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Jüdische Volksstimme · 1901-08-15 · 14 (15.8.1901) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
II (1901-1902)
Issue
14 (15.8.1901)
Date
1901-08-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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"k Xr. 14 Nüdische Bolksstimme Seite 3 Schcwaja mit einer Einwohnerzghk Vox etwa ein Blumen- und Gemüsegarten und rückwärts <11D n<1£ rnmnn itim nn<i< ah/tnXn a»C __ •״:±. it-.i . L.0. ... _ mit Ethrogim- und Ciioenbäurten bepflanzter ©arten angelegt. Auch wird in dieser Colonic Getreidebau betrieben. Außer den Kolonisten wohnen m Machnajinu 1 Tischler, I Schmied. 1 Schlosser, b Taglöhner, 3 Tijchlcrgcsellen, 2 Feldhüter und 1 Chajal (Polizist.)') . Außer diesen Kolonien gibt es noch einige in Lber-Galiläa und .Transjordanien (Vilajct, Tamaskus, .Haurau), über welche zur Zeit lei.ne nähere _ _ן_׳ statistische Daten vorliegen. Jnsgcsammt gibt es wurde im Jahre 1890 von der' ®t>! jf®1 *n Palästina 32 Colonicn, deren Bodenbesitz 208.278 Dunam, d. i. circa 25.000 Hektar beträgt: einer EinwohnerzW, von cirea 5000 Seelen. Nachdem wi? so^äc an erfreulichen und t*. trübenden Momenten reiche Tour zurückgelegt.^sind wir nun imstande, uns von der Leistungsfähigkeit der sogenannten praktischen Kolonisation einen Begriss zu machen. Rach zwanzigjähriger, unermüdlicher / 1U0 Seelen, das romantisch ausschende, auf einem H^gel gelegene Em cl Gamal mit 28 Familien ea. 08 Einwohnern. In Em el Tut. lebt nur eine kleine Anzahl von jüdischen Ansiedlern, ca. 5 Famtlien. Tie am Meer gelegene Ausicdlung Tan- -ura, in der vormals eine Glasfabrik bestand, ist gegenwärtig infolge des missglückten Versuches säst »tensckstnkcr. / ~ B. In Galiläa: / Ain St tun, eine halbe Stunde nordwestlich non Safses, wurde im Jahre 1890 von der Ge-!osscnschaft ,Dorsche Zion" in Minsk gegründet und im Jahre 1H97 der Administration übergeben. Tiesc Kolonie umfasst ein Gebiet von 5600 Dunam und 52 Seelen. Ein Theil des Bodens ist sür -Getreidebau, ein anderer sür Anpflanzungen geeignet. Mischmar Hajarden, dicht am. Jordan, gätrdc int Jahre 1891 von jüdischen Taglöhncrn in .Safses angckaust und angcsicdclt. Mischmar um- -aist rin Terrain von 2380 Dunam mit 93 Seelen. Ttcse Kolonie leidet, trotzdem sic dicht am Jordan liegt, zusolgc des stark ansteigenden Terrains an rhcblichcm Wassermangel, wodurch die meisten Ann'lanzungcn ein sehr miserables Resultat ergaben. Auch das KliHta ist ein sehr schädliches, und häufige itrankhcitssällc sind daselbst zu verzeichnen. Rasch P i n a h,. weiter westlich vpn Seffed gelegen, wurde im Jahre 1882 von emigrierten russischen Jüdcn gegründet und steht seit 1889 unter dem Protectorate des Barons. Rosch Pin ah ist auf einem Hügel gelegen und hat eine wunderschöne malerische Läge: östlich sieht man die ganze Jordanebene zwischen dem Hulchsee und dein See von -Tiberias, südwärts den wundervollen Gcnczarcth- und nördlich den Meromsec. Die Colonic umfasst ein Terrain von 7Z00 Dunam — 640 Hektar mit ctwg 350 Seelen. Der .Palästinareisende und wahrhafte Chowcw-Zion, Herr Willy Bambus, gibt uti* in seinem erwähnten Briefe über diese Kolonie! folgende interessante Schilderung, welche wir hier obcrn? Tic gewaltigen Weinkellers von Rifchon l'Zion und Sichren Jacob sind völlig aber der Wein hat keinen