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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · Viertes Heft. (1913) · p. Seite 186

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
Viertes Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 186 (sequence 42)
Language
German
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186 Ein besonders helles Licht wirft diese Schrift auf die Geschichte der Samaritaner. Wir lernen ihre heldenmütige Kämpfe gegen die byzantischen Bekehrungsversuche kennen, und zwar nicht nur Kämpfe des Gedankens, sondern auch des Schwerts, und es stellt sich heraus, dass nur Juden und Samaritaner byzantinischen Vergewaltigungen einen wirksamen Widerstand entgegengesetzt haben, während alle gnostischen und neuplatonischen Sekten und Denkerschulen Byzanz zum Opfer gefallen sind. Durch diese aus dem Stoffe sich ergebenden Darstellungen wird dem tieferen Erforscher des samaritanischen Schrifttums auch weit über das von Krauss Gebotene hinaus 80 manche Seite der samaritanischen Gebetordnung und der Toraerklärung als ein Spiegelbild und Ergebnis jener geschichtlichen Bewegungen erscheinen. Wenn man bedenkt, wie wichtig uns der samaritanische Pentateuch, die Targumim, die Erklärer der Tora, die Gebetordnung (eine Reihe starker Bände!) und die Geschichtschreibung der Samaritaner ist, der wird die Krauss’sche Arbeit auch als Anregung für diese Forschungen begrüssen. Da* Krauss auch die Verhältnisse der Juden an sich bis in -die türkischen Zeiten hinein verfolgt, werden auch 'hier weite Strecken geschichtlichen, besonders auch geistigen Lebens für uns erst sichtbar, und in überraschender Weise ersehen wir hier, wie Juden und Samaritaner einander in ihren Schrifttümern beeinflusst haben. Wir möchten nun für einzelne Punkte unsere abweichenden Auffassungen aussprechen. So möchten wir S. 132 für Juda Moskoni eintreten, der irapaaxeo■ף für Freitag von der Pflicht herleitet, die Speisen auf den Sabbat vorzubereiten. Nebenher bemerkt, ist das Wort rcipaaxeor, nicht nur bei den Kirchenvätern, sondern schon im neuen Testamente gebräuchlich (Matth. 27, 62, Marc. 15,42, Luc. 23,54, Joh. 19, 14. 31. 42). Marc. 15, 42 ist von rpoaäppa-cov, bei Philo von rcpoeopnov die Rede. Wenn also auch die 70 zu Exoius 16,5 eT01p4iaou31v haben, so liegt hier doch der Beweis vor, dass schon vor den Kirchenvätern die Vorbereitungstage zu Sabbaten und Festen rapaaxeoij hiessen. Und das sollen die Byzantiner nach Krauss in ערך übersetzt haben! Ich nehme vielmehr an, dass zapaaxeorj .יום הכנר heissen müsste und nach jenem Juda Moskoni nur diese Herkunft haben kann. Erinnern wir uns an die herühmte הכנר, ורבה Beza 2b und vergessen wir nicht, dass sich dieser Begriff gerade dort an den oben Gezeichneten Satz Exodus 16, 5 schliesst. Da haben wir die altpalästinensische Grundlage der «xpaaxso^ in הכנה. Dass nach Krauss’ Mitteilungen die vier Sabbate vor Purim und Pessach bei den Byzantinern ערכים hiessen, braucht gar nicht auf den Begriff des Vorbereitens zurückzugehen. Sehe man sich das Zeitwort יעךןי in einem Wörterbuche an, 80 findet man es zumeist schätzen, ordnen, anreihen und nur in Verbindung damit mit bereiten übersetzt. Deshalb heisst עוץ auch Schätzung,

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