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Jüdische Volksstimme · 1901-08-15 · 14 (15.8.1901) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
II (1901-1902)
Issue
14 (15.8.1901)
Date
1901-08-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Jüdische Volksstimme 9fr. 14 Akademikerdebattrn, die in Teuiiehtand zum ständigen; Diesem Interesse entsprang die Debatte in Olniütz, Repertoire' soetätdemokratiicher Parteitage und Con-; Es ist nur zu bedauern, dass die Auseinandersetzung ferenzen geboren. Es ist sicher, dass auch bei uns ' in Clmti» otpic jede tiefere Wirkung verpuffte״ so die Stndentenirage nicht, iobaid von der Tagesgar keinen Widerhall in der Studentenschaft fand orhnung verschwinden wird. Mit der Llmützer De? und von der meistdetheiligten Seite einfach ignoriert baue, in der nur ein Borgesecht getiesert wurde, .wurde, Tie Ihatiache allein konnte die wenig ist sie noch lange nichl gelöst und abgethan, T1e-"lchineichelhafte Tesensivrolle, in welche unsere «tujenigen. die in Olmütz ihrer-Unzufriedenheit mit deuten bis aus wenige Ausnahmen aus dem Parteiher a-genwärtigen Thätigkeit der zionistischen tajze gedrängt wurden, begreiflich und gerechtfertigt Studenten lauten und rücksichtslosen Ausdruck gabkn! erscheinen lassen, um die Angegriffenen aufznrütteln und unter dem Wenn »nicr solchen Umständen im zionistischen »wralifchen Zwange dar'zionistische» Leffentlichkeik Parteilager und in der Studentenschaft selbst die aus andere- Bahnen zu lenken hofften, hatten sich Zahl der mit -en Studenten Unzufriedenen, welche stärk-verrechnet, Tie Delegierten der studentischen ihrem Unntuthe bei jeder passenden und unpassenden ' Gruppen haben sich damil begnügt, die ganze Schuld Gelegenheit Luft mache», zunimml. io ist das Hauptvon, ihrer Corporation aus ein anderes Kornikel absächlich aus das Conto, des Umstandes zu sehen, zuwälzen und zur Abwehr inhaltlose Erklärungen dass feit Ler Olmutzer Tagung der Kreis der Partesvom Stapel zu lassen. Sonn ist alles beim Alten :ansgaben sich - kolossal vergrößert, während^die gehlteben. Was geht dar auch simple Philister an,, Arbeitsfreude tmd positive Arbeitsleistung der Stu- . was die zioniititckten Sohne der auna diäter treiben beuten uuverriickt auf dem bisherigen Minimum Aber mit der souveränen Verachtung. mit der man stehen bleibt,! sich über die schwerwiegenden Borwurfe hinwegsepte, Tie zionistische Studentenschaft hat bisher nrit der hur'chiko'en Leichtfertigkeit, mit der ntan immer bewiesen, dass sic opser- und kampsesfreudig die ganze Sache auf sich beruhen und das Unkraut dem Rufe folgt, der von ihr zionistische und nalioweiterwuchern' ließ, löst man, entwirrt man nicht nale Arbeit fordert - Sie wird, wenn ihre ernsten, eine ,Trage, die in unser zionistisches Parteiarbeitsfähigen und arbeitswilligen Elemente ihre. leben tief entgleis! und die höchsten Interessen Pflicht erfüllen und zu gemeinsamer: zielsicherer nmenthun, auch diesmal vollbringen, hr verlangen und erwarten muss Kräfte zersplitternde Schäden osfen zu besprechen als auf den Schleichwegen hinterrücks betriebener Berkleinerung den Antagonismus, der sich einzunist.n droht, künstlich zu verschärfen. Gerade weil die Wichtigkeit der Studentenschaft für unser gesamt׳״.s Parteileben ohne weiters anerkannt wird, muss ein freies Wort der Kritik nicht nur gestaltet, sondern 1 auch willkommen sein, 8t a ir» vt sluitio, obne Voreingenommenheit und mit Ausschaltung jeglichen persönlichen und VereinStratscheS, ohne jede mute willige Aufbauschung der Berufs-, Classen und Metnungsgegensäye, die hier mitspielen, sei •׳ - Stellung der zionistischen^Ltndentenschast und ihre Ausgabe,, ihre innere Organisation sammt allen Vorzügen und Mängeln, das einschlägige Verein :- und Parteileben besprochen,! Tie Furcht. dass wir zum Gaudium diver r! Antizionisten unsere Blößen zeigen, ist unbegründ-!''