Absatz. Roch nicht 20 Procrnt der im Jahre 1897 produciertcn Weinquamtität ist vcrkaust worden. Wenn darin ine Lchisc kurzer Zeit keine Acndcrüng eintrcten sollte, so droht den Colonien eine große Gefahr materieller llwtur, die Wein- Pflanzungen wären dann wertlos, die ausgcwendete Mühe nutzlos, große Hoffnungeiz zerstört. Diese Poraassctzungen haben sich leider in letzter Zeit bewahrheitet. ־ '! Waa,d el Chanin kann duoch sein mäßiges Terrain unmöglich alle in diesem Dotfe angesie^ltcn Kolonisten genügend ernähren. Vieles sind daher gezwungcn, das .Dors zu verlassen upd als Arbeiter in die nächstgclegcnen Colonicn zu gehen. Bon dem großctz Terrain ii Rechowoth (10.500 Dunamist nicht einmal die Hälfte, nur ca. 4000 Dunam. urbar gemacht und bepflanzt Arbeit, nach Uebcrwindung der schwierigsten Hemmworden. Del: Rest muss ersr allmä!!ich der Kultur nisse, die der Kolonisation im Wege standen, 1u>»^ acwonncn werden.") dem endlosen Bielthun und Nimmerruhcn, ist es bctrm:־ Tolonisationsvcreincn nebst dem großen Protectvr endlich gelungen, kaum 5<>00 Seelen in Palästina anfäsiig zu machen. Nun ftagt es sich, wie denn die praktischen Zionisten. die Kolonisation des bis zur Zeit vorherrschenden Systems eigentlich aufiasscn? Die Entstehungsgeschichte Gad rahs hat einen Zug ins Romantische. Da-^ichai cn sich russische Studenten zusamtneu^Männcr^n0 akademischer Bildung,, Männer dcrFedcr und dcs^Gedankcns, die vielleicht tüchtige Medicincr, Jrristen und Philosophen abgegeben hätten, und begeben sich nach Palästina, um hcn Ahncnbodcn jn opferfrepdiger leidende jüdische Volk successive nach Palästina führt, so sind die Leistungen derselben sehr gering- ,fügigcr Natur und lassen alles zuXwünschcn übrig. Än Volk kann nicht durch Wohlthätigkcitsactc erlöst werden, und durch so minimale Arbeiten, die des großen Aufwandes nicht einmal wert sind, wird auszugsweise wiedergeben: Es sind große Weinberge. ^jiel, dem jüdischen Volke eine Heimstättc zu angelegt, deren Trauben von einer den Malaga-"!soffen, me erreicht werden - können. Ta müssten beeren ähnlichen Sorte-sich gleichmäßig zur- Her-j Jahrhunderte-vergehen, ehe wir einen -schritt nach stellung von Rosinen, wie von süßem Wein eignen. יי®«"«‘« kommen ". Ferner ist eine große Anlage von Maulbeerbäumen ״ . D-r polttnchc Zt-ntsmus^vcrwtrft nicht die vorhanden, cirfa 80.000 Stück, welche für oje ן ^°l°n״°»°n 3m ©egentheck. ä.nl >hm einer der Scidcnzucht benützt werden; dann Mandel- und H^pstactorender zum Zisie führenden Mittel, andere F/uchtbäume. Auch die zur Verbesserung des?ber der poltttiche Zwntsmus wünscht eine Colon.- . stlima« nützlichen Eucalyplen sind nicht vergessenj a*10n ln «r-kerem Magstabe und austgcsnnherer. und all- Felder und Pflanzungen mit Mimosen- Nch^rer Balt^Sr hat auch dt- Etn,tcht, da,s Las hecken umgeben, deren sehr fein duftende Blüten! phy"°'r°»,.che syitem ,n der Jetztzett ,ein Credo zu Esten,enfabrieationcr,nach Jessud H°ma.lah>°er,°rew -d da,s Gilt sie ihnen alzüPrwat-IIntcrnchmen oder!Liebe und wahrer Anhänglichkeit zij bebauen.