Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- 3. Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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114 du Schielende and Gemachte der Delitzsch’schen Verherrlichung Babylons aal Kosten der Bibel treten bei Klüger wohl ans Licht. Wir nehmen an, dass Klüger s. Z., als Delitzsch aufgetreten ist, diese Schrift abgefust hat, dass dagegen die Gelegenheit zur Veröffentlichung sich ihm erst jetzt geboten hat. Wir möchten du Buch darum nicht als ein verspätetes betrachten, sondern als einen frischen Kampfruf für Wissen und Glauben empfehlen. Der Ernst Reinhardt’sche Verlag sendet uns zwei Schriften über Erziehung: Hulda Maurenbrecher, ״Wachstum u. Schöpfung, neue Elterngesinnung und Kinderführung.“ Das Buch wendet sich nicht an die Schule, sondern an die Eltern, nicht mit allgemeinen Seherworten über die Wichtigkeit der Erziehung, sondern mit der Hervorhebung der einzelnen Sonderfragen und Vorschlägen für jeden einzelnen Fall. Der Grundton des Ganzen scheint der zu sein: Erzieht nicht ewig und immer, lobet und tadelt nicht jederzeit, befürchtet nicht stetig, häuft nicht ein Bollwerk um Euch, sondern lebt als wahrhafte, schlichte Menschen und Eure Kinder werden es Euch nachleben. Und das müssen heute manche Eltern erfahren. Das Buch wird viele Wanden heilen. Die zweite Schrift stammt von Dr. M. Vaerting: ״Die Vernichtung der Intelligenz durch Gedächtnisarbeit.“ Ein einschneidender Üebelstand, ein Hemmnis gesunder und eigenartiger Entwicklung wird hier behandelt. Was über die Gefahren gesagt wird, die damit verbanden sind, und über deren Heilung, ist gewiss tief empfunden und wohlbedacht. Zu bedenken ist aber, dass die Schule auch eine Lehrstätte der Arbeit sein soll, der Pflichterfüllung, und dass ein einseitiges Zurückdrängen des Einzelnen und Gedächtnismässigen uns Vielredner und angebliehe Genies bescheren wird, welche den Beruf und dessen Einzelarbeit als etwas Trocknes werden verachten lernen. Darum scheint uns die Wahrheit in der Mitte zu liegen und Abwechslung, wie in allem, so auch hier das Herz der Sache zu sein. Die Schrift wird jedenfalls viel zur Klärung des Gegenstandes beitragen. _ Eine angefeannte Welt. Zweiter Band; Zwischen Bhein und Wolga. Von Jadäus, 476 S. Frankfurt a. M. Sänger und Friedberg S. 678. Jadäus ist der jüdischen Lesewelt längst zum Zeichen geworden, hinter welchem sich ein ihr willkommener, gern gelesener Erzähler verbirgt. Man greift freudig zu, wenn man diesen Lehnsnamen auf dem Titelblatt sieht, besonders wenn ein so stattlicher Band vor uns liegt und die Verlagsbuchhandlung sich bezüglich der Ausstattung 80 opferwillig gezeigt hat, wie hier. Es ist das altjüdische Leben und das altgläubige Judentum, das sich hier der Lesewelt darstellt. Und man muss sagen, VfL hat es verstanden, die von ihm vertretene Sache