! Tas Lachen schadenfroher Gegner darf uns nt,:: täuschen über ihre schlechtmaskierte Wuth darüb ,! dass die jüdische denkende Jugend zukunsts-, tu arbeitsjroh dem politischen Zionismus ihre Kra Und Begeisterung weiht,- Jene aber, die beutegiet-! wie gefräßige Raubthiere, unser Lager umkreisen ui:,׳ auf unbrauchbare Abfälle lauern, sollen den Schutt: , den wir hinauSgefegt, recht billig haben, (Fortsetzung folgt. > - um eine rappatte was ntan vonyr verlangen uno erwarten muts _ ״״v ן"";"" tii.״״־)״ Tie Frage trifft den Tie Eoati ion der Arbeitsfreudiqen, die ernst vtl IllllllöllitiÄ ultb iriur tzllsllirll. der geiammtl-n ziontitiickien Stndentenfchast be- Arbeit sich zusa rudrt Es handelt sich nicktt um eine Lappalie was ntan von von untergeerditiier Wesenheit, zzoniiitickun Lebensnerv unserer Studentenschaft: als- Zionisien ihre'Stellung in der Partei, ihre äußere Autorität, wollen, wird im Ehre innere, sittliche zionistische Kraft und, ihr.ziowattiges Stück uistische- Bildungsniveau, ' Arbeit zuwegetringen, Ob unh wie unsere Studentenschaft'ihren Aushie nationale Erziehung tnd vernünftig als Studenten tetn Tienste des .-Zionismus ein geagitatorischer' und organisatorischer int Tienste des Volkes und sittliche Regeneration gaben der Partei und dem Zionismus gegenüber letten und fördern, im Tienste der Studentenschaft nachkommt, das i>1 kein Jnter'num der st-hast. sondern eine Partriiache von 'Wtcknigl.tt und lehr erniter Bedeutung. Tie nicht studentiicktdn Kreiie Wochen:und sollen sich NM,ganz .interne Ang-legenheiten rein studenttickter . Natur eminenter merzung aller "י ' Wenn der enge lterzltch wenig: kümmern,: Allzu verlockend und was nur mit lohnend Ware dien Fürsorge ohnehin nicht. Als aus der Brun Studenten mögen die ziontsttichen Akademiker ihrem Faun bei uns!und mit uns ist, dang können!tzrit Saniurt Messet» Taniopot. V, -f * tuöetitenans die, Vertief ng der zionistischen Idee und Ausassimilatorischen Schlacken .dringen, Zusammenschluss aller wahrhaft zionistiichen Studenten zu gemeinsamer Arbeit und gemeinsamen Efsolgen zurückstößt und ausschaltet. ha.dem Herzen, mit dem Bande und dem Eommersichläger in der. Prtvatgeichmack-folgen und die Sttidentenzeit durch leben, wie jeder will oder: kann. Aber ne tnüis^n in eriter Linie Zioniiteniitin und ihre rein studenlochen Ertravaganzen dem: Parteiinteresie und ihrer ztonintichen Gesinnung unter, rdnen. Zuerst der.Ziot-tsmu-r, dann ein studentischer Sport! Tie ö'terretchtich.'n- ,Zioniiten ,könnest und wollen bei der imutett'en Ägttattousr und,Organisationsarbeit, die zu leisten!