Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- III (1902-1903)
- Issue
- 13 (1.8.1902)
- Date
- 1902-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Bezugspreise. fir ösicrreich-UngaH^* idbiiiliriil . /> - 2l> ,«»!!»!">!> - 1'־ י*• -; ja(!. l;״f(,nfcn»nnn. lir das Ausland liibTniina - 1' - .',11 ger,jnl1ri!| . H (fin^rl ifinnuirr II, h.j jüdische Redaktion Administration Svitnn Hrau1«arut lir. 11. Sic .,I1id.?!o»ss1i1nu1k" cricbcuu am t 11119 l.'i. eines jede» Mouates. Inserat« werde» dilkigi'i.drreckiiiei HZ. Iayrgang. Wrünn, l. August 1902. ürriiharö Tojfirf fitirr feine (frföl)׳""'- 1י*“" ־al «1« B0IHii$e, ionöern eine abgehärmten, zu Tode gehetzten Bevölkerung mit rnnimt in »nittntti.a rem wirtschastlichc ,nage > eigenen Äugen zu sehen. Doch das währte nicht tlt itttntQfUCR‘! $*on Czcrnowty tillS yieng mein Weg nach 'Rumänien. Ich sollte eigentlich: unser Weg sagen. ' um d^.sLli^^sLaf^"'' ^n-!den^^.t^'^L^^« 01\ •״gl!י 0",“»ל?!‘,!!!״°_! polijificn mit, die ,edcn meiner Schritte bewachten J C f2™4 1!״ir* ,mmitMti®'^•*L®“! ״"b mich, wie er die irländischen Polizisten in und tuimaniens durch unmittelbaren Augen,che.n; der großen Boykott-Eauwägne zu tun hegten. lange. Die rumänischen Behörden sahen mein Erscheinen mit scheelen. Blicken an und al« Fremder mußte ich erfahren; daß die rumänischen Behörden nicht nur die Meilschcnrechte der eigenen Inden, sondern auch dar Gastrecht einem fremden Euro- •Ä AJ4 ״'י •SAMtf “vF־M ׳», זז=: - SÄ XÄ-a... ״־. •Srtrwyras ״ «״»--« <« --»»------ •» «אZ, srrä tcitmerting zu ericheinen und wenn er sein muß. schoiiungen liegen, und auf welchem Wege diesem Uebelsiandc, welcher - allen Errungenschaften der modernen Menschlichkeit Hohn spricht, ein Ende gemack! werden könnte. Mein zweiter Gesichtspunkt war der, daß dieses jüdische Proletariat durch dar Elend aus seinem ursprünglichen Wohnorte vertrieben und in die weite Welt hinausgcschlcudkrt wird, um dann in fremden Ländern nicht nur sein '-Elend, sondern auch seine unglaubliche Bedürfnislosigkeit und in Verbindung hiermit seine geringen Lohnan spräche mitzubrinzen. Er ist mithin eine Frage der Ar». lerlöhne, also eine durchaus moderne, soziolo- יג״זן< Frage zugleich. Um all dies an Lrl und Stelle zu studieren, rciüe ich vorerst nach Galizien. Tort verbrachte ich zwei Wochen; unbehelligt von den Behörden konnte ü!> »!einen Studien obliegen und sehr viel wertvoll r Material sammeln. Meine Erfahrungen konzciiiiierten sich dahin, daß die galizischen Juden, jm. Vollbesitze ihrer politischen Rechte, sehr viel Elend erdulden müssen. Dies ist jedoch keine kon- JeuiffeLo in. Der Brillant.*( Aus 60m ^üöiscbon ron €.!0 יי r c Übersetzt ron ^osei!Neisl. * abgehärmten Ge,lch1ern.?ehre Verzweiflung >s, mi-f haben mir versichert, daß diese« erbärmliche Pan,- bcschreiblich. Ter bloße Umstand, daß ein Fremder l pt)[et von Polizisten in Uniform vertrcnei wurde: ,ich für ״e intcrciiiere. ersülltc ,,e mit ftcudigen die Universitäts-Studenten Hanen also nur die Hosinungen, die leider -nur sehr wenig Begründung! Fnmia hergegeden. - haben konnten. Immerhin war er für mich ein Tr»,,! Doch er kam noch schlimmer. Ich dejeunicric si^ durchmein bloßes Erscheinen trösten zu köniwn. | bei einem Freunde, als dort zwei Abgesandte der . Von da ging ich nach Bukarest. Tort gihg! höchsten Behörde erschienen, die im Raufen der letzer bereits stürmischer her. Tar Hotel, in welchen; tcrcn den Wunsch äußerten, daß ich--dcr für diesen ich abgeiiiegen war, wurde bald von Tausenden der Tag einbcruscncn Versammlung nicht anwohnen solle. Ich war im ersten Augenblicke verdutzt über durch da« Fremdengejetz betrogenen Juden umringt. Tic- Menge kam an mich heran, klagte, seufzte und rang die Hände, Ter Refrain war immer: ,Wir sind arbeitslos: in jedem Augenblick kann uns das Schicksal ereilen, mit Kind und Kegel aurgewiesen zu werden. Man läßt uns verhungern, man gibt uns keine Arbeit! man verjagt un» von der diese« Ansinnen. Wie? Die in Pan« lebenden rumanischen Studenten können dort srank und frei Beratungen abhallen, deren Spitze 1Ä beispielsweise gegen Ungarn richtet, und sie werden pon niemanden behelligt. Und ich sollte al« Franzose in Bukarest nicht dasselbe Recht in Anspruch nehmen dürfen, welche« seilen« der französischen