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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · 3. Heft. (1913) · p. Seite 112

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
3. Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 112 (sequence 18)
Language
German
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112 8 e 1 b 81, sondern einen kleinen Ausschnitt daraus geboten. Und wie ▼iele opera omnia Hessen sich aus diesem kleinen Ausschnitt schaffen! Bei nur ganz mässiger Verdünnung des gediegenen Goldes Hessen sich weite Flächen mit Gold Qberziehen. Dabei ist der Stil nicht godrängt, nicht überladen, sondern in ruhiger Darstellung, ohne jede Künstlichkeit, flieset der Strom der Rede und der Tatsacnen. Wozu bedarf diese Geistesfülle des sprachlichen Aufputzes? Jeder Versuch, durch Künste des Stils diese Gedankenreihen mundgerecht zu machen, würde ihnen den grossen Stempel der Schlichtheit rauhen. Mir hat die Klarheit, mit welcher Vf. die beiderseitigen Schulen Schammais und Hillels und ihre Ausläufer bis auf R. Jehuda nnd R. Simon hier vom Lehrer zum Schüler kennzeichnet, so dass er dadurch auf die Halakbareihan selbst das hellste Licht wirft, besonders woblgetan. Da haben wir die Herrscherreihe Schammai, Elieser, Ilaah, Jehudah, und auf der anderen Seite Hillel, Josua, Akiba, Simon. Wie oft hatte ich Gelegenheit, diese Reihen als die massgebe den hinzustellen, aus Traktaten herauszuschälen! Da haben wir die Voraussetzungen der Quellen- Scheidung. Wie man auch immer zur Hauptansicht Zuckermandels sich stellen mag — die Unentwegtheit, mit welchen er unbeirrt seine Auffassungen verteidigt, schärfen seine Blicke für den Jeruschalmi, ein wenig bearbeitetes Gebiet; bringt ihn dazu, Tossefta und Mischna und die beiden Talmude in ihrem Verhältnis zu einander zu betrachten, und das hat derWissenschaft zu vielen und wichtigen Ergebnissen verholfen. Möge noch Vieles aus seiner Feder uns beschieden sein! Julius Bab: Fortinbras oder der Kampf des 19. Jahrhunderts mit dem Geiste der Romantik. Berlin, 1914. Georg Bondi, 208 S. Sechs Reden von Julius Bab. Fortinbras, der am Schlüsse des Hamlet Herrscher von Dänemark wird, ist ihm der Gegensatz der weltfrohen, tatendurstigen Stimmung im Gegensätze zum träumerischen und tatenscheaen Hamletismus. Bab fasst also in göthischer und gervinischer Weise Hamlet nicht als überfliegenden Helden der Ueherkraft, sondern als einen Vertreter weltflüchtiger Triebe. Schon dadurch stellt sich Bab als einen Mann dar, der von den Neuesten sich abwendet und zu den guten alten Zielen vor 70 schwört. Der Romantik von ihren Ursprüngen bis zur Byron’sehen Weltschmerzspielerei folgend führter uns durch die Selbst- Zersetzung dieser Richtuug, die gelegentlich einen Bund mit den Mächten des Rückschritts geschlossen. Bab zeigt, weshalb bei Nietzsche der Machtsinn im Hintergründe lauert, da das UebermögHche selbst der Romantik gleicht. Es werden die Philister gekennzeichnet, die staatUchen, künstlerischen und wissenschaftlichen

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