Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- Viertes Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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nämlicb, nachdem das peinliche Recht, Sitte und Gewohnheit ist. die Juden solch ihr früheres Eekenntnis gar nicht verneint oder widerrufen haben1), hat der Riciter mit Erneuerung und Wiederholung aller Handel und Akten die Schöffen um das Recht gefragt, Gericht vorher und abermals, wie bestellt, vor dasselbe Paul und die Juden ihm zum zweitenmal öffentlich vorgeführt seien und sich zu ihrer Aussage rechtlich bekannt und dieselbe mit ihrem Eide bekräftigt hätten, so solle und möge auf ein solches Bekenntnis bin das Recht seinen Lauf nehnen und nunmehr weiter gegen sie mit aller Schärfe nach dem Recht verfahren werden. Darauf haben die Schöffen sich bedacht und erstlich der älteste auf die eine Frage des Richters, ihm folgend der zweite, dann der dritte usw. gefunden und mit Erlaubnis des irm und Weise gesagt, wie in den lange, bis das peinliche Urteil, täter bestraft werden sollten, ist. Derselbe hat unter andeh Christ sich an dem heiligen stöhlen und verkauft habe usw Wagen binden, die Gassen a usw. sein Urteil mit Bedacht Richters öffentlich in bester For weltlichen und peinlichen Geri;hten Sitte und Gewohnheit ist, so wie die in Rede stehenden Uebeldem Scharfrichter befohlen worden ren Worten gesagt: Weil der böse Sakramente vergriffen, dasselbe gedarum 80 solle man ihn auf einen abf und nieder fahren, mit Zangen reissen und danach in ein Feuer legen. Und weil die boshaften, schnöden Juden ihre Missetat auch mehrmals vor und ausserhalb des Gerichts bekannt hätten, darum solle man sie zu Pulver verbrennen, damit sich alle ein Beispiel und ExempeL an ihnen nehmen möchten, dass sie solche oder ähnliche ÄJissetat auch nicht begehen möchten. Darauf bat der Scharfrichter Paul Frohm genommen, hat ihn Karren gesetzt und nach seinem Geihn durch die vornehmsten Gassen geführt und mit glühenden Zangen halbnackt auf einen niedrigen fallen auf- und angeschmiedet, Städte Berlin und Kölln zerrissen. Indem er aber also mit delt, haben die schnöden Judon allerlei Lästerungen erdacht, und es hat der eine Rabbi unter in ihrer jüdischen Sprache *) Vom lateinischen oratio z. B. oratio dominica das ״Gobet des lierrn Paul Frohm umgefahren und gebanihnen gelesen, wie sonst ein Christlieber Prediger eine Oratorion2) liest; dazu haben dann die anderen alle mit lauter Stimme geantwortet: *) Aus oben in unserer Bemerkung gegebenen Gründen! (Red.) Rede, in kirchlichem Sinne ״Gebet“ 12