Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- Viertes Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6492408-6582240-8773761--4511-4859549- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
188 Dr. Anton Jirku: Materialien zur Volksreligion Israels VIII u. 147 S. Leipzig, Deiehert, 1814. 3,60 Mk. Welche Gegenstände werden als Zaubermittel benutzt? Welche Handlungen sind es, die heilbringend oder unheilvoll wirken? Was den Mosesstab anlangt, so stimmt Vf. der Grossmann’schen Ansicht bei, wonach er oben einen Scblangengriff gehabt habe, wie die Mosesschlange in der Wüste auf einem Stabe befestigt wurde. Dazu bedenke man die Stäbe im Allerheiligsten, den Stab des Elisa. Das Volk .befragt ein Stück Holz, und sein Stab gibt ihm Bescheid.“ Abimelech streut Salz auf die zerstörte Stadt, wie Assurbanipal auf die elamitischen Städte. In dieser und ähnlichen Weise verbreitet sich der Verfasser über alle möglichen Gegenstände, die in der Schrift irgendwo erwähnt werden und macht daraus einen Zauber, einen Gegenstand des Volksglaubens. Nun bedenke man, welche starken Beweise für diese Annahme geführt werden. Wir erwarten, dass diese Nachweise so eigenartig, so gesondert erkennbar seien, dass die betr. Tatsachen nur 80 und nicht anders erklärbar sein werden, dass man gezwungener Weise zustimmen muss. Wenn nun vom Salzzauber gesprochen und Dt. 29,2 angeführt wird und in Erinnerung an Sodom und Gomorrha Schwefel und Salz usw. als Brandstätte hervortritt — wer verkennt, dass das eine Strafandrohung an Israel ist? Wenn man das Saalzmeer als die einstige Stätte von Sodom kennt, warum soll nicht das Salz in der Strafrede Zephanja’s, warum nicht in Jer. 17,6. (zugleich als Kennzeichen dürrer Gegenden), warum nicht V. 7, 33 angeführt werden? Die Verwandlung der Frau in eine Salzsäule ist schon oft besprochen und als Erstickungstod erklärt worden. Dass Wasser durch Salz gesund wird, dass die Kleinen mit Salz abgerieben worden sind, dass ein Bund durch Salz friBch erhalten wird, ist nur ein Beweis, wie man die Heilkunst des Salzes erkannt und wie das Opfergesetz es als Sinnbild benutzt hat. Wenn Salomo über die Bäume von der Zeder auf dem Libanon an bis zum Ysop an der Mauer dichtet, soll er das nicht al8 Parabeldichter tun, sondern als Zauberer. Und was Vf. über die Zauberkraft der Mandelfrucht sagt! Dass Jakob zu seinen Stäben auch den Mandelstab zur Beeinflussung der Tierfarben zugesellte, scheint Vf. besonders bedeutungsvoll. Auch dass die 12 Prüfungsstäbe der Stämme Israels Mandelstäbe sind; selbst der zauberfeindliche Jeremia muss im ersten Kapitel diesen Mandelzauber stützen helfen. Dass der Mandelbaum am frühsten blüht, wei88 Vf.; er will aber nicht wissen, dass er darum das Sinnbild frommen Eifers und des schnellen Eintreffens von Ereignissen ist. Und die Feige? Der Feigenzauber regt Eva’s Begehrlichkeit an, Feigenzauber veranlasst Jeaia, dem kranken Hiskia eine Feige auf die wunde Stelle zu legen. Nicht nur die Dudaim Jakobs, nicht nur das Holz von Mara — auch Milch und Honig gehören in diesen