Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 18 (15.9.1904)
- Date
- 1904-09-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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fltc inbi'eli k n!1n»pe bie dieie ictiait iD fiiiS Dii des Je iWi-noiicr ^'״T.ibn^ SK iiilicriilfi!erbet» 5^1n -n!1 ' ־.Ul'lii wir '•li-.rluitt und!',igieren r.iitipnal '1:11, öe m:t der .Vv11fm1b11 De»?>.1b :!i-nalua -^U:U ::::'1.111? i;.'';:■.bi:?»:iS•: .11: unD;:'.י ׳',L' utirfjniitioniile .ü.-iiV’uorne gibk die durch?cmoniirationen die slavi'chen Mdjurktäte» Woiansichwäzmcr mil der gesamten Juden ntüijieren, gegen uns mifteben? Ja men't ieimtischen (')cruunifu die alleinigen Träger rtschlums im Crie, während es ihre arlichen vorgezogen daden, sich ihren slavischen ijcni'wn ju aftl-.malijieien. i i'en wir nichl ganz energisch jede Zusammeizn zu derartigen Shädlingen unserer Volksnegieren und die Verantwortung für deren Entschiedenheit abl'ehiien? eselieu von allen andere» Gründen sind in den - höhnische» Landern durch die :ne gleich'ai» gezwungen, einen vernüntigen asißzien liidiielien Nationalismus zu pro T.nn nur daun, wenn wir eine südlich- '•l'e'lmf betreiben, werden wir imsiande Streite zwilchen' Deutschen unh Ezechen notigen Urdeiangenheil und Sieutralitäi ruilelieii, wir werden einen Haupigrund »Hasses. uniere Anteilnahme an dem Ra enkampse. aus der Well schissen, unsere werden ein Feld fixe die Betängsing ihres gesunden haben und nur dann werden, wir iem. un'ere letzt nur mühsam:gehauene zu behaupten und zu festigen. Ein deuischer :r Tschechen oder umg k.hrt ist ein Unding 11׳ er sieli ichou ielber diesen Sl'Jrt leinen ׳.'Ute er doch aut seine gedruckten Glaubensge::o״.n :liuekncht nehmen, die daun sisr sremde s.b.c d |e::f:en nuiiien! tic. k. :011:11 'e'il'.i il .::: N : U!am. I: .'.!t':,,I l De BuleUii A» rite ,.1b, 't't eu . ::»:men : er Ve I;:::f!..1 reire.n .bla-en ::::' 'ch .'iachb! ::I11U ■ ::er za \:a:1 ,1,1;!•-: Z.h:: u her:־• b! 1! Vllleill ■Mbit •. r fe-.:n .';raufe 1 1 r.iet Ari ׳::r V, Füvtsche Volksstimme Nr. 1.1 Dir läge Krr •hiiirii uiti» k»cr 310msmus in itrr Bukowina. Bukowina wurde eir.'t das Eldorado der er.ann:, ab. 7 die Zonen, da diese B.zeich- .u'-.i'e rieinig war. - nnü oorh.i, vorbei er leidige:: Politik der?enden, meiner Heimat, in dem ichonen Bnetieu. A!0:0,na, das '!arl Emil Franzos wegen iräclnigen La:׳d'chaft und Gebirgslage in ■pp:-:» '.'»elie ״rvilbaiien" '0 sehr preift, leben »er- .:;.:.ne Volksnämme Rumänen und Ruihenen ס::.־־• e:e Hanpinämme, nur finden aber in nitfit .!. ve::ae nacher Ä::!ah. aueh Po.en, Armenier, L;vp.׳-w,1t.>q '?.tecign.il c II und?»den. T!e?enden bilden ungeiii der gebildeten staube. Ii einen lln'efieine nach hält man die B» nr eine deui'elie Pre'vinz des österreichischen . Tein war mein immer io. J:e?״den m Lande .'!.:nur gegeben, sie haben das h und dur.b rumänische und׳ rmlieniielie rmanifien Für tieie Tem>ch!ümele1 de?enden in der Bukowina vor einigen ar.eii derben Fußtritt. Es fanden neh welche deizNaiieunandi'unki eines Schönerer und im Nu war ein neu.r ״Verein" entder Verein ..Ehnnlicher Tenl'cher in der a". das war der Tank für die sahrzebnle: io viel Miihial verbnnd.n.e Förderung alles Teulichen durch die?»den. Tie anderen Volksneimiiie ke'uiiien ihre schadeusreude nicht uinerdriieben. Tie Numänen sagten: ״Ta habt ihr's" und die Nulbenen hohnlachlen. Tiefe Eieschehnisse blieben denn Doch nicht ohne Eiuslust aus die politische Haltung der Bukowinacr?'Udeu. Ern einige wenige, dann ihrer immer mehr ermannten sich, traten in die hessenllichkeit hinaus und erhoben in Volksveriammluiigen und in der Landespresse laut ihre Ztimme: (Äebt »nS Juden unsere Neehte zurück, riesen sie. Hand weg von uns. ihr ״Teuiich-deutschen", wir sind geborene Juden und also jüdisch-national. Und siehe da, die Juden begannen die gemachlen Fehler einzusehen und schlossen sich bereitwillig dem jüdischnativ ale» Programme an und enl'chuldigtcu sich damit, das! man sie bisher sührcrlos gelassen habe. Tr. Benno Eiraucher, der rührigste Verireter und Verfechter des indischen nationalen Programmes in der Bukowina, dachte nun meiur : ״Wir Juden sind zu schwach im Lande. Wir müssen uns mit einer Nativ», die dem Judentume sc» je befreundet ist, alliieren, damit tv den Juden zur volle» gleichberechligung vcrhol'eu werde. Vorerst gingen also die Juden in der Bukowina mit den Rumänen Hand in Hand und itimnien vereint mit ihnen gegen die Nuihenen los, die nie aus ihrem Haft gegen uns Jude» ein Hehl gemacht hatten, »nd strcbten une in allen geschlichen Veriretüngskorperu uuichädlieh zu nraefie». Indes haben sich die Zeilen geändcrt. Tie Juden . haben den :liumänen. mit denen sie e:nn den Ariidertrank gewechselt, den :llüeken czekehrl und sich, ihren Feinden von gestern, den Nuihenen, zugewaudt. Und auch das in noch lange nicht die [Lute politische Monitellatu'n und bald genug werdz» wir von einer »eilen Etellung- »ahme der Jaden zu Horen b.kommen. Eodanu politisieren die Juden in dem kleinen Äuchenläudcheu fort und son.-iium^zu. .'!ein Wunder, dag ne vor lauter Politik verabsäumen, sich die Lage ihr>r unglücklichen Brüder ausierhalb der Bukowina vor Nugen zu halte», und für sie ein günstigeres Los zu schasse», t1,d>'»1 sie ihnen zu einer össeiillieh rechtlich gesicherten H.imnälle in dem Lande ihrer Väter, wo ske »»gestört leben kviiuleii, zu verhelfen trachtenEs genügt leider den Juden der Bukozvina sich auss leidenichasl lichne in die Lokalpolilik zu mengen, möge» sie auch dadurch die Majorität ihrer Milbrüder ums' Brod und ins Elend bringen. ■ Als die »raupte aikad.-zionini'che Verbindung ״Harmonea" »nt chreiz A, H voran, in d.r Bukonmm iiir den Zionismus und sein der Laudespolilik abgewandtes Fernziel Propaganda zu machen begann, fand sie nur wenige Anhänger. In den groüere» Liädtcii. un! den Landeshtuplnaül an der Epiye, wollten die reichechu Juden vom Zionismus nichts wissen. Vergebens predigte die rührige ״Hasmonea" vom phvn'ech und geinig herahgekommenen, moralisch iiechcn Judentume, welches um Hilfe ruft — bei de» iüdi'chen ״Noiabililälen" in der Bukowina sanden dieie schauerlichen, aus dem Papier kaum z» schildernden Echickialsbilder. kein (üchor. Wir sehen augs schwieg seine Frau. Als sie -aber das! ihr Mann sich^dam!t mchl zusrieden ich sie-, um ib» zu .beruhige» : ״Gewis! ist Unrecht, lau» man dies ab.r einer so Perlon verargen': Tu weis!! ,a. das! ihr!and fehlt," Tamit beruhigte sie tatsächlich .», an seiner Ehre gekränkten Mann. 1 Tag daraus kam Michael nach Ha»'e;7 ub!r Unwohlsein. Seine Frau machte Be:: zurcchi. Michael legte sich in dasmit er iuli ausiel wtl!e. ז Nachts - konnte seine Frau infolge Des und Wehklagens ihres Niaiin.s nicht Am Siächnen Tage konnte Michael nicht .!» B.!:e auinehc». er lag wie betäub! da :mmerle. Nachmillag besuch-eu ihn einige :1, die!vasihafi meinten, es zieme niefil irz:e, krank zu sein. Michael antwortete rlicht. In der nächsten Nacht wachte seine :11 .'!:ankciibecle 1:1!b b.merkte, dass itfr hantai'icr.- und überiemanden fluche. Mit 1: e>wär:e!e sie den komme,:Sen Tag und ch mit den Nachbar'raue», was sie tun!!-:• man ihr vorschlug, den Toklor zu konsprach sie zitternd: ״Ich fürchte" , . , >:e Nachbarssrauen drängten in sie, ja sie müh:en sich und riesen den Toklor, Und wirklich Machdem er den bewusnlojen »nlersilchl haue, meinte er, die älrankheit gefährlich, da es sich'hier nur um eine a^sluenza handle. Er verschrieb ein Rezept cliaei und ging fort. Abends -schlief der zwar im Jahre 1897 einen ״ZioN".Berein in Ezernowip erstehen, aber damit hat noch keineswegs en> lebenskräftiger Zionismus seinen Einzug in Bukowina gehalten. Erst später, als den Juden l-,^ greislieh gemacht worden, das! »lau für den arinen, gefolterten Glaubensbruder eine» ösfentlich-rechihch gesicherte Heimstätte gründe» und ausbauen inus!, da das Gheltvleben und die seit Jahrhunderten ausgehaltenen und noch auSzuhaltenden Qualen nicht mehr zu ertragen sind, begannen sie auch hier den, Zionismus die Tore zu öffnen. So entstanden in den letzten Jahren in allen Städten, ja sogar m Markisiecke» und Tvrsern Zionsvereine. Tie Tätigkeit einiger Vereine und gerade der in d'er Landerhliupl. siadt läsit allerdings »och recht viel zu wünsche,! übrig. Seit einem Jahr jedoch isl es besser gewo,:.״. Tas haben wir der mühevolle» Arbeit einiger wackeren Gesinnungsgenossen zu perdanken Es ko», siiiuierle sieh ein Tiilrikis iioniüee mit dem S:he in Ezernowitz. Qbmann desselben ist der allen österreichische» Zionisten wohlbekannte, um bei» Zionismus sehr verdiente Gesinnungsgenoise, H.rtz Siegmund Weisigl as aus ZastUwna. Ter Ziem--' mus hat in ihm einen wahrest, treuen Veiscchter und Vertreter seiner Ideale gesunden, der nicht des Stimmensangs hglber oder sonst aus polili chen Motiven sich zum Zionismus bekehrt hat, einzig und allein die 'Not seiner Brüder stand ihm v;r Augen und er wurde begeisteter Anhänger der zio-:istischen Bewegung, der. gleich ihm, jährlich hundeue von Juden zum Zionismus bekehrt. Wahrlich, sv.che'r Männer bedarf der Zionismus? Und nun, meine lieben Volksgenossen in d.r Bukowina, richte ich an Euch die Worte: Lasset ab von der leidigen srühlosen Politik, habet Euch E 1ere Lage wohl vor Augen und die Lage Euerer Binder in Rumänien, Rußland und Marokko, die gedran.!:, gefoltert und geknechtet werden, einzig und allem, weil sie Juden sind, strebet, daß sie sich ihr Los in einer ösjenllich-rechtlich gesicherten Heimstätte, ur dem Lande ihrer Väter, verbessern können. Und nur so. wenn wir Juden zusammeiihallen, uns in der Crganiiation, diesem festen Bollwerk einer jeden Bcwegung. zusammeiischließen, können wir zu ünierem Ziele gelangen. So leihet den», Juden, dem Zionismus G.-hor, nrebelnach seiner Realisierung. Aus, lasset »ns ziehen gen Zivil, wo wir den Berg z»m Tempil des Herrn besteigen wollen! Samu>1 cie :-'::. Sic Dilant der jül>. lioloiiiiilliiiiil■• Bor einigen Jahren erschien in einigen "3ei• Hinge» eine gehässige .!trink der Tätigkeit der!udi'-chn .'tolonialbank, die bekanntlich jeder sachlichen Grundtage entbehrte. Mit einer solchen .'!ritik mo.lue ich nicht eine gerechte, kritische Besprechung in eine Reihe gestellt wissen. Und die letzte Bilanz d.r .'tolonialbank verlangt eine solche. ״Über Antrag des Aktionär» X. wird beschlossen, für das Geschäftsjahr 19U3 keine Tio: dende zu zahlen." Tas ist für eine Aknengeirllschast ein unangenehmer Beschluß, besonders für .11 ei Alte ruhig und schwitzte. Am Morgen erwachte er von seinem Schlafe. Seme Frau trat an sein Bell »nd fragte ihn .zärtlich, wie es ihm gehe. ״Gott sei Taiik," erwiderte er gelassen und mit Befriedigung, ״es ist doch noch eine Hoisnuiig, daß ich hier bleibe» werde. . , Ter Vorstand der Beslatlungsgesellschast wird noch ein wenig warten müssend Tie arme Fra» freute sich über diese spöttische Bemerkunq ihres Mannes, da diese sir ein Zeichen seiner Genesung war.! Ter Rekonvaleszent b.trachtele nun die Haus- I gcräte, als ob er längere Zeit abwesend gewesen wäre und nun die Veränderungen in seiner Woh-! »ung eingehender anschazien wollte. Plötzlich blieb sein Auge auf« Fenster gerichtet, wo ein kleines , Medizinfläschchen nand. ״Reiche mir dieses Fleisch-! chen," gebot er seiner Frau. ״Wie kommt denn!das hieher'/" ״Tas ist ja das Rezept von dem Toklor," erwiderte die Frau errötend. Ta entstellten sich die Züge des 'tranken, er strengte sich an, sich! an den Besuch seines Feindes zu erinnern, und als!ihm seine Frau das Fläschchen gereicht hatte, nahm 1 er die Vignette von demselben ab und las die 1,1• ו teiniitfie Uderschrist. Hieraus schüttelte er das Fläseh- ,chen aus und sah die weiße» Blasen aus der Cbeii 'lache der Flüssigkeit an. Eine Zeitlang hielt er.es j in seiner Haisti und sein Gesicht zeigte Unwille».! Plötzlich entslammie in seinen Augen ein Feuer des!Hasses. Er setzte sich aus den Rand des Bette«, beugte seinen .'iörper aus demselben, ״ab», ein Paar lederne Hausschuhe unter dem Beite hervor. zog sie an, begab sich mit langsamen, egemess.nen Schritten zum Fenster öffnete er und goß den Inhalt des Fläschchens zum Fenster hmaus. Tas leere Fläschchen hielt er jedoch noch eine Weile in der Hand. Naehdem er den Fensterflügel geschlossen hatte, setzte er sich wieder, als ob er schon bernäigt wäre. Plötzlich erhob er sich jvieder, öffnete das Fenster znm zweilenmal und warf da« Fläfelih » ans den Boden des Hofes, von wo ein starkes!'!- klirre des zerbrochenen Glases zu vernehmen war.' Run schritt er im Zimmer aus und ab. Sein Geficht spielte vor Aufregung alle Farben. Er sprach kein Wort und seine Frau stellte sich so, als ob ne nichts gesehen hätte. Er konnte sich jedoch >»'ht. lange bemeistern und sprach zu sich -selbst: ״Nur Narren, wie er einer ist, kann er solchen zu trinken gebe», mich wird er nicht betrügen Z-»» Teufel mit ihm und seinem Rezepte!" Nu» gt»-l st wieder im Zimmer aus und ab. ״Weh, ich Hab I" ganz vergessen." rief seine Frau plötzlich, -Dl'r Toklor hat ja gesagt, daß du da« Bett drei oder vier Tage nicht verlassen darfst und du,,.." ~־ ״Auch du glaubst an ihn'?" siel ihr der Alte vorwursSvoll in die Rede. Plötzlich fühlte sich Michael schwach, den» feine Kräfte hatten ihn verlassen, so daß er am ganzen Leibe zitterte. Dies flößte ihm Furcht ein und-iem Herz begann heftig zu klopfen. Ec stieg aus >->" Bett und deckte sich mit der Federdecke z». Einige Augenblicke lag er da. ohne sich zu bewegen, dann aber wendete er sein Gesicht zur Wand und ־־" weinte. Verlanget überall die ״REVUE“, Organ der Kultusgemeinden!