Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- 3. Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 103 — Znckermandel, gesammelte Aufsätze. Nene Folge. J. Ea|aSman□, Frankfurt a. M. Zuckermandel, der Unermüdliche! Wieder beschenkt er luns mit einem Halbband seiner gesammelten Aufsätze, wieder ׳'erteidigt er seine ihm liebgewordene Auffassung, der er schon mat che Abhandlung gewidmet hat. Bei diesen Arbeiten trägt, abgesehen von allen verteidigten und abgegriffenen Grundsätzen, die |talmudische Wissenschaft den hauptsächlichen Nutzen davon. Der Gegensatz des Vf.’s z 1 Schwarz in Wien hat dem en iten Teil des vorliegenden Heftes seinen Stempel aufgeprägt. Zuckermandel hatte vor einiger Zeit Proben seiner Mischnaauffass mg vorgeführt; er batte aus Gittin und Kidduschin mehrere Abschi itte so zusammengestellt, dass aus Bestandtteilen der Mischna und Tossefta ein zusammenhängendes Ganze entstand. Dagegen hatte sich Schwarz in seiner Tosseftaausgabe ron Babakamma und zwar in der 8« hr umfassenden Einleitung erk ärt, zu welcher wir 8. Z. auch Stellung genommen haben. Nun ritt Zuckermandel jenen Schwarz’sclien Ausführungen entgegen. Wir haben hier also ein Schauspiel vor uns, welches wir im Juden tum öfter aufgeführt wünschten. Den Anblick zweier Forscher, we che mit ihren besten Kräften das Edelste, was sie der Welt scheiken' konnten, ihre wissenschaftlichen Grundsätze verfechten. Das war I in früheren Zeiten nichts Neue«, von Salomo ben Aderet bin zu Jonathan und Jakob Emden; es wird auch bei uns hoffentlich zur Belebnng der Wissenschaft nichts Seltenes mehr sein. Der dabei so oft vorgeschützte Friede wird dadurch nicht gei tört und das ist nur etwas Vorgeschütztes. Beweis: Auf inderen Gebieten, besonders auf dem des religiösen und ni itionalen Gegensatzes, ist ja immer so munter gestritten worden — weshalb 8011 der Friede gerade bei der wenn auch noc i so starken Erörterung rein wissenschaftlicher Fragen leiden? Der Mangel einer solchen Erörterung ist kein Zeichen der Friedensliebe; vielmehr schweigt sich darin die Gleichgiltigkeit des Zeitalters gegen die Betörung solcher Gegenstände aus, die abseits vom Tageslärm und <]arum von den Gegenwartsfr: igen Iber Zeit nnd Raum erhaben dem gedient haben. Und dass sqlche liegen, die aber gerade darum Judentum stets zur Belebung _ Kämpfe nicht so kühl geführt werden können, wie es die Forde- Wer kann da gerecht sein, wo andelt? Wer kann seiner Lei ensberlegung bewahren, was geiecht rang der Gerechtigkeit gebietet? es sich um seine Lebensarbeit arbeit gegenüber die kühle ist und was nicht? Dass es den beiden Kämpfern Zuckermandel und Schwarz ernst ist um ihre Ziele, sieht man an der in’s Einzelne gehenden Art ihrer Erörterungen. Leider haben sie kein zu grosses F< rum in unserer Zeit, aber sie treiben es emsig und bemühen sich, als wären sie von Tausenden voq Mitkämpfern umgeben and jede