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Jüdische Volksstimme · 1901-02-01 · 1 (1.2.1901) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
II (1901-1902)
Issue
1 (1.2.1901)
Date
1901-02-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Rr. 1 r Nudiitbe Boltsftimme mobcric ®i'ifllid&aft fährt. Auch schön. Ist die1 Wahl vorüber, kann man auch ein weirfg nntijcmitd», bic Iüdtcin lifinidii. bic da auch von einem Wahlcrfolfl jh sprechen wagen. Warum soll man schlstsilich ’ dem arischen Proletarier nicht das Vergnügen be reite«, sich über dir Juden — von den Juden, die 20; Stunde» täglich für HO .Siopefon arbeiten. jchiveigl! man in bcicheidcnem Masse lustig zu machen? | Dar sind Tinge, die wir Zionisten, dbnen die Adler «nd Coniortcu^ab und zu in ikrem groston: Lrganc ein Wort der Missachtung widmen, nicht : recht verstehen. Das ist Taktik, Partciraison und — Ucberlcgenhcit. Wahrscheinlich gebietet es der höchste Marxismus, von Zeit zu Zeit, dem .bor nicrlen jüdische» Volke" einen Fusistosi zu versetzen, [ von dcn ,nationalen Juden" wie von Wahnsinnigen. zu sprechen, da>zegcn dcn inlernechvnale» polnischs nationale» Taszynski als d,1s» grösste Iimie» »ninckl hinzuslcllcn. Wir Zionisten sind viel z» \ rcgrtivnär. rückschritllicki. »nigesiiilpie Antisemile». uni das versieben zu könucit, und die gewaliigen Arbeiterführer begreifen hinwieder »»seic.Narretheieti" nicht. Damit haben wir uns längst abgeinnden. ebenso mit der Tbaisache. dass die jütischen Parleiiührcr ihr Freidenkerthuni auf die Weise Svcuineniicrcn. dais sie schaarenweise die Tause . »cchnicn. Sic sind nur sehr gleichgiltig, die Herrchen mit den blasphemisiischen Phrasen im Älundc und dem winselnden ״(irebo“ vor dein Pfarrer. Roch sind sie nicht zur Höhe der — ernste» Beachtung des Zionisten enlporgestiege». Vor cinigcn Tage» inusste! ich mich jedoch ärgern. Es kam »er die Abhandlung: de» Herrn Dr. Max Z e t l e r b-a »in unter die Hand. Mein erster Vorsatz war, als ich die Artikel in der ,Reuen Zeit" zu Ende gelesen halte, eine sachliche Erwiderung an dieselbe Zeitschrift zu senden. Ich griff auch sofort zur Feder und die ersten Worte flogen übers Papier. Ta tauchte die Gestalt des Herrn Tr. Max Zclterbaum vor mir aus. Ich sah ihn zum Greise» deutlich. Es waren wohl schon fünf oder sechs Jahre her, dass ich ihn gesehen hatte, und dennoch hätte ich ihn — wäre mir das Talent gegeben — i» diesem Augenblicke lcdcnrlrcu conterfeie» könne». Und solche«, wissenschaftlich verbrämte« Zeug, wägt ein jüdische» Prolctaricrkinb aus .ttolomca zu schreiben! Neiil. che ich oder ein, Berusener dein Manne si.c iru die Irrthünicr — die zumeist bewussten nachwciss, muss ich inir ihn hcrnehmcn, ihm gerade in’« Gesicht scheu, und ihm sagen: Wackerer ,Genosse"! Ibr ganzes Wissen, b119[' einem. Lohne armer jüdischer Eltern alle Ebre machen könnte, ist keinen Pfisjerling wert, sie kennen das jüdische Massenelend aus eigener Wahr! nehmung; Sic müssen es kennen. Sic wissen auch, dass diese« Elend ei» ganzspccisische« ist. svchimmelweit verschiede» von dem der industriellen Arbeiter des Westens, dajs sie eine bewusste Unwahrheit sagte», qls sic von der .Reaction der Bourgeoisie gegen' den Antisemitismus" und ähnlichen Tinge» schrieben. Sie selbst haben am Hungerluche genagt, Ihre Ver-: wandten, vielleicht auch Ihre nächsten Angehörigen thun cs noch heute, und Sic wissen sehr wohl, das« nicht der Achtstundentag, nicht £a« dircctc