Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- 3. Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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i_!08 — ihm leicht eine erweiterte ^orm annehmen, während sie im Jeruschalmi zu einer solchen Umwandlung weniger Veranlassung hatte. Daher, wie ich früher schon geäussert, die grössere Aehnlichkeit zwischen Tossefta und Jeruschalmi, die nicht ausschliesst, dass dieselbe Tossefta vor allen anderen Baraithaquellen der Gemara des Babli zugrunde liegt. Dagegen muss man mit Schwarz den Zersetzungsversuch von Kidd. 2, 2,3 nach 2, 3,2 ablehnen, weil beide Gemaras die Be- Schränkung des R. Simon nur am Schlüsse von 2, 2 gesehen haben, nicht von 2,3, was von שכה יוחס ן in allen Teilen handelt. א״ר יוחנן bei dem letzgenannten Satze in Jer. ist nicht za streichen, wie Zuckermandel will, denn wer dies Verhältnis der Gemaraerörterungen zur Mischna und zum Baraithaschrifttum kennt, weise, dass R. Jochanan noch als HalbtanDaite aufgefasst werden kann, der wie Raw und Samuel Tannaitenworte im eigenen Namen zu deren Bestätigung anführen darf. Ein dritter Punkt: In der Tossefta stehen 3, 4, 5 die Möglichkeiten späterer Enttäuschungen neben einander, in der Mischna sind die betr. Sätze nach zwei Abschnitten hin verteilt. Und das soll zu Raw’s Zeiten geschehen sein, um de'-sen Ansicht über die Doppelform der Bedingung selbst bei נלוי מלתא schon im Mischnatext zu kennzeichnen. Diese Bemerkung entstammt schon dem R. Nissim, der diese Unregelmässigkeit früh bemerkt hat. Ich sagte 8. Z. darüber, dass oft die Ordnung der Tossefta besser sein könne als die der Mischna. Vielleicht ist das hier der Fall. Aber kann nicht Raw seine Ansicht gerade aus der sonderbaren Stellung von Mischna 3, 5 hinter 3, 4 (nicht im zweiten Abschnitt) erst gezogen, wie wir oft die Ansichten von Amoraim mit der Ordnung der Mischna in Verbindung finden? Woher ergibt es sich nun, da86 obige Tosseftaverhindung der jerusalemischen Mischna entspricht? Doch nicht, weil Jeruschalmi an der ersten Stelle auch die zweite erwähnt? Dasselbe tut, wie R. Josua dort, 80 R. Aschi im Babli, und zwar im gleichen Sinne, um die gegensätzliche Stellung R. Simons zu שנה poo und שבח יוחסץ zu bezeichnen. Nun noch ein Hauptpunkt: Schon früher habe ich nachgewiesen (das Gleiche hat auch Schwarz getan), dass die Ordnung des Jer. nicht der Ordnung der Tossefta, sondern unserer Mischna, ebenso wie der Babli, entspricht. Darauf sagt Zuckermandel: Der Jer. sei später in die Ordnung des Babli und seiner Mischna gebracht worden. Auch diese weitgehende Behauptung, die mit einem Schlage ein ganzes Schrifttum trifft, ist ein Kind des Bedürfnisses, nicht ein Ergebnis der Einzelnachweise. Diese besagen bisher das Gegenteil. Allerdings, wie überzeugt muss Zuckermandel von der Wahrheit seines Hauptgedankens sein, wenn er annimmt, dass zugleich damit die Wahrheit derartiger Heischesätze anerkannt werden wird!