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Jüdische Volksstimme · 1903-04-15 · 6 (15.4.1903) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
IV (1903)
Issue
6 (15.4.1903)
Date
1903-04-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 0 Jüdische Bolksftimme Seüt 3 Utliflcn und sich an jenem־Katttmalgqil)( begeistern, ivelches sie auf die kommenden Gencritioncn, deren Erziehung ihnen anverlraul sein wird, in vcrichwcndcrischcr Weije übertragen werden. Es ist von Wichtigkeit, dass n ir uns mehr mit der nationalen Erziehung nnstrsS Volkes defassen, und cs ist unsere Pflicht, Elsts-Gencralionen vorzuberritai, da die Ersassuug uniere^ hohen Ideals aus nationaler Grundlage beruht -, Generationen — welche nicht wasscnlos und schwach werden angesicht« einer Gcsahr, welche fähig ist, jene unserer Zionisten zu entmutigen, für welche der Zionismus ״ausichließtlch" ein Mittel ist, um der materiellen Lage der Juden abzuhclscn. Tic Stunde unserer Freiheit ist vielleicht nicht so nahe, als wir cs wünschen, und wer weiß, was uns die Zukunst bringt! Zur jüdischen Statiüik in Brunn Ter vom Bürgermeister Brünns alljährlich herausgegebene Gcmeindevenvaltungsbcricht bringt im statistischen Teile über den .stisnsessionswechsel der Juden recht interessante und lehrreiche Daten, Tic Absallrstatislik der Jahre 1899, 4900 und 191)1 lieg» nunmehr iu zuverlässigen amtlichen Berichten vor, Tie bisher bekannt gewordene! Details haben sogar in nicht jüdischnationalen ,iireisen wegen der überraschend hohen Zahl der llcbe tritte peinliches Äusiehcn hcrvorg, rufen und zum Nachdenken veranlaßt. Wir entnehmen den Berichten solgende Taten: .:־• liitn•:־ lU'brrititir .;um neDrmitrr;um uhr t.itt). rtiautra rvanfj. i^laudki 1 '־'ח״ז 1899 7 [ 1 m0 ״ w.l ti (m.) 7 (5 ui , 2 w. ׳ 1900 14 (10 11t., 4 w.) 5 (4 nt, 1(1.) 7 (w.l 1901 1(1( 9 m., 710.) 10 (8 m , 2114 ׳ an.i Nebstbei» wurden in jedem Jahre zwei bis vier .stonfcssionslosc siatholiken. Man geh) wohl nicht sehl, wenn man auch diese GlaubenSändrrungen aus das stonto gelauster Juden setzt, welch aus dem Wege״ zum Taufbecken die stonsessionslosi (feit als liebergangsstation zu wählen pflegen. Besonders eine gewisse Art sozialdem okratischcr Assi nilanten schmug gelt sich aus jenem llmw.ge gerne in eine christliche Glaubensgemeinschaft ein. Nach Berussartcn geordnet, ergeben die Glaubenswechte die bezeichnende Tatsache, daß der Fabiikantcnst! nd die stattliche Zisser von 7 Xiebertritten auswcist abgesehen von . dem zahlreichen Ueberlrittc der Flauen und .stindcr — bann folgen 7 Studierende, 0 üausleute, (i Privale. 