Behörden den in Scholle, wo unsere Wiege stand und wo-Frankreich anwesenden Rumänen in liberalster Weistj unsere Väter begraben liegen." Auch hier einqcräumt wird? Doch nach kurzem Besinnen ent- . besuchte ich die Schulen und Hospitäler. Auch hier schied ich mich, dem Wunsche der Behörde, der ,a ging ich im Iudcnviertel von Straße zu Strimc. eigentlich kein Wun'ch, sondern ein rechtswidriger von Hau« zu Hau«, um den Zustand dieser elenden, Befehl war. Folge zu leisten, und zwar au« einem . Er kehrt zurück den Weg zur Kolonie und vc»! Aber sic liebt ihren Mann und hält ihn für!gräbt den Stein in der Erde, im Gcmüicgärtchenklug und ehrlich. Und wie eben eine Jüdin!!vor dem Hause. ' Eine echte Jüdin in immer zufrieden, wenn sic nur ו Als Erkennungszeichen legt er aüs den Platz I an etwa« glauben kann -■־ an etwas Wunderbares, einen Kieselstein, einen schweren Kieselstein, um den an ein Zeichen von. oben. .. Und lange zu überlegen, dar vermag sic nicht. Tar Gärtchen muß besäet werden! Sie folgt und geht ihren Geschäften nach. , Am nächsten Tage bemerkt der Mann zwei Steine im Garten. .War soll daK>bedculen? War will der zweite- Stein?" fragt er: Und sein Weib blickt, ihn schelmisch an. Tar junge 'Weid Halle, bei Rächt schlecht geschlafen, der Mond hatte so sonderbar durch die Fensterläden hineingeschienen... er ward ihr enge, cs ward ihr bange ums Herz... eine ungcwpsc Furcht übcrkam sie. . . ,. Er erschrickt. ' ' Ten Mann wollte sic nicht wecken, sic über- .Gott behüte!" ruft er-au«, ״rühr' nickt an dem Stein." ,Weshalb?" .Er ist ein heiliger Stein! Sr bringt Glück und Es lebte einst ein Kolonist. Fremd war er in seinem Torfs; er hielt er niemand und keiner kümmerte, sich um ihn. Er redete eine fremde Sprache, seiner hersianö keiner gab sich die Mühe, ihn zu verstehen: Einmal fand er, der Kolonist, einen Brillanten. Glii verstand er sich aus solche Tinge; nicht. Dumm wo: er schließlich nicht und verschleudert hätte er den kostbaren Stein auch nicht. Gott, wie er leuchtet und blitzt; Wird man e« gewahr, wird man ihn gleich in der -rsten Rächt überfallen, die Fenster' einichlagen, und ihm Edelstein und Leben rauben! . Verwahren muß man den Stein. deinem Weib wird er von dem jBriUantfn kein ^-1rvt sagen. Er liebt sic, aber sie ist eine Jüdin, «n. echte Jüdin — lange Haare, furjtr Verstand; fit möchi'r nicht bei sich behalten köitncn. Crt gleich zu finden, bis bessere Zeiten kommen, wo nicht mehr Reid und Feindschaft zwischen Rachbarn, besonder« gegen Fremde herrschen werden; dann wird er ^vissen^ wo er nach dem Edelsteine zu graben, wo er ihn zu suchen hat Tann soll er funkeln ünd blitzen in dem schönen. Hellen Tageslichte! Einnial bcmcrkle sein junge« Weib des Stein. E« tat ihr leid um das Stückchen Erde, das der ,Kieselstein bedeckte... An seiner Stelle könnte Nne klone wachsen — eine Zwiebel, eine Gurke... Schab' Tonne, dachte«. Er muß teuer fein, m.ndei. wie!darum! Allein den schweren I-in '"^nehmen. e»> Azur. Aber mit einem kostbares Steineunter - war zu '-Hw,mg. ue ruft den Mann zu ■Otlee. srcmden Leuten ist-man seines Lebens nicht sicher! ‘ , > Tier Erzählung ist dem giitlus .f>!eb -teionmo» ariatiiingen". entnommen, kleine <Seschichkeu, die Aeb §che larao un nreundeokeeii! er,»HI,. Wohl ein, der geistreichnen - . llm ״jnnfn »nf 0::1 lieksten empfunbenen ist die hier iibüievie Sr,°b»,ng. doch ein Lächeln Ipiclt um ,eine Rippen .Er ist ein heiliger Stein! regen." legte, still stand sie aus vom Bette, schlich sich leise au» der Stube und legte-eioch einen Stein dazu. . . Er beruhigte, sie. — . ,Toppest genäht." schmeichelte sie ,hält besser." Woll soll er tun? Widersteh' du einer Jüdin, ׳Es ist doch ein einfacher Kieselstein?'." 'wenn sie schmeichelt wie ein Kind uyd die we.ßc "3-,U> doch' Sicht er nicht gleich einem Ta schmale Hand dir au, die Achtel legt.und vcrlan - ‘ ' gend die marmornen Blicke auf deinen Mund richttt! Sie-gasi. Sie weiß nicht, macht er ernst oder ' Er küßte Ehrmit Wonnenschauern dar Weiße scher« er bloß Sie blickt ihm in die Augeü. sie:der Augen und >n de-! Augaptelr Blaue -luchte er bemerkt daß sie ernst ja fast Han dgreinbl.ckcn. Antwort daraut, was ne heute Rach,.'0 beunruhigte ' - - - - . 1 .... und schweigt. Gedenket des jüdischen Nationalfondes!