Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- Viertes Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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192 der Acker verweigert ihm seine Frucht, er wird vom Acker gebannt und soll unstät und flüchtig umherirren.‘ Für והתנן zu lesen ■והגיונן wegen des griechischen ■cbv arevaffidv aou ist wegen der Fortsetzung des hebräischen Satzes nicht nötig. . Wie dem עצנונך entspricht 80 ,נעצב dem התנך das תלת כנים, während 1ר,ניוו der Kräftigen Anschaulichkeit entbehrt (S. 32). So ist (ib.) ie Wiedergabe von בעכורך durch Symmachus, Theodotion und die Siebzig nur eine agadiscbe Umschreibung des hebräischen Wortes; an Worte, wie sie Vf. anführt, mag dabei, wie oft in den alten Uebersetzungen, gedacht worden sein; aber neue Lesarten sind deswegen, wie Aquila und Peschitta zeigen, nicht anzunehmen. ״Beth Jacob“, das talmudisch-haggadiscbe Werk von Rabbiner Jacob Hübscher. Die Hagaddas im Talmud, welche schon in dieser ursprüngliehen Bezeichnung als den besondees anziehenden Teil des Talmuds sich kundgegeben, haben zu allen Zeiten und von verschiedenen Seiten die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Weniger galt es hierbei, die Erkenntnis für das Milieu, aus dem sie entstanden, zu fordern. Man befleissigte sich vielmehr, den Inhalt derselben zu erklären; allerdings jeder Erklärer von dem Standpunkte aus, den er selbst einnahm. So haben Symbolik und Allegorie, Pbylosophie und Mystik in diesen Haggadas sehr oft den Nährboden für ihre eigenen Gebilde gefunden. Hierdurch wurde die Entfernung von der nätürlichen Auffassung, welche wir bei den Geonim finden, den Gei8teshelden, welche den Schöpfungen des Talmuds am nächsten standen, immer grosser, ln dem Massenmaterial, welches hierfür an den Tag trat, ist nur ein kleiner Teil nachzu weisen, in dessen Schriften den Richtlinien gefolgt wird, welche die Geonim Scherira, Hai u. a. für die Tendenz der talmudischen Haggadas vorgezeichnet haben. Herr Rabbiner Jakob Hübscher hat es unternommen, diese Haggadas im Sinne und im Geiste der geonäischen Auffassung darzustellen. Die Klarheit, welche dieser Gelehrte in dem bereits erschienenen Teile entwickelt, wird von einer Diktion gefordert, in welcher der präzise Ausdruck nach Form und Sprache den hierfür empfänglichen Leser sicher'befriedigen wird. Herrn Hübscher zur weiteren Fortführung der Aufgabe, die er sich gestellt, materiell beizusteben, dürfte allen denen empfohlen werden, welche für die jüdische Wissenschaft und auch für die Träger derselben ein Herz sich bewahrt haben. Prof. Dr. A. Berliner 1' Druck ron H. lUko^tki, Berlin.