Wahl- > recht und nicht die Coaiitionssrcihcit, ja nicht ein-: mal die Wahl von IÜO0 Adlers und TaszynskiS. [ diesen unglückseligen Zustand ändern werden, sic wissen es, das« die Morgcnröthc des socialisiijchen Zukunststaates Leichenselder verhungerter Juden. I Ihrer Angehörigen, beleuchten würde, wenn sic —j aus diese Morgcnröthc hoffnungsvoll ivorten würden.. Tics Alle« müssen Sie wissen, wenn Sic überhaupt um sich zu blicken verstehen und mm genommen! Iverden wollen. Wissen Sie cs aber und Sie schreiben deniioch Philosophistereicn und schale« Zeug über Socialismu« und Zionismus, dann steckt kein- Funke. jüdisch-menschliche» Gesijhlc« in Ihrem Herzen, dann 1 haben Sie kein Recht mitzuredcn in Sachen, welches die Rächstenhilfe betreffen. Haben Sic das jüdische Massenelend, jene ganz besondere Judcnnoth! nicht genug studiert — in Uolomca. dann kommen Sic einmal mit mir nach Lipkanh Ich werde Ihnen dort aus Ihre Abhandlung mündlich erwidern. Im. Marx bin ich gewiss nicht so bewandert wie Sie. j aber auch Marx soll sich manchmal in der Wirk-[ lichleit. umgejrhen haben. Warum sollte Ihnen, dem großen Sociologen, nicht matzchcS Wissenswerte ein gewöhnlicher Zionist sagen können? Wir werden uns über manche« verständigen, denn auch ich bin ein j »Und — jüdischer Proletarier. Sic sehen, mein Zorn! ist schon verflogen. Wir werden ruhig dircutircn j könne», und wenn cs Ihnen gelingt, mich davon zu überzeugen, das« ich ein ,reactionärcr Bourgeois" bin, will ich alle meine zionistischen Irrthümer öffentlich und feierlich abschwörcn. Vorerst müssen Seite H bahnen, und (Dhnünrr IDatilbilitrr. 11119 Wolf, Tie Teutichcn Sic sich aber zu erkennen geben.-Hierr Tr. Mar' hassschnaubcnde czechische Völkshausci Z.itrrbauni »nd sich für das ausgcbcn, was Sie Prügel setzte cs wie Graupen. Sh. :ihr Utopisten! iiiid n..d was Ihre Erlern waren: j ü d i s ch e Ein Zehnthcil dieser zwecklos vergeudete r Begeisterung Proletarier! ’ - für Euer angestamnites Iudenihuiy. Lueger, Stranskh möge» tomnien!! unterlagen mit einem Minus von 124 Sunimen — das heisst für imitier. Herr Tr.!IakdV Eben ,Alle« verloren, nnr die Ehre nicht.' ries der erzwang an. der Spitze einer, erregten dculich-süedle Franz Valois, stönig von Frankreich. als in buchen Wählerschaft wo», Bezwkshtniptmanu die der Schlacht zu Pavia das sicglösc Schwelt seiner Aufnahme eines Protestes, gegen ezrthischcn Wahl- Hand entsank Im gleichen Fall befanden sich am schwindcl Herr Tr. Eben sollte taS Fcingesühl H. EiSmond Herr Ed. H 0 m bürget, Custuspräscs haben, als jüdischer Repräsentant sich nicht so mussvon Clmütz und Herr IostfLoew. sein I Beirath, los für eine nationale Partei zu exponieren, denn als sie nächtens die Stiegen von! städtiiche» Reer wZtz ja. dais dieier Völkerkamps tziit Blut ende» doutcnsaalc seufzend hinabwanktcn. Sic hatten, so soll wird, und es, isi unbillsq, das« bic D ich lebe», da« Ihrige gcthan, waren wieder mal für den Ruht» ihrer Führer büßt. .unentwegt" gewesen, hinausgcschincltcrt halte» sie « ' Tr. Eg i bei der weiten, engeren und engsten Wahl, dass Czcchcn und Teulfche erstaunt die Hälse reckten: ,Ter Mann unsere« Schöncrianer Ziinmcrmcister Hcilo!" Und doch du deinem .