Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- Viertes Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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169 vor sich auf ein Tischtuch gelebt, mit Messern darein gehauen und gestochen, auch mit lästerlichen Worten geflucht und geschmäht habe; und wiewohl er die Hostie durch viele Arbeit zu seinem Gefallen nicht habe zerbrechen können, 80 sei sie doch beim letzten Stich in Stllcklein auseinanderg«!sprangen. Und als er solches gesehen, sei er herzlich erschrocken und bekümmert worden, und er habe sich unterstanden, eine Partikel zu gemessen; aber weil ihm solches unmöglich gewesen, baba er nach weiterem Bedenken zwei Partikel genommen und jede in ein blechernes BUchslein von eines Daumens Länge gelegt, das BUchslein mit einem ledernen Beutel überzogen, mit einem Petschaft versiegelt und die eine Partikel durch den Sohn Schmuls dem Juden Jakob nach Brandenburg, die andere aber, auch verwahrt, durch einen gewissen Salomon Heller dem Juden Marx nach Stendal in die Altmark geschickt.; Durch dieses Bekenntnis aes Juden Salomon hat der Kurfürst sich veranlasst gesehen, alle Juden in seinen Ländern und Städten festzunehmen, bis zur ferneren!Erkundung der Schuldigen gefangen zu halten und wohl zu verwahren; was auch also geschah. Weiter hat der Jude Salpmon bekannt, dass er die dritte essen können, nirgends habe vergeschwebt und gedacht habe, ob Partikel, die er nicht hat ge; wahren mögen, weil er in Sorge; er sie gleich in ein Feuer Bpränge, oder in ein Wasser, wodurch dann seine begangene kommen möchte. Deswegen hab! reinen Weizenteig mit klarem geschehen, sei der Teig rot ge heftigste erschrocken sei. Er re, dass sie doch wieder daraus lass sie doch obenauf schwimmen, [is8etat hernach mal an den Tag er endlich die Partikel in einen rasser gedrückt; aber sobald das rorden, worüber er abermals aufs abe aber nichtsdestoweniger einen Kuchen daraus gemacht, denselben in einen Backofen, in dem weder Feuer noch Kohlen gewesen, nach allen anderen Kuchen geschoben und habe darauf im Ofen einen gar schönen, hellen Glanz und insbesondere über demselben Kuchen zu zwei Malen ein säuberliches, kleines Kindlein schweben sehen. Darum habe er diesen Kuchen besonders wohl verwahrt und in die Synagoge gehängt, wo er auch an demselben Ort, wie angezeigt, gefunden worden ist. Mittlerweile hat der Kuru ud Landesfürst den Juden Salomon er des nächsten Tages hernach zu und Schmuls Sohn und ihren Ra 3bi Sloman von Brandenburg holen lassen. Als aber der Jude Ja! :ob in der Altstadt Brandenburg festgenommen worden und über Nacht im Gefängnis gesessen, hat Martin Bellin, dem Bürgermeister