Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- III (1902-1903)
- Issue
- 17 (1.10.1902)
- Date
- 1902-10-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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R! 1ז ״jitill; haben, welche ihren Lesern anläßlich der liklin ^onstantinopelreije Herzls mil sehr gekünsteltem, ^ubc! einen Nekrolog des Zionismus Nufgelischl Nad.n Verspätet kam er >oohl deswegen, weil doch .ön N iistand, daß die Verhandlungen des Sultans mil e.7. Herzt um eine öffentlich rechtlich gesicherte ,״.•in sür das jüdische Volk nicht so leicht, wie die ,.!vcrnedelung der, czechisch-jüdischen Betstizbe .Lr!omid" zum endgiltigen Ziele geführt haben, gediir, id ausgcnützk werden mußte; man hatte lange qeinit bis man schließlich einen der w,st! -en Llrkikel il dem ״lnivor!, ixi-uöliti ׳" ausgeüe, >1 halte, O!!zwar die Leser der _('\ I. - nicht viel der Exiltenz eines ,Cniv. ist׳,“ wissen, edcr ,11 deswegen, dachten die Reproduzenten jenes Pan!,' cts, werde das czechisch-jüdische Publikum den rin enthaltenen Auslassungen mehr Verstauen enle t nbringen, a!s wenn es von einem ih!ser Prager Fi,;'., gejchrieben worden wäre, nachdem diese schon f1ri׳. :H ohns Effolg den 'Zionismus ghr tot ertm .- •!beit,! W,r enthaltest uns jeglicher Kritik der Kampi-!ון•::■' dieicr Kreise, da wir sic höchstens mit den ob. 1 geführten Worten des ehrlichen Amistmiten wni n könnten^ aber das tun wir nicht. Ans tu1, ,׳ Sätzen,^, ie wir hier ans dem Leitartikel wen!11 anslihren. möge sich jeder Unbefangene sein Jlüdische Volksstiiuine reite 3 U-.i ein, ׳üb! er t ,diel zu ׳ der elbcr bilden , , ', . — ,Es wäre wohl auch wl>ar1nherzige Neugierde, von Dr, ,Herzl ausü, Erklärungen zp verlangen, welche Vorschläge!1, Sultan gemacht, und welche Konzessionen bewilligt hgt. Hingegen sind wir berechtigt s?,!gen, was er! (Dr, Herzl > nach der Entscheidung!!!rlischen Regierung zu tun' gedenkt, welche P,, . liive mag.tr nun seinen Anhängern eröffnen, na- ,1» die trügerischen Hoffnungen Schiffdruch er,!! n haben, welches Ziel 'wird er nun ihrer?!,״,. zkeit« stecken? In seiner Note räth er ihnen in de, lgitation sortzusahren und. den Nationaljohd zu üarken. Wozu jedoch die Agitation, welche keinen E-.g!,׳',and mehr hat, wozu Geld jammeln, welches übrigens für die Ar,neu angelegt wird, wenn man - welchem Zwecke es benützt werden;;זייז! .׳ ■׳ jene, welche sich erlaubt hatten, aus , ^^!"'"!3keitcn des Unternehmens hinznweisen, tiatte -ist, ,ver,si nur majeiiälffck^ Verachtung und ,iploinatuches Stillschweigen! Herr Zangwill zog gegen •|te mit seinen geistreichen Bitzen los, Mar Nord au ״berfch^tiete sie mit Sarkasmen und Be- Icidigungen. . Was >si 1״ der Tgl varadorcr als die Idee? inmitten der rurke, die jndi-'che!>i.1t1o»ali1ät erneuern zu wollen, untS welche nngewolinlichen Mittel mußten - krgrnsen werden, damit Tauienöe armer Menschen zu blutigen Opfern für eine Utovie verleitet werden, deren Nnmögtichkeit und Adfnrditat ins Gesicht Ichlägt.* ׳ •stets hat cs geheißen! ״Es gibt nur zweierlei Lösung der Judcnsrage Zionism!!s •oder vollständige Assimilation" Ter Ztonismus ist laut Meldung bcr ״C. I,.