Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 18 (15.9.1904)
- Date
- 1904-09-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Sr 16 für ben Dienet ebenerdig oder im II. Stotf je nach «Junidl vorgesehen. Nachdem der Vorsitzende die vier ursprünglich ws Auge gesatzten Baumeister zur beschränkten titvn kurreuz eingeladen, frage es sich zunächst ob noch weitere Baumeister einzuladen seien, was sür überslniiig erklärt wird. Als Termin sür die Einreichung der Cfferte wurde den Baumeistern der 16. September sestge, jrgt. Tie Pläne wurden bereit« beim Gemeinderat eingereichi, woinit ja der Buuaursührung nicht vorqegniien sei. ' ' Es handelt sich nun darum, daß der Vorstand über den dem verstärkte» Vorstand bezüglich des Baues >t!1d des Baukredites von 300.600 K zu s,eilenden Antrag einen positiven Beschluß jasse und crojjnei der Vorsitzende die Debatte über diesen Aegenstand. Herr schwarz ist der Ansicht, dajj zur Vccmetdump-sAker ziveiinaligen Debatte die ganze Angelegenheit sogleich im verstärkten Vorstand verdanteli werde» solle. Herr Wein beiger glaub«, das! verlier den Mitgliedern des verstärkten Vorsiandis Gelegenheit geboten werden müsse, die vorliegenden Pläne zu besichtigen. Dr. Feith meint, das d.r Vorstand unbedingt vorher über diese Frage einen vositiven - Beschluß gefaßt haben müsse, der dar Substrat der Verhandlungen der verstärkten Berit,ind.s z» bilden habe unbeschadet der Freiheit Jüdische Volksktim«« Vor Redaktionsjchluß erhalten wir von einem Kultuswähler nachstehende« Eingesendet : Rach 0 des Geiueindestatules, Abschnitt 3, welcher die v.rganlsation des Kultusvorstandes bespricht, ist im ifalle der Reduzierung des Vorstände« aus kl Mitglieder sogleich die Neuwahl behufs Ergänzung des ,lusichusses vorzunehmen. Wenn man nun erwagt, daß nach 13 de« Statutes zur Fassung wichtiger Beschlüsse wie Aufnahme von Darlehen, die Anwesenheit von 12 Mitgliedern und eine Zweidrittel-Majvrität hievon notwendig ist, so rst es klar, daß bei der derzeitigen Zusammenfassung des Vornandes, injolge des Rücktrittes von vier Vorstandrmrtgliedern die > l verbleibenden Mitglieder ein Rumpfparlament darstellen, welches überhaupt keine Beschlüße, insbesondere aber nicht Beschlüße, zu denen die Anwesenheit von 12 Vertretern notwendig ist, saßen können, so daß eigentlich unser Vorstand unvollständig und beschlußunsähig iit, es bleibt demnach .nichts anderes übrig, als an die Wählerschaft zu appellieren und Neuwahlen auszuschreiden. Die Neuwahlen sind nach dem Wortlaute des Statute« sogleich vorzunehmen. Mttcbe fiocbscbüler Brünns! Wie erinnern Euch anläßliib des Beginnes des . . Winicrsetiicstecs an den .viniuvi, de» die jiidischnia icdcs Vorsiandsuiitgliedes, ,eine abwe,,ende Ansicht ,jonale Slitdeiitettschajl Österreichs iu den letzten zwei sednnn zu vertreten. ..... Iahten um die Atierkennliitg Der jüdische» Ratio»a 6? ivird sohin beschlossen, in die Debatte über!litat seitens der akadeinischen Behörden geführt hat, Opposition sind, wie e« ein Wund r ist, daß der gespannte Dampf den Maschinenkoll en hebt. Siesind sämtlich radikale Zu-Ende-Den!er ohne Nom Promißneigungen im Theoretischen,!!lendende Dia lektiker, schonungslose Polemiker und Seite 5 