4 öisenlliche Beamte, 4 Gen erbclreibcnde usw Tie Herren Fabrikanten, die in Brünn die Leitung brr jüdischen Gemeinde »> Händen haben und deren Abfall au׳ Motive wirtjchajtlicher Art nicht zurückzusühren ist, marschieren ob.iian wie überall, wo die reichen Juden mit ihrer cynijehen Fahncnslucht das Wohlgefallen ihrer ari'chen Umgebung zu erringen hoffe». Unter den »onveniteu der Jahres 1001 befinden sich weiters: 2 Reisende, 2 Fabrik« beamte, l Lehrerin, 4 Handlungsgebilse», 2 Techniker, 1 Schauspieler, 1 Gcschästsdiener. usw. Sic sichen zumeist im Alter von 20—30 Jahren 'und sind ״י ->M°i>!,»krtI Sryn!n katholischen Glauben über. Hoher geht« nimmer!! Blll'^BOtls^Ü. Es sind glänzende Erzichungsresultate jener Faktoren.; , denen die Erziehung der jüdischen Jugend obliegt.; __ dkm 19. März 1 I. beging der Verein jnd. Bedarf es weiterer Argumente zur Verurteilung der; Hochschüler ,Bar Kochba" IN Prag das Jubiläum deute in der jüdischen Familie und Schule üblichen> seines zehnjährigen Bestandes. Ten prächtigen Feil- Erziehungsmethoden? Zeigt sich i» diesen Ziffern laal der Hoiel ,Zentral" füllte bis aus dys letz״ und Tatsachen nicht deutlich 'genug, wie schmählich Plätzchen eine Distinguierte Gejellschasl. Ten Ader die Assimilationrpo i!ik abgewirtschaftet hat? Gewiß, erössncte Gg Ttio Abelcs aus Brünn mit einet auch die wirtjchajtliche Notlage! die ganze Schärfe! Vorträge über .TieWegc der jüdischen Kunu". Ein, der in öffentlichen Aemlcrn und privaten Unternehmungen gegen jüdische Beioerdcr geübten Praxis spiegelt sich in. einer solchen Statistik wieder. . aus dys letzte nü inem ortrage über ,TieWegc der jüdischen Kunst". Einen io gediegenen Vortrag über jüdische .staust halte man in Prag noch nicht gehört. Man fühlte, daß da die Seele eines jungen Juden spricht, Der die leisesten Regungen des erwachenden jüdischen Lebens und der neu ausdlühenden jüdischen .Munit der deshalb die Wege der!üdischen In der Zusaininenstcllung der in Brünn ge schlvsscnen Iudenehc» ist die auisallendc Abnahme - mitempnnde! ihrer Zahl von symptoniatischcr .Bedeutung Im Kunst verstcl Jahre 1890 wurden 70. 1897 77. 1898 7,3 1899 ׳ kann. Es gibt wohl kaum ein anderes Volk ans 5,0, 1900 4ä und 1901 40 jüdische Ehen geschlossen!Erden, dessen stunst so verschiedene Wege gehen Ter starken Zunahme der Mi chen Bevölkerung-.- müßte, denn es gibt auch kem zweiter Volk, das zisser während jenes Halbjahrzehntcs steht ein de-! unter so grundverschiedenen Bedingungen leben deutender Rückgang der jüdischen Eheschließungen swurdc; Gg. A d cl es zeigte, wie aus diesen vergegenüber. Ter Anteil der Juden an Mischehen und! lchiedensien Wegen in den ocrschirdenei, Landern, Zivilehen ist aus der Statistik nicht ersichtlich. wo Juden,wohnen, sich neue jüdische .stunst entwickelt. An diesem Abende konnte das Prager!ü- Iw iSWirfiUtiahr ,901.!bische Publikum ,Unser Werde»» verstehen lernen. ckiuliakr inrolae oberrealichnle war vo» 100 Juden (452 die Landesoberrealschule von 38 Inden!447׳ Alles war festlich und feierlich. Ein alter Jude saß auf dem ״Scderbett angctehnr" und richtete den ,Zeder" her. Mirjam war lrauchg. Sie erinnerte sich der Scderabende zu Hause..( Ter kleine Max trat ein. Er sah allem ver wundert zu. Tann ries er seine Schwester herbei. So standen nun 'beide »leine» erstaunt und schienen mit den Augen, ohne ,Worte zu fragen: stu ni!H׳l1t;1tu>? 