>>. aus - die Mttbtlie der Studentenschaft ntckit verzichten und erwarten mit Fug und Recht,. diese reinliche Pehetdung begrüßen und nur frohlockenüber de» Verlust an hemmendem Ballast, In der numerischen Schwächung Ivird unsere Stärke liegen: guglitat v gehoben, von einem einheitlichen, eoneeutrifchen Willen im'Innern geleitet, und auf äußere Autorität gestützt, wird die zionistische Studenten sechast der zionistischen Arbeit gewachsen sein, der sie heute aus dem Wege geht, sei es aus bewusster Unfähigkeit, .sei es aus Arbeitsscheu, Wettn wir nun darangehen, freie, offene und da׳'s bei dek großen Mehrheit dieser-Studenten das objeetive Kritik!an den jetzigen-,Zuständen in der zioniitiiche Gewissen stärker ist als bornierter Kastenzionistischen Studentenschaft zu üben — natürlich gen't und proptges Couleurgtgerlihum. Sie haben nur soweit sie Uber Len Rahmen rein studentischer als Zioniiten ein wohtbegründeies Interesse darum, und persönliches Fragen hinausgehen, so geschieht wie die ziontsniche Studentenschaft über ihre Partei dies in der Uebexzeugung. dass es besser ist. saetisch vsttÄen^enkt^tnd^dre^artZtbättgfet^itirich^ vorhandene, dsje Agttausn lähmende und unsere ,Biel wird er nicht wert sein," warf der Krüger mit versteckter Anspielung auf die Gerüchte über Hirsch Gutnuänns zweifelhafte ׳Frömmigkeit ein, sagen wir eine Mark ״ ’ , Eine Mark!" riet Hirich empört: ,,Bin ich auch findet iN.Meschumeds? -> Han du mich Ehaser-1 essen ״Nietn iur Spielschulden," gab RebMosche zurück. ,tSul: dann spielen wis um meine silberne Uhr." ״Manetweg. n Aber dann soll es ein Ende haben," , tsteb Mo'che gewann wieder. Er steckte die Uhr ein, war aber entschlossen, sie Hirich Guttmattn miederzugeben. allerdings eprft am folgenden Tage, dam!: sie letzt nicht wieder! als Einsatz diene» könne, sehen? Hirich war' »UN wirklich aufgeregt, ,Hier .in ,Ich nicht,", erwiderte Schlesinger blinzelnd ,mein Trauring!" polterte er: ״noch eine! Partie!" ,Sind dif fünf Mark und die Uhr recht?" ,Tu bin meschugge'K Teine Blümele-würde, fragte RebMosche, Tas Geschäft war ihm im mir die Aug.n auskrettzen, wenn ich dir auch noch Grunde unbehaglich und er wollte ein Ende niochen den Rutg abnehme." Hirich Güttmann gab ihn aber ,Ta komtnit du noch immer wohlfeil zu einem nicht frei, ״'Weißt du was," rief er, ,wenn du seichen Ehelek ltolam habt׳," sagte Hirsch nicht ohnemeinen Trauring nicht willst, so spielen wir um eilt«; Absicht lejifti Spottes errathen zu lassen, legte n'dasunterschriebene Pavit ״ ' ' Der rvlt'nisatorische Zionismns. ^nieyung.j Pet hach Tikwah. zwei , Stunden nördlich von Jaffa, ist eiuetder ältesten und größten Colonien in Judäa, Schon Im Jahre 1878 wurde diese Co lonie von JeruhMmer Juden gegründet, die den' Versuch gemacht hatten, sich hier anzusiedeln und Bauern zu werden, Rachdet» ihnen das misslungen war, ist dieses Dorf eine längere Zeit verlassen ge wesen, erst im Jahre 1SS2 haben russische Fluch! linge frisches Leben hineingettagen, Tiefe. Colon!, umfasst ein Perrain von 15,000 Dunam --- 13t1 ■־ : Hektar und zerfällt in drei Theile: .550 Hektar ge- - hören der Administration, 80 Hektar dem in Hain! bürg lebenden -Phtlantropen L a chm a n n und der ,Rest einzelnen Besitzern. Es leben auf diesem weit- ' ausgedehnten-Flächenraum 802 E!ntvohner- Es in! hier eine stattliche Anzahl ' von Weinstöcken und * Fruchtbäumen angepflanzt: auch etwas Getreidebau ,wird betrieben- Auch wurde hier ein ganz günstig.! ,Versuch mit.dem Theebaum gemacht, Pethach Tikwao , besitzt eine! Synagoge, eine Schule, in der vier Sprachen, hebräisch, arabisch, türkisch und fratrzösisät, ' gelehrt werden, einen Brunnen, eine Apotheke, ein Bad und eine reizende Promenade,'! Hedefah, am Meere, 45, Kilometer südli.h von Chaifa! wurde 1890 gegründet, ist unabhängig und wird theilweise von dem ,Chowewe-Zion" in Odessa,, auch vom Baron unterstützt. Diese Cotoni.