Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- III (1902-1903)
- Issue
- 17 (1.10.1902)
- Date
- 1902-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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:eilt! 4 Jüdische volk«ftinn»e Stabt, Kemeindeschuleu tauch T icnstboienschulen und Frauenerwerbvcrciuen) ,sowie Lestrerseminaeie« .neben, fjriicr die Erössnung vo» üethäusern, in ,denen die Armen bei ohne Platzgc!der zahlen zu müsien, de« Gottesdienste beivohncn kennen. Aus bei» ^Yottesdienlte! י 'lö't iitib alle koststneligen ultd »nsübische» Verschoncrungrn, deren U aut die Gel<äu,k׳e ber katholisch.» zürche zurncksühttt, zu entfernen 'ף {üairrntrauttnecu unb Klalsenbegräbnilse Nr 17 iprung; ,J Selb« die bisherigen ljnmanitären lkinei^tmtgen der Gemeinde. auf die imnier und imnier hingetvrcsci, wirb/ wenn Unzusricdcnh. : sich bemerkbar macht, selbst diese Wohltätigkeilganstalten sind lange nicht a.»' entsprechender Höhe, Zur Anlegung eines \ ■ 3mtral3־krMr«1hataR#r* isr cs bis heute nicht gekommen, obwohl ein solcher für die tausendfach v . splitterte und zum Teil vergeudete Wohltätigkeit selbst eine Wohltat, beben, n wurde, Tie Zentealisteenng dös Armenwesen« . muh angeiircbt werden und dies auf dem Wege der Vereinigung bestehen ,7 wohltätiger llörperichasten, die bisher, ohne von einander Näheres zu WIN > nicht-I unorganisiert^, aliv halbe Arbeit geleistet haben. Auch die Bestellung Lurus,, . jüdischer Armenräte wcgsällt und damit auch Pie Notwendigkeit, für den lteuren Prunk chirch l!lassen-l wäre von groß nt Vorteile für die Zweckmäßigkeit der wohltätigen B.-sttebung״ Was iontt »och aller nottut in den Humanitären Einrichtungen der ,׳ meinde — iver weift cs. nicht; noch besteht in Wien kein jüdische« Kinderspitnl, die bestehenden jüdischen ikrankenhäuscr besitzen leiste Arrenabteilung, auch an ein Lekonvalrsienteiiheim 1 sollte mit der Zeit gedacht werden, ebenso an den I Ausbau des Spitals dur Spenalabteilnnge« Tie Schaisung einer Keankenpflegeeinnenschuie zur ,Heranbildung jüdischer Wärterinnen wäre kaum mit betond, •Stötten verbunden. s.'llcn ahgcschafst werden, wie denn iibcrhäupt.dic Nuckkehr vom hohlen Lurus zur altsijdischon Einfachheit verlangt werden »rusi. Würdige, aber-jcd: über ׳lüsiige Zeremonie'vermeidende Gebräuche können das,» bei zahlenden u n zablcnde» t'b-meittdcmitgltedern angcwendet nkerden. /weil der kostipiclige Staat beitr )Ui :,.tt»e Bedeckung zu rinden,^ ׳ ־' Tie Gemeinde ha׳, sich dafür einzusehen, dar, der Sckrassunfl eines jüdischen Ueligionsf-nde«. ans dem Nabbiner, Lehrer und Rcligionsdiener, Ebenso wie bet den änderen Neltgiöttsgenossruschasten,Bezahlung finden, in gleichem Sinne ist auch die Sqltemifterung ן and eines der Schulerzahl enispF-chendc LIermehruna der Ueiigionoirhrce an den Wittelschnlen at ׳;׳.titrelsn wie dies bei den anderen Religionhgenossenschasten bereits der ,voll ist. Wenn ferner die t'lenteinde ihre Pilichtcii hinsichtlich der kulturellen! unh ge,s!sigen Hebung ihrer Mitglieder voll und gjt'nz erkennt, dann njird sie' anch an |D1v Erriäitung vo» (dognbeehaUen sitircitev.! in denen an jedem Abend Vorträge übers das Judentum., seife Gerckiickue!i»d tst durch seine Tendenz bedingten sittlichen und s o; ia 1 eG io a r t s rs s 1 i chn e ». Eine öiseniltche. allgemein zugängliche und mit dem >!,-hiimtterial ausgeiünctc Memciiidebibliothel, lUipsund-encs Bedürfnis, ebenso ei» : jüdische», Uolhebau«, Alle diese Einrichtungen sind aber natürlich nur Zukunftsmusik, solar die Gemeinde für ihre wirtschastli hcn Pläne nicht seihst agitatorisch a: tritt und sich dafür bemüht, das! die if' ihrer Verwaltung befindlich Stiftungen ergänzt und ausgcsialtet werden. Es darf, nicht vohkommcn, tz,-, egenfür bestimmte Zwccke^gc vidmcte Gelder jahrelang liegöligen bleiben, 1!ueil sie infolge - der Teilnahmslosigkeit der verwaltenden G mein' nicht die'erforderliche Betraqshöhc erreichen. Wenn sich die, Gemeinde für 7 'י Verwendung ihrer Gelder einmal! wirklich intcrcssierrn wird, dann wird sie an .! davor nicht zttrücktcheuen, Sammlungen in denstreijen der Zahlung: fähigen Geme i» dem i t g 1 jeher cinzulcitcn, s— dann kann es auch ne,! ״eu erreicht,ing vvn der Gemeinde iumtndeitcns anqeregt^werdcn mu,i? damit - ...... . Z d is erstrebte ,',u׳l im Laute der Jahre erreicht werden könne. Bei ihren ll«lh«ktuJj<n, lUarmeltaben. Frertikch vereine, öchulkuchen, I ' ' veröTentlichnnaen i- Sezirk«ambnlatorke« ha! s.ch die Gemeinde ä Herein Wien erscheinender jüdischer Blätter zu bedienen, s»«iche« und an d,c Ausgestaltung der schon b-steh-ndrk " ״ rtci-! ' jüdische« Ferieuasqle und Hrndavsaeten , ob! denken können, /׳ i» ein t!Tl »:411 abet emes einzigen Lrganes, n: a,s; 1 g g Tendenzen v e r s-v 1 g t das ü bv r-d i e s b e 1t i in nt 11׳ p a was den Anschein hervorrust. die't. T.z!denzen durch die' bezahlte»-Annonzen der Gemeinde gewisserjitaßen I pauschaligrt werdeg sollen! Tej türundsaß der Judengemeinde ist Lsscnilichkeit und Wahrheit bisher a ls iich 11 i ch,vet w irch 1 e Grenze zwischen den charaktervollen und den :A b 1 ru!1 nigen muß wiederhergestellt jverden, /jeder Jude! ,muß! Ein leider ieh^-öringend geivordcner Bcdürsnis' sind auch die 1 Ulaise« Nersorgnngsanftalte» — die sund EiNrichtuuge». die — vor Eröffnung eigener Asyle —' dazu diene! Juden; Waisen und 1 muß!. . Findlinge! raii'.fft, oh er einem Volksgenosse» oder einem Verräter die Hand rcickst und s I ü d 11 ch c n fänden zur Pflege und Erziehung zu überantworten, deshalb verlangen wir ■* 1 Alles dies ist sclbstverständlib, Sache der Entwicklung, die, aber vor, ötfentli«t,e «Zehandlung der Ausirittsanirigc. jeinem sozialpolitisch denkende» Gcmeindevorstandc beÄnflnßt und besch 1 cun > ו Bihh-.-r bat man sich noch stets über diese eigentlich selbstverständlich/!"'^"' fllnn; 0114 '"üröc bic Erfüllung dieser Angaben ganz beträchtich er-?,orb,r1»1ä hinweggcdrückt. den» er ist nur zu bekannt, daß auch manche! ^ichtiri werden durch , ,! 1 >!u 11 nsporitande die S sscn 11ichkeit vier Absa tlsa nzeigen^l tjedung de« jüdische« NvllrabeivnDlsei««; i.lie uciü und dies INi t vi ücksick, t aus die V orko IN mn i sse in der wenn das Zusammengehörigkeitsgenihl der Gcmeindcmuglieder gehoben und: -' eigenen, sfamilir'. Au; diesem Grunde mniiesi wir auch verlanget», daß stärkt wird, dann wird auch die'Zahl der freiwilligen Spenden für jüdi'.ki, leder Vorftand öder Funktionär der Gemeinde sofort »eine Stelle nieder-,Zwecke wachsen, >a selbst die Steuerzahlungen werden nicht so widerwil lt> legt, wejtn in seiner engeren Familie Austritte aus dem Judentum vo, fallen, wie bisher geleistet werden, weil die Besteuerten an hielra Gciiwtndccinrichtung^n Nicht nur tn sittlicher und geistiger Beziehnäg muß die Fudenge netnde Anteil haben werden was jetzt allerdings nur wenig der Fall ist!!