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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · Viertes Heft. (1913) · p. Seite 178

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
Viertes Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 178 (sequence 34)
Language
German
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178 ״Amen!" Und als sie dasselbe vollendet, haben sie alle zugleich mit lauter Stimme, wunderlichem Geschrei und seltsamen Gebärden mehr und mehr gesungen, bis sie zu der Stätte des peinlichen Gerichte geführt und gekommen sind.*) Es bat aber der Scharfrichter zuvor mit seinen Helfern, deren aus eigenem Antriebe viele hinzugekommen sind, zu ihrer Strafe einen wunderlichen Bau hinter dem Rabenstein aufgerichtet, der Gestalt und also: den Paul Frobm hat er allein mit Halseisen und Banden an eine Säule angebunden und die Säule mit viel gutem Holz, Reisig und Pech umgeben. Für die Juden aber bat er ein grosses Gebäude von dreier Männer Höbe als starke Roste übereinander gebaut und jeden von ihnen mit vielem Holz, Stroh und Pech usw. belegt und auf einen jeden Rost in die Länge und Breite starke Baume gezogen; daran hat er den einen Teil der Juden auf dem untersten, den zweiten auf dem mittleren und die übrigen auf dem dritten Roste, alle bei den Hälsen, mit eisernen Banden angeschmiedet, so dass der eine hat in die Höhe, der andere vor sich nieder sehen müssen. Als nun die Juden also von den Scharfrichtern angemacht 1 worden und nun haben verbrannt werden sollen, hat ein Geistlicher noch dem armen, elenden Paul Frohm das Leiden unseres Herrn Jesu Christi vorgebalten und ihn ermahnt, dass er sich desselbigen getrösten solle. Dieser hat es auch zu Dank angenommen und solche Zeichen von sich gegeben, dass man hat merken können, er wolle in rechter, wahrer Reue und im Glauben an den gekreuzigten Christus sterben. Aber einige verfluchte und schnöde Juden haben da ihre Bosheit noch nicht lassen können, ungeachtet, dass sie da Gottes Zorn und Strafe und den jämmerlichen, schmählichen Tod vor Augen sahen, sondern sie haben Gott und die Christenheit geschmäht und nach dem Kruzifix, dem Priester und anderen Christen öffentlich gespien, daraus man genug hat merken können, dass sie in ihrem früheren Bekenntnis noch Christus und seinen Anhang alle Tage gehöhnt haben, und sind also in einem schnellen Feuer dahingefahren. Am folgenden Sonnabend sind die beiden getauften Juden, nämlich Georg, der zuvor Jakob der Aeltere von Brandenburg geheissen, und Paul, der vordem Joseph aus Seehausen genannt wor- *) Wahrscheinlich Sündenbekenntnisse vor dem Tode und Totengebete. (Red.)

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