-»Das Wohlthätigkcitsact eines^jhilantropcn und einiger! heißt Idealismus! Das heißt Enthusiasmus! Wie Wohlthätigkcitsvercinc, fo'kann man sich niit den-auch wir solchem Idealismus gegenüber unsere Brr- Ergebnissen derselben, wie,wenig sic auch den Er-j wunderung und Anerkennung nicht vorknthalten Wartungen entsprochen haben, leichten Herzens zukönnen, sy billigen wir dennoch!denselben nicht,, sricdcn stellen. Betrachten sic aber diese infiltrierende! denn erstens kann sich solcher extremer Idealismus Kolonisation als einzig richtigen Weg, 'der das nothnicht auf die Tauer erhalten, zweitens jft er nicht suggestiv, weil er eben überspannt ist. Ucbdrhaupt ist es Zweck und Ziel des Zionismus, für das jüdische -Volk in Palästina Vcrhältkjstc zu schaffen, dass jedem die Möglichkeit geboten werde, in scinsm, für seine physischen wie psychischen 'Kräfte am besten angemessenen und zweckentsprechenden Metier sich auszuleben. Der.Zionismus will nicht, dass.Männer mit akademischer Bildung' den ' Spaten ergreifen und -einfache, Bauern werden sollen!' dass .Männer von einer hohen stufe der socialen!Leiter dl« gröbste und' schwerste Arbeit verrichten'. Ter Zionismus will zwar eine Baücrnclasse hcrostziehcn, aber sic soll sich eben' nur aus solchen Elensentcn rccratiercn, die zu solchen Arbeiten befähigt sitd. Ter Gesundheitszustand inPäthachTikwah ist infolge der nahen Audschsümpse rin sehr schlechter. Es müsste zu diesem Zwecke 'eine größere Anzahl Eucalyptusbäume gepflanzt werden! Circa 50 Fahalten kann, als 10.000 Hektar Bodeäs. milien dieser Colonic sind Taglöhftcr, Handwerker, *ii i«5®««!!4» .60 ״t! .?״( «iitn S)«-«■™* »,« «»»«-,״« ««« 6--»- «"■ ״«»'" ÄÄ't' SJ'SS&Ä SS L- ÄrSi fSÄ » «,־,,,.״״»» »U tfifbtfn ^EhorfäUen 61״״-rft?,10n Das! grammes gehörenden und die Stelle einer sozusagen arm, lcistungsunfähig und werde-I unter dem in Ä a r a .!»-> non eiLchmenden Arbeiten dieser .Kolonie stark, vorherrschenlen Einfluss der beÄ aei.-?^ Äw Ä " Ä - außeracht lief, hat leider v o r q e t h än und n a.ch. l Fiebermiasnten Trank und hinfällig. - äeü a cht. Er handelte in den meisten Fällen plan- Ucber -ichrosi kann dasscl-gesagt werden, ^»atität^"Ä^atan!I^ke MOtelnuak!! und ziellos. Es galt die Kolonisierung, die Urbarwas bereits über Rischon gesagt l wide. °?ä den Tönern! machung des alten "väterlichen Bodens, aber nicht j Um Mischmar Hajard, n aus di-Füße 1J 1 ann«n jüdischen Familien eine bessere Existenz zu! zu stellen, müsste man daselbst nnc radicalc Umz erfreulicher Entwicklung gedecht. Hter ist zunachtt,, -. gxjcht die Erziehung Ijüdi schert!Wandlung vornehmen. Boden müi--te zuqckaust, eine eine «eibenntieranstal. anaelea. ״ b.e «aeanS IN Co-°^st°N s°ndern d^ Schaffung jü-'tWasserleitung vom Jordan, aus eingesührt und di scher Colonicn war — Hauptzweck, schließlich auch der Boden sür Äjckcrbau urbar ge- Man hat,;durch die äußere Tccoration geblendet, macht werdai. den -inneren Mängeln die Aufmerksamkeit versagt. > Tic Menge der Wcinstöcke, Lliven- und Ethrogiinbäpnic haben das Elend der koloniüen den Augen eine Seidensilieranftalt angelegt, wo die Cocons zu Rohscide verarbeitet werden. Der Betrieb erfolgt mit Tampskrast, welche eine Maschine von 4 I1P liefert — - ' , i ben"iimetett Mängeln die Aufmerksamkeit versagt., Machäajim könnte man bic Prpicstcölonie - >, - J k ״ Tic Mengeder Wcinstöcke, Urnen- und Ethrogiinnennen. Sie wurde nach dem ersten Kongresse ge ^׳r Hulchlcc S und wurde J«h" hä^me haben das Elend der Koloniüen den Augen gründet, auf welchem die cinstir eilige Sistierung Ib-83 gegründet. Die Kolonisten hatten anjangltch Chowcwr-Zion verborgen. Suchen!wir frei von der Kolonisation bcichlosien wurdl, und hat. damit ,^deutenden «chwicrigkeiten zu kämmen, crst>.