- ihat' eitlen Flächenräum von 29,880 Dunam und 153 Seele:!. T»selbst sind 300.000 Weinstöck, towte eine Anzahl von Fruchtbäumen gepflanzt! sich daselbst ein schön angelegter Garten, mit Ethroäimbäumen, der zu Ehren, des seligen den - Namen ״ G a n die -wenig necken- Red Mosche schüttelte so spielen wir um meinen Chelek leolam habo:"-- T.r Einfall war ihm' da!^ .unterschriebene Papier hin und begann plötzlich gekommen,-Er wollte damit zugleich einen neue'Partie, 'z> Einsatz schaifen und den frommen R.-b Mosche ein , Er spielte mit einer Art Galgenhumor. Reb Mosche eigenthümlich ängstlich und ernst, Reb Mosche den Kopt ״Mit solchen hatte eigentlich nicht gewinnen wollen Aber eine Dingen ,oll man mcht stusien."-', . gewisse Spielets-Eigenliebe und die vom Willen des - -sch stusse nicht, -wenn du nicht annimmst, Haydelnden unahhängige Logik der Handlung selbst so werden wir wissen, dass du an die andere Weit! rissen ihn fort'; er nahm sich »ach Möglichkeit zunfchf glaubst" . ' . summen und gewann thatsächlich wieder Er steckte ״Wre willst du mir deinen Anthetl an der anderen, mit der Uhr und dem Gelde das Papier ein und Welt abtreten?" .- j'ante: ״Wenn du charote--- Han. kannst du deinen , ״Pie. wir machen die wache ,chrtttltch fr,t,! Eyelek leolam habo wieder haben. Tu sollst mi-b Evbratw, gib mir Tinte und Papier.7 ' billig finden,", , " Schlesinger, der in dem krausen Einfall einen! ״Nein, behalte ihn nur. Er ist bti dir in guter gMcn M-nah. beeilte sich, das-Verlangte zu bringen, Hand." spyttzte Hirsch: erhob sich und ränaerte ״Wie hoch schätzt du deinen Chelek leolam l schläfrig seifte» ungeschlachten Leib " haba '?-" irpgte Reb Molche, während Hirsch in jü-! bemerkte er hglblaut zum Krügerbischer Schrift eine förmliche Abtretungsurkunde Aatheil im sjehenom»! liegen sollte,!echtes Geschäft gemalt haben, » *) über seinen Antheil an der anderen Welt ausietzte,! Mosche ein e11-.!!v1.׳ ' Im Weggehen Wenn mein so würde Reb verrückt. te7 - tun׳: gen Welk.ן ..der Holle מי -(4; . . יי >rtin!unA folar. *irttnefltif*. -) We! 11 tt dich gcikm: Rabbiners iMohilewer Schmucl‘ führt. Sich! on Jacob, früher Samaria, sellis Stunden von Charfa entfernt, wurde 1882 v.׳n siebzig rum inischen Familien gegründet, die anfangs mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen halt!» und in ihfer misslichsten Lage in der Person des Barons einen Retter in der Noth fanden. Sichren . macht einen wundervollen Eindruck und sieht einer europäische» Kleinstadt ähnlich, Sichron Jarob, ae ,!»einsam tftit seinen Nachbareojlonien, besitzte!n , Terrain »in 20,000 Dunam, Daselbst sind eine . Million, W einstöcke, große Maulbeerhaine, auch eine!Anzahl vör Mandel- und Olivenbäumen angepflanzt,; Viele Cöli nisten betreiben Bienenzucht, Getreide-! und Gemü ebau. Ein Colonistbetreibt Sodawaüerfabrieation, Tie Einwohnerzahl Sichrons beläuft sich aus ea 870 Seelen, Außerdem wären noch bei dieser Colo nie die gxmeinnützigen Anstalten zu v!rzeichnen!!die Synagoge, das Bad, dis Mädck: n-!schule, die Knabenschule, das Spital und der ösient-l : liche Gartt w Besonderer Erwähnung verdient das: Warendepot der Colonie, der kleine Louvre genannt,! - worin alle Hand brauchbare Artikel — Luxusartikel 1 nicht ausg nommen — zum Verkaufe stehen. Einig: Stunden von Sichron sind die Neuan-! lagen des Barons zu sehen, so die kleine A'nsiedlung ) Sib» ״Jüdische Kotlsstimme", I- Jahrgang kör, 1^, I IS. St, 43, II. Jahrgang 2, 3, 13.

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