sich selbst überstark betonende Persönlichkeiten. Bo sie ebenfalls au« dem jüdischen Kleinbürgertum mjt seinen engen Horizonten und seinen fast nur aus Materielle Dinge begrenzten Interessen stammen, wi« Lassalle, da finden sich auch jene Eharaktcristika oiner .schlechten Kinderstube', die auch er trotz seiner,aristokratischen Neigungen nie ganz hat abslreifen! können: eine gewisse ׳ Taktlosigkeit im Ausdruck, die wohl vermieden werden könnte, ohne die Schärfe der Beweissührung abzuschwächen, und ein bedauerlicher Mangel in der Kunst, den Perjönlichkeitrstolz nicht allzu verletzend zur Schau zu tragen. ׳ Aber freilich, um au« diesen allgemeinen An- - lagen einen Lasiale zu machen, dazj, müßte ihnen ' noch eine Kleinigkeit hinzulreten: ljie. ungebeucre. säst einzige Straf), die den Mann erliillte. .Unser Schicksal ist die Krast," und Lasscllle-hatte mehr Tamps im Nessel als die meisten Weitsche» aller Zeiten, sogar überhitzten Tamps, her denn auch zuletzt die Explosion herbeifübren müßte. Aber dis zu jenem verhängnisvollen Augenblicke leistete die Maschine unerhörte Arbeit: was dieser Mann in einem vor der Lebenshöhe jäh abgeckssenen Dasein gearbeitet, gedacht, geschrieben, geredet! und gehandelt hat, davor steht die Rachwelk mit Raunender Bewunderung schon der Quantität, Huch hier liegt anj, in allen Hochjchnidokiimeiilcn der Schlüssel des Versländnißcs nur in dem Juden- -.r. d,m verstärkten Vorstand zu stellenden Antrag!und jvrder» Euch inma.ben.! Herr Schwärt bearündet seinen aea-!die Rubrik . >IV״e ad>r notwendig einen jo großen Tempel zu bauen, so ..." . ....! Überschüsse entladen, im sozialen Verkette mit Gleich je, d 7 Bauplatz in einem von drei Seiten verbauten 1'1l1,II,׳!gestimmten, in Harmlosigkeit de« tägliche» Lebens. HH-hui,!r! ganz ungeeignet. Die Belastung de« Bud-! •JU-UlIldlU■ L<ll|eUU. jsind für den Juden verschlossen. Alle ihre .6rast gets w.rde Hel einer Baiffummc von 130—1 *>0:000 fl-? Aus Anlaß des lO Todestages des großen! wirkt ausschließlich in der Richtung de«!,Nutzeffektes", jädra.i 1—13.000 fl. betrage», was für die hie-! Sozialistenführers Hai Hermann Lucken ein Werk!und mus^ in ihr wirken, wenn sit, was sie ja siaen ,^etneinde-Mitglieder zu drückend jei und der! versaßt, über das Franz Lppenhciulcr in der letzten j müßen. weil sie Menschen sind, unter den ihnen »ii.n:-.:::de die Möglichkeit benehme, sür wohltätige Nummer der ״Zeit" sich ausführlicher,veise verbreitet:' ausgezwungenen unfairen Bedingungen der Armen Zweck-. -wie Erbauung eines jüdischen Waisenhauses Lucken ersaßt die tiefste Wurzel seine« Helden, wenn. das Ziel erreichen wollen. So peitscht sie die Uner ihn als Juden deutscher Staatsangehörigkeit be-! gunit ihres Milieus zu Gipfekleistuhgen über ihre greift. Man pflegt häufig zu sagen, den Juden stecke i Kraft, entfaltet alle zum Erfolge dienenden.Anlagen die revolutionäre Ader im Blute, und auch Lücken ins Uebermenschliche, während sie aklerdings dabei scheint zu dieser Auffassung zu neigen Das ist nadie größte Gefahr laufen, einseitige iNraiimenschen türlich ebenso abzulehne», wie alle .raisenlheoielische'! statt harmonische BoUmenschen zu!werden. Ter Geschichtserklärung überhaupt: mau könnte, mit:Antisemitismus ist in der Tat im beilen Zuge.au; besserem Rechte umgekehrt den Juden als den TnpnS! den Juden eine ,Rasse" zu erziehe!!, die alle die u:d L pitales Größeres zu leisten. Herr.