Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- Viertes Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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175 . J Wunderwerke davon sehen woll ton. Aber der unschuldigen Christenkinder Blut mussten sie hab rn gegen ihre Krankheiten . ., denn sie machten es mit Paradiesäpfeln, Honig und Ingwer ein, damit sie es also erhielten, und alle seit haben könnten, weil sie es gar nicht entraten möchten. Auel! wurden sie dadurch in ihrem Gemüt etwas grimmiger und hitzger gegen die Christen. —') Dieweil es aber offenbar am Tage gewesen, dass Paul Frohm in die Kirche zu Knoblauch g estiegen, zwei konsekrierte Hostien und die Monstranz daraus gestohlen, darin auch sein Brecheisen und Messer gefunden worden, desgleichen sein und des Juden Salomon einträchtiges Bekenntnis, an welchem Tage und zu welcher Stunde und wie teuer er ihm lie Hostien verkauft habe, und weil nun die Juden auch bekannt hatten, wie wir jetzt vernommen, dass sie mit dem heiligen hoch würdigen Sakrament so erschrecklich und erbärmlich gehandelt und umge jangen, 80 bat der Kur- und Landesfürst als ein besonderer Liebha 3er der Gerechtigkeit, die Schuldigen zu strafen und die Unschuldigen mit Gnaden anzusehen, alle Juden, die irgendwie in Verdacht sein könnten, nach Berlin bringen lassen und befohlen, wider die berüchtigten und verdächtigen, gegen die rechte Vermutungen und Anzeig en Vorlagen, zuerst in Güte, danach aber mit der Schärfe nach dej Ordnung der Rechte und Gewöhnheiten dieser Länder zu inquirieren und zu verfahren. Als man nun gefunden, dass viele Juden an diesen schweren Missetaten wie auch an der Peinigung und Eimordung vieler armer, unschuldiger Christenkinder grosse Schuld batten, so haben Ihre Kurfürstliche Gnaden noch zum grösseren Ueberfluss und zur Erkundung der Wahrheit, auch zur Vermeidung des Unrechts einige vornehme, geauch Bürgermeister, Ratmannen, ädte Berlin und Kölln auf dem Rat- 4. Juli Sitzung halten lassen, um lehrte, und verständige Räte] Richter und Schöffen beider SH hause zu Berlin am 1., 5. unc zu erinnern und es anzuhör ganz oder teilweise verändern, Paul Frohm und einen jeden J1|den an sein mannigfaches Bekenntnis ob er dabei bleibe oder solches vermindern oder vermehren wolle. 2) Es sind aber Paul Frohnii und alle Juden bei ihren früheren Aussagen vor den Verhörern und Notaren, auch vor den verord- >) Wenn diese Nachrichten aus erster Hand stammen sollten und nicht leeren Gerüchten ihr Entstehen verdanken, so würde man daraus die Wirkungen der Polter ersehen können. Freiwillige Geständnisse sind das nicht. (Red.) נ) Wahrscheinlich unter Ani rohung der Folter, wenn Jemand sein Geständnis widerrufen sollte. (Red.)