“ tot, Ter ^Wi-n-kst Zionistentag, die Pationalsondaklion, die letzten Einanzipationsversuche der Juden aller Länder, die zionistische Agitation vor der Rase der czechischen Juden — das ist nichts niehr, als die letzten mächtigen Zuckungen des vor lauter unbesriedigtcr Tatkra׳': sierbenden Kolosses! Nun können die Aisimilau'.e» frohlocken. Rach der ,berechtigten" Frage der um die Antwort wahrscheinlich ungemein interessierten I,.", war ' Tr, Herzl n,!u zu tun gedenkt, ivird vermutlich das Aktionskomitee mit Herzl an der Spitze demnächst nach Prag kommen, ui» zerknirscht um gnädige Ausnahme aller Zioninen d,r böhmischen Kronländer in den Schoß der ezechisil, ,!!buchen Assiniilations. Gejclljchast bittlich anzniuchcn Zum Zeichen des »unmclir ausrichtige» Asiiuii.aiii'nsdcslrebcns werden alle im nächsten Jahre zur Welt kommenden Judenknabcn aus den Namen Vä.'lav geiäujt werden, Tes gewesene» Zionis»1!!s wird man nie ander« als mit majestätischer Verachtung gedenken dürfen^• und die jüdischen Väelaoen werden'— ungestört vom bösen Zionisinus .d!e sckchne Verbrüderungs-, zeit cherbeijührcn» und nie mehr wird das Klirren 'eingeschlagener GlasscheilKn' die längst prophezeite Harmonie stören. Nur eines ist zu befürchten. Werden auch die ״<’. I.,.־ noch etwas zu ichreiben haben? Den .toten" Zionismus werden, sie ׳wohl doch nicht mehr beschimpfen? '' .V, L. »1»tz»»«r,IM1>«O*>«,WW*d,,sO״ß,OPPOB״״ tüchtiger Redakteur gesicht fit die Jüdische Uolk$$timme. Offerte mit 6el>alt$an$pricben sind an die Redaktion zu richten ־ --; .. 3ur gefällt rten Vrachfung!?it Administration camtn hösl. zur Veruiriduiig der koinpirligrii?!acknadme dir Aboiiuenieistsbeiräge durch Poüanweiinugen oder in Priemiarken über miNcl»;»•wollen. ' , Speiden tür den jüdische» Battcialtcids werden von der ״!Indische» ßskttsstt»««" entgegengeno«»«» nnd insgewiesen. verlanget überall den Kdilchen UolksKalcndcr! fd Da$ Semeindeprogramm der Wiener Zionisten.?ft jüdischen Kullurgemeinden sind die letzten Überreste der einiligen trauen gegdn die vom Bezirke gewählten Vertrauensmänner zu entspringen iändigkeit unseres Volkes, sie sind die Bettelauionomie, die,uns da-Goluth scheint, Üebcrhaupt sollen die Bezirkskommissioncn .in die ihnen!! Es hieße den/eigenen Lebenswillen-verneinen, wollten nicht alle gmgediireuden Funktionen eingesetzt werden Tos gegenwärtige!!!len Juden ihr Möglichstes daran jetzrn, um selbst aus dieier annseligen Lq1!'׳M uracht aus den Bezirkskommiffionni, die ja. in en'ter Linie beruien .!iländigkeit Wertvolles zu schassen für,die sozialen, geistigen und' wären, über die Angelegenheiten ihrer Rayons zu entscheiden, leere Formeln, >giösen Interessen der Gcmcindemitglieder. Eine ׳chmerzliche Erniein die um keinen Preis irgend ein Inhalt gebracht Mrden darf. Wir aber nng wird es immer sür das Wiener Judentum bleiben, daß es die-Per-'verlangen -Ausgestaltung der Bezirl^kommrssionen und- Heranna!nng seiner Gemeinde Gleichgiltige» und Ehrgeizigen anverlraute, t 1» sklavischer Unterordnung unter den Wortlaut des Gesetzes alle ehrwürdigen n,menhänge zerrissen und das lebendige Judentum zu einem leblosen Kultus c,!׳ .itigt Habens Schänder Name Ä u.lt us gern ei n ü e.'den sie geschaffen, l .zeichnet den unjüdijchen Geist, der sie beseelt. Wir wollen eine jüdische Gemeinde t nbt'ii der Befriedigung der^religiöfen Bedürfnisse auch sür jene mirtschastlichen n! geistigen Ausgaben Verständnis hat, denen sie — selbst im Nahmai des ziehung threr, Obmänner zu jenen Sitzungen des Kultusvorstandes in denen wichtigere Angelegenheiten der betreffende^Rapons zur Verhandlung kommen. Die Vnrftandssitznasr» nnffsen durchwegs öffentliche sein, denn die Verwalrnng einer jüdischen Gemcinde scheut, nicht das Tageslicht, Oie Anheen-AbschlLkTe der Gemeinde sind in Truck zu legen und müsse» das ganze Jahr hindurch sür jedermann z!1 erhallen sei». Das Wort israelitisch w־: ~n- " bei. allen von der Gemeinde a^> -ehenden Kultusgemeindegesetzes vom Jahre 1890 — bei einigen, guten! Institutionen ist — ebenso wie bei ihr selbst n gerecht werden kann. Nichtsdestoweniger muß eine ' ־ _ jüdisch ־' - Änderung de« Grsrde» - nn-zuSi-dern nnd das auch dem Inhalte nach. Aus dem Kultus und stinen allen ,zjräftsu