ünäbletn Ieschirun! — Nun liegt et, Jlrnittt I der Herrlichste von Allen, dem die Edelsten in Ul llllll. Israel wie de», Mcichiach zugejauchzt, zerschellt Als Antwort aus ein von dcr Rtdaelu», unseres gleich de» Eedcr» vom Libanon. Münster« czcchiichen Blattes an den Cultusvorffand iu^Binun gerichtete« Widerpart brachten schlietzlich die Sstrauer soeia- Schreiben, ’ welches dem Ansuchen [um Zulassitng liftitchcn Wahlmäuncr durch, für die wieder die cincs Berichternaliers zu den Sitziingen Aurdihick dortigen Zionisten dcn finsichlag gegeben hatte», gab, erhielt bic Redaction solgendg Antwort: Also lmben diese elenden Zionisten des äeuionen . .Löbliche Redaction der .jüdischen Vdlks ,zall verbrochen׳?!! Tas mui« dcn jüdischesten ״ ... Eultuspräscs zum Antisemiten machen! > Im. Anblick solcher jüdischer Repräsentanten und ihrer Erbärmlichkeite» hat jüngst unser grosicr Nor da», von Schmerz und Ekel betäubt, seinen’ gsse:der Juden n-Zw e i g. 'ר «״VeörEÜ« G unb ■blcibt' bcr 3\U (Of ffftttlidltifit dfl SitliUgfN'dfk '-'gros,e^Jehovah""wi?gck°äs, ifrarl. (f u 11 u 5 qr in ei n t» c-U cf trr tun 11 in Kimme . . A ,VVVIIU|V 1/UVUVtU'll VI I l'S Brünn!?11 r Ihre ge sch. Zuschritl hm 31. v. M. beehren wir »ns unter Hinweis stuf unsere dies׳ I!Mi. Z 210, iniolange die fällige Erledigung vom 10. Mai Ihnen niilzutheilcn, da>S wir. Sessentlichkcit der Vorsiands-Sitznngcn nicht im Statute noininicrt. insbesondere aber, solang uns zur Abhaltung der Vorstands!Sitzungen nicht ausreichende Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, die Zulassung von Zuhörer» zit den Sitzungen nicht gestalten können. U»1 jedoch ihren pudliciniichen Zwecken zu entsprechen, ul das Secrctariat angewieien. Ihnen von den jeweilig in dcn Vorsläüds Sitzungen gefassten Beschlüssen, atis Verlangen -- von Personalien a dg eschen — Mil-.!Heilung \u machen. . Brünn. 0. Jänner 1001. H. Epler zck. x>, Vorstand der israel. Eullusgeinrr^de. Ter Vorstand der israelitische» Euliusgemeinde Brüdern zugcrujen: ,Heraus ans diesem polnischen Sumpf, bleibt in der Iudengasse!" Bloh Schmutztoter, die Nordau’s tiefgründige Liebe zu seinem Volke nicht erfassen. — mögen sic nun mst dcm l Titel .Altzionisten" paradieren oder nicht —! konnten deshalb zu ihm ausklässen. Wir Jungen aber, die wir unscrcr Begeisterung Widerstand«׳ kraft kennen, wollen trotz Nordau die politische Arena nicht verlassen, sondern auch dicr den von paar Führer» miirlcilcien Muffen solange in die Shren gellen: ,Ihr seid verkauft und vcrrathcn", l!is sie degrcijen und nach der rechten Richtung zuschlagen werden. Doch Zurück zur Gegenwart! Man hätte glauben sollen, dais die Juden, - wenn sie^in. der V. Curie zur Wahl berussmätzigcr Anti« »ch j Ergaben, wenigstens bei der Wahl im Städiekrcisä -Llmütz Prohnitz, wo sie seit Monden von dcn kann,sich theitsächlich bei dieser. Verweigerung aus Czcche» an Hab und Gut, an Leib und Leben sein statutarisches Recht stützen und wir wollen hier wegen,ihres Deutsch»»»« bedroht wurden, von dcn nicht weiter rationniercn. aber wir möchten uns׳ T tu t schcn ^Schonung ihre, Empsindungen heische»' enlichieden dagegen verwahren, dass uns der Brünner’ durften. Ja, Schnecken! Wozu auch, wenn « von CtzltusvorstanS in dieier Angelegenheit in irgeich vornehcr scslstcht, das« ^cr jüdische Wähler Alles einet Weist cnigegengckonimen ist,[ d. h. — wic/in frisst, zumal wann paar Gleichbcrcchtigungsphraien deni Schreibe» angcsülirl wird -S unseren .Uetblimiteingcbrockt sind?! Als der deutsche Eandidat cisliieben Zwecken cniiprorlien" haf Unter estier pu- Herr Bürgermeister Brandhubcr in Slmütz sein poblicistischen Veripeaung stellen wis uns etchas ganz litischc« Credo darlegte, eine allimisastetidc Deutsch Anderes vor. als eine Wiedergabe fertiger Bc-’ Partei sei vonnöthen, da war .