Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- Viertes Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/6492408-6582240-8773761--4510-4859548- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
187 Ordnung, Rang, nicht aber unbedingt Vorbereitung. So können die vier Sabbate, welche eine Reih« 1, eine Ordnung bilden, schon aus diesem Grunde עודם Glieder dieser Reihe genannt werden. Man braucht auch bei der Mussifstelle bei. ערך כי תשא nicht anderer Meinung zu sein. Es sprictt eben von dem Einzelgliede der Gesamtreihe, wie man etwa im Arul h von einem ערך spricht. Neu war mir die Art des Nachweises, dass Kalliri in Konstantinopel gelebt haben 8011. Auf mich bat gerade dieser Dichter einen so vorzeitlichen, von allem Hauptstädtischen so unberührten Eindruck gemacht, dass ich ihn mir am liebsten in Palästina denken konnte, in reinjildischen Kreisen wirkend. Sollte die byzantinische Kirchendichtung auf ihn eingew rkt haben, 80 war dies auch im kleinsten Dorfe möglich, da ja der griechische Ritus sich im Grossen und Ganzen gleich bleibt. Früher sprach man viel vom Einflüsse der Syrer, wie des Efrem u. A. Heine Untersuchungen haben mir davon Nichts gezeigt. Was Krau 1s aber Uber die Monatsverse mit Sternbildern bei Kalliri und den Byzantinern sagt, legt eine Entlehnung der Form nabe. Wenn Krauss aber meint, dass weder vor, noch nach Kalliri ähnliche Zusammenstellungen gemacht worden sind, so kann sich das nicht auf die Erwähnung der Sternbilder beziehen; denn diese fincen wir z. B. auch in der Kinnah für den Vorabend des 9. Ab אז סוטאינו, wo die zwölf Stämme Jakobs und die 12 Sternbilder zu einander in Beziehung gebracht werden. g, dass Kalliri unter den Zusätzen Mordechai aus der Septuaginta zu icht als Unterstützung des Nach• Konstantinopel betrachtet werden, ebensogut aus dem Targum scheni, e, ebenso aus dem Josippon, ja, Ersehen. Gerade zu seiner Zeit vorgeherrscht zu haben, solche ner hebräischer Form dem eigenen Krauss findet es merkwürd! zum Esterbucbe den Traum des kennen scheint. Das darf ja 1 weises für Kalliris Herleitung aug denn diese Zusätze konnte Kalliri aus dem Midrasch zum Esterbucji z. T. aus den Talmuden selbst scheint ein allgemeines Streben geschichtlichen Altertümer in sehe b Schrifttum einzuverleiben. Wir wollten durch diese Bemerkungen nur zeigen, mit welcher Aufmerksamkeit wir die Krauss’nche Arbeit gelesen haben, zu wieviel wissenschaftlichen Ausflügen sie Veranlassung bietet. Haben wir in einzelnen Punkten unsere abweichende Ansicht kundgegeben, so betrifft das nur Einzelheiten, denen gegenüber die Fülle neuer' Gesichtspunkte und Darlegungen etwas Ueberragendes ist. Möge Vf. uns auch ferner solche Bereicherungen des geschiehtliehen Gesichtsfeldes bieten, und unsere Geschichtsdarstellungen werden dadurch bald eine andere Gestalt gewinnen.