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Jüdische Volksstimme · 1902-08-01 · 13 (1.8.1902) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
III (1902-1903)
Issue
13 (1.8.1902)
Date
1902-08-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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eeite 2 ii'tjr einfachen Grunde, Ich, bicli mich nur für kurze ,'feit in•;Humanic!! auf, könnt! daher die Verant worlung für eventuelles Blutv uehiucii. Wäre ich fiändig in und hätte ich alio die Moglichke mejne«. Handeln« ickbfl atlf Erden würde mich u. Aüdische Bolksftiinme;rgfeßen nicht über- Rumänien feßhast; > gedadl, die Folge» zu tragen 1 keine Gewalt bewogen haben, von der und Pflichten als französischer Bürger wahrzunchmen wissen. Unier Minister de« Äußern, Herr Telcaffe, wird von mir benachrichtigt werde», wie man im .!!önigrciche Rumänien einen fremden, in dessen Vaterland die Rumänen allen gesetzlichen j astika jetzt l errfchenden Arbeit«-und Lohnverhältniffe Schutz gcbiesien, behandelt, wie im .Königreiche Rujrtr Verkennung der wahren Bedeutung der Auswanmämen die Behörden da« international» Recht zu '״ *“*“* ' ־'־־* .!tonserenz scrnzubleiben. Meine Eigenschaft als Fremder zwang mich also, dem Drucke keinen Wider- : stand enlgegcnzujetzen. Ich sagte mithin zu und zwar natürlich in der Hpünung, d>iß nun die Behörden befriedig! sein und'• mich nicht weiter behelligen - werden. Doch wieder kam er anders. Bar dem Haüß^mewes Freundes, dessen Gast'! 1.11 war, sammelte sich inzwischen ine Menge der;verfolgten Juden wieder an. Um kein Aussehen zu ׳ erregen, verlies; ich durch eine Seitentür unbemerkt > dar Haus und begab mich in mein Hotel. Dort! errubr sch nun folgendes'; Die Studenten hatten in-f •zwischen ihr Proteflmecung gehalten. Dort wurde; gegen mich haranguien, zündende Schlagworte wurden in die Menge geworfen, der StraßenplebS wurde auigercizl, sich gegen mein Hotel zu wenden So. west wollte es die Polizei denn doch nicht -kommen lassen. Die Behörde überlegte sich wohl. . das, sie für meine Sicherhell eine schwere. Berant-' worlnng zu tragen bade. Die.Bukaresler Poltzisic» haben zwar Flugblätter gegen mich verteilt, aber :rar dein »siedanken, Dafi.bn mit ihrer Hilfe ausge- •betzte Menge sich an mir vergreisen konnte, schaudenen die rumänischen Beborden doch zurück/ Man, vergreist sich - nicht ungesirait an einem Bürger der siguzowchen Republik. das werden wohl die Herren Eich in letzter Siunde gesiigl haben. So wurde denn die Straße zu meine», Hoiel von der iäendarmerie ׳ abgeiperrt und d:e .,vhlenden .!iuauel ״iusiieir un-, •oerrichliler Dinge abzieben. Um doch elwas T ü r iu heilig e Sa e getanen haben, wen- -d.ten ׳ich die- Herren Studenten gegen; das Iud c n v i e r r e l, zogen die Menge mit; ׳ ßU>,-mi d man v iu nd. r!e luöliche Gi'ichätls׳, Jade,!. dainil de'r Dag nicht ganz per .