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Jüdische Volksstimme · 1902-08-01 · 13 (1.8.1902) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
III (1902-1903)
Issue
13 (1.8.1902)
Date
1902-08-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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9ir. 13!׳ Jüdische Bolksstimme daß die injüdischen Kolonisationssragcü heule maß׳ gebenden Kreise und Gesellschaften dem südafrikanischen Ardeitsmarkte ihr Augenmerk zuwenden, solange noch Zeit ist׳ Sie haben Einfluß- und Mittel zur Genüge. An Meuschenmaterial, welcher auch zur schwersten Arbeit fähig und willig ist. leidet da« jüdische" Volk keinen Mangel. , DU BtkäapfMg des MLdche»d»ndelr. Der in Pari«. tagend« internationale Kongreß zur Bekämpsunq des Mädchenhandel« hat die Ausmerkiamkeit der ganzen Welt aus «in Käpiiel gelenkt, an welchem auch die Juden in hervorragendem Maße interessiert sind. Gewiß, der aktive Anteil jüdischer Madchcnhändler an dem elenden Gewerbe läßt sich nicht leugnen, aber weil größer ist der passive Anteil, den die Juden durch die ungeheure Zahl der dem organisierten Mädchenhandel alhährlich zum C1%r fallenden Iudenmädchcn an dtescm Kapitel haben, statistische Nachforschungen toben ergeben, daß von den Mädchen fast die Hälft« au« Polen 14(1%), 14% nü« Rußland usw. sind. Polen und Rußland stellen auch da« größte Koiftingent unter Besitzer» der Freudenhäuser, die besonder« in Argentinien, Brasilien, Südasrika und in letzten Jahren auch in Japan und China viel mit!den jüdischen Mädchen au» Europa bevölkert sind.') Der in Hamburg bestehende jüdische ״Verein zu^ Bekämpfung de« Mädchenhandel«' hat statistisch nachgewiefcn. daß Russisch-Pole« jährlich HOOO-ltl büO Mädchen out den Sklavenmarkt liefxrt. Weder die Beschlüsse de- Pariser Kdngresses, noch die vom! Rabbinertage angeregten Mistel sind geeignet, dem Übel abzuhelse'n. Tn« sitzt viel!tiefer. Tie furchtbare Nsot. die in den östlichen Ländern unter den Jude» herrscht, wird allen internationalen Palliativmiilelchen zum Trotz dem raffinierten und schurkischen Mädchenagcnten seine Ware in! genügender Anzahl liefern War nützt r«, wenn die Rücksendung der üpfer iß ihre Heimat erleichtert wird-, wenn da« Verbot pes Mädchen- Iiandel« enger umschrieben und. die Wachsamkeit der Bchgrden verschärft wird? Was nützt! es, wenn der Rabbinerverband ״Sendbolinnen nach Galizizn sendet, um die dorligje Jugend mit der Arbeit vertraut zu »lachen', wenn ״er Mahnungen an-,allein reisende Mädchen unterschreibt". .Man könnte über die Naivilät und geringesoziale Einsicht der Herren Rabbjucr lachen, tioeun die Sache nicht ge r zu crnit und traurig wäre. Die mit der Bekämpsune des Mädchen- Handel» sich befassenden jüdischen Gefcllschasten, die ziativncn und Angriise auspösaunt! Wie gedrückt, Heiß, .Jewirh Assoziaiion' ip England und der genannte wie bescheiden kehren sie vom II. Radbinertage heim!! ein T Hamburger Verein, leisten gewiß, was in ihren' Kräften steht. Aber ihre segensreiche Wirksamkeit koinint nur einer kleinwinzigen Minderheit der jüdachen Mädchen, die der gewerbsmäßige» Unzucht zugcführt weichen, zustatten. Tausends und Tausende lallen, gleichwohl dem Verderben anheim. Solange d,c jüdischen Massen im Lsien in Rot, Schmutz und Elend zugrunde gehen und dahinsicchen. ist an eine jvirkiame Bekämpfung de« Mädchenhandel? dort nicht zu denken. Ta Hilst nur Ane Radikalkur, die ' Lie T-Ie» sind dem Rekeraie eMnommen, welche« Aaddiiier Tr. Roienat, Bremen, au« den!!