« a r p c 1 e« fragt, warum Herr Schwarz sui a! eu Tempel mit 8-000 Sitzen seinerzeit ge- »!»!"ס bade. Tie Kpsic» nach Fleischers Prosek! und nur deshalb höher, als angenommen wurt. w.il der Bau ein solider, dauerhajter. und sur Jahibuuderte berechneter sein soll H.ir W e i nb erger berichtigt die Ausstellungen-des Noniervatismus darstellen. Aber nicht« ist ge-!Eigenschaften de« Geistes und Wiliens ״hochges Herr» Schwarz dahin, daß es sich bei deriwffser und nichts natürlicher, als daß der heutige züchte!" besitzt, die zum Erfolge vorkestimmen. Ilfliaet! Belastung der Gemeinde nur um die!Jude im heutige» Zentral- und Lsteuropa der ge-i Daß eine von Natur mit so vu kaniicher Ele- ...... — -u- ------ >-!.1 borene Revolutionär sein muß: sei» Milieu bestimmt! inentarkrast ausgestattete Persönlichke t wie Lasialle ihn dazu mit gebieterischer .8ran: entweder ist er,unter solchen Umständen zu geradezu dämonischer Proletarier und hat dann dieselbe Tendenz gegen! Leistungsfähigkeit gepeitscht werden mi ßte, wird jetzt be firn Sir.'eu der höheren Baukosten handeln könne, die m,.: :iiuinste» Falle (70.000 fl.) jährliche Zinsen rcu ו״ fl betragen. Ter Vorsitzende entgegnet Herrn Schwarz, das: das Bedürfnis nach einem Tempel mit 700 d:s --IM Sitzen wohl bestehe, seit die Behörde die Ubcr>,i!lu״g des alten Tempels verboten habe. Wo aber 0״ unabweisliches Bedürfnis bestehe, da!ס!»»-,, die Mittel hiesür" unter allen UnistLnden beitbas,: werden. Übrigens seien die Berechnungen de- H.rrn Schwarz nicht stichhältig und werde da- Budget höchstens mit!>000. fl. belastet werden, was -.:ichwinglich sei. Brünn dürfe nicht einen Bau aunichren, der einer hauptstädtische» Gemeinde unwürdig sei, und was Llmütz, Hradisch und Pros::!: erreichten, werde auch die weit größere b»eu>>i7.c, Brünn ausbringen. Was^rndlich den Bauplatz betrifft, jo erkläre -1'6-uckr Fleischer, den Platz sür höchst geeignet, and auch einer großen Synagoge würdig. Es ivird hieraus über den Antrag abgespannt da» v-rsiärkten Vorstand die Ausführung des Synagogen - Baues nach dem Fleijcher'schen Pisjek!. und die Bewilligung eines Kredites von Min-.-- Kronen zu beantragen, und wurde dertclbe iml :'> gegen 4 Stimmen angenommen. P r v stimmten die Herren Dr. Feith, WitrofSky, Tr. Egienftein, KarpeleS, Weinberger. 6'eghn die Herren Schwarz, Stein, Bauer »ad Nsl״. > . Baas den Zeitpunkt der Einberufung des verüarkteu Vorstandes betrifft, so wird hiesür die -EaL^nach dem l!I. d. M. in Aussicht genommen «... Vorsitzende schließt die Sitzung mit M»ck>t>ünsljhen an die Kollegen zum Neujahr i>06f>. Wie »vir erfahren, haben die Borstandsmit gneder dies Herren Siegmund Schwarz, Alois z-nroisky und AdolsWeinberger ihre Man «»>e i-.!ederdelegt. Ter Grund ist: Genannte Herren wie» nüjt die Verantwortung übernehmen, daß Wan -,»en "" - - - - - -י baue. — die seudalkapitalistische/Weltordnung, die ihn entrechtet und ausbeutet, wie der christliche Proletarier — oder er ist seiner Vermögenslage nach .Bourgeois", und dann treibt ihn seine