>re P'lichten erkennen, auch in der großen Frage der *-t Unsere Forderungen sind jedoch noch nicht zu Ende, sie sind uucndli״ »virtschaftliche» Hebung. - towtc unser-guter Wille, Wir halten cs nämltch an der Zeit, mit :1 ׳ur dg; jüdische Proletariervotk die brennendste ist, 1 Solange das'^'""b""^ Hatakrophenfonde« acietz ctnp össentlichc sozialwirtschattliche Tätigkeit der Gemeinde .nicht zuläßt/zu beginnen, der sich aus kleinen und kleinsten Teilbeträgen zusammensctzr u-' » aI.1I /41 «Mt. ••■ •11■ l).a Ilk.1 k •M _ (. H . ...H .. I » i, 41 -i - _ 11.1• e. ,,, e, .... V I t - - - ... i L. --awWaM f .1 augserer Forderung geben! Weiters halten wir cs für unerläßlich, d׳ sich eine^tvahrhast jüdische Gemeinde mit allen ihr zu Gebote stehenden Min, , an den Sammlungen für den jüdische» Uationalfond« \ beteiligt, nachdem dieser, einmal dazu berufen sein wird, an dem Selbst!' und muß trachten, sich bald durch einsichtsvollere Männer. ersetzen zu iasieit! Ter :liettUngsgcdanke unserer Armen und vom antisemitischen Bohkott Bedingten!st her!׳stdanke-Hvoperatio«. der Kenolsenschatt. 1 Tie ,׳»meinde,muß trachren. daß in ihrem Wirkungsgcbietc jüdische Sparnnd vorschnkkalle» cntstthcn, welche dem schwer, bedrängten Mutelstand billigen ,'tredit verschanen, יי w er ke des jüdischen Volkes hervorragend mitzuwirken. Sie muß die bestehenden ־ ' ,T Eine letzte, aber darum nicht minder wichtige Forderung ist die n׳ jüdischen ISewerkschasten der Arbeiter »nd Angeftellten! körperlicher Hebung iördern, Anteil nehmen an dem-zu schassenden >!der jüdischen Volkes, Tie Subventionierung von Honditi«n»l»senfond«, jüdische» Turn- und Sportvereine« der für bas Judentum eine soziale Tat bedeutet, Tte Gemeinde soll der großen, fortschreiken, auch sow daran gedacht werden Frage des ' Arbeiternach«eise» l /jüdische Armenärzte durch U1111 r 1tn l!ttna der gewerkschaftlichen St »1 lenvcrlmitt-1 i" bestellet», die für die Soz^ia 1 hygicne u nscres-, S-tad tpro 1 etaria!, lungen-nähertrcten, Tas bisherige Shstem.׳ einest vom Unternchmertim bc-1""" unsthätzbarer Bedeutung wären, gründeten Arbeitsnachweis notdürstig zu dotieren, ist unwürdig, weil die Stellen-' Vermittlung in den Hände» der Arbeitnehmer liegen muß, denen sie eine s ch^a ch e Mdgtichkeil bietet, die Arbeitsbedingungen zu beeinflussen. Etua weitere, sehr!wichtige/frage ist die der - ן Statiltik de» jüdischen Golste«. 1 Tie von den Gemeinden zu stthrende» Matriken bieten eine wirksame Handhabe für die Ausstellung statisttjcher Tatzeiten über die Bevölkerungsbewegung, die dann nach tmd nach zu einer Berufsstatistik erweitert werden könnten. Die Ericichung! dieses Zickes wäre auch nicht io »,»möglich, encrgtichc Schrtrje ei 11 Haien würde, utu vom Staate Wirkungskreis sallendc Mairikensührung ebenso bezahlt poltti'chei» GemeinSen für'Arbeiten des ,stonskriptions Wir verlangen viel, aber wir müssen es tun, weil die bisherige Äßltu:!gemeinde so wenig von dem bietet, was sic in den vielen Jahren ihres B- - standcs hätte erreichen sollen. Ilnser Programm kann nicht in einem, auch nidn ■Begriffe«; dann wirb es keineGemeinde sein für diestultusintcressen, für die reliaiöicn Bedüriniiie einer nach der