>tndd>»eri-jie in ,V.anffnrt itb'er diele« Thema erstanei Hai. Seite 3 gehörig unterrichtet sein soll und daß dem Parteitage ein klare« Bild desien vorqelegt werde, was wir tätsächlich 1m letzten Jahre für unsere Sache l geleistet haben.!. Im Nachfolgenden wollen wir Ein« näher defassen mit den nächsten Einrichtungen, zu deren Realisierung wir in erster Reihe zu schreiten haben. Vor allem wenden wir un» derjenigen Arbeit zu, die in organisatorischer und agitatorischer Richtungeinzuleilcn. wäre An die Spitze derselben stelle -.ch Alien? ״Ja,' antwortet Red Schelauino nul einem Leuszcr, ״da« 'Unglück dabei ist, dcß man mit der Zeit überhaupt! an den Brillanten vergessen!" Einer ist! plötzlich gestorben und hatte keine Zeit, ein Vrrrnächtnis zu hinterlasse 1^.. . Tann hat Hinuderlcitung der physisch und moralisch verkaminenden ältlichen Lustmenichen in freie« Gebiet und die schanung menschenwürdiger Daseinsdedingungcn. ז*?4ג ^dbluenag >« DutschjMd. Tex veruchligte Bannfluch, den in protziger llberhebunb deut,chc Protcstrabbiner im Jahre 1897 gegen deü Zionismus geschleudert haben, ist noch in aller Erinncrung. Sie heimsen jetzt die Ernte ein, die gar lchwach ausgefallen ist. ’ Ter donnernde Protest, die-jitiliche Prostitution,'K, der sich Rabbiner her... ״«״״,״״ ״״ , ® ■ m;4,° * 3* die zionistische Bewegung al« staatsdie Statistik de« jüdischen Bol.ke«. kelndlich ynd unjüdisch denunzierten, hat nichts ge-; Tic Bedeutung und° den Wert derselben kenn- Mchtet. Ter zweite Rabbincrtag, der im Monate, zeichnen am vortrefflichsten die Worte unseres gcisttqcn Jul, zu Frankfurt a. M. srattsand, hat bewiesen,! Führers Nord au: ״Eine strenge statistische Durchdag ihr anmaßende« Anatcma ein Schlag in« Wasser - sorschung des jüdischen Volker ist eine allererste Notgeweien. Dieselben Herren, die noch vor wenigen \ wendigkeil für die zionistische Bewegung. Ern sie Jahren als unumschränkte Beherrscher de« Rabbiner-s wird dieser Bewegung eine scsie Grundlage geben tage« diesem einen Protest ausoctroyiercn konnten/und sic aus der Sphäre de« Gefühle« in die der der Zur alle Zeiten ein beschämendes Dokument de«-nüchtern praktischen- AuSbau-Arbcit herüderlciten. volksseindlichen Treibens, der.Kurzsichtigkeit und Ber- Tie Heuchler und Schwätzer, die von der ״Mission Itä1,!>ni^[0jiqfeitmodernerAiiimilalionerabbinerbleibt. de« Judentums unter den Völkern' faseln, brauchen dieselben Herren, die von der sicheren und geschützten! sich um jüdische Statistik nicht zu kümmern. Sic stätle der Kanzel herab die Synagogenbesuchcr mit! wissen vom Judentum genug, wenn sie wissen,' wie anlizivnislischen Brand- und Hetzreden behelligen,! viel Gehalt sic beziehen und wie viel reiche Leute die Tapferen verhinderten aus dem letzten Rabbiner-' sic noch in ihrer Gemeinde haben. Wir müssen mehr tage die Teballe über den Zionismu« mit allen j wissen. Wir müsien zuverlässig erfahren. wie das Mitteln der Eloiurc. Mut und Offenheit waren Volksmatcrial beschauen in, womit wir zu arbeiten niemals di« starke Seite der Protestler. Aber vor, haben werden. Wir brauchen eine genaue anlhroeiner Minorität zionistischer.Rabbiner jo jämmerlich! pologiiche,.biologische, ökonomische lind intellektuelle auszükneiscn und die Angst vor eincr Zionistcndc- Statistik des indischen Volke«. Wiz' müsien zahlenbatte so ungeniert zur Schau zu tragen — da« in! mäßige Antworten aus die Fragen haben: Wie in ein -'-‘■"-1 * - ••׳--־•!