«01 Iisroel verzückt schlüsse. deren'Entstehung, deren Begründung, deren und bedachte nicht, dass das einigende Band hiezu Behandlung unstrn Lesern trotz der Conestianec des aus der Juden Rücken wftd. geschnitten Iverden., Cullusvorsiandes doch immer ein Geheimnis bleiben Auch sonst war über allen Wipfeln Ruh', kein müiste. W,1r wollen an dieser [ Stelle nicht he» Jude wagte den Eandidalciizu befragen, ob und ׳Näheren auf diese Sache' cingeheit und werde» uns wie er die allseitig untcrwühltc Rechtsstellung der erst, iv-iin der Eulntsvorstand big »on dcn jüdischen jüdischen Staatsbürger vcrlhcidigcn wollc^ .War, Bürgern cingcbrachie Adresse, in welcher-die Scsicnlinterpellieren?!" knurrte n!ich ein Iudäogermanc lichkeit der Sitzungen gefordert ichrd. erledigt haben an, Rarreschkattcn! Er tritt doch dcr^üortschrilis wird, auf den GegenstanS zurückkpmmen. 2Ar ver- Partei bei!" Ei! Wohl ist das Cafehaotzhpckcn ein öffentlichen das Schreiben des Btunncr Enltusvor- Nalipnallaster der Juden, und doch thun sie, als standes, weil wir die Absicht haben, den üampf um hätten'sic nie in der Zeitung gelesen, das« selbige die Sesfcntlichkcit der Sitzungen tzife» mTb vor den Fortschrittspartei wie ein Riann sich geweigert hat, ׳ Augen, aller Welt z» sührcn. Tic äiedaction. die Interpellation bezüglich des Schanbraubs unserer A raten zu zeichnen, so dais man die nöthigcn’ linier,’chriftcn bei dcn vielverlästertcn. Schlachzi'zen 3ÜÖITdlC Z0l|Nllff-1jflllC lkl D5ÜIIII. crichnorrcn musste, und als wäre cs kein offener ׳ - j Geheimnis, das« jene Fortschrittler sich morgen auch Tie^ begeisterte Ausnahmc, welche die Wiener ofsicicll als ,judenrein" erklären werde». Ter jüdische Tohnbce Halle in den jirtistn des dortige» deutsche Wahlaufruf, dcn jüdische Vertreter mnbcjüdischen Proletariates gesunden[ har, veranlaiste raihen hatte», schien Schönereis eigener Feder ent- -einige Brünner Geiiniiungsgenosssn eine, solche Instanimt. Da scharten sich mit dem Ruf ,Heil, Sieg stiiution auch hier ins Leben ztz ruscr. Tank der und Rache" die deutschen Heerhauscn »nkcr dem Tüchligkest des Eomilcs konulfnwir schon., am wehenden׳ Banncr des nationalen Hochgcbankens. vorigen Lamsiaq die Eröffnung der judischeit Toyn» den erkürten Wahlwcrbcr aus den Schild zu heben, bcc.eialle in Brün» feiern.! Tic« Schriftstück, dem zumal die Proßnitzcr Ghetto-. Leider ist es unS ^vorläunä nicht möglich die mauern famose Folie liehen, war im .Chrisimond" Vorträge der jüdischen Tohnbec Halle wie iu Wien verfasst: für Juden, die Teutonen werden wollen, jeden Abend zu ver>rnslalten uim wir müssen »!1«. sei hiezu bemerkt, dass das der Monat ist. in begnügen, untere a.iynbee-HaüePlbcnde. einmal in de» Chanukka fällt. Am'W.1hltag 110. Eismonds t der Woche, und zwar jeden Sduniag Abend um war die hiesige .»Hille ini Wahliaal vom grguenden ’> Uhr adzuhalten. Von dem EPunuer Grosjjuden.- Morgen bis Mitternacht so. coniplet beiiainmen. lhum können wir jetzt nach dir Reichsraihswahl wie nicht mal zu Jom stippur im Belh-Hamikdosch. keine׳ llnteniützung erhoffen, da doch die vereinigten In Proßnitz drüben, da mussten sich unsere dcut׳'ä>en Parteien . ihre matcri:llcn und geistigen Stammesbrüder den Weg zur Urne gar erst durch, tirasie so crjchöpfend in Anspruch genommen haT-n l

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