-ren. gehe. . - . - Diesi• Sacbstig! ,rkeuiiend und wohl begreifend, das; meine Studienrepsi den ohnedies gehetzlen un-, verfolgten Bolksgenvffen nur noch mehr Schmerzen s ';;»d Bedrückuog verursache״ kdiinie, beschloß ich dann t , abzuöeiien. Aus die •Nachricht von »!einer Abrev'es siand die ülIloie Menge der Jude» IN den Slraßen.; ' Die Menge zählt» nach Zehntäuieuden Tränenden Auges miutnil^mir diese Äermile» der Armen Ab-•; sitned zu. Ick! reisie ab. . .zu de» Siaiwitt«, wo der Eivreßzuq auhali,; .!amen; immer wieder Menschenmenge». Bergede»«! hauen die indischen Noiabcln aus Bukarest nach, diesen ' Lrlen telegraphier», das! die jüdische Bevblj -׳ Inuug »n eigenen Interesse!ich bei meiner Tuichsiihrl Nicht zeigen möge. In Puesli und in Eraiova. wo der Zug anhiell. wären die Bahnhöfe von un- 1 a b> eh baren Mengen dich! gesülli, die mir durch ihren ^Boßen •Anblick ihr iurchlbares Elandckekunden wollien. ,Mit Schaudern denke ich an die Erlebnisse. öelbsivernändlich lasse ich die Sache•• nichl ' au! sich beruhen und werde in Paris meint Rechte Den >!uß aus die Augen hält datz junge Weib! iur eine Belohnung chrer Güte lind Frommigken - llüü wenn sie.nach einem X»iie au! die Äugen »er-' laug!, leg! sie noch einen Sie!» dazu. . . ן tut er es nicht,, dann benetzen fzch ihre. Augen - »;11 Tränen! 'V ן Das Ehepaar baire atinder, einen Jungen und; , ein Mädchen Das• Mädche» verwunden -nichts aus der Welt, sie •fragt nicht und tut wie Bfc Mutter. Die Mutter legt große, die kleine Tochter kleine, Steine hin, und ml! ledem Tage wächst die Zahl der Steine. ' Ter Sohn iit schon klüger und fragt: ״Was bedeutet darr" ן . ־ ,Sleine," aniwonet die Mutier, siolz, als! wüßte sie, Gon weiß was ״bringen Gluck!" I ,Wiesosragl verwunden der Stleine ״war beißt Gluck bringen? Berdienl man damit einmal, mebr, ^ils man arbeim?" Dar versieln die Mutter schon »ich!. ' ״,Trag den Baker," sag! sie. ,Wenn du allersein toirii," aniwsrtel der Baten, ,wirst du das,auch verstehen," lind als der Junge herangewachsin, ha erosinetc ihm der Baler. das Geheimnis von dem; Brillanten i Und io geschah'« eine Reihe von Geichlcchlern i hindurch Einer iiberlieferte dem anderen da» Ge- heimnis. Und in jeder Gencraiion wüßte einer; handhaben sich unterstehen.!:יד Nr. 43 astika hincewiesen. welche« den emigrierenden Juden erösinet wu de. Die Meinungen über de» Wert und die Aussicht!n einer solchen Judenauswanderung sind geteilt und » scheint, daß die Unkenntnis der in Süd < .ZJ- /* l ttnh dererfrage is! Südafrika gesührt hat. Es ist unter allen Umsiänd« Pflicht der Zionisten, dem südafrikanischen EmigratiovSplatz vollste Aufmerksamkeit zu schenken. SIVKirtit i ES wäre ,ein engherziger Standpunkt, über dergleichen EsblttOsUlüttä.!unter den Gesichtspunkt der GcgenwartSaufgaben ^81•. Chcodor kferrl vor der?remdenelnw-in-! fallende ,Tragen und Aktionen eivfach mit Rücksicht derungr-Uommilllon In London, In der zioniflii,ins da« palästinensische StolonisationSprojekl hinweg scheu Pzesie und in e zionistischen Beriammlungen , ^gehen Bei der Dtzennialseier der Makkabäer wurde schon vor Jahren daraus hingewiesen, dapAchh jn I London jagte ,Lberft G oldsmid; in Englandein« Bewegung im Wachsen begrissen; M״n wird vielleicht fragen, wie ich, der ich ein sei, welche die *Einschränkung der. Fremdcneinwan-, ausgesprochener Zionist bin, mit ausgesprochenen, derung nach England bezwecke Die Anlialieniften- Glauben »n die Bcrwirllichung der Zionismus, siromung zählt heule in allen Schichten der engkomme, von der ätolonijation. in anderen lische» Bevölkerung »nd besonders in parlamenla- «ä,,1>crn zju sprechen. Eben weil ich ein Zionist bin, rischen sireiien zadlreiche und eiirige Anbänger ,hue ich •eS," TaS Projekt der Ansiedlung jüdischer Sie knupit an die Indeusrage der osilichen!!ander ■Jirbciter in Südafrika verdient