-- ־ -י--י.־'־ ' ־־ — “ — von krümmen, der Tagesordnung der Rabbinertage.nicht verschwinden i zisier? Welche in seine Lebensdauer? An welchen. Ja. noch mshr! Tie Rabbinerversammlungcn werden i Krankheiten stirbt es? Welche» in seine Eheschließung«- bald unter seinem Zeichen tagen. Tic Protenrabbincr ziiser? Welches seine Kinderzahl? Wie viel Verbrecher, sind, wenn dar moralische Tebaclc der'Assimilation Irrsinnige, Taubstüinme. Krüppel, Blinde, Epileptiker offenkundig und da« Maß ihrer nationalen Sünden /zählt da« jüdische Volk? Hat er seine eigentümliche voll sein wird, als tonangebende Pattci im Rabbiner- Kriminalität, Und welcher Art ist sic? Wieviel verbände unrettbar verloren So sonnenklar trat ihre Juden sind Stadt- und wie viel Landdewohizer? ganze Ohnmacht und Unfähigkeit noch selten zutage Welchen Beschäftigungen geht das jüdische Volk nach? al« bei der Bekämpfung de« Zionismus. Zu ihrem Wie arbeitet, was erwirbt, was besitzt es? Was ißt Schrecken und Schmerze müssen sie es-erleben, daß^und trinkt er? Wie wohnt ^es? Wie kjeidet es sich? der Zionismus, vor dem sie ihre Gläubigen de- Wie viel gibt cs von seinem Einkommen für Erwahren wollten, immer mehr ihre eigenen Reihen nährung. Bekleidung, Wohnung, ge,st,qc Bedürfnisse durchdriUgt. Wie siegessicher, wie kategorisch haben au«? All das muß man wisien, wenn man ein sie in ihrem Anatema ihre zionSseindlichcn Tcuun- Volk wirklich kennen will. Solange mqn es nicht '!,ist alle«, war man für das Volk tun will. Tappen im Tunkcln. ist alle«, war man über ' dieser Volk -sagt, bestenfalls Lyrik, schlimmstenialls Uber die niichäen Aufgaben der le״es «״״*׳j״ *״יי*״*® «9״« ,!f. f. vollem Recht: ״Wenn ich das heutige Verhältnis . HUMUM lUrgantlattOnm. zwischen dem näch Erlösung drängendem jüdischen Kererui, eriianel am II. öftere. Aioniftentaae IN Lielii! Volke und den Tatsachen, die seine Erlösung beron Tr. ruSn-ia >S«Ibu>asier, Krakan dingen, in einem Bilde darstellen soll, so möchte ich In der Entwicklungslinic der zionistischen Besagen: Ta sitzt jemand einem anderen gegenüber, wcgung können wir einige charakteristische Phasen von dem sein Schicksal obhängt, ist bemüht, aber mahznehmen. Zuerst sahen' wir diesen intuitiven, außerstande, in dem Gesicht be« Schweigenden zu philanthropischen den s. g. praktischen Zionismus, der! lesen, hie und da glaubt er schon die Züge cnz zwei Richtungen anerkannte: l. da« lokale ünd > ziijern zu könnncn. Im nächsten Augenblicke in 2. erotische Programm. Tiefe Periode hat keine großen, wieder alles stumm. Wieder Zweisel, Nichtwissen, Resultate auiziiweisen d,S züm Austritte Herz l « Chaos! Warum sprich» er nicht, fragt er nicht? und Nor da us und dis zur Schaffung und Ein- Vielleicht in c« ihm verboten? Aber ein Volk darf derusung der Kongresse. doch - in jedem Falle fragen. Muß es! . Trägheit Ter vorjährige Llmiitzcr Parteitag formulierte. und Furcht dürfen ihm nicht die Zunge binden. Es. >m Einklänge mit dem betreffenden Kongreßbeichlusse