1 Und der Alle begann die! Hagada zu sagen, laut und verständnisvoll. Mirjam brachte Stühle und ließ die stindcr setzen. — Jüdische stinder, dachte re lies bekümmert, und schauen aus den Zeder wie kleine ,Türklcin"! Bald trat auch Frau Silk ermann ein. Sie sah aus den Tisch, aus den Weil, den alten Juden; sie gedachte ihres Lebens im Ba crhauje... Schon lange, sehr lange, seit sünszehn Jahren hat sie e« nicht'gesehen. Ohne es zu wollen, blieb sic sichen. Etwas Geheimes zog sic an; sie konnte nicht sortgehen. Mirjam bot ihr einen Stuhl an. Sic setzte sich zu Tisch. Mirjam verließ in diesem Augenblick all ihr .stummer und ihre Beklemmung. Aus ihrem Gesichte malte sich Glück und Zusriedenh! it. — Nun, nun fällt die , Verblendung" von ihren Augen .,. Madame wird r lieber eine ,jüdische Tochter" und ihre Kinder gute Juden werden... Der Alte schloß den Segen tspruch: ,Gelobt sei, der Israel erlöst hat " ־־ Mirjam erhob sich und reit sie . das Essen zum Tisch... Makkabäa" gegründet.' sowohl von deutscher Doch ruhmvoll dezu verzeichnen. Auch die tschechische Technik zählt N״nd der Verein seine Feuerprobe und als im Iahte Heuer 4 jüdische Hörer. -;Am I. deutschen Gnn» ■!M)< ict tr״e Kongreß, vor aller Weltchen Zionis ->- »asium studierten ,22 Juden (Schülerzahl 442), am -'"»s proklamierte, war der Verein juducher .׳?och- ". Gymnasium 174 (Schülerzahl 338,. Tie Staats- '-bitter. welcher seit die,ein Jahre den stolzen Namen - ׳ ..Schüler, Bar .'lochbas sühn, einer der ersten, die sich »>׳.:.! der . ' i blau-weiß-goldenen Flagge,Judas zn>am»!on>a den besucht. T:e Iikde» bilden alio 38״ , an den Gymi י1'-־ bieier Zeit datiert das rasche Ausbuibc:: des nasicn und nur 23״״ an den Realschulen. Sb das s-Bar-stochba". Wo immer in Böhmen e-.ge ziom-. günstig für -sic ist und vom prakti'chen Sinne der j «uche Aktion unternommen wurde, ware-u es die B rjüdischen ß.tcrn zeugt, bleibe diesmal »neröricri.' Kochbaner, welche unermüdlich und uncuiwegi >:״! T,e deutsche LchrerbOhungsanstalt zählte 42 Juden iarbcucien. T,e Vorträge. und T,sku,11«״saiu1.0e. von 132 Schülern, die Lehrerinticnbilduuqsanstalt! welche der Verein veraimaliele, waren ,H׳t«_öcr 4 jüdische Schülerinnen untex 17,2. Tiq' Staats-melpunk. der,!üblichen ״.ntelligenz Prags. T« Verein gcwcrbeschule, welche .87>8 Schule״ hat, zählt bloR j bejipt nun eine an 1300 Bände zählende Eidi>o:N>k. 49 Juden. An der höheren Handelsschulen studierten . cj,u-n Knierstiitzung-xond, welcher schon eine au׳. Mi- 03 Juden (Schülerzahl 147,.. an der Handelsschule I ^e Lumm.׳ an ^.׳.durstige Hörer verliehen bat. äiuprkH 15 ^ud;׳n 11IS) und iU jüdische Mädchen! cwl^en Andenken an den des (1001. an der öisenU. Gremialhandelsichule 7> Juden \ v'Ubi.aums chß sichder Verein vor .׳llirzem ״I das .1001. Tie Lehranstalt für Teriilindustrie besuchten!»Goldene Bgch" des Nativi.alwitL-.eintrage!,. T!.- 52 Juden (1421, die höhere Tvchtcrichule, 147 j,,.! -ebrnle, welche der Verein zur Anerkennung der!»:! bische Mädchen (7,05 Gesamtzahl.. Es ist für die!