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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · Viertes Heft. (1913) · p. Seite 182

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
Viertes Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 182 (sequence 38)
Language
German
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182 Jahresring schliessen. Denke man an den Barkochbakrieg und an Ak.’s Hoffnungen. (S. unsere ״Hagada in der Mechilta“ im ״Kohutgedenkbuch“ S. 463ff. und ״Ueber den Zusammenhang der Mischna“ 2. Teil, S. 40—53). Was will nun Mischna 1, 3—6 anders, als den Nassi zur Mässigung und zur Duldung auch der nicht angenommenen Halakhot veranlassen? Was will die Akabiastelle 5,6 ff. anders, als zur Unterordnung unter die Mehrheit bei aller Selbständigkeit raten? Und wenn nach R. Simon am Schlüsse Elia einst uur den Frieden bringen wird, 80 ist es die gleiche Mahnung, nicht zu streiten. Am Schlüsse ist die Rede davon, wieweit Elia ui entschiedene Satzungen einst entscheiden wird? Nur diejenigen, welche sich unbefugt in rein israelitische und priesterliche Familien drängen, wird er ausscheiden (daher das Vorwalten auch des Ehegesetzes in Edujoth). So liess sich also trotz der scheinbar 80 losen Form in Edu• joth ein geschichtlich festes Gefiige von Halakhot erkennen, wodurch die Geisteskämpfe jener Zeiten sich deutlich vor unseren Augen abzeichnen. L. Ginzberg: ,Zur Entstehungsgeschichte der Mischna* zieht um so mehr meine Blicke auf sich, als der Nebentitel meiner obigen Schrift lautet: ,ein Beitrag zu ihrer Entstehungsgeschichte“. Ich finde hier eine Auseinandersetzung Uber die En-ben-sätze aus Megilla, in welcher Ginzberg halakhisch deren hohes Alter beweist und sie schliesslich als eine selbständige schammaitische Mischnasammlung ansieht Es war mir sehr erfreulich, diese halakhische Beweisführung zu lesen. Noch erfreulicher wäre sie mir allerdings gewesen, wenn Ginzberg dabei im geringsten auf meine Darlegungen Uber die En-ben-reihe hingewiesen hätte, wie es Feuchtwang hez. Edujoth getan hat. Als ich im Jahre 1890, von altklassiBchen Textforschungen herkommend, daran ging, die Ergehnisse jahrelanger Grübeleien Uber die Gestalt der Mischna zu veröffentlichen, da musste ich erst nachweisen, dass die Mischna Überhaupt Unregelmässigkeiten in ihrem Baue hat, dass diese der Rede wert sind, ja, dass sie fUr die geschichtliche Erkenntnis des Mischnawerdens der Ausgangspunkt sein mUssen. Nicht die Enben-sätze allein, sondern Sotah 5, Sabbat 9, Cbullin 1, 4 rsw., ja (8. das Verzeichnis ,Ueber den Zsh. d. M.“ I T. 2. Aufl. S. 29) alle damit nur zu vergleichenden Stellen sind von mir angegeben und behandelt worden. Als ich mit diesen Dingen auftrat, kam mir geradezu Hohn und Spott entgegen wegen der Anmassung, das talmudische Schrifttum nach denselben Gesetzen der Textforschung zu behandeln, wie jedes andere. Ich habe mich kräftig gegen die Todschweigung oder Erstickung meiner Ergebnisse und Pläne gewehrt, einen grossen Teil meiner schriftstellerischen Tätigkeit in den Dienst dieser Sache gestellt. Warum 8011 ich mir nicht einen Teil des Umstandes zuschreiben, dass Auffassungen, die bei meinem damaligen Auftreten

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