gibt ja kein anderes Auskunstsmitlel als Frage- und bei Festhaltung an dem Endziele unserer Be-, Statistik.' _ . sticbungen das Gegenwart-Programm, Diese Beweggründe waren auch ausschlaggebend welche« wir nicht nur vor Augen zu Hallen, sondern bei der Errichtung einer Bureau« für Statistik des auch — und das ist der Schwerpunkt der Sache jüdischen Volke» -in Berlin Wir gestehen:״. T:c zu verwirklichen haben. Ter Plan des großartigen i Turchführung dieses Werke», ist überaus schwierig Baues zur Ausrüstung des jüdischen Volke« in der und langwierig; wir sind ,a nur aus guten Willen Red Schelaumo versinkt eine Meile in Nach dcnken, zichf seine silberne Tabakdose, klapst sic »nd nimmt eine Prise daraus. . Wir, die wir schon lange an die Nußbeugel v.rgcsfcn haben, und während der! Erzählung den Atem zurükkliielten. atmeten tief auf1 und einer aus dem Kreise der Zuhörer Red Schelaumos fragte: ״Warum sckwcigt der, der von dem Brillanten weiß, und sristct nicht Frieden zwischen den Jungen und. x^p^a vöHr Rückkehr in« Ächienland ist fertig,! und sreiwillige'Ansikengungcn angewiesen. Ader wir n ־ jetzt heißt cs, denselben aussührcn. Ein Jahr Ermüssen wollen. fahrung liegt hinter uns; diese lehrt, daß wir doch Tie Ausführung dieses Punkte« denke ich^mir nicht jo in eincmmale da« so ungeheuere Material, so: Jeder Verein — und wenn an einem Lrte welches >m Gcgenwartsprogramm feffgelcgt wurde, mehrere Vereine bestehen — der Vercinsverband zu bewäUiqcn vermögen; vielmehr müsien wir. um wählt auH,seiner Mitte ezne 5bi« wgliedrige einen Schritt vorwärts zu kommen, darüber einig > Kommission. Natürlich werden^»ur solche gewählt, .einer seinem eigenen Vater nicht geglsiubt und ieincin zunächst zu tun ist. Es handelt sich die tatsächlich arbeiten .wollen. Sodann wird die eigenen Kinde nicht« vorlügen gewollt. ..!jomil um das Minimalprogramm der Judcngemcindc territorial cingcteilt und für ein jedes Genug, den Brillanten hatte mb» vergessen und nächsten Perwaklungs-Perivbe, das,ist dis Quartal ein gewisser Teil in Ausuchl genommen Alte und Junge schlagen sich noch immer über den zur Einberufung der nächsten Parteitag.-«. WH. Und dann Hein« es. langiam. aber .,rel« be'chanigt Steinen / ״!müssen asio sehr bescheiden sein, aber das, was wir ,ein. Nach Ablam von 3 Monaten geht der Ber,chi .Energie in Tal an dar Tisirikis-.Komiiee, durch d1e>cs an das.Landes Arbeit muß einheitlich sein und da Bcrljner Bureau —. eventuell Die- Fch»- / - ־ j [jer mit uns Zusammengehen will, als wiihrer Kamps- ,siliale in Wien das notige Materin%zur Ber ־״t *4“ ״״;״״*־־ *r עמי»«»» ■s׳ä s vxist -^^ichen rult er. ״nach Hau,e. »S graut aher sit g »ne auch muß von den zionistischen Vereinen, reip. von den . 1 ,!,i,desko»»1ee immer über den Gangs der Tinge - izu wählenden Kommissionen gelemet, werden. lttnen. ן! munen app feqr Deiajaoen!ein, aotr du«, »uu« wn r- .׳*uu# Reb Schelaumo hatte qeendigt- Und wir nagten verlangen. Auv mit aller Ärafr uyd lFnergie in ^.at an da- Tistrins^ ns: Wer äst der Brillant1-' '»,nqcsetzt werden. Tie-Forderungen, die wir jetzt Komitee. Die A Und wir rieten: Das wiizzige Wörtchen Jud? ffe,len. sind obligatorischer Natur und es dar! mcmand.! wird uns dar 4 schon der Tag!' Gedenket des Pressfondes!

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