«de» Naiidnaliiai an alle» vier Prager .z?och>ch׳alen . "hjyrjichen Juden ' uiucrnahi», waren an Heide» ezechiichen »ul Or'olg l׳e- 1 ״ gleitet. Tie deutsche llnwcrsitäi Hai das Er'iichen l abgewicsen. von der deutschen Technik steht die Er-; lcdigung noch aus. Hosientlich werden auch "diele! beiden Hochlchulen dem gerechten Wunsche der lü- Unser ülerden.!ח10ו1«י1ססת-^1חס Sludcnten׳chast^ cnliprcchen! Ein '! nicht enden wollender Bciiall begleitete die Aiisiud-! rungen des Nedners. das Lied der Hoiinung. die mährischen Verhältnisse und dix. bezeichnond. daß in die Brünner schulen sich kein Jude verirrt. ethischen Mittel- Ihr blicRt uns tragend ins flngefichi Und kalket unter Werden nicht. Hört: Ihr müpi einkam dnreb den Jlbcnd Und müht die 5-uneiPiuuden leiden kebn. Wenn lcbon die Nach! die fftekeukäulie dal». Sieb dann ln ibrtu ItacRen (traut Und dann die ichmarze Senfe wetzt Und fleh an ihrem CcdcsröchXn; letzt. Und Ihr mühi keh'n, wie Ne erliegend liegen. Ein gold'nes Lächeln auf den vniderzügen... Doch Narb eid-loichei Lag Im Cal, Dann horchet auf! Hur reiner Ttolzen Qual ktNeht das heilige Lied der Nachtigall. Und hoch ln Hauenden Waldeshang Ertfacht ein WandcrtöhrcnTang. Und wie er »rankend zu Cale zieht Und bräutlich umarm das kenrehe Lied Und bebend in heifter Wonne schwelgt. Da wird ein nener Lag^gezengt. Ein überreicher Sonnentag MN LerchenMiler und yinkenkchiag! Das müht Ihr btünkliger Seele keh'n. Dann koi» ihr auch unter Werden verktehn. Brüx. Otto Bbeler Hieraus wurde das Lied der Honnung. , ,Haiikwah" gesungen. Tie letzte Strophe verklang . aehn ^unlcr rauschendem Beisalle. Na» folgten die Toaste! der Vertreter der verschiedenen Vereine. Tie Präsidcnlin des ,Iüdiichen Fraucnvereines" Frau Rvu bitich ck pries die Bar Kochdaner als uiiermüdlichc Slr-itcr für den Zionirmüs. der Lbmann de- Iudischcii Volksvererner Tr. .stöhn, ein alier H.rr des Vereines, wies aus die lalkräsuge llnterstnrnng hin, welche die ,Bar.stochba" der zionistischen Sache in Böhmen angcdeihen ließ. Gg, GütXg loasti^rie in launiger Weise aus die alten Herren, in deren Namen a. H. Tozeni Tr. Friedrich Welteminsky erwiderte. Gg. Gach pries i» seiner, Nedc da-8 jüdische Weitx seine Tugenden und dir wackere Milarbeil des 'Weibes an der Renaissauee'- des' jüdischen Volkes. Ter »ommers cndeie erist spät nach Mineruacht. Unter den Anwciendeu bemerkte man das Ehren- Mitglied des Vereines, den Schriitsteller-S. .st o b n, den Vertreter der Prager .stütmsgeiiieinde Herrn Bunzt-Federn und die Verlreser aller jüLiicheii Vereine ^Prags. Ter .stomuier; wird weht »och lange in Erinnerung aller Anwesenden bleiben und den Eindruck, welchen er bei denselben htuicrliesi, charaklertsicrcn am heilen die Worte des Verireiers des Vercincs ,Afikc Jchuda" (nichlzionisnsch : »Eine so begeisterte Jugend kannte ich nie, eine Ingen», die für ihre Ideale mit solcher Ausdauer nnd Za logfeit kämpft. Tiefer Jugend dringe ich mein >',Igs!" I gedenket des jüdischen Nationalfondes!

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