angestrebt werden, bannt den jüdischen Ge»1e»1ü1verwaltungen Fst^ktionc» sind Korruption und Bestechung auszumerzen und dismir größere Bewegungsfreiheit zuteil werde. Dieses Ziel darf von-einen, Pflichtjjcn schassten Mitteln Zur Motivierung unserer Forderung muß nur auf die ußten Gemeindevorstande niemals vergessen werden, auch wenn die, ersten Djf[en (oiber allzubekannten Tatsachen hingewiesen werden. Heren ^Auszählung üihunge״ erfolglos waren. Dies vorausgeschickt, ist in erster Linie zu beangezeigt erscheint aber auch unzweckmäßig wäre, nachdem diese Geheim- >1. daß in aßen jüdischen Gemeinden das nissc ja öffentliche sind, - ' «Ugemeine, gleiche nnd direkte Utahirrcht Dir Fnnktinnäre der «emeinde - ibt werden^ muß. Heute — also zu einer Zeit, da mehr oder weniger deutschmüssen-nach einer'Probezeit von höchstens drei Jahren mit lyiumisiertcn'Biaber vonl den jüdischen Massen gewählt werden zu müssen, sofort stiipmtr Vorstände eiitgegengeardejsict wird. Ebenso ist jede hier- Uberält Geist des Gemeinicvorslgndes zu und erleichterte den Reichen ״chischc Gliederung nach Rangklaffen verpönt, Rur persönliche Tüchtigkeil und lelbstvsrständlichc Pflicht durch Schaffung einer Kurie, in der die mjsstnschastliche Eignung, nicht aber Titel und'Gewand,sollen dar Ansehen-der ckffnanz sich selbst wählen kann — ein Hohn aus die demokratischen Tra- F!,nklivnäre begründen, . , ׳nen unserejs Volkes Wir!verlangen, daß die Gemeinde ihr Besteucrungs- Zahl der Beamten und Funktionäre muß in •an richtiges Verhall- ... unjü d?jcheLiebesdienste an eine privilegierte ,Uni Budget gebracht werdev, damit nicht, wie dies jetzt — und zwar in ~ J " eine! gewiß einzig dastehenden Weise — dct Fall ist. dir Bean1tenma,se au, der ganzen Gemeindewirtschaft lastet. Weniger Beamte, aber bester bezahlte, damit das unwürdige Gxjchenöenehmen und Neb'enverdten en endl.ich aus höre! Vor allem aber muß schleunigst dafür ge,vrgt werden, daß der von der Gemeinde bestellte jüdische Kcligi»«*«»ter»-icht von Grund aus reformiert werde, damit auch in die schule indischer Gent einziehe, Tic Gemeinde soll ein neues , . jrtzrprngramm f r ht ausubt. ohne unjüdksche Liebesdienste an eine privilegierte st e, wir verlangen aber weiters, daß auch allen armen Jude», die nicht in!י י Lage sind, Steuer zu zahlen, das Wahlrecht .... l.. uährt werdje. Wenn jüdische Reiche sür die Gemeinde Intere^e haben, dann ,u rdrn sie aüch von den Armen gerne gewählt werden, nur müssen sic wieder '1 :! des blähen Plutes jüdisches Blut, in ihren Adern rollen fühlen, . . Die Anzahl der Vorstandsmitglieder muß in eiy richtiges Verhältnis zur '-'!nzahl der Gemrindemitglieder 'gebracht werden, es soll je ein Vorstand aus lausend männliche Gemeindeangehörige entfallen. Du׳ Wahl hat - , , . '!uh Tausendschaften und bezirksweise*«, erfolgen. Die Grundlage der.' Wf ausarbciten, das die Lernenden mit Verständnis u.sdLlebe.kur 1 «rftenrriSMg 4 ihr Volk erfaßt. Bisher war der Religionsunlerrichl. — ioweil^ vereinzelte bilde, das Einbekenntnis zur Personaleinkommenstcuer. von der entsprechende, charaktervolles Judentum aus eigene!zaust lehrten — eine Vor- Perzentjätzc fixiert wrrden. Die Einschätzung und Festlegung dieser Perzent,atze zum Abfälle, denn er tötete m den Kindern ,chkn Zu,ainmen. gr-chieht durch die sle.irk.kamWidt-«-«. ׳ , Hang mit dem jüdischen Volke. T.e heutige Austomug ״t zum großen. a,e.l a,st bie ausschließlich aus gewählten Mtgliederu bestehen;'heute wird ein Tni der bes Unrvr.chtssystem nnd d.^ GizM>l.'gke,t der G-memde zurnckzmuhren. Komniissionsmitglieder vom . Vorstände ernannt, was einem gewisten Miß- Hand in Hand mit der SeationalisierMg der Schule muß die Errichtung von