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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · Viertes Heft. (1913) · p. Seite 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
Viertes Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 164 (sequence 20)
Language
German
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164 Toben Völker, 80 wanken Königreiche; Lässt er aber seine Stimme erschallen, so erbebt die Erde! — Der Herr Zebaoth ist mit uns, Eine Burg ist uns der Qott Jakobs! Sela. Kommt, schaut die Taten des Herrn, Der Entsetzliches auf Erden angerichtet hat, Der Kriegen steuert bis ans Ende der Erde, Bogen zerbricht, Spiesse zerhaut und Wagen mit Feuer verbrennt! — ,Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin, Erhaben über Völker, erhaben über die Erde!‘ — Der Herr Zebaoth ist mit uns, Eine Burg ist uns der Gott Jakobs! Sela. Auf gewaltige Ereignisse im Natur- und Völkerleben schaut der Dichter unseres Psalms zurück. Die Erde erbebte, und die Fluten des Mittelmeers ergossen sich mit reissender Gewalt über die flache Küste. Berge, scheinbar in der Erde verankert, wankten * und stürzten mitten ins Meer und begruben mit ihrem Einsturz Häuser und Menschen. Und parallel mit diesem Aufruhr in der Natur lief ein Aufruhr unter den Völkern Vorderasiens. Königreiche standen auf gegen Königreiche, und Nationen gegen Nationen. Vom Schritt gewappneter Krieger erbebte die Erde. Da fürchtete man in Jerusalem das Schlimmste! Schon sah man im Geiste die Wasserfluten sich über Juda ergiessen und unmenschliche Krieger Stadt und Land verwüsten und plündern. Schon hörte man die eisernen Kriegswagen über das Land rollen, alles zerstörend und zermalmend. Schon sah man Mann und Weib und Greis vor erbarmungslosen Söldlingen niedersinken, vom Schwerte gemäht. Pfeile flogen, Speere sausten durch die Luft, da — in der letzten höchsten Not war Gott am nächsten! — Und nun erfüllt unsem Sänger die stolze Freude über den mächtigen Arm seines Gottes und unerschütterliche Zuversicht auf seine Hilfe audh in aller Zukunft: Der Herr Zebaoth ist mit uns, Eine Burg ist uns der Gott Jakobs! — Welch eine Wendung durch Gottes Fügung! — Anstatt dass man in Jerusalem die tobenden und brausenden Fluten des Meeres

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