eigentümliche Klassenlage mit fast gleicher .straft gegen eine Lrdnung der Dinge an, die nur ihm die soziale Einordnung, die Gleichberechtigung, eine» Teil des commercium und fast das ganze connubium versagt. Dieser Umstand entscheidet über seine politische Richtung, über die .res" seines Lebens. Und das gleiche Milieu bestimmt dann auch über seine Lebensführung, über seinen .mockuH, mit fast ebenso unentrinnbarer Kraft. Weil die Juden sich überall im gesellschastlichen Leben die Stellung erst erobern müssen, die jedem Nichtjuden ohne weiteres eingeräumt wirb: weil die erste Vermutung überall gerade jo gegen sie ist, wie sie für jeden Nichtjuden ist — bis zum Beweise der Gegksiteil« gelten sie allgemein sür Richtgenlleincii. die Nichtjuden sür Gentlemen — deshalb stehen sie fortwährend in Fechtersrellung. Überall angegriffen, mindestens angezwetselt, haben sie ihre Persönlichkeit immer erst zu sichern, und daraus ergibt sich notwendig jene agteisive, minde» stens mit Bedeutung sich betonende Ilberheblichkeit, die den Juden im allgemeinen nicht mit Unrecht zum Vorwurf gemacht wird; man sann unmöglich bescheiden austreten in einem Kreise, in dem man nicht al« Gleicher unter Gleichen angesehen wird, in dem man aber die Gleichberechtigung beanspruchen darf. Und daraus ergibt sich weiterhin jene angebliche Rasseneigenschast der blendenden, advokatorijchen Dialektik. Wer stündlich im Nauipfe steht, der hat natürlich die Aussicht, bei gleicher Anlage ein besserer Fechter zu werden, als der sicher in ftiedlichem Besitze Ruhende. vielleicht nicht mehr allzu Wundertat erscheinen. Und jedenfalls ist es ein guter Gri f Lticken« gewesen, seinen Helden aus seiner Judesijchait herclur begreifen zu wollen. 3«den!i Sorget für die weiteste Verdrehung des — ״Jüdischen volkskalenders" zr sür dos Jahr älitlä. Ter ״Jüdische Bolkskaleuder" :ist der einzige moderne jüdische Kakender in deutscher SvraLe. Ter ״Jüdische volk»kalend«r"| e! Hält zirka 30 literarische und wiffenschaftliche Bei rüge »iiö zirka 20 JNnstraiionen. Ter ״Jüdische Bulkskaleuder" ist ei» e<11, jüdisches Volksbitsi und bietet reichen Inhalt zur Belehrung und Nnlerdaklniig. Ter ״Jüdisch« Botkskalender" fehle iu keiner jüdischen Familie. Ter ״Jüdische volkskalender" köirel 70 Heller, exklusive Potto. : Verireker, Lrganiialioiien erhallen bei!Abnahme »es ״Jüdischen «olkskalender»"!hohen Rabatt. Sr. von Nörber «1 Salhicn. Mit der Reffe de« Ministerpräsidenten ״ach Galizien beschäftigt sich ein Artikel he« Lemberger zionistischen Blattes .Wschiii“, der besondere Erwähnung verdient. Tic ersten Stellen des erwähnten Artikel« beziehen sich auf! die bekannte Demonstration der Ruthcnen vor! dem Stallhaltcrcigcbäude in Lemberg und dcü Autor stellr So steckt naturgemäß iu jedem begabteren >ü-, sich unverhohlen aus Seite der RiRhciicn. indem diickcn Bourgeois von heute ein Stückchen Lajjalle. er über die Polen, die in Gakizlen dbr Hest in der und es ist so wenig ein Wunder, daß sie in Ruß-!Hand haben, ,einen Zorn auchchüttct. Warum? land und Tcuffchland die Führer der jozialtstijchen Wozu? In dtcjem ,etndliehcn Lager hüben wir nichts Tempel im Betrage von zirka 190.000 fl. Verbreitet di© ״Jüdische Volksstimme fcfc