^^ Voreingenommenheit in das-innere 'Getriebe einen Protest gegen diesen Bcichluss kundgeben eu 1887, nachdem stc vom Comiw in t,de״a un»^^ Cochnien Einblick!, zu nehmen, sh werden wir wollen. Ta« Interessante dabei ist. dass der Mann, oom Vereine ״ktra subventioniert wurden, gelang! Colonic gewichtige Mängel und Wirtder. direct von Lasel nach Pari! sich-begad. um es ihnen ,hre Lage ein wenig zu vcrbcsicrn. Ur> schäst-sehlcr erblicken, die einer radicalcn Besserung > dem Bpron .Machnajim' für eine galizisch« Kolonie iprungltch wurde m die,er Kolonie Ackerbau bo- -י - abzukauscsi, sich aus dem kongresii in bas Aetions trieben, wurde aber später eingestellt um Anpflanzung - h" Ackerbauschule Mi kwe h Jsracl l comitc wählen ließ und somit eine Stimme für gen kür dte Gewmnüng ätherycher. Lele Epciize»!e jährlich 25-30 Zögl.sige d,e Anstalt ververwendbarer Blumen zu schaffen Diese Atflagcn ll ״'^ onderw-rt- Belästigung zu suchen, und werden aus dem Hulehscc aus kunft,ch bewiperb! ,, den palästinensischen Kolonien nicht leicht Autzcrdcm beschasttgen stch dte Colontstcn m,t Btc^ ' nndeu. sind sic vtcl ach genöthigt, sich nach zucht und Ftichsang, zu welchem Zwecke > Auslande u begeben , eftt kleines Boot besitzen. Die Colonw uwsa,st 4009- Es gcwähu dem Juden der AndliS der Weinkcllcreicn. von Rischon l' Zion gewiss ein unaussprcchliches Gesühl der Freude und der Genugthuung und cs muss ihm der 'aus jüdischem Boden und von jüdischen Händen erzeugte W״״ munden; aber sobald der Weinrau und wir imstande sind, klar zu denke! die Sache zu bcurtheilen, so müssen stagcn: Wird der Wein sich den Dunam mit -120 Seelen. Machnajim, bei Rosch Pinah. wgr Ligenthum des Baron Rothschild, das er bis zuyt Jahre 1897 an Araber verpachtete. In, selbe» Jahre wurde dieses Torf vom Vereine ,Ahawath Zion' in Tarnow vom Baron abgekauft, um dqselbst Juden aus Galizien anzusiedcln. Machnajim hat ein-Areal von 10.000 Tunäm und beherbergt nach Angabe des Herrn Dr. Sol z, Präsideuten des Vereines ״Ahawath Zion', 117 Scelcit. Machnajim besitzt gegenwärtig 20 steinerne ünh den erwähnten BeichlusS abgegcbcti hattet Wie es um. diese Colonic gegenwärtig icstellt sein mag, zeigtdic TkaN'ache, dass schon nrch 2 Jahren die Kolonie der ,Lira' übergeben wc den muirlc. Und so weiter, und so weite. Hiezu, -kommt noch' in. Bctro chi, dass die Administration fast überall eine po izciliche ist. Ein ganzes Feudalrcgimc herrscht in l cn Colouien. Tie .«leincoloniiation, die man urspr rnglich als Aas- ->n besonders fluss der zionistischen Volksbewegi og betrachtete, ist vorüber isij zum bloßen Privatunlcrnchmen h-radgesünkcn. Alle und objcctiv! Kolonisten befinden sich im Zur ande der Unmünir uns.leider!digkeit. der Abhängigkeit 'und de crasieiten lltmr- Scllmarkt eri gcordnctheit. Zugerechnet muis :och werden, da!« \ ber Unterricht in den Schulen ein sehr durstiger ¬ן!iudilcher Bottstoiender 5661, tövOvt. ^eiie ISi». - . -0 Siebe bieruber eie Reke de« Tr. Her,! °m I. i>° : ־■ «o;t,n» öte-er-i «m -t. s-oe er on,zie׳^ . leier äongrei«. - *-Pd«.: ..P°Iattm- Land si- .hem-', -euc besitzt gegenwärtig einige hölzerne Häuser. Neben jedem Hause ist vorige . — Gesinnungsgenossen! Gedenket des Pressfondes.

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