ohne Zweifel ernüe iminitlclbar an und in in erster Linie gegen das Beachtung seitens aller, die sich jür die Kolonisguon massenhait einwanvernüe östliche Iudcnproletanat > tz״ Inden interessieren. Gg. Alerander HauS m ann gerickitct, ivelch^s den einheimischen Arbeitern sehr fühlbare Konkurrenz macht »und dessen Zahl-täglich zunimnil. Gegen den Strom von rümänlichen und russisch polnischen Juden, welche aus den elendsten Lebens- und Arbeiisverhäliniiien in zWfenl h>lt im Junihcflc der Berliner MonatSschriit ,Sst und Weil" in einem ausführlichen Artikel die AnsiedlungSmöglichkeit in Südafrika nachgewieien und die Boden-, Beuolkerungs- .und klimatischen annehmbare! B,-rhält»iise dorlselbit genau klar'gelcgt. Sie können Lohnverhälinisie aufiteiqend als Lohndrücker und ^unüig bezeichnet werden. Auch in der ,Liier überaus billige Arbeiirkräite den Arbeilsmarkl über- ] rcidjifc^ct Wochenschrift" wurde für die Aurwanfluten, foll ein Tamm errichtet werden. Wenn >» dcrung nach Transvaal Propaganda gemacht. In England, welchem der nenzcilliche Antisimiüsmus letzte r Nummer nun warnt ein Herr Eduard bisher völlig iremd geblieben ist, die ersten Anzetchen Glaser AuisichtSrat einer österr-ungar. Untereiner anlisemiliichen Strömung deutlich »ero^nreien, nchmuna in Südafrika, vor dem Plane -und beruft so verdankt diese nur^ jener wirtichailllchen Trage aui private Berichte. Er ist demgegenüber inlerihre• Enlitehung Die Frage deichäilig ieil Monaten cfjanf u id erwähnenswert, was die ,Franksukter die oiiemliche Meinung in England, große Mecnngs Zcining• am 17. Juli d, I. in einem ,Die. Arbeit»- mit sude,,feindlichen Reden haben ihr gegolten, der ^age in- Transvaal"• betitelten Artikel mitteilt. Sie Rus nach einer. Beschränkung der Einwabdernng; bringt z,nächst über den Mangel an eingebornen erscholl immer lauiee. Das engliicheiPärlaiuenl dal 4,b״e״a beiiern in Südafrika Tariegnngen,eines ausnun zu»,' Llndium der Einwanderutzgsirage eine. ,^;c,ch״nen airilan,scheu Staatsmannes und Kenners >tommii,io11 eingeietzl, vor welcher girch Tr Her.zl•^ asr kanische» Berhaltiiifse". Die ,Frkf. Zeilung•• als der Tührer der Zionisten erschien; um den zioreprodu 1ert ferner Ausführungen der ,Morning Poii" niflijchen Slandpunkl zu vräzisiere». Die ״Well" ״, Lond-n über die Aussichten der weißen Arbeilcr in bringt in Nummer 2* und d. I. H erzls l ^ransv ml. Demnach erfolgt ihr Engagement auf Auslagen vor der giommifsion Tic schivarze Wolke, M> naie, die ztündigungrftisi beträgt 8 Tage und welche im L-sien aüiiiciqt, die Lage der Juden in! ertcflctt nur, wenn die Dienste nicht befriedigen. .Tic de» osilichen Ländern, der Wert des-Wohttäligkclts-;Arbeite verdienen Shilling pro Tag bei fteicr insiems der, re,che» Jude״, der Mißeriolg der ar> «0ft u tö Logis oder, wenn sie Wohnung, und Be genliniichen .,!vloniialion siehe,!!»1 Bordergrnnde > kosiigu! g ielbii übernehmen, 9 Shilling pro Tag der Diskussion. Die Noiwendigkelt der^zionisiischeu Der «• deitermaugel ist sehr bedeutend, eine Löhner- Bewegung nach -ihrer ökonomischen Leite hin >si' hbhunc wird wahrscheinlich eintrcten müssen. Rach ,ml einer AnichapliLkeil und Gnindlichkeit dargelan.. oi! ziellen Mitteilungen des Burtaus in Johannes daß nur cm Jude, der jede^ -Inleresie für judliche! z,9 ,״< ״ ^״. Juli 1902 hat die Zahl der eingeborenen ,rrageu und stdes >»efudl iür fi'Siiche Rot ciugebüßt; Anbhit! r im Monäte Juni stark abgenommen, da bgt. aus die ,!rage, wobin der Auswaudernngsstrom l g ,s7! angeworben iverden konnten. Bor dem östlicher .mde» zu lenken, wie und wo ein großes! i/lSn im Lande 98.000 Eingeborene bejchä'ug: l«d»lche» Zentrum zu ,chanen die Antwort: vjor drei Monaten ha t die Z ahl 27 OMI schuldig bleiben kann betrag;», jetzt sei sie 37,000. Au» den angeführten Die Tkuswäncletüng nach Lsänrvääl. Seit: Ziffer , die als durchaus verläßlich bezeichnet werden Beendigung der sudairilani'chen Hueqes wurde zu! könne!, gehl hervor, daß die Lojhnverhältnisie in wiederholieinalen in jüdischen ,-jeitungen aus ein, Süda rikg nicht ungünstig sind und daß ein starker neues Ä us w a n d er un gs gebie l in Süd- Mancel an Arbeitern herrscht. Es ist zu wünschen. vö» dem Brillailien,. die anderen glaubten nur, daß Mu'idm'uu’ Gluck bringen »nd je mehr Sleine, deiio größer das Glück und sie sammelten .!tieielsieine ' Tic Rachdarn icbauen uyd wundern sich Tie einen lachten, die andern spotteten im Stillen, die dritten wieder hegten Ehrjurchl vor den alten Gebräuchen, die ihnen schon mir der Geburt Milüberliefert wurden. Manche glaubten, daß die Steine aus der Zeit herrührten, da die Engel auf die Leiter stiegen und aus die Menschen herabsahen. Ein Teil der Rachdarn glaubte der ffamilie einen Liebesdienst zu tun und sammelte aus Freundichast Steine vom Wege und warf sie in den Darren, hinein.! Jn der Tanulie selbst mar. das Steinewerssn eine Sitte geworden, ein heiliger Brauch, eine An ,Ahnenkult", Junge Leute protestierten, alte widerstrebten und verharrten hartnäckig dabei. Junge Leute hielten Reden gegen die Sleine, Sie Alten sagten: ,Wie unsere Bäter getan, so wollen auch wir tun, ,." .Unsere Vorjahren wgren klüger als wir und warfen Steine, also'muß .cs sein," ,Wir wollen nicht unsere Well verbessern, überliefern wollen wir sie. Ei» tüchtiges Roß geht auch ten fchmalsten Weg und bricht sich nichl die Beme." Und noch manche solche Reden und kluge Sprichwörter, auf denen die Welt beruht, das heißt isnsere meiffchliche Welt. Und wenn ei» junger Mann sich erfrecht, elwas dageg die n zu tun, dann «erden die Allen zerbreclien 'ier, die klüger sein wollen als die Hühn.r!" ,, lnd alljährlich scheiden junge Leute mit Traisin n den Augen von dem allen Hause,-von der alten TvarrttLie und gehen Arbeit suche» hinaus in die } remde, eisen Brot von fremden Händen, nach tigcn unter fremdem Dache, vergessen ganz aus ״Bet •n". Daheim ist'« nicht mehr auszuhaltcn, Ter Steinehaufen, wächst von Tag zu Tag. Er t reitet sich aus, mit jedem Tage rückt er »aber an d >s Haus heran. Mit der Zeit haben die heiligen' Steine T»r und Fenster verrammelt. ,Es schadet nicht," sagte man. Und man stellte eine Leiter aus und!red, durch den Stamm fus Hau« hinein. nick Es fehlte an Luft. Stein Unglück, wo inan LN nich weg Und das Leben stirbt da langsam! aus. stein zum säen, kein Feld zum ackern, lauter Sterne,;s als steine. Laßt doch," rufen die Junge», ,die Ll-eiue charren. Sollen sie bi« in den Himmel hineinwachsen, nur weniger Erde sortnehmcn! Zum Bedau n soll Play geschaffen werden, zuck ackern und säen." ■. I , Freidenker ei!" schreien die Allen. ,Nur über unftre Leichen führt euch der Weg• zu de? Steinen . " t

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