Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · Viertes Heft. (1913) · p. Seite 191

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
Viertes Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 191 (sequence 47)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/6492408-6582240-8773761--4514-4859552
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

191 Richten angesehener neuerer Geleh rten wie z. B. Wellhausen, Budde, Stade, Gunkel. Es ruft das gerade bei der strengen Richtung des Vf.'s den besten Eindruck hei vor; seine Gesinnungsgenossen brauchen zur Wahrung ihres Glaubens die Augen vor den Neuerscheinungen nicht zu verachliessei 1. Erwähnt er doch, dass wichtige Bedenken (S. 55) sich schon >ei alten Forschern finden. S. 56 wird zwischen Humraelauer und Budde eine Uebereinstimmung gekennzeichnet. Offen bekennt Vf. dort ausserdem, dass er in den bekannten Unterschieden der Leb« nsalter *) zwischen MT, 70 und Samaritanus nach keiner Seite hin, also auch nicht nach der sonst so beliebten Septuaginta hin, sieb als für das Ursprüngliche entscheiden kann. An anderen Stell« n tritt er für den rein sittlichen Gehalt der Schrift gegen neuere Deuteleien ein, so z. B. S. 295 ״Die Notlüge Rubens“ usw. S. 310 gibt er eine Auslese von Deutungen, woraus er selbst diejenige auswählt, die sich am besten mit dem kirchlichen Standpunkte vereinbaren lässt. S. 377 zeigt er, dass er den Gegensatz der Wissenschaft zum Offenbarungs- Standpunkt versteht und gerade darum als Gläubiger bei derUeberlieferung stellen bleiben kann. Augustinus nimmt Genesis 1 bildlich, 2 dagegen als Beantwortung der Frage Wie? (S. 33). Vf. zeigt, es sei zwischen beiden kein Gegensatz, es treten nur verschiedene Gesichtspunkte hervor. So bringt Vf. an wicht gen Stellen die hauptsächlichen Auffassungen von den Eirchenvät«rn an bis zu den Neuesten. Für uns ist es wichtig, dass (z. B. S. 34) auch Philo dabei zum Worte kommt. Er selbst findet tatsächliche Annahme des Dargestellten nicht im Gegensätze zur höheren Erklärung (denn ״Alles Vergängliehe ist nur ein Gleichnis“). Werden S. 41 die Pharisäer unter semen Serpentin Matth. 3,7 gedeutet, 80 musste allerdings vom Vf. bemerkt werden, dass Uber Pharisäer die wissenschaftlichen Auffassungen sich in sehr günstigem Sinne geändert haben. Dass Gen. 1,26, 3,15b usw. christolo ׳isch in altkirchlicbem Sinne gedeutet werden, ist bei dem Standpunkte des Vf.’s selbstverständlieb. Er hat hier wiederum nicht gesagt, dass im allgemeinen die Wissenschaft diese Art der Deutui gen aufgegeben bat. Blitzartig wirken vergleichende Bemerkungen wie: .רמז ודוס die Zeit der Abendküble, wie וי\ום cn Zeit der Mittagshitze“, wobei sich zwei einander entgegei gesetzte Erzählungen uns vor’s Auge stellen; gedanklich vertiefende, wie ״Gott sucht den Menschen nicht, weil er sich aus seiner Kenntnis, sondern weil er sich aus seiner Gemeinschaft verloren hat.“ In der Paradiesgeschicbte S. 30,31: ״Die Schlange kann nir die Ferse angreifen, und ihr Biss ist nur bei sorgloser Vernacllässigung tödlich; wenn es aber dem Menschen gelingt, ihren Kopf zu zertreten, ist sie vernichtet.“ S. 47: ״Man beachte die Feinheit des Erzählers. Den Acker hat Kain bebaut, des Ackers Früchte geopfert, dem Acker Bruderblut zu trinken gegeben, vom Acker 11er schreit das Blut wider ihn, *) Iu deu Geschlechtsregistern der Genesis.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.