Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- IV (1903)
- Issue
- 8 (15.5.1903)
- Date
- 1903-05-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 t > Aüdische Bolksftimme Seite 3 wclchc nicht aus diese zwei Grundmotive zuruckzuösterreichischen Zionisten sich mit der wirtschaftlichen aber nationale Eigenheit - linde. Ihm cntgegnete uhrcn ware.^«elvft ,olche großangelcgte und weit- Lage der Juden crnftlich zu beschäftigen beabsichtigen. Nordau und stellte bei dieser Gelegenheit die Be- .1»sgre>,enüe «Eöniunge»,wieder heutige --:ozialisnius. Gewiß sind solche Punkte, wie ,kulturelle Fragen", hauptung aus, dag Achaü-Haam kein Zionist, Der Zionismus war sich besten immer bewußt, ״Kultusgcmeinden", ,Agitation" :c. sehr wichtig und sondern ein gefährlicher Gegner -der Zionismus sei. an-das nationale Element nicht alles ausmache, niemand, der das Parlcilcben viittnacht, wird das Herr Tr. OliäsTch»«. vcöwahilc sich dagegen inptsächlich deshalb, weil keine innere Natur seine bestrcilc». Aber ,sicheres tägliches Brot sür die und ״Ost und West" erachtete cs sür angemeiien, inneren Bcwcggrüiwe ökonomsicherArtwaren, während ׳jüdische Masse und die Möglichkeit einige Erspar- Nordau, sowie uns westeuropäische Zionisten ine- -'ie Impulse nach Nutzen auch einen nationalen.Chanisse zu sammeln" jNordau) das ist zumindest gesamt sür ,Juden von gestern" zu erklären und ikier halten. Daß eben nur die wirtschaftliche Hebung von gleich großer Wichtigkeit als die genannten die Behauptung aufzuslellcn, daß cs sich hier um c es Judentums Zweck des Zionismus i» seiner Prä- Punkte, gewiß viel wichtiger als Agitation mittelstzwei Prinzipien handle, um das ,jüdische" Juden-! cstorischen (wenn ich mich so ausdrückcn darf) Exi- Broschüren, Ausrusen und anderen Phrasendresch- 1um und das vom Jahre 1897, das ,Baseler" uenz war, beweisen uns die Arbeiten und das Pro- Maschinen. Wirtschaftliche Belebung des ökonomisch Judentum von ,Antisemilismus Gnaden". Wir ,ramm des sogenannten praktischen Zionismus. Aber' schlossen jüdischen Körpers wird die ersolgreichste, wollen nicht untersuchen, ob Leo Winz seiner Ausaas Fehlschlagen dieser Unternehmungen zeigte uns Agitation sein, auch wenn wir einstweilen kein zioni-׳ gäbe, Brücken zwischen Ost und West zu schlagen, den richtigen Weg zum politischen oder, besser gesagt, slischcs Zentralorgan der österreichischen Gesinnungsgedient hat, sondern nur erwägen, ob Nordau mit iezialcn Zionismus, der die Einseitigkeit der Epoche genossen haben, dessen Schafjung den fünften Punkt seiner Behauptung im Rechte war. Um zu einem .rkannre und, aus die richtige Bahn gelenkt, gleichder Tagesordnung bildet. Zum österreichischen Zioergiebigen Resultate zü gelangen, müssen wir genau inäßig aus nationalem und ökonomischem Boden nistenlage gehören insbesondere solche aktuelle Fragen, die . Begrifft Schriftsteller׳, jüdischer und zionistischer stand. Ja, oft treffen uns Vorwürfe, daß wir -die wie Berufsorganisationder jüdischen Handwerker und Schriftsteller unterscheiden. Jüdischer Schriftsteller ökonomische Hebung des jüdischen Volkes nicht br- > der jüdischen Handelsangestellten, damit nicht einist für mich jener, der, in welcher Sprache auch rucksichligen und als Beweis dessen werden die Konzelne Vereine, wie z. B. der Verein ״Achwah" in immer, das jüdische Leben schildert, zionistischer jener, .,resse angeführt, auf denen man über alles, nur Lemberg, groß angelegte Unternehmungen beginnen, der den Willen nach Erreichung einer Heimstätte iicht über die wirtschaftliche Lage der Juden Beschluß ׳die mit nichts enden, weil ein Verein nichts tun in Palästina hcrvorruftn und kräftigen will. Mail ׳aßt. Dieser Einwand läßt ,ich leicht widerlegen, kann, wenn cs keine»einheitliche Aktion aller Vcr- Emil Franzos ist ein jüdischer, aber durchaus a der l. Und II. Kongreß mehr eine Art Dcmoneine ist und wenn die Otganisalionstätigkeit durch ׳kein zionistischer Schriftsteller. Er hat sich durch stralion der jüdischen Nation oder feierliche Prokiagewisse Organe nicht strautm geleitet wird. ,Es ist seine Schilderungen der jüdi'chen Volkslebens in ■״Jirä ■ y ■$&x: 7.? ' X--' *: - -־¬ר¬ ׳- «! Die HbraIja1ns-(Eirijr. In der Nähe Hebrons im heiligen Lande wird dem Fremden die sogenannte Abrahams-Eiche gezeigt. Schon zur Zeit Abrahams soll dieser uralte , I Baum existiert haben. 1 Unter seinen Zweigen ha! der Patriarch, als er unter den Eichen Mamrcs wohnte, die Zelte ausgesihiagc». - ־ 1 ׳■ I masion ihrer Forderungen waren, ״aber schon auf j Sach« des zionistischen Gegcnwartsprogrammes, Galizien große Verdienste erworben, er Hai Perdem III. Kongresse wurde ״die Organisation der ein-! Hilft fürs Kleingewerbe zu schassen, Gründung von ständnis sür das Leben und Treiben unserer galizelncn Berussklassen" empfohlen und seitdem wurde Kreditanstalten, Volksbanken, Produktivgcnossenzischen Stammcsgenossen in weite Kreise getragen, aus allen Kongressen über die Lage der Juden und schäften. Kranken- und Jnvaliden-Kassen, pflichtmäwir schätzen ihn als jüdischen Schriftsteller, aber in ihre ökonomische Hebung debattiert; und, nach Vcrßigc Erhaltung eines Konditionloscnsondes in jedem Hjnftcht aus den Zionismus Hai er für uns keine besierungsmitteln gejucht. Wir miisscn aber doch Arbeiter- und Handelsangestclltcnvcrcin :e. anzu- Bedeutung, wir holen bei chm keinen Rat ein, eben zuzcben, daß der gemachte Vorwurs teilweise insofern streben. Diese durchaus aktuellen Fragen dürsen absowenig bei L o t h a r. der iestien ,Golem" geschrieben, berechtigt ist, als man viel über die wirtschaftliche solut nicht auf dem jetzigen Parteitage außer Acht Nordau ist zionistischer Lckirijistellcr»u ,chönile» Hechung der Juden sprach, wenig beschloß, gar gelassen und sollten in einem ökonomischen Sonder- Sinne, auchhvcnn er seiner Llcllung, Erziehung und nichts tat. Diese Erscheinung läßt sich zwar durch - referate (» sic Gurcwitjch) behandelt werden. Denn literarischen Läligkeir nach ״Juden von gestern. 1,1. die abnorme Lage der Juden, durch. Mangel an,nationale, kulturelle Hebung der jüdischen Massen Was Nordau als Zionist leistete, Witzen wir :chaffung eines Gegenwartsprogrammcs wurde jedem Landeskomitee überlassen, weil cs ja den wirtschastlichen Verhältnitzen der einzelnen Staaten entsprechen müsse. Unterdessen sehen wir in den österreichischen Zionistcnkreiscn eine gewisse Abneigung gegen die Ausnahme wirtschaftlicher Forderungen. Aus dem 11• österreichischen Zionistentage in Bielitz wurden die ökonomischen Postulate sehr wenig beachtet und es wurden auch keine maßgebende Beschlüsse gefaßt. Auch in der provisorischen Tagesordüung des III Siskuskon über die Iudentrasc. 1!ד diel'ec Rubrik ist jeder Ansicht über die Iudenrrciae Ausfällen und verbreitet dasiehcn. wie er es heute ist. Trotz ^>en an einen Tr. M. H o s s m a n n erinnernden ״Ost und West" werden wir von Raum gegeben , flcbad-fiaam und Dr. nordau. Achad-Haam ha« HerzIr ״Altnculand" nicht kritisiert, sondern persistierl und gelangte zu . , dem Ergebnisse, daß man in ״Altnculand" nur Zionismus z» verdanken, dag man ,hn in Wen mechanischc Nachahmung, von dem Dust jener ,Knechtcuropa jetzt kenne. österreichischenZionistentaqes ist kei»Proqrammpunkt schast mitten in der Freiheit" umweh/, die das In Kohuts berühmtem ״Gidische Männer zu finden, welcher darauf Hinweisen könnte, daß die Kennzeichen des abendländischen Golus bildet, nicht kan» man die Biograpliien der Hebraisten Kalman Nordau »och vieles lernen, er wird dem Zionis mus mehr Anhänger werden, als die Freunde von Leo Winz. Nun gclaugen wir zu Achad-Haam. Nordau bchauplet, derselbe habe cs nur den.