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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · 3. Heft. (1913) · p. Seite 106

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
3. Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 106 (sequence 12)
Language
German
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106 st&nde zu gleicher Zeit sich verloben will, wobei die Frage lautet: Wie, wenn nicht jeder der Gegenstände, zumal sie, wie hier Datteln, essbar sind, eine Peruta wert, ja, wenn nicht einer allein diesen Wert hat? Wenn sein Ausdruck darauf ausgeht, jede Dattel für sich zu beachten, muss jede eine Peruta wert sein; wenn der Ausdruck der Verlobungsformel dagegen auf eine Zusammenfassung all dieser Gegenstände ausgeht, so brauchen nur alle drei Datteln (oder wieviele es sein mögen) diesen Wert zu haben. Wie aber, wenn die Frau die Datteln einzeln aufgegessen hat. ״ אם יש באחת סהן שוה פרוטה סקודשחwenn dann eine von ihnen den Wert einer Peruta hat, gilt die Formel, und die Eheverpflichtung ist’ eingegangen. “ Der ßabli erklärt die רישא nach R. Simon, der wiederholte Ausdrücke als trennend ansieht. Und den Schluss der Mischna היתה אוכלת ראשוגה טי bezieht man dort auf den zweiten Fall, der die verbindende Formel hat. Wenn da auch nur eine, selbst die erste aufgegessene Dattel den Wert hat, soll die Formel gelten? Das אם יש באחת שוה פרוטה erscheint R. Jochanan unverständlieh, so dass er in sprichwörtliche Ausdrücke deswegen ausbricht. Raw und Samuel beziehen die Schlussworte auf den erste n Fall; 'trotzdem durch den schnellen Genuss sie ihre Bereitwilligkeit zur Eheverpflichtung genügend angetan hat, muss doch eine der Datteln Perutawert gehabt haben. Nun erst׳ kommt. R. Ami mit dem erlösenden Wort, dass wir den zweiten Fall׳ im Auge haben müssen und אהת soviel heisst wie אחרונה. Die letzte Feige muss Perutawert haben. Daraus entnimmt Rawah הסקרש בטלוה אינה מקודשת, da sonst auch eine der ersten Datteln genügt hätte. Kommen wir nun an den Jeruschalmi z. St. Auch hier ist der erste Fall trennend, da sie eine Dattel auswählt; der zweite Fall ist nach R. Juda verbindend, nach R. Meier trennend. R. Jirmija im Namen Raws erhärtet, dass מלוה לא ניתנה לשם קדושין, wie Raw im Babli. Nun wird der Ausdruck im Jer. bei der Deutung auf die letzte Dattel und auf ähnliche Verhältnisse immer mit אם נשתייר oder לא נשתייר בידה שוה פרוט gegeben; derselbe Ausdruck findet sich in der Tossefta zu unserer Mischna, also viel deutlicher als das rätselhafte כאחת. Was folgert Zuckermandel hieraus? Der Ausdruck des Jeruschalmi ist gleich der Tossefta, nicht gleich der Mischna, also Tossefta Jeruschalmi, also berechtigte Urmischna; Babli — Mischna, also ist diese in Babylonien geändert, und zwar hat das Samuel fertig gebracht. Nun hat zwar R. Jochanan, wie der Babli beweist, den Ausdruck כאחת gekannt. Ja, sagt Zuckermandel, der Satz ist unecht, R. Jochanan kann das nicht gesagt haben. Aber der Jeruschalmi führt in seinen Erörterungen unsere Mischna mit ihrem כאחת noch dreimal an. Das hat man, meint Zuckermandel, nachträglich eingeschoben, um die Misohna dem Babli anzuähnlichen.

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