. Ludwig Lcvy, Breslau, witrde berusen en Scheatini Azcrcth und SimchaS Thora Probevredigten abzuhaltet׳. Hieraus gelangt das Protokoll der Sitzung-vom 12. Juli zur Verlesung. Amrogstcllnng an de» verstärkten Vorstand wcgcu de- Tcinpclbancs, rcip. dir Bewilligung dos sirrdilcs birsür. Ter Vorsitzende berichtet, daß die heute von Fleischer vorgelegten Pläne sich von den am 12. Juli unterbreiteten Plänen in einigen Punkten unterscheiden, ivclche den seinerzeit von mehreren" Seiten geäußerten Wünschen entsprechen. Er sind sitzt zwei Stiegen auch von der Lttgasse aus zur Frauengalerie projckticrl, wodurch die Fassade der Lttgasse ganz verbaut erscheint und statt des srühcrcn Gittertores Holztore für die freie Turchsahrt, wctcke verbleibt, angebracht sind. Ferner wurde der Sitzung